Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

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Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon horror1966 » 24. Aug 2012, 23:01

Wieviel Blut muss fließen?
Härte = Qualität?



In den letzten Jahren ist gerade im Bereich des Horrorfilms ein Trend entstanden, das die Story und die Atmosphäre eines Films immer mehr in den Hintergrund rücken, aber dafür der Härtegrad immer mehr ansteigt. Sicherlich orientieren sich die Filmemacher am Geschmack der Fans, doch muss man sich doch langsam einmal die Frage stellen, ob es hier um den Geschmack oder nicht viel eher um pure Blut-Geilheit geht. Damit mich keiner falsch versteht, wohl jeder Horror-Fan schaut sich gern auch einmal Splatter/Gore Filme an, das steht wohl ausser Frage. Aber die zunehmende Brutalität und das Brechen von immer mehr Tabus kann doch nicht der Sinn der Sache sein.

Der klassische Horrorfilm ist in der heutigen Zeit bis auf einige Ausnahmen so gut wie ausgestorben, Figuren wie Frankenstein, Dracula und Co. üben fast nur noch auf Nostalgiker ihren Reiz aus. Wo ist die gute alte Zeit geblieben, in der es ausreichte, das ein Film durch Spannung oder eine gelungene und bedrohliche Atmosphäre den Betrachter fasziniert und gefesselt hat? Vielmehr geben in der heutigen Zeit die Folter-und Surviaval-Filme den Ton an, in denen Härte und Brutalität teilweise richtiggehend zelebriert werden. Natürlich haben auch diese Filme ihren Reiz und auch ich schaue sie mir an, aber die Gewaltspirale wird ständig höher geschraubt und man fragt sich unwillkürlich, wo das noch enden soll.

In Filmen wie zum Beispiel "Gutterballs" werden Vergewaltigungen über einen Zeitraum von gut 15 Minuten zelebriert, bei "Hostel" werden Menschen gedemütigt und auf schlimmste Art und Weise gequält und die meisten (vor allem jugendlichen) Fans johlen vor Begeisterung. Diese Leute setzen sich in keinster Weise mit dem Gesehenen auseinander, sondern reduzieren diese Filme lediglich auf den Härtegrad. Gerade in vielen Film-Foren bemerkt man auch diese Tendenz. Wenn man dort einige sogenannte Meinungen zu solchen Filmen liest, dann erscheinen Sätze wie: "Geiler Film, saublutig und schön hart", sollte wenig oder gar keine Gewalt in einem Film vorkommen, dann ist es "voll der lahme Scheiss-Film".

Genre-Klassiker wie Romeros "Dawn of the Dead" oder Carpenters "The Fog - Nebel des Grauens" gelten bei vielen als langweilig, weil sie angeblich nicht hart genug sind, Meisterwerke wie Hitchcocks "Psycho" kennen viele überhaupt nicht. Da stellt man sich doch automatisch die Frage, was einen guten und sehenswerten Horrorfilm ausmacht und wenn man nach den meisten Filmen der heutigen Zeit ausgeht, dann sollte man doch denken, das es die Härte ist. Wie sonst ist es zu erklären, das eine Reihe wie "Saw" mit einem wirklich innovativen und erstklassigen ersten Teil beginnt, aber spätestens ab Teil 3 vollkommen in den Splatter/Gore-Bereich abdriftet und jedes Jahr einen neuen Teil auf den Markt wirft, nur um die Blut-und Härte Geilheit der Leute zu befriedigen?

Unblutige und härtelose Horrorfilme kommen in der Gunst vor allem bei der jüngeren Generation meist nur bedingt an, subtiler und kaum bemerkbar aufkommender Horror scheint kaum einen zu begeistern, Filme die gar innovativ sind oder bei denen man etwas nachdenken muss, sind gerazu verpönt, weil sie meist gar nicht verstanden werden. Ist diese Entwicklung als normal zu betrachten, oder sollte man sich langsam Sorgen um die Auffassungsfähigkeit der Leute machen? Vielleicht ist es auch so, das viele durch die Härte, mit der man teilweise überschüttet wird, schon vollkommen abgestumpft sind und die Brutalität gar nicht mehr richtig wahrnehmen.

