Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

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Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon firetrain » 23. Nov 2010, 02:00

STARS OF EXPLOITATION # 16 - MARIO BAVA
(BIOGRAFIE, REVIEWS, FILMOGRAFIE)


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Seit den späten '50ern hat das schöne Italien eine ziemlich reichhaltige Historie im Horror- und Giallogenre, und viele Regisseure haben sich mit teils visuell beeindruckenden, teils trashigen und vor allem auch blutigen Filmen einen grossen Namen gemacht, die besonders bei den Kultfilmfans sehr beliebt sind. Zu den wirklich grossen Europloitation-Regisseuren gehören unter anderem Dario Argento, Lucio Fulci, Sergio Martino, Riccardo Freda (und vielleicht auch noch Ruggero Deodato), doch ohne Mario Bava wäre das italienische Giallo-, Horror- und vor allem das Gotikgenre nie zu dem geworden, was es in den '60ern und '70ern einmal war: spannendes Genrekino vom Feinsten!

TEIL 1: BIOGRAFIE


Mario Bava war ein Poet des Makabren, ein Maler, Träumer, Kamera- und Spezialeffektegenie, ein Mann voller Fantasie, Ideenreichtum und Intelligenz. Er rief Genreformeln mit wirklich originellen Einfällen ins (Film-)Leben und erschuf märchenhafte, bunte Traumwelten für Erwachsene - moderne Mythen, Schreckensfabeln und auch stark sexualisierte Phantasmagorien wie in seinem Giallo BLUTIGE SEIDE von 1964. Sein Stil ist dabei unverkennbar: die grandiose Farbgestaltung, seine Vorliebe für die Malerei und das enorme Talent für die Fotografie - ein Geschichtenerzähler, wie er im Filmbuche steht.

Zusammen mit Riccardo Freda inszenierte er den ersten echten italienischen Gruselfilm namens DER VAMPIR VON NOTRE DAME (1956), und den Giallo, nun, den rief Mario Bava genauso ins blutige Leben wie das eigentliche Slashergenre. BLUTIGE SEIDE (1964) und IM BLUTRAUSCH DES SATANS (1971) ebneten den Weg für viele kultige Streifen - zum Beispiel die Gialli und Horrorfilme von Dario Argento, Lucio Fulci und vielen anderen.

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Und im Gegensatz zu vergleichbaren Regisseuren, hatten selbst seine schwächeren Werke nämlich vor allem eines: Stil (Ausnahmen sind seine wenigen Western, die jedoch auch kaum mit echtem Herzblut inszeniert wurden, sondern aus rein kommerziellen Zwecken). Andere Regisseure wie Umberto Lenzi und seit vielen Jahren auch Dario Argento haben dagegen viele wirklich miserable Streifen gedreht, während Mario Bavas Werke nahezu komplett etwas Einzigartiges haben.

Sie sind meist metaphorisch und extrem stylisch - und das vor allem aus zwei wichtigen Gründen: zum einen hatte Mario Bava in den '30ern Malerei studiert, und zum anderen war er nicht nur ein genialer Regisseur, sondern eben auch ein exzellenter Kameramann. Was bei seinem Gesamtwerk ebenfalls auffällt, ist, das er selbst mit kleinsten Budgets nicht nur auskam, sondern am Schluss eines Drehs noch viel Geld übrig hatte. Sein Kultfilm DIABOLIK hatte mit 3 Millionen Dollar ein relativ hohes Budget, von denen Bava jedoch nur 400.000 ausgab. Der Traum eines jeden Produzenten (im Falle von DIABOLIK: Dino de Laurentis). Und obwohl er so sparsam war, sehen seine Filme wie PLANET DER VAMPIRE deutlich nach mehr aus - trotz Pappfelsen, Plastikkulissen, Studioatmosphäre und wackligen Wänden.
Zu seinem einzigartigen Stil gehörte vor allem auch seine Farbgestaltung - VAMPIRE GEGEN HERAKLES, DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA, PLANET DER VAMPIRE und DIABOLIK und Dario Argentos INFERNO sind dafür schönste Belege...

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Mario Bava wurde 1914 in San Remo, Italien, geboren. Sein Vater Eugenio Bava war nicht nur Maler und Bildhauer, sondern er machte sich auch in der Welt des italienischen Films einen guten Namen als Kamera- und Spezialeffektemann. Ausserdem erstellte er Skulpturen für katholische Kirchen, was ebenfalls ein Einfluss für seinen Sohn Mario gewesen sein dürfte, denn besonders sein Debüt DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT von 1960 ist extrem malerisch, symbolbeladen und das grösste Gotikhorrormeisterwerk des italienischen Kinos.
Durch finanzielle Schwierigkeiten musste Mario Bava die Malereistudien aufgeben, was ihn schliesslich zum Arbeitsplatz seines Vaters führte, der beim Film für die optischen Effekte und die Fotografie zuständig war. Dort begann also die grosse Karriere des Mario Bava - interessant dabei ist, das Mario Bavas Sohn Lamberto (geboren 1940) eben NICHT das Talent seines Vaters Mario erbte, obwohl er ihn über zwanzig Jahre bei seiner Arbeit als Regisseur begleitete.

Nachdem Mario Bava in den frühen '50ern schliesslich an vielen Dokumentarfilmen beteiligt war, fragte ihn sein Freund Riccardo Freda, ob er für ihn einspringen und den Film DER VAMPIR VON NOTRE DAME beenden könne (es gibt verschiedene Legenden, wie sich die ganze Geschichte abgespielt haben soll, und ich bilde mir nicht ein zu wissen, was damals tatsächlich geschah). Vielleicht wollte Freda ganz einfach, daß Mario Bava einen weiteren wichtigen Schritt ins Filmgeschäft hinein machte. Wer weiss das schon? Jedenfalls gilt DER VAMPIR VON NOTRE DAME von 1956 ganz offiziell als der erste echte Horrorfilm Italiens - denn bis zu diesem Zeitpunkt waren solche Streifen schlicht und einfach verboten...

