Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

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Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon jogiwan » 21. Apr 2014, 15:55

Immer wieder stolpert man im Internet und Onlineforen über lustige und unterhaltsame Kritiken, in denen entäuschte Filmfans nach dem Konsum von Filmen ihrem Ärger freien Lauf lassen - denn auch wenn man bestimmte Filme mag, gibt es ja immer wieder Leute, die das komplett anders sehen. Umgekehrt gibt es auch Grütze, die aus unerfindlichen Gründen in den Himmel gelobt wird, sodass man sich fragen muss, ob der Verfasser dieser Zeilen einen anderen Film gesehen hat. Zeit also, diesen oftmals durchaus provokanten Gedanken und streitbaren Einzelmeinungen (respektvoll) einen eigenen Fred zu widmen:

:mrgreen:

Folgende Zeilen zu Pedro Almodòvars Psycho-Thriller würde ich zwar überhaupt so nicht unterschreiben, sind jedoch wenigstens sehr ehrlich formuliert:

Bild

hat geschrieben:Also mir wurde es bei dem Film übel! Das war wieder einer der spanischen Filme, wo man sich fragt, müssen die immer so sexuell provokant sein? Gekauft habe ich den Film wegen eines sich überschlagenden Artikels in einer Video-Zeitschrift. Ich habe den Film dann einem Bekanten zum Verkauf auf dem Flohmarkt gegeben. Ich konnte nach dem Schauen nicht mal mehr das Cover ansehen.


quelle: http://www.amazon.de/review/R1ILRVWMAWQ ... RVWMAWQ6SE
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon dr. freudstein » 21. Apr 2014, 16:55

hier eine unangemessene Kritik zu einem Film, den man eigentlich nur mit Lobeshymnen beschütten kann. Absätze waren vom Verfasser nicht vorgesehen.

DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE - 6/10 (immerhin)