Als bestes Beispiel gelten hier auch die heutigen Zombiefilme. Vorbei sind die zeiten, als es für viele noch wichtig und nennenswert war, das ein George A. Romero seinen Zombiefilmen eine sozialkritische Note beigefügt hat und auch Spitzen gegen die Gesellschaft ein wichtiger Bestandteil dieser Filme waren. Heutzutage kommt fast eine regelrechte Schwemme von Zombiefilmen in die Videotheken, aber das einzige, was hier ständig erhöht wird, sind die SFX, Botschaften oder Sozialkritik sind absolute Mangelware. Doch die meist jungen Fans dieser Filme würden diese Dinge wohl auch gar nicht erst bemerken, geschweige denn verstehen.

Ich bin sicherlich kein Kostverächter, aber manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo Dracula, Frankenstein und der Wolfsmensch noch dazu in der Lage waren, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, aber das wird wohl lediglich ein Wunschtraum bleiben. Wahrscheinlich muss man sich damit abfinden, das es heute ganz normal ist, das Story, Spannung und Atmosphäre ganz einfach nicht mehr ausreichen, um genügend Leute in die Lichtspielhäuser oder vor den heimischen Bildschirm zu locken.
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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon DrDjangoMD » 25. Aug 2012, 08:42

Da hast du ein sehr schönes Diskussionsthema angefangen, über das ich mir letztens auch einige Gedanken gemacht habe. Erstens stimme ich dir mal voll und ganz darin zu, dass ein Film nicht allein von seiner Härte leben kann. Ich liebe beispielsweise Filme wie "Braindead" oder die Fulci-Zombie-Klassiker, die auf der einen Seite äußerst brutal, aber auf der anderen Seite auch genial inszeniert sind und über eine tolle Stimmung, sei diese nun übertrieben-komisch oder mysteriös-unheimlich, verfügen. Und ich hasse im Gegensatz dazu Filme wie "Violent Shit" 1-zuviel, das einzige Positive, was ich über diese Filme sagen kann, ist dass uns ihr Titel nicht belügt. Viel Gewalt und sonst gar nischts, solche Filme finde ich unnötig.
Ich denke, die wichtigste Grundregel in Sachen Härte sollte lauten: Man muss mutig sein, aber darf nicht übertreiben, sondern soll genauso viel Brutalität reinbringen wie nötig ist. Nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig. Dies würde ich nichtmal auf den Horrorfilm beschränken. Ich ziehe beispielsweise die italienischen Poliziescos und überhaupt 70er Actionfilme den lahmen Genreprodukten neueren Datums vor, die sich bemühen, dass ihr Film ja eine FSK-12 Benotung bekommt. Erstgenannte Filme sind äußerst hart, weil sie ihre Antagonisten als skrupellose Bastarde darstellen wollen, die auch ganz gern mal das Feuer auf Kinder und Frauen eröffnen, und das tut den Filmen meistens gut. Völlig in die Hose gehen Filme, die sich in der Beziehung gar nichts trauen und sich so bemühen nie über die Stränge zu schlagen, dass es unangenehm auffällt.
Gleiches gilt für diese neuerdings wie Pilze aus der Erde sprießenden FSK-12/16-Slasher wie das unnötige "Prom Night"-Remake, die auf der einen Seite den Genreprämissen folgen (Haupthandlung: Ein Mann tötet Leute), auf der anderen Seite aber so zurückhaltend sind, kein einziges Wagnis eingehen, dass es einfach nur nervig ist.
Ich begrüße also unter gewissen Vorraussetzungen auch höhere Härtegrade: Bei Actionfilmen sollen die Bösen ruhig auch mal in eine Gruppe Schulkinder hineinschießen, einfach weil sie das gefährlicher, willkürlicher und überhaupt böser macht, und der Held, der gegen sie vorgeht, umso heldenhafter wirkt (Denken wir beispielsweise an die Szene aus "Verdammte, heilige Stadt", in welcher John Steiner nur um seinen Verfolger, Maurizio Merli, abzulenken drei Mädchen niederschießt. Die Szene war bestürzend, erschreckend, unangenehm, aber durch sie sind wir voll und ganz auf Merlis Seite und halten zu ihm, obwohl er Steiner später kaltblütig den Gar aus macht oder stellt euch vor der Killer aus "Dirty Harry" würde nur erwachsene Männer in fairen Kämpfen töten und Eastwood selbst hätte einen Bodycount von 0, da wäre die ganze Aussage des Filmes pfutsch und ein wenig lahm wäre er obendrein). Und Slasherfilme leben u.A. von kreativen Morden, also sollte man die nicht wegtun, sofern man dies nicht durch eine gelungene Atmosphäre wett macht.
Wofür ich allerdings gar kein Verständnis habe sind Folterszenen im Allgemeinen. Ich akzeptiere sie, wenn sie der Handlung dienen, dann sollen sie aber gefälligst kurz gehalten werden. So absurd dies auch klingen mag, meiner Meinung nach können Morde unterhalten: Denken wir an die over-the-top-Sterbeszenen aus "Braindead", das ist spaßig, oder denken wir an Schwarzenegger, der einen Schurken nach dem anderen niederstreckt, das ist unterhaltend, oder der eindeutigen Puppe, welcher Donal O'Brien in "Frankenstein 2000" den Kopf zerdrückt, das ist trashig. Aber Folterungen sind nie unterhaltend, ich kann keine Freude aus Leuten die einfach leiden ziehen, das ist nur unangenehm anzusehen.
Also zusammenfassend: Macht atmosphärische Filme mit einer guten Geschichte und habt den Mut den Film so hart wie nötig zu machen, dabei sollt ihr aber weder unter- noch übertreiben.
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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon jogiwan » 25. Aug 2012, 09:37

