Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

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Moderator: jogiwan

Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon jogiwan » 25. Aug 2012, 20:38

dann frage ich mich, an welchen Orten ihr euch herumtreibt... :angst:

:lol:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon horror1966 » 25. Aug 2012, 20:40

jogiwan hat geschrieben:dann frage ich mich, an welchen Orten ihr euch herumtreibt... :angst:

:lol:



Warum denn, das ist doch wirklich ganz normal heutzutage.
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon reggie » 25. Aug 2012, 21:01

Wenn das normal ist, na dann gute nacht :| :shock:

Ich bin auch regelmässig auf Börsen, sowas ist mir aber noch nie untergekommen....
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon purgatorio » 26. Aug 2012, 07:08

Also pauschalisierbar ist diese eine (!) Beobachtung sicherlich nicht, allerdings auch nicht auszuschließen (man braucht nur regelmäßig durch die Comments bei Schnittberichte.com blättern - es gibt solche Menschen!). Aber mal unabhängig von einer gehäuft auftretenden Anzahl von Filmen mit derartiger Zeigefreudigkeit (ein zweischneidiges Schwert - klar - wobei ich es hier uneingeschränkt wie der Jogi sehe und eben dies auch lang und breit erklären und verteidigen kann, nur jetzt nicht will, da Jogi im Grunde auch alles gesagt hat) - jedenfalls: unabhängig davon, dass einem in der gesamten vergangenen Dekade eine Häufung derartiger Filme auffällt, die es plötzlich sogar aus den Schmuddelecken der Videotheken in den Mainstream schaffen und selbstredend darum ein größeres Publikum erreichen, muss für diese Diskussion auch einfach mal das Publikum in den Blick genommen werden! Denn ein derartiges (und gelegentlich stark verurteiltes) Publikum formt sich in den hier angenommenen Größenordnungen (global) niemals (!!!) spontan und als Reaktion auf wenige harte Filme, sodass die Annahme eines kauffreudigen Rezipienten zur Produktion immer neuer und immer härterer Filme animiert. Das Publikum war längst da! Und zwar vor (!) den Filmen! Das sowohl die Verfügbarkeit, Kommunikation und Beschaffung derartiger Streifen im Medienzeitalter relativ unproblematisch ist wurde hier ja längst festgestellt. Man kommt ohne großen Aufwand und vollkommen anonym an alle notwendigen Informationen. Das Anonymität im Netz einfach auch dazu verleitet Phantasien und Bedürfnisse zu äußern und zur Diskussion zu stellen, da Kommunikation ein ur-menschliches Bedürfnis ist, liegt doch auf der Hand. Das also die Dimensionen und Abgründe eines derartigen Publikums erst jetzt sichtbar werden sollte unter diesem Gesichtspunkt aber auch einleuchten. Die Nachfrage war immer da (das lässt sich beispielsweise auch anhand von Untersuchungen zu frühneuzeitlichen Reiseberichten nachweisen) allerdings wird die Masse der potenziellen Rezipienten erst jetzt erahnbar. Das man ein solches Publikum vor 20 Jahren nicht wahrnahm schließt doch das Vorhandensein des Publikums nicht aus - und das ist dann auch schon alles. Den Filmen kann man hier keinen Vorwurf machen - egal wie abstoßend sie sein mögen und aus welchen Gründen auch immer sie so sind wie sie sind. Das ist eine völlig andere Diskussion :nick:
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon untot » 27. Aug 2012, 20:12

Hui, hier gehts aber rund! :shock:

Grundsätzlich seh ich das so wie die meisten hier, ich bin gegen Zensur in jeder Form, in einem Film soll es ruhig krasse, aufrüttelnde, auch brutale und blutige Szenen geben, das ist völlig ok.
Grenzen wurden im Film schon immer überschritten, auch in den guten alten 70ern schon, ich denke da an Tiersnuff den ich schon immer widerlich fand, ich konnte den Mondos und später auch den "Gesichter des Todes" Machwerken noch nie was abgewinnen.
So gehts mir auch heute mit Filmen ala Hostel, Martyrs und co., da steh ich einfach nicht drauf, das Gute ist, ich muss es mir nicht angucken zwingt mich ja niemand, aber ich kanns akzeptieren wenns jemand tut, das ist eine Frage des Geschmacks und seinen persönlichen Grenzen, die man sich setzt.
Zu der Frage ob Härte gleich Qualität ist, kann ich nur sagen auf keinen Fall, ich denke da an Jack Katchum's EVIL, da passiert alles im Off, aber für mich war der Streifen die reinste Tortur, ich möchten den wirklich in meinem ganzen Leben nie wieder sehen!!! :palm:
Kranke Gemüter die sich an extremen Folterszenen ergötzen, bleiben wohl eher die Ausnahme denke ich, viel mehr ist es der Film, der sich seiner abgestumpften Klientel angepasst hat heutzutage, ob man sich darüber jetzt Sorgen machen sollte weiß ich auch nicht, ich mach mir jedenfalls keine! :pfeif:
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon horror1966 » 27. Aug 2012, 20:32

untot hat geschrieben:Hui, hier gehts aber rund! :shock:



Tja, manchmal können wir auch ohne dich so richtig Randale machen. :mrgreen:


untot hat geschrieben: Zu der Frage ob Härte gleich Qualität ist, kann ich nur sagen auf keinen Fall, ich denke da an Jack Katchum's EVIL, da passiert alles im Off, aber für mich war der Streifen die reinste Tortur, ich möchten den wirklich in meinem ganzen Leben nie wieder sehen!!! :palm:


Ich habe den gerade vor Kurzem mal wieder gesehen und kann deine Gefühle durchaus nachempfinden. Dieser Film ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, das es nicht immer explizite Gewaltdarstellungen sein müssen, um extremste Härte im Kopf des Zuschauers entstehen zu lassen. Evil lässt einen nicht mehr los und ist ein immens hartes Stück Film.
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon Arkadin » 27. Aug 2012, 21:46

Ich mach's mal kurz und komme wieder auf die Ausgangsfrage zurück.

Härte ist kein Zeichen für Qualität, keine Härte auch nicht.

Es kommt immer auf den Film und nicht auf seine "Zutaten" an.
Wenn der gut gemacht ist, dann wird er nicht plötzlich schlecht, nur weil er viel Blut zeigt.
Und ein mieser Film wird auch durch Tonnen von Eingeweiden nicht besser.

Wenn ein Film Grenzen überschreitet, um den Zuschauer damit bewusst zu konfrontieren, um eine Gegenreaktion zu provozieren, dann ist das unangenehm, aber okay.
Überschreitet er Grenzen, weil er damit seine dünne Story und filmischen Unzulänglichkeiten kaschieren möchte, ist das im besten Falle peinlich, im schlimmsten Falle ekelhaft.

Edit: Ein "un" vor's "angenehm"
Zuletzt geändert von Arkadin am 28. Aug 2012, 08:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieviel Blut muss fließen? Härte = Qualität?

Beitragvon ugo-piazza » 27. Aug 2012, 22:11

Arkadin hat geschrieben:Ich mach's mal kurz und komme wieder auf die Ausgangsfrage zurück.

Härte ist kein Zeichen für Qualität, keine Härte auch nicht.

Es kommt immer auf den Film und nicht auf seine "Zutaten" an.
Wenn der gut gemacht ist, dann wird er nicht plötzlich schlecht, nur weil er viel Blut zeigt.
Und ein mieser Film wird auch durch Tonnen von Eingeweiden nicht besser.

Wenn ein Film Grenzen überschreitet, um den Zuschauer damit bewusst zu konfrontieren, um eine Gegenreaktion zu provozieren, dann ist das angenehm, aber okay.
Überschreitet er Grenzen, weil er damit seine dünne Story und filmischen Unzulänglichkeiten kaschieren möchte, ist das im besten Falle peinlich, im schlimmsten Falle ekelhaft.


:nick: :thup: :prost: :knutsch: :n8:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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