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Tolle deutsche DVD mit vielen Extras

Auch Riccardo Fredas ein Jahr danach entstandener CALTIKI wurde angeblich von Mario Bava beendet, und die Experten streiten, wie und warum sich das so zugetragen haben soll. Manche glauben auch, das Freda damals ganz einfach die Schnauze voll hatte von den Einmischungen des damaligen Produzenten, und die beiden besagten Filmprojekte schliesslich einfach fallen liess. Beide Streifen haben in meinen Augen definitiv noch nicht den berühmten Bava-Stil, doch das könnte man stundenlang ausdiskutieren. Bei dem THE BLOB-Verschnitt namens CALTIKI sollen satte 70% auf Bavas Konto gehen - kaum zu glauben!

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US-DVD mit coolem Artwork

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Schöne Italo-DVD

Eine weitere Legende ist, daß Mario Bava 1960 für sein Debüt DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT so etwas wie einen Freibrief hatte, einfach das zu drehen, was ihm gerade in den Sinn kam. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, das die damalige Produktionsfirma GALATEA FILM wirklich so ein hohes Risiko eingehen wollte, denn noch konnte man ja nicht ahnen, das Bavas Debüt die Kinokassen klingeln liess! Und um es vorwegzunehmen: 1971 hatte Mario Bava tatsächlich drehen können, was ihm in den Sinn kam - IM BLUTRAUSCH DES SATANS entstand ohne festes Drehbuch und basierte lediglich auf einem lockeren Skript von Dardano Sacchetti. Doch dazu mehr in den Reviews...

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Italienisches Plakat von DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT

Sei es wie es sei, DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT ist nicht nur ein Meilenstein im Bereich des italienischen Gotikhorrorgenres, sondern des Kinos weltweit! Die Geschichte, die auf einem Roman von Nikolai Gogol basierte, ist nicht wirklich ungewöhnlich, doch besonders der visuelle Look und der Stil des Films sind einfach wundervoll anzuschauen. Es ist auch für einen Kunstlaien wie mich - :oops: - deutlich zu erkennen, das Mario Bava Malerei studiert hatte (beziehungsweise sich zumindest mit der Malerei beschäftigte), denn viele Einstellungen von DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT könnte man sich auch als Gemälde an die Wand hängen. Ähnliches gilt übrigens auch für Dario Argentos Kultgiallo PROFONDO ROSSO, bei dem auch die Architektur eine wichtige Rolle spielte. Seltsam, daß manche Mainstreamkritiker Filme wie DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT oberflächlich kritisieren - ganz so, als müsste einfach ALLES was in den '60ern und '70ern aus Italien kam, automatisch billig und schlecht sein... :evil:

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Barbara Steele, Königin des italienischen Gotikhorrors

Trotz des Erfolgs von DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT hatten die italienischen Produzenten wohl noch nicht das völlige Vertrauen in Horrorfilme gefasst, denn schon 1961 übergab man Mario Bava das Projekt ERIK, DER WIKINGER - dabei muss man wissen, das Wikingerfilme in den '60ern genauso beliebt waren wie die berühmten Peplums (= Sandalenfilme). Und einen echten Peplumklassiker inszenierte Mario Bava mit dem knallbunten Fantasy/Trashepos HERAKLES GEGEN VAMPIRE - mit Christopher Lee in der Rolle des Bösewichts.

Jedenfalls kenne ich keinen so enorm unterhaltsamen Trash- und Sandalenstreifen wie Bavas fantasievollen Klassiker dieses ulkigen Genres. Und zum ersten Mal fällt mehr als deutlich auf, das Bava das EASTMANCOLOR voll ausreizt, denn die Farbgestaltung ist unglaublich stylisch, bunt wie 1000 Luftballons und einfach pures Vergnügen. Ich denke auch, das es bis zum Jahre 1961 noch keinen vergleichbaren Streifen gab, der so einen irrwitzigen Comicstil hatte. Und durch die "Vampire" und Christopher Lee kommt am Schluss des Films auch noch richtig schöne, altmodische Gruselstimmung in die Bude. Fantastisch!

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Französisches Kinoplakat, das zeigt, das nicht nur
die Deutschen einfach Vampire in den Filmtitel
hinein schmuggelten! :mrgreen:

Doch schon 1962 kehrte Mario Bava zu edlen Schwarzweiss-Bildern zurück, und zwar für den ersten Giallo, der jemals gedreht wurde: THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH mit dem jungen Kultstar John Saxon in der Hauptrolle. Ich kann mir beim Ansehen dieses spannenden Werkes durchaus vorstellen, das Bava sich damals mit den deutschen Wallace-Verfilmungen ausgiebig beschäftigt hatte, die seit 1959 (= DER FROSCH MIT DER MASKE) die Kinos bevölkerten. Diese Wallacestreifen haben einen unbestreitbaren starken Einfluss auf die spätere Entwicklung des Giallogenres gehabt - die Maskierungen, die Frage nach dem WHO-DUN-IT, die schönen Ladies wie Karin Dor und die strahlenden Helden der Marke Blacky Fuchsberger, der ja schliesslich 1971 sogar den Kommissar in Massimo Dallamanos spannenden Schulmädchen-Giallo DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL mimte, sind dafür beste "Beweise". Und Harald Reinls Rasierklingenschlitzereien in ZIMMER 13 - beim Mord an der Stripteasetänzerin spritzt das Blut übrigens meterweit - dürfte auch einen enormen Einfluss auf viele Gialli-Regisseure gehabt haben. Auch Dario Argentos Debüt DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE wurde in Deutschland ebenfalls offiziell als Wallacestreifen vermarktet.