Schwieriges Thema: generell bin ich der Meinung, dass in einem fiktiven Film alles erlaubt sein muss und eine Zensur nicht stattfinden sollte, wenn sich ein Streifen an ein erwachsenes Publikum richtet. Film reflektiert in einem gewissen Grad die Realität und noch nie wurden die Menschen mit derart viel Brutalität konfrontiert, wie in Zeiten des Internets und daher ist es auch wenig verwunderlich, dass sich auch die Gewaltschraube ständig nach oben dreht, auch wenn mittlerweile nicht mehr viel Luft nach oben scheint. Aktuell scheint es aber, dass sich die Torture-Porn-Welle ja ohnehin wieder etwas beruhigt hat.

Filmische Tabubrecher hat es auch immer schon gegeben und diese waren rückblickend auch wichtig für den Verlauf der Geschichte. Andererseits kann Gewalt und Schmodder niemals eine gute Geschichte ersetzten und diese ist für einen Horrorfilm genauso notwendig ein gewisser Härtegrad. Mir persönlich sind Filme wie "Hostel" oder "Saw" aber tausendmal lieber, als die Tabubrecher, die in meinen Zeiten in Schulhöfen herumgeisterten oder die Sachen, die es teils auf komplett geschmacksbefreiten Seiten im Netz zu bewundern gibt. Filme, die explizit nur auf Schmodder setzen, werden ohnehin nie mehr wie Nischenprodukte sein und auf begrenztes Interesse stoßen.

horror1966 hat geschrieben:Unblutige und härtelose Horrorfilme kommen in der Gunst vor allem bei der jüngeren Generation meist nur bedingt an, subtiler und kaum bemerkbar aufkommender Horror scheint kaum einen zu begeistern, Filme die gar innovativ sind oder bei denen man etwas nachdenken muss, sind gerazu verpönt, weil sie meist gar nicht verstanden werden.


Hier kommt ja auch oftmals ein subjektives Empfinden zum Tragen. Ich weiß nicht, ob die heutige Jugend wirklich kein Interesse an "ruhigeren" Filmchen hat. "Saw" und dergleichen haben in Foren halt erhöhte Aufmerksamkeit und bei manchen Kommentaren kann man echt nur den Kopf schütteln, aber ich wage es zu bezweifeln, dass die Jugend generell abgestumpft ist und kein Interesse an innovativen Filmen hat. Zumindest nehme ich auch gegenteilige Strömungen war, die sich dann aber weniger in einschlägigen Filmforen abspielen. Mir kommt nur vor, dass es mittlerweile weniger Leute zu geben scheint, die sowohl als auch mögen und an Innovation und Härte ihre Freude haben. Aber auch das kann nur ein subjektives Empfinden meinerseits sein.
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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon DrDjangoMD » 25. Aug 2012, 10:14

jogiwan hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob die heutige Jugend wirklich kein Interesse an "ruhigeren" Filmchen hat. "Saw" und dergleichen haben in Foren halt erhöhte Aufmerksamkeit und bei manchen Kommentaren kann man echt nur den Kopf schütteln, aber ich wage es zu bezweifeln, dass die Jugend generell abgestumpft ist und kein Interesse an innovativen Filmen hat.