buxtebrawler hat geschrieben:Manchmal kommt es einfach vor, dass ich mit einem vielgerühmten Klassiker nicht soviel anfangen kann und selbst dann nicht so recht mit ihm warm werden, wenn ein sonst von mir sehr geschätzter Regisseur am Werke war. „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“, Dario Argentos Regie-Debüt, ist so ein Fall. Dem von Mario Bava ins Leben gerufenen Giallo-Genre verlieh die lose auf dem Roman „The Screaming Mimi“ (dt. „Die schwarze Statue“) von Fredric Brown basierende und in Deutschland als Teil der Edgar-Wallace-Reihe vermarktete Verfilmung Argentos neue Impulse und einen ungeheuren Popularitätsschub. Dass Argento bei Kameragenie Bava gelernt hat, merkt man der kreativen Kinematographie des Films an. Argento experimentiert mit Perspektiven, Zooms, Zeitlupen und Stills etc., eindeutige Hinweise auf sein Talent, das er mit späteren Filmen zur vollen Entfaltung bringen und ausreizen sollte. Mit Tony Musante verfügt man über einen recht charismatischen Hauptdarsteller, Nebenrollen wurden mit Namen wie Mario Adorf und Suzy Kendall ansprechend besetzt. Für den Score zeichnet niemand Geringerer als Maestro Ennio Morricone verantwortlich. Optimale Ausgangsbedingungen also. Doch was gibt es denn nun zu meckern? Zunächst einmal: Mir gefällt das Ambiente, die Ästhetik des Films überhaupt nicht. Während ich in anderen Gialli in wunderbare Landschafts-, Städteaufnahmen und/oder Gebäudeaufnahmen voller Zeit- und Lokalkolorit oder eben rätselhaft verfremdet geradezu eintauchen kann, verhindert das irgendwie Klinische, Sterile dieses Films ganz entschieden jedweden Wohlfühlfaktor. Das mag bewusst als Stilelement eingesetzt worden sein, lässt mich aber auf unangenehme Weise erschaudern. Dann wäre da natürlich die erzählte Geschichte: Dalmas beobachtet einen Mordversuch, gerät ins Visier der Polizei, meint, sich an ein wichtiges Detail erinnern zu können, auf das er aber nicht mehr kommt und stellt auf eigene Faust Ermittlungen an. Dabei führt er sich immer und immer wieder den Vorfall vors geistige Auge, wobei ihm eine morbide, geheimnisvolle Zeichnung hilft. In den Momenten der Rekapitulation hat der ansonsten verglichen mit anderen Werken Argentos fast schon nüchtern wirkende „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ seine stärksten Momente inne, Dalmas’ Erinnerungen umgibt geradezu etwas Mystisches. Da jenes wichtige Detail für den Zuschauer, obwohl er das gleiche gesehen hat wie Dalmas, nicht sichtbar war, lässt es sich nur sehr bedingt miträtseln, dafür wartet man aber gespannt auf die Auflösung. Klar, diese fällt im Giallo nicht unbedingt nahe liegend und in sich schlüssig aus, doch was man dem Zuschauer hier als Motiv(e) präsentiert, ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen und wird in Rekordgeschwindigkeit kurz vor Einsetzen des Abspanns heruntergerattert, dass ich als jemand, der „Style over substance“ generell eher abgeneigt ist, einfach nicht darüber hinwegsehen kann und mich etwas für dumm verkauft fühle. Ich bin mir darüber im Klaren, dass derartige „Schwächen“ für viele Genrefans gar keine sind und maßgeblich zum Sehvergnügen beitragen. Doch gerade in Anbetracht Argentos späterer Filme, deren Wendungen zwar auch gerne mal so richtig abgefahren sind, sich aber stets als sehr gut zur vorausgegangenen Handlung passend entpuppen, weiß ich, dass es anders und besser geht. Die stärker als andere Gialli an den Kriminalfilm angelehnte Handlung mit all ihren Ermittlungen hätte einen befriedigenderen Schlusspunkt benötigt. Einem Bava hätte ich zugetraut, eine Auflösung wie diese als Persiflage auf die möglicherweise ähnlich gestrickten, reißerischen Groschenromane, denen das Genre seinen Namen verdankt, inszeniert zu haben, im Falle Argentos bin ich mir da aber unschlüssig. Ich möchte mich diesbzgl. aber auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich weder die Literaturvorlage noch überhaupt jemals eines der berüchtigten gelben Heftchen gelesen habe. „Der Weg ist das Ziel!“, mag da manch italophiler Cineast energisch konstatieren, doch betrachte ich diesen und subtrahiere bereits eingangs erwähnte Stärken, fällt vor allem eines auf: Unglaublich unpassender, alberner, unlustiger Humor und dümmliche Schießbudencharaktere. Wohlgemerkt beziehe ich mich mit meinen ketzerischen Zeilen auf die deutsche Synchronfassung, die evtl. nachträglich „klamaukisiert“ wurde, zugegeben. Wie dem auch sei, diese zahlreichen Szenen zielen leider weit an meinem Humorempfinden vorbei und sind der Entwicklung einer gelungenen Atmosphäre und spannungsgeladenen Stimmung mehr als abträglich. Hinzu kommt der fehlende Tiefgang der Charaktere: Weder Dalmas noch den bzw. die Täter lernt man näher kennen, was insbesondere bei letzteren dazu führt, ihr Verhalten noch weniger nachvollziehbar erscheinen zu lassen, als es ohnehin schon ist. Grafisch explizite Brutalität in Form blutiger Szenen ist hier noch recht rar gesät, hätte aber auch nicht so wirklich in den Film gepasst. „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ ist keinesfalls ein schlechter Film, durchaus unterhaltsam und goutierbar, für mein Empfinden aber eben noch an ganzes Stück weit von Argentos wahrem Talent entfernt.
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon horror1966 » 21. Apr 2014, 17:21

Ja, unser bux sorgt für die ein-oder andere kontroverse Meinung. :kicher:
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon dr. freudstein » 21. Apr 2014, 18:42

von unserem hauseigenem Mobbingopfer gibts ja so einiges, es geht hier ja nicht darum, Members an den Pranger zu stellen (sonst könnte man ja Adalmartschis ZOMBIE Kritik und SCHLOSS HUBERTUS Lobhymne mit reinnehmen).