Jedenfalls ist THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH der erste Giallo - auch wenn Bava dem Film noch nicht alle typischen Krimi-Italiana-Zutaten beifügt, ist es dennoch ein berauschendes Beispiel für echtes Suspensekino mit einer Prise schwarzen Humors im Stile Alfred Hitchcocks. In den USA lief der Film unter dem Titel THE EVIL EYE in den Kinos - mit veränderten Dialogen, die den Film letztendlich fast wie eine Komödie wirken liessen. :evil:

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US-Plakat mit dem Alternativtitel

1963 kehrte Mario Bava dann endlich zum Gotikgruselgenre zurück - seine Horroranthologie DIE DREI GESICHTER DER FURCHT ist jedenfalls ein weiteres Meisterwerk in seinem Schaffen. In meinen Augen beinhalten die drei Kurzgeschichten die spannendsten Gruselepisoden, die jemals gedreht wurden - und das trotz der grossen Konkurrenz in Form der AMICUS- und HAMMER-Streifen, die ja teilweise auch grossartig gelungen sind (zum Beispiel DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK mit Peter Cushing und Christopher Lee in den Hauptrollen).
Jedenfalls standen mir in meinem gesamten Leben noch niemals so die Haare zu Berge wie bei der extrem unheimlichen Episode DER WASSERTROPFEN...

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Szene aus der dritten Episode namens DER WASSERTROPFEN :shock:

Durch die Rahmenhandlung begleitet den Zuschauer übrigens Horrorikone Boris Karloff, der in DIE DREI GESICHTER DER FURCHT eine einmalige Spielfreude versprüht... Berühmt wurde Karloff mit den jeweiligen Hauptrollen in DIE MUMIE und natürlich FRANKENSTEIN.

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Ebenfalls 1963 inszenierte Mario Bava den nahezu genauso spannenden und unheimlichen Gotikgrusel mit dem schönem Titel DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU. Wirklich auffällig - neben Bavas originellem Stil - sind die heftigen S/M-Szenen (jedenfalls für damalige Zeiten), die im Jahre 1963 doch einige Zuschauer tief geschockt aus den Kinos vertrieben haben dürfte. Diese Sequenzen brachten natürlich auch die Zensoren auf die Palme, die diese besagten Szenen aus dem Kameranegativ entfernen liessen. Zum Glück kann man den Film dank des Mediums DVD heutzutage auch komplett ungeschnitten sehen! Doch vor allem die schaurig-schönen Gruselszenen lassen diesen Gotikstreifen zu einem echten Erlebnis werden...

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Schön aufgemachte DVD von e-m-s

Und nachdem Mario Bava in DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU im wahrsten Sinne des Wortes die gotische Peitsche ausgepackt hatte, drehte er mit BLUTIGE SEIDE schliesslich den absoluten Prototypen des gesamten Giallogenres. Ein Hoch auf Mario Bava, ohne den es den Krimi Italiana mit all seinen Facetten so niemals gegeben hätte! :mrgreen:
Viele andere Regisseure nahmen sich für ihre ihre eigenen Gialli und Slasherfilme ein deutliches Beispiel an BLUTIGE SEIDE - das kann man zum Beispiel sehr schön an SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL von Roberto Bianchi Montero nachvollziehen, der seinem Schlitzer einfach exakt dieselbe Optik verpasst hat wie Mario Bavas Sensenmann in besagtem BLUTIGE SEIDE - und nicht nur das, denn selbst der jazzig-schräge Score von Giorgio Gaslini ähnelt dem von Carlo Rustichelli sehr. Der gigantische Einfluss von BLUTIGE SEIDE reichte bis in die USA - MANIAC, dessen Farbgestaltung sich auffällig an Bavas Werk orientiert, ist dafür ein gutes Beispiel. Auch die Schaufensterpuppen in MANIAC scheinen aus BLUTIGE SEIDE und HATCHET FOR THE HONEYMOON - der ebenfalls von Mario Bava stammt - entsprungen zu sein.

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Deutsch = SECHS FRAUEN FÜR DEN MÖRDER

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US-Plakat von BLUTIGE SEIDE und...

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... das Plakat von SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL

Mit BLUTIGE SEIDE gab Mario Bava auch sämtliche Formeln des Giallogenres vor: der Sensenmann ist nicht nur komplett maskiert, sondern misogyn und psychisch krank (was seinem Mitmenschen im Alltag jedoch nicht bewusst ist) - Sigmund Freud hätte jedenfalls seine helle Freude an einem Giallo wie diesen gehabt. Interessant ist, das Mario Bavas Krimi Italiana keinesfalls misogyn wirkt, denn gerade die Männer sind in dem Film die kaputten Charaktere, die Kranken, die Süchtigen, die Vollirren - die Frauen werden zwar teilweise auf ihre Schönheit reduziert, doch die Handlung von BLUTIGE SEIDE spielt ja nunmal auch in einem Modesalon! Davon abgesehen sind die Frauen des Films intelligent und den Männern eindeutig überlegen. Zu Beginn der '80er Jahre rundeten Dario Argentos TENEBRE und Lucio Fulcis THE NEW YORK RIPPER das Giallogenre ab - und diesmal wirklich mit misogynen Tendenzen!

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Die kultige deutsche BUIO-OMEGA-Edition, die
die beste Qualität von allen SEIDE-DVDs besitzt! :thup:

Nach seinem Krimi BLUTIGE SEIDE inszenierte Mario Bava noch im selben Jahr (1964) den Western DER RITT NACH ALAMO, bei dem man deutlich spürt, daß dieses Genre einfach nicht sein Fall gewesen sein kann. Doch auch italienisches Kino ist damals Kommerzkino gewesen, und nachdem Sergio Leones FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR die Kinokassen klingeln liess, reagierten die Produzenten natürlich sehr schnell (aber niemand SO schnell wie die Italiener! :mrgreen: ) und wollten weitere Western auf die grosse Leinwand zaubern. Aber selbst ein Magier wie Mario Bava musste seine Miete bezahlen, und man merkt seinem insgesamt drei Western an, das sein echtes Herzblut nicht mit im Spiel gewesen sein kann - auch sein Erotikkrimi VIER MAL HEUTE NACHT von 1972 wirkt übrigens so, als wäre Bava beim Dreh fast schon gelangweilt gewesen. Doch dazu gleich mehr...