Ich gehöre ja noch zu "Der Jugend" und ich hab das immer so aufgefasst: Die Jugendlichen haben großes Interesse an atmosphärischen oder künstlerischen Filmen, sie wissen es nur nicht. Ich brauche meistens recht lange um meine Freunde oder eher Bekannte (denn meine Freunde haben großteils einen überraschend guten Filmgeschmack) zu überreden sich mit mir irgendwas Altes oder Italienisches anzusehen, wenn sie es dann aber doch tun, sind sie in der Regel ganz begeistert. Mein Mitbewohner greift hier und da sogar schon in meiner Abwesenheit ganz freiwillig in meine Italo-Regale. Gruselfilme, schwarzweiß-Horror oder ältere Filme im Allgemeinen haben in Jugendkreisen irgendwie nur den Ruf "langweilig" zu sein, wie der entstanden ist, weiß ich jetzt auch nicht. Wegen diesem Ruf sehen sie sich ungern welche an, tun sies aber doch sind sie ganz hingerissen davon.
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon buxtebrawler » 25. Aug 2012, 10:36

Ab den 1970ern wurden Horrorfilme immer grafischer und damit oft auch expliziter. Als dann später die moralistische Medienhysterie einsetzte, die Horrorfilme als auf Blut und Gewalt beschränkte Sickos reduzierte, wurde damit natürlich auch eine gewisse Erwartungshaltung beim Publikum geweckt, das mitunter enttäuscht reagierte, wenn es dann doch nicht die Schlachtplatte vorgesetzt bekam, die ihnen so verheißungsvoll prophezeit worden war. Andererseits entdeckten Filmemacher, dass sie mit einigen heftigen Gewaltszenen besondere mediale Aufmerksamkeit erregen konnten und bedienten diese Erwartungshaltung, wodurch sich eine Spirale in Gang setzte. Andererseits ist es aber auch eine natürliche Entwicklung, Grenzen auszuloten und einzureißen und immer provokanter mit der morbiden Faszination von Tod, Folter und Wahnsinn zu spielen.

Die grausame Realität ist ein weiterer Aspekt. In Zeiten von echten Foltervideos im Internet, die ungefiltert für jedes halbwegs technisch versierte Kiddie anklickbar sind, braucht es auch für diese Generation Kunst, die all das aufgreift und reflektiert. Wurde ja bereits angesprochen. Diese Generation ist es auch, die es gewohnt ist, schnelle KIcks zu bekommen. Will man sich ihrer Aufmerksamkeit gewiss sein, darf man sie vermutlich nicht zu lange mit Spannungsaufbau und Atmosphäre in Ungeduld wiegen. Andererseits werden auch diese älter und so, wie Splatter- und Gorefilme für viele eine Art Einstiegsdroge waren, werden auch zumindest einige "Torture Porn"-Fans mit Sicherheit später intelligent aufgebaute, subtilere Filme zu schätzen wissen. Oder es einfach genießen, in Medien-Overkill-Zeiten von einem Film "entschleunigt" zu werden.

Ich bin mit den Spezialeffekt-Filmen der 80er aufgewachsen und habe trotzdem auch meinen Weg zu herrlichen Schwarzweiß-Gruslern etc. gefunden. Als Königsdisziplin erachte ich es dennoch, einen Film zu machen, der alle Aspekte bietet: Spannung, Atmosphäre, Subtext, handwerkliches Geschick und verstörende Gewaltszenen. Eine Zeit lang driftete vieles in sog. Fun-Splatter ab. Ich rechne es insbesondere den Italienern hoch an, seinerzeit Filme produziert zu haben, die sich sowohl um Ernsthaftigkeit als auch blutige Spezialeffekte bemühten.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon Paco » 25. Aug 2012, 11:42

Ich sehe grundsätzlich keinerlei Zusammenhang zwischen Härte und Qualität - auch nicht bei Horrorfilmen. Es gibt aber durchaus Filme, die ohne eine gewissen Härtegrad einfach nicht funktionieren, wo die Gewaltszenen wesentlich zum Filmgenuss (hehe) beitragen.

Typisches Beispiel (nicht mal aus dem Horrorbereich): IRREVERSIBLE

Ohne die krassen Gewaltausbrüche wüßrde der Film seine Wirkung zumindest zum großen Teil verfehlen.

Bei der Gelegenheit möchte ich aber unbedingt auch ein naheliegendes Thema anschneiden: Was ist eigentlich Härte? Der Thread-Titel legt nahe, dass Blutvergießen und Härte in Filmen ein und dasselbe sind. Dem muss ich entschieden widersprechen!