Ich ärger mich über folgendes aus HÖLLE AUF ERDEN 1:

Lady Dracula (1983)
2/10

Lady Dracula ist über weite Strecken nichts anderes als ein stuinklangweiliges Schmuddelfilmchen, dass selbst de genügsamsten Zuschauer niht befriedigen kann. Regisseur Jean Rollin bleibt den beweis schuldig, wenigstens eine Spur von Kreativität in diesem Film eingebracht zu haben. Stattdessen versucht er diesen offenkundigen Mangel an geistiger Beweglichkeit und künstlerischen mbitionen mit dumpfen und hirnlosen Gewaltdarsetllungen sowie primitivsten Schocksequenzen zu kaschieren. Der Film sollt übrigens nicht mit der gleichnamigen Horrorkomödie (Hauptrollen: {....] Vverwechselt werden.

ich gehe in den Editierstreik zur Strafe.
Also so gewaltverherrlichend finde ich den Streifen nun wirklich nicht, sondern sehr atmosphärisch und kunstvoll. Die Musik dazu passt total und auch wenn der Film siche seine Schwächen hat, sio wie hier beschrieben, kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen.
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon Adalmar » 21. Apr 2014, 18:49

Ich wusste gar nicht, dass du "Schloss Hubertus" inzwischen gesehen hast. Oder wie kommst du auf die Idee, dass meine positive Rezension dazu unbegründet sei?

dr. freudstein hat geschrieben:Ich ärger mich über folgendes aus HÖLLE AUF ERDEN 1:

Lady Dracula (1983)
2/10

Lady Dracula ist über weite Strecken nichts anderes als ein stuinklangweiliges Schmuddelfilmchen, dass selbst de genügsamsten Zuschauer niht befriedigen kann. Regisseur Jean Rollin bleibt den beweis schuldig, wenigstens eine Spur von Kreativität in diesem Film eingebracht zu haben. Stattdessen versucht er diesen offenkundigen Mangel an geistiger Beweglichkeit und künstlerischen mbitionen mit dumpfen und hirnlosen Gewaltdarsetllungen sowie primitivsten Schocksequenzen zu kaschieren. Der Film sollt übrigens nicht mit der gleichnamigen Horrorkomödie (Hauptrollen: {....] Vverwechselt werden.


Da hat jemand wohl versehentlich beim katholischen Filmdienst abgeschrieben.
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon buxtebrawler » 22. Apr 2014, 10:26

horror1966 hat geschrieben:Ja, unser bux sorgt für die ein-oder andere kontroverse Meinung. :kicher:


...sagt Herr "Garris' Shining ist besser als Kubricks Shining" :kicher:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon Reinifilm » 22. Apr 2014, 10:47

Großartig finde ich ja immer noch das "Lexikon des internationalen Films" - kleine Auswahl:

"Die Bronx-Katzen - Dilettantisch inszenierter und gespielter Film um eine New Yorker Schulmädchen-Gang, deren einziges "Lernziel" die Ausübung von Gewalt ist. Ein Zeugnis menschenverachtender Gesinnung." 8-)

"Suspiria - Dümmliche Mischung aus Horror und Okkultismus, die auf grobe Effekte setzt und die Atmosphäre völlig vernachlässigt." :palm:

"Giallo - Effektvoll inszenierter Thriller mit einigen Schockeffekten in italienischer "Giallo"-Tradition. Der gebrochene Charakter der Hauptfigur sorgt für einige recht reizvolle Irritationen." :mrgreen:
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon purgatorio » 22. Apr 2014, 11:02

Reinifilm hat geschrieben:
"Suspiria - Dümmliche Mischung aus Horror und Okkultismus, die auf grobe Effekte setzt und die Atmosphäre völlig vernachlässigt." :palm:



:o Thema verfehlt, 6!!! :nixda:
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon Adalmar » 22. Apr 2014, 11:54

buxtebrawler hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben:Ja, unser bux sorgt für die ein-oder andere kontroverse Meinung. :kicher:


...sagt Herr "Garris' Shining ist besser als Kubricks Shining" :kicher:


Was wäre dieses Forum schon ohne kontroverse Meinungen? (zumindest ohne meine)
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Re: Vernichtende Kritiken/unbegründete Lobeshymnen - Fun-Fred

Beitragvon buxtebrawler » 22. Apr 2014, 11:56

Adalmar hat geschrieben:Was wäre dieses Forum schon ohne kontroverse Meinungen? (zumindest ohne meine)


Ohne deine wäre der Onkel weniger herzinfarktgefährdet :kicher:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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