Im folgenden Jahr (1965) versuchte sich Bava mit PLANET DER VAMPIRE im Science-Fiction-Genre und zauberte ein Jahrhundertwerk aus den Ärmeln - bis zum heutigen Tag ist sein PLANET DER VAMPIRE für viele Regisseure ein grosses Vorbild in Sachen Suspense, Stil und Ideenreichtum. Ridley Scotts ALIEN ist ein berühmtes Beispiel für die unzähligen Einflüsse, die PLANET DER VAMPIRE ausstrahlt. Auch Norman J. Warrens Trashwerk INSEMINOID wirkt teilweise wie eine dreiste Kopie von Bavas Film - besonders die Farbgestaltung und die klaustrophobische Atmosphäre von PLANET DER VAMPIRE schienen es ihm angetan zu haben.
Bavas Werk hatte übrigens ein extrem niedriges Budget, und die Plastiksets machen dies auch deutlich, doch wie, zum Teufel nochmal, konnte Mario Bava dann so eine intensive Atmosphäre des Grauens inszenieren? Der Film ist ein virtuelles Lehrbuchbeispiel dafür, wie man dem Kinopublikum auch ohne viel Kohle echte Spannung und Nervenkitzel bieten kann. Besonders die Zeitlupensequenz mit den Untoten, die sich aus ihren Leichenplastiksäcken befreien, ist wirklich einmalig gruselig und für alle Zeiten unsterblich...

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Italo-Plakat

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Szene mit Ivan Rassimov (rechts)

Nach einem weiteren Wikingerwerk (EINE HANDVOLL BLANKER MESSER von 1965 mit Cameron Mitchell aus BLUTIGE SEIDE in der Hauptrolle), inszenierte Mario Bava 1966 den nächsten ganz grossen Gruselklassiker namens DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA mit der wundervollen Erika Blanc und Giacomo Rossi-Stuart. Wobei es wie in DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT natürlich keinen Dracula gibt - diese deutschen Titel sind wirklich völlig daneben! Man wollte dem Kinopublikum weißmachen, das sie es mit Gruselstreifen aus den berühmten HAMMER-Studios zu tun hatten - diese Vorgehensweise ist eine Schande, denn Bavas Film war originell genug um auf eigenen Füssen zu stehen! :evil:

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Originalplakat von DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA

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Das unheimliche Mädel - in Wahrheit übrigens ein Junge mit Perücke!

Noch im selben Jahr drehte Mario Bava mit Vincent Price in der Hauptrolle die durchgeknallte Komödie DR. GOLDFOOT AND THE GIRL BOMBS, der eine Fortsetzung für DR. GOLDFOOT UND DIE BIKINIMASCHINE sein sollte. Eigentlich ist der Streifen schon etwas sehr trashig, doch die knallbunte Optik und Horrorikone Vincent Price retten DR. GOLDFOOT AND THE GIRL BOMBS, bevor echte Langeweile entstehen kann.

Dafür inszenierte Bava im Jahr darauf die beste Comicadoption, die es jemals ins Kino schaffte: GEFAHR: DIABOLIK. In Italien und besonders in der Türkei (!) waren diese ganz speziellen Comics mit den irren Bösewichtern und Helden unglaublich beliebt, und ein Jahr vor GEFAHR: DIABOLIK gab es schon den ebenfalls ziemlich unterhaltsamen KRIMINAL von Umberto Lenzi, der damals einiges auf dem Kasten hatte - im Gegensatz zu seinen Trashgurken der '80er Jahre...

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KRIMINAL-Soundtrack-CD von BEAT RECORDS

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SADISTIK-Comic

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Cool wie niemand sonst: DIABOLIK!

Nachdem Dario Argentos (Giallo-)Debüt DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE 1970 die Kassen füllte, wurde das Giallogenre, das Mario Bava ja "erfunden" hatte, erst richtig gross - und auf einmal waren statt Western und Sandalenschinken diese ganz speziellen Krimi Italiana angesagt. Und damit wurde der Giallo natürlich auch sehr kommerziell und die ersten Plagiate erreichten die Kinos, worauf auch Mario Bava nochmal zwei Krimis nachlegte: zum einen den etwas langweiligen (trotz Edwige Fenech!) 5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON und zum anderen den deutlich besseren und inspirierteren HATCHET FOR THE HONEYMOON, in dem ein impotenter Psychopath mit schizophrenen Tendenzen junge Bräute mit dem Hackebeil ins Jenseits befördert (wirklich blutig ist dieser humorvolle Streifen jedoch nicht). Diese zwei Gialli sind fast wie Tag und Nacht - scheint Mario Bava beim Dreh von 5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein, wirkt seine Regie bei HATCHET FOR THE HONEYMOON umso motovierter! In diesem Fall ist der Kontrast, was die Qualität der beiden Streifen betrifft, fast schon als paradox zu bezeichnen, wenn man bedenkt, das sie im selben Jahr entstanden sind... Was war da los? :roll:

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US-DVD von ELITE ENTERTAINMENT

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Britische DVD von CC

1971 schuf Mario Bava schliesslich nochmals ein neues Genre: mit IM BLUTRAUSCH DES SATANS war der Slasherfilm geboren. Doch dazu mehr im Review unten!

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Mario Bavas Stammproduzent Alfred Leone (nicht verwandt mit Sergio Leone) war jedoch mit den Einspielergebnissen von 5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON und HATCHET FOR THE HONEYMOON zufrieden und spendierte dem folgenden BARON BLOOD ein ordentliches Budget, doch vor allem Leones Geschick, Mario Bava aus seinem geliebten Italien rauszulocken, muss erwähnt werden. Warum? Na, weil Mario Bava es hasste, Italien zu verlassen - doch man wollte unbedingt in einem österreichischen Schloss drehen. Geografisch ist Italien - Österreich ja auch nur ein Katzensprung. Die Locations rund um das Schloss sind übrigens exzellent ausgewählt worden von Leone und Bava, denn sie verbreiten besonders in der ersten Hälfte des Streifens eine sehr unheimliche Atmosphäre, die wohlige Gänsehaut versprüht.

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Tolles US-Kinoplakat und...

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... die wundervolle Elke Sommer als Scream-Queen!