Für mich ist BRAINDEAD sicher eine der blutigsten Filme, die ich je gesehen habe. Ist er hart? Nicht die Bohne!

Man schaue sich dagegen z.B. AN AMERICAN CRIME oder - recht aktuell - MEGAN IS MISSING an. Beide zeigen relativ wenig explizite Gewalt, zählen meiner Ansicht zu den härtesten Filmen, die ich je gesehen habe.

Was meint ihr?
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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon horror1966 » 25. Aug 2012, 11:56

jogiwan hat geschrieben:Schwieriges Thema: generell bin ich der Meinung, dass in einem fiktiven Film alles erlaubt sein muss und eine Zensur nicht stattfinden sollte, wenn sich ein Streifen an ein erwachsenes Publikum richtet. .



In diesem Punkt stimme ich dir selbstverständlich zu, denn auch ich möchte Filme in der unzensierten Version sehen. Mir geht es auch mehr darum, das die heutige Jugend die Filme hauptsächlich nach dem Härtegrad bewertet, was man in etlichen Foren sehr deutlich erkennen kann. Je weniger Brutalität und explizite Gewalt ein Werk beinhaltet, desto mieser wird es bewertet. Handlung, Grundstimmung usw. sind für viele uninteressant, es muss einfach Blut spritzen bis der Arzt kommt und das finde ich schade.
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon ugo-piazza » 25. Aug 2012, 13:00

Ich habe noch nie verstanden, warum irgendjemand auch nur auf die Idee kommen würde, dass Härte und Qualität identisch sein könnten. Ich würde mich aber auch nicht als Horror-Fan bezeichnen...

Von "Saw" hab ich nur mal ca. 5 Minuten von irgendeinem Teil gesehen, dann konnte ich den Mist nicht mehr ertragen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon ugo-piazza » 25. Aug 2012, 13:02

DrDjangoMD hat geschrieben:
jogiwan hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob die heutige Jugend wirklich kein Interesse an "ruhigeren" Filmchen hat. "Saw" und dergleichen haben in Foren halt erhöhte Aufmerksamkeit und bei manchen Kommentaren kann man echt nur den Kopf schütteln, aber ich wage es zu bezweifeln, dass die Jugend generell abgestumpft ist und kein Interesse an innovativen Filmen hat.


Ich gehöre ja noch zu "Der Jugend" und ich hab das immer so aufgefasst: Die Jugendlichen haben großes Interesse an atmosphärischen oder künstlerischen Filmen, sie wissen es nur nicht. Ich brauche meistens recht lange um meine Freunde oder eher Bekannte (denn meine Freunde haben großteils einen überraschend guten Filmgeschmack) zu überreden sich mit mir irgendwas Altes oder Italienisches anzusehen, wenn sie es dann aber doch tun, sind sie in der Regel ganz begeistert. Mein Mitbewohner greift hier und da sogar schon in meiner Abwesenheit ganz freiwillig in meine Italo-Regale. Gruselfilme, schwarzweiß-Horror oder ältere Filme im Allgemeinen haben in Jugendkreisen irgendwie nur den Ruf "langweilig" zu sein, wie der entstanden ist, weiß ich jetzt auch nicht. Wegen diesem Ruf sehen sie sich ungern welche an, tun sies aber doch sind sie ganz hingerissen davon.


Aber würdest du deinen Bekanntenkreis als repräsentativ bezeichnen?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Wieviel Blut muss fließen= Härte = Qualität?

Beitragvon DrDjangoMD » 25. Aug 2012, 13:07

ugo-piazza hat geschrieben:Aber würdest du deinen Bekanntenkreis als repräsentativ bezeichnen?


Ein besseres Beispiel habe ich zumindest nicht. Natürlich müsste man um die allgemeine Haltung der Jugend zu erhalten riesige nationsübergreifende Umfrage machen, aber zumindest mit den meisten Leuten, die ich kenne habe ich die oben beschriebene Erfahrung gemacht.

Zum Thema Filmkürzungen: Da bin ich mit Bux, horror und wahrscheinlich den meisten anderen in diesem Forum einer Meinung, dass Filme niemals nicht gekürzt werden sollen. Als ich von Filmen die sich entweder nur auf Gewalt oder zuwenig auf dieselbe stützen sprach, meinte ich Filme, die so gedreht wurden und nicht die so zusammengeschnipselt wurden.
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