Auch Mario Bavas LISA UND DER TEUFEL (wie schon in BARON BLOOD mit sexy Elke Sommer in der Hauptrolle) von 1973 ist eine weitere Rückkehr zum Gotikgruselgenre der frühen '60er Jahre. Und auch wenn LISA UND DER TEUFEL Bavas persönlichstes Werk gewesen sein soll, halte ich Telly Savallas für eine absolute Fehlbesetzung, die dem ansonsten grossartigen Film eher schadet (nein, ich habe nichts gegen Telly LOLLY Savallas :mrgreen: )! Doch nach dem Dreh und dem unglaublichen Welterfolg von DER EXORZIST, liess Alfred Leone neue Szenen mit Elke Sommer drehen, die sich deutlich an dem grossen Vorbild von William Friedkins Exorzistenmeisterwerk orientieren. Hmmm, mir gefällt die Fassung OHNE diese Sequenzen weitaus mehr! Zum Glück gibt es beide Versionen (LISA UND DER TEUFEL und DER TEUFLISCHE) auf DVD zu bestaunen, kann ich da nur sagen...

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US-Plakat (deutlich auf DER EXORZIST getrimmt)

Ein Totalflop wurde 1974 RABID DOGS mit Luigi Montifiori (der MANEATER! :twisted: ) in der Hauptrolle - ein Flop vor allem deshalb, weil er niemals die Kinos erreichte! Erst mit dem Medium DVD wurde dieses fiese Rape-and-Revenge/Roadmovie den Bavafans zugänglich gemacht - und obwohl dieses Genre nun wirklich nicht mein Fall ist, kann RABID DOGS voll und ganz überzeugen...

Schon 1977 inszenierte Mario Bava dann seinen letzten Kinofilm: SHOCK ist ein Gruselstreifen, in dem Bava auf altmodische Spukhausatmosphäre setzt - doch dazu kommt eine starke Prise DAS OMEN, denn dämonische Kinder waren in den '70ern ziemlich angesagt beim Kinopublikum. Auch eine deutsche DVD wurde vor kurzem veröffentlicht (wobei die US-DVD von BLUE UNDERGROUND eindeutig die bessere ist):

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1980 sorgte Mario Bava dann schliesslich noch für die Spezialeffekte und die brilliante Farbgestaltung in Dario Argentos Horrormeisterwerk INFERNO - und zeigt damit noch ein letztes Mal, was für ein Genie Bava gewesen sein muss, denn die Farbfotografie ist reine Magie...

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Die brilliante BD von ARROW VIDEO

Mario Bava starb 1980 nach den Dreharbeiten zu INFERNO an einem Herzinfarkt und wurde nur 65 Jahre alt... :(



TEIL 2: REVIEWS (zu einigen ausgewählten Filmen)


DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT


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Italienisches Kinoplakat

Moldawien im sechzehnten Jahrhundert: die Hexe Asa (Barbara Steele) und ihr Geliebter Javutich (Arturo Dominici) werden mit dem Zeichen Satans gebrandmarkt und bekommen mit einem Hammer anschliessend Bronzemasken, die im innern mit langen Nägeln ausgestattet sind, auf das Gesicht gedonnert. Doch Asa spricht vor ihrem Tode einen Fluch aus und schwört ihren Henkern und deren Enkeln und Urenkeln, sich eines Tages auf schreckliche Weise zu rächen...

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Der Henker mit dem Hammer kommt!

200 Jahre danach: der angesehene Arzt Krujavan (Andrea Checchi) und sein Assistent Andrej (John Richardsen lange vor TORSO und vielen anderen Gialli) fahren mit einer Kutsche durch einen finsteren Wald Moldawiens - bis sich schliesslich ein Rad löst und sie anhalten müssen, aussteigen und eine geheimnisvolle Krypta entdecken. Mit der typischen Mischung aus Neugierde und Unwissenheit öffnen sie den Sarg der Hexe Asa und entfernen prompt die Bronzemaske aus ihrem Gesicht. Krujavan verletzt sich dabei an einem Finger und einige Blutstropfen fallen auf Asas Totenschädel, was sie schliesslich tatsächlich zu neuem Leben erweckt...

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Barbara Steele, meine liebste Horrorlady

Als sich Krujavan und Andrej wieder mit der reparierten Kutsche auf den Weg gemacht haben, ruft Asa ihren Geliebten Javutich (deutsche Fassung: Dracula), der sich darauf aus seinem Grabe erhebt. Für ihren gemeinsamen Rachefeldzug benötigen sie jedoch kein Blut wie Vampire, sondern Lebensenergie, die sie ihren Opfern direkt aus ihren Körpern saugen...

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Javutich erhebt sich aus seinem Grab... :shock:

Trotz des nicht leicht zu durchschauenden Drehbuchs (das auf einem Roman von Nikolai Gogol basierte) ist DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT ein grandioses Paradebeispiel für echten Gotikhorror, wie ihn zum Beispiel die britischen HAMMER-Studios so schön auf die Leinwand zaubern konnten. Schon in den ersten Minuten des Films gelingt es Mario Bava, eine finstere und intensive Atmosphäre zu inszenieren, die es bis dahin - 1960 - so noch in keinem italienischen Horrorfilm gegeben hatte. Auch Bavas Fotografie ist exzellent und seine grosse Vorliebe für die Malerei ist deutlich zu erkennen. DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT ist für viele andere Filmemacher ein grosses Vorbild gewesen - ein Beispiel ist die Kutschfahrt in Zeitlupe, die Armando Ossorio zu seinem DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN inspirierte. Auch Regisseure wie Joe Dante, Quentin Tarantino und Dario Argento haben sich im Laufe der Jahre offen dazu bekannt, stark von Mario Bavas Gesamtwerk beeinflußt worden zu sein. Warum auch nicht? Jedenfalls zählt DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT zu den schönsten Gruselmärchen der Schauerromantik und des Gotikhorrors...

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Javutich, Andrej und Katia

Unter den Darstellern fällt natürlich besonders Barbara Steele auf, die mit ihrer Doppelrolle Asa/Katia zur Ikone des Italohorrors avancierte. Dieses seltsame, sinnliche, unheimliche und dennoch wunderschöne Gesicht und ihre langen rabenschwarzen Haare sind gleichzeitig anziehend, erotisch und ein klein wenig abstossend zugleich. Schon ein Jahr nach Bavas Film spielte sie in DAS PENDEL DES TODES von Roger Corman an der Seite des Grössten (= Vincent Price).
Ein Dracula existiert im Original nicht, und Javutich und Asa sind auch keine typischen Bram-Stoker-Vampire, denn statt Blut saugen sie ihren Opfern die Lebensenergie aus. Und sie können sich unsichtbar machen, was Mario Bava in einer sehr gruseligen Sequenz mit Javutich, der sich ins Schloss des Adligen Vajda (Ivo Garrani) schleicht, auch brilliant in Szene setzte. Eine wirklich fantastische Gänsehautsequenz!

Die deutsche DVD von e-m-s ist eine tolle Scheibe mit vielen Extras, doch vor allem kann die Bildqualität überzeugen - sie ist zusammen mit der italienischen Doppel-DVD aus dem Jahre 2008 die weltweit beste, die man zur Zeit bekommen kann - sämtliche andere Fassungen, die ich gesichtet habe (ja, ich weiss - ich bin verrückt! :mrgreen: ), sind diesen beiden Versionen deutlich unterlegen. Und das ausgerechnet deutsche DVDs - siehe auch die Spezialedition von BLUTIGE SEIDE - den US-amerikanischen überlegen sind, ist wahrlich selten! :shock:

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VAMPIRE GEGEN HERAKLES


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Deutsches Plakat/DVD

Als Herakles (eigentlich Herkules = Reg Park) von einem Abenteuer in das Königreich Ikalia zurückkehrt, muss er erfahren, das sich Bösewicht Lykos (brilliant = Christopher Lee) eigenmächtig zum König erhoben hat, während Herakles' Geliebte (Leonora Ruffo) in eine bizarre Trance verfallen ist. Um sie von dem bösen Zauber zu befreien, muss Herakles mit seinem treuen Weggefährten Theseus (Georgio Ardisson aus THE LONG HAIR OF DEATH und HUMAN COBRAS) in die Unterwelt - Hades - hinabsteigen, um dort einen magischen Stein zu finden, der seine Geliebte vom bösen Zauber befreien könnte.

VAMPIRE GEGEN HERAKLES ist Mario Bavas zweite komplett eigenhändige Filmproduktion nach DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT - und der erste Farbfilm unter seiner Regie. Auch das Skript schrieb Bava, doch vor allem die brilliante, knallbunte Fotografie ist die reinste Magie! Herrlichstes Breitwandformat, schöne Ladies, einfallsreiche Effekte wie selbst gemalte (!) Plastikwände und beleuchtete Pappfelsen, die das Studio in eine mystische Wunderlandschaft verwandeln. Grandios auch der damals noch immens unterschätzte Christopher Lee, dessen Verwandlungsfähigkeiten man einfach als genial bezeichnen muss. Lee hatte eindeutig mehr auf dem Kasten als "nur" Dracula zu mimen - selbst heute mit schlappen 88 Jahren arbeitet er noch: teils als Darsteller, teils als Operntenor (zum Beispiel für die begnadete italienische Fantasy-Metal-Band RHAPSODY OF FIRE - nein, kein Scherz). Einfach cool, der Mann!

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Szene aus HORROR OF DRACULA

Für mich das schönste Peplumwerk des gesamten Genres!


DIE DREI GESICHTER DER FURCHT


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Deutsches Kinoplakat

Kannte man 1962 eigentlich nur das alte Gut/Böse-Konzept, so fügte Mario Bava mit seinem DIE DREI GESICHTER DER FURCHT noch eine interessante Komponente hinzu: das Böse besteht nicht nur aus Monstern und Dämonen, sondern auch aus eigentlich freundlichen Mitmenschen, die dir jederzeit den Hals umdrehen, sobald du ihnen den Rücken zuwendest - oder dich beklauen, wenn du tot bist! :shock:
Durch die Rahmenhandlung dieses horriblen Episodenfilms führte Horrorikone Boris Karloff, der trotz seines damaligen Alters (72) geradezu vor Spiellaune sprühte!

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Boris Karloff als das frankenstein'sche Monstrum

Geschichte 1: DAS TELEFON

Die Konkubine - :oops: - Rosie, gemimt von Michele Mercier, kommt eines abends nach Hause und ihr Telefon bimmelt. Doch als sie abhebt, meldet sich niemand. Beim nächsten Anruf teilt ihr eine sinistre Stimme mit, das sie noch diese Nacht sterben muss. In Panik verständigt sie per Telefon ihre ehemalige Freundin Maria (Lidia Alfonsi), doch diese klingt eiskalt, denn die beiden hatten vor kurzem einen heftigen Streit. Rosie überredet Maria, die schliesslich auch vorbeikommt, doch dann...

Geschichte 2: WURDELAK

Vladimir (Mark Damon, bekannt aus SIEBEN JUNGFRAUEN FÜR DEN TEUFEL und DIE VERFLUCHTEN mit Vincent Price) entdeckt im Rußland des neunzehnten Jahrhunderts die Leiche eines geköpften Mannes. Er reitet samt Leiche zum nächst gelegenen Haus, in dem eine sonderbare Familie wohnt, die ungeduldig auf die Rückkehr des Vaters (= Boris Karloff) wartet, denn der machte sich vor fünf Tagen auf die Suche nach einem türkischen Banditen und gefährlichen Wurdelak. Und wenn der Vater nicht vor Mitternacht zu Hause erscheint, soll die Familie auf keinen Fall mehr die Haustüre öffnen, denn das hiesse, das der Hausherr ebenfalls zu einem Wurdelak (= Vampir) geworden wäre...

Geschichte 3: DER WASSERTROPFEN

Die Leichenwäscherin Helen (Jaqueline Pierreux) stiehlt einer verstorbenen alten Dame einen Ring vom Finger. Als sie nach Hause kommt, geschehen seltsame Dinge - bis schliesslich die Verstorbene selbst erscheint. Eine Halluzination...?

Die Geschichte DER WASSERTROPFEN ist die unheimlichste Horrorepisode, die jemals gedreht wurde! Mario Bava gelingt in knapp fünfundzwanzig Minuten eine unglaublich intensive Atmosphäre des Grauens, die andere Regisseure in ihrem ganzen Leben niemals so hinbekommen würden. Allein die Maske der Verstorbenen ist ein Spezialeffekt, der mir jedesmal wieder vor Schreck die Schuhe samt Socken auszieht...

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Die unheimliche Tote in DER WASSERTROPFEN...

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... will Rache nehmen! :shock:

Und die WURDELAK-Geschichte kann man sich übrigens als Hörspielfreak (wie ich zum Beispiel) ebenfalls ins Regal stellen - den Machern der Gruselkabinett-Serie gelang ein fantastisches, klaustrophobisches Schauerstück mit genialen Sprechern wie Peer Augustinski und Jürg Löw...

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Das kultig-spannende Hörspiel von TITANIA-MEDIEN

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Die deutsche ANOLIS-DVD kann ich ebenfalls empfehlen!


DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU


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Italo-Plakat

Nach dem gigantischen Erfolg von Mario Bavas DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT im Jahre 1960, dauerte es insgesamt ungefähr drei Jahre, bis das nächste große Gotikhorrormeisterwerk vom Maestro des Makabren inszeniert wurde - und DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU ist mindestens genauso fantastisch!
Wenn man Drehbuchautor Ernesto LIBIDO Gastaldi glauben mag, war die Entstehungsgeschichte dieses Films sehr simpel gestrickt (wie bei so vielen italienischen Genrestreifen), denn nachdem Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen die Kinokassen klingeln liessen, wollten auch italienische Produzenten einfach etwas "Edgar-Allan-Poe-mäßiges" drehen lassen und auf die grosse Leinwand bringen. Exploitation pur! Und so soll es ja auch sein, oder?! :twisted:

Doch Gialloskriptgenie Ernesto Gastaldi schrieb nicht irgendeinen Murks, sondern eine ziemlich anspruchsvolle und leicht vertrackte Geschichte, denn simpel ist DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU mit Sicherheit nicht - und zwar weder die Story selbst, noch Mario Bavas Regie und Ubaldo Terzanos Fotografie. Im Mittelpunkt des Films steht vor allem die Frage, ob der Mörder von Schloss Menliff nun ein Gespenst oder eine menschliche Person ist. Doch gerade auch die sadomasochistische Beziehung von Kurt Menliff (C. Lee) und Nevenka (Sängerin Daliah Levi) ist nicht ohne für einen Film aus dem Jahre 1963. Da kann man sich bildhaft vorstellen, wie geschockt die damaligen Zensoren gewesen sein müssen! Besonders die Szenen mit den Peitschenhieben dürfte bei den Schnippelmeistern für rote Ohren gesorgt haben, denn Nevenka hat in diesen Sequenzen eindeutig den einen oder anderen angedeuteten Orgasmus! :shock:

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Daliah Lavi als Nevenka

Rätselhafte Geheimgänge, ein unheimliches Schloss und die Familiengruft sorgen jedenfalls für eine herrlich gruselige Schaueratmosphäre, während Mario Bava in erotisch-finsteren Bildern schwelgt und mit seinen unnachahmlichen Farbspielereien für eine wirklich einmalig grandiose Optik sorgt. Angetan haben es ihm anscheinend besonders die Primärfarben Blau und Rot - allein die Szene mit Christopher Lees scheinbar schwebender Hand ist sensationell fotografiert und schön gruselig beleuchtet.

Nicht vergessen sollte man dabei die schöne Musik von Gotikmuckemaestro Carlo Rustichelli, der viele Bavawerke mit seinen Scores veredelte in den '60ern Jahren. Und auch die Darsteller machen ihre Sache ganz ausgezeichnet: Christopher Lee ist für mich gleich nach Vincent Price die grösste Horrorfilmikone aller Zeiten, denn seine Verwandlungsfähigkeit von Film zu Film ist einmalig! Daliah Lavi kennt der MABUSE-Freak natürlich aus Harald Reinls IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - sie ist keine richtige Schauspielerin, doch auch sie macht ihre Sache ausgeprochen gut. In Nebenrollen kann man Luciano Pigozzi (Peter Lorre-Lookalike) und Tony Kendall bestaunen. Zumindest für den lieben Tony Kendall dürfte DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU die anspruchsvollste Filmrolle seines Lebens gewesen sein... :mrgreen:

Auch die deutsche DVD von e-m-s aus der tollen THE FILMS OF MARIO BAVA-Kollektion ist gelungen - ein weiteres Fest für Freunde von deutschsprachigen DVDs...

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BLUTIGE SEIDE


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Brilliante DVD von BUIO OMEGA

"LOOK AT HOW THE MURDERER TORTURED HER - HE MUST HAVE USED A RED HOT POKER!"
"HE MUST HAVE BEEN A MADMAN, OR A SEXMANIAC IN A HOMICIDAL FURY!"

Eigentlich ist dieser knapp-kultige Dialog schon ausreichend, wenn man wissen möchte worum es in BLUTIGE SEIDE eigentlich geht. Ich denke auch, daß alle Verrückten, die diesen Artikel bis hierhin gelesen haben, den Streifen eh kennen, oder?

Mario Bava erschuf jedenfalls mit diesem Who-dun-it-Schocker von 1964 das Giallogenre, denn THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH hatte in meinen Augen noch nicht alle Zutaten, die es für einen waschechten Krimi Italiana braucht. Doch in BLUTIGE SEIDE bekommt der Zuschauer einfach alles, was einen echten Giallo auszeichnet: einen irren, maskierten Sensenmann, dekadente Reiche, reihenweise leckere Ladies, kaputte Typen, Süchtige, Lug und Trug, eine Prise Erotik (und Impotenz!), schwarze Handschuhe und Wahnsinn - kurz gesagt: Sex und Tod!

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Manche Kritiker werfen Mario Bava vor, wie in der Biografie bereits erwähnt, eine misoygyne Grundhaltung in BLUTIGE SEIDE zur Schau zu stellen, doch das finde ich auf keinen Fall, denn es sind einzig die männliche Charaktere, die schlecht davonkommen. Sie bestehen nämlich sämtlichst aus Halsabschneidern und Vollirren - Ausnahme natürlich der ermittelnde Kommissar (= der deutsche Thomas Reiner, den man auch aus ZWEI HIMMLISCHE TÖCHTER und vielen Schwarzweiss-Krimis aus den '60er Jahren kennen kann - in BLUTIGE SEIDE synchronisierte er sich übrigens selbst). Die Ladies werden natürlich schon teilweise auf ihre Schönheit reduziert, doch BLUTIGE SEIDE spielt ja nunmal auch zum grössten Teil in einem Modesalon.

Von Bavas Werk haben sich jedenfalls eine Menge Regisseure beeinflussen lassen - zum Beispiel Brian dePalma (siehe in DRESSED TO KILL), Joe Dante (siehe Farbfotografie in GREMLINS) und natürlich auch Dario Argento. Es ist also definitiv nicht immer so, das italienische Regisseure Plagiate abliefern, denn gerade Mario Bavas Filme sind Vorbild für viele amerikanische Regisseure...

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US-DVD von VCI

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Und die italienische Scheibe von NOCTURNO

Es gibt viele verschiedene DVD-Auflagen dieses Kultgiallo (selbst eine coole russische Ausgabe! :shock: ), doch die deutsche HÄNDE WEG!-Edition vom BUIO OMEGA-Club ist definitiv die mit Abstand beste - gerade was die Bildschärfe und die Farben betrifft. Auch die Extras sind ausgezeichnet und ziemlich reichhaltig. Möchte man sich die DVD neu und verschweisst kaufen, muss man wohl mindestens 150 Euro auf den Tisch legen! Echte Bava/Giallofreaks haben dieses edles Teil jedoch eh schon, oder etwa nicht?! :mrgreen:


PLANET DER VAMPIRE


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US-Kinoplakat

Zwei Raumschiffe - die Galyot und die Argos - sind in den unendlichen Weiten des Weltalls auf der Suche nach fremden Sternen und neuen Entdeckungen. Eines Tages verschwindet die Galyot auf mysteriöse Weise auf dem noch unerforschten Planeten namens Aura. Als sich die Besatzung der Argos auf die Suche nach dem verschollenen Schiff macht, wird auch ihres durch eine ungeheure Anziehugskraft auf den unheimlichen Planeten angesogen, während die Besatzung (mit dabei: Ivan Rassimov) beim Landeanflug in Ohnmacht fällt. Doch als sie erwachen, beginnen sie sich seltsam zu benehmen und versuchen sich gegenseitig umzubringen - einzig Captain Markary (Barry Sullivan) behält einen kühlen Kopf. Nach dem Handgemenge kann sich die Besatzung einfach nicht erklären, was mit ihnen vorgegangen ist - waren sie vielleicht durch eine fremde Kraft hypnotisiert? :roll:

Schliesslich betreten sie den seltsamen Planeten und entdecken ein unbekanntes Raumschiff, in dem noch die riesigen Skelette der Ausserirdischen zu sehen sind. Und als plötzlich zwei Mitglieder der Galyotbesatzung auftauchen, die man eigentlich schon für tot hielt und begraben hatte, ist das Entsetzen natürlich gross. Sind sie etwa Vampire? :roll:

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Coole Klamotten! (Rechts = Ivan Rassimov)

Nachdem schon Antonio Margheriti in den ganz frühen '60ern einige kleine Science-Fiction-Filme realisierte, sorgte schliesslich Mario Bava für den besten und unheimlichsten Streifen dieses Genres. PLANET DER VAMPIRE sieht neben dem ulkigen PERRY RHODAN - S.O.S. IM WELTALL wie ein 10 Millionen-Dollar-Streifen aus!
Die Atmosphäre ist trotz der Plastikkulissen wirklich enorm intensiv und gleichzeitig ziemlich gruselig, während man sich spätestens nach dreißig Minuten fühlt, als wäre man selbst auf dem Planeten Aura - dabei ist alles in einem kleinen Studio in Rom entstanden! Wie kann das möglich sein? War VAMPIRE GEGEN HERAKLES schon sensationell, ist PLANET DER VAMPIRE das absolute Ultimum eines B-Films mit Pappfelsen, blinkenden Lichtern, Badekappen und sonstigen witzigen Ideen. Mario Bava muss wahrhaftig ein Genie darin gewesen sein, wenig nach mehr aussehen zu lassen, und das OBWOHL man ja deutlich sieht, das alles aus Plastik ist. Fast schon ein wenig paradox, diese Angelegenheit...
Eine Popkunst-lastige Ausleuchtung und Farbgestaltung, eine Nebelmaschine, Spiegel- und Kameratricks - und schon fühlst du dich auf einem unheimlichen, fremdartigen Planeten. Dazu kommt, daß PLANET DER VAMPIRE Mario Bavas Debüt im Science-Fiction-Genre war - wirklich kaum zu glauben... Wie viele kultige Streifen hätte Bava noch in diesem Genre drehen können? Der Mann muss wirklich eine ausgeprägte Fantasie gehabt haben!

Und bei den Sequenzen mit den "Vampiren" kommt sogar richtig gotische Gruselstimmung auf, die einem eine Gänsehaut nach der anderen beschert. Einfach herrlich!

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Für Freunde deutschen Tons gibt es eine wirklich exzellente Scheibe von LEGEND HOME ENTERTAINMENT, die den Streifen in sattesten Farben zeigt. Auch Verschmutzungen und sonstige Störungen sind nicht zu entdecken, was für eine deutsche DVD eines Films aus den '60ern alles andere als selbstverständlich ist. Im Gegensatz zur US-Fassung von MGM ist diese Version auch anamorph und bietet damit schönstes Breitwandformat... Und es fällt deutlich auf, das es etliche deutsche DVDs mit Mario-Bava-Filmen gibt, die eine ziemlich gute Qualität haben - das findet man sonst bei keinem anderen italienischen Regisseur!

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Die deutsche DVD von LHE


GEFAHR: DIABOLIK


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Deutsche DVD von TOO GELB :mrgreen:

Diabolik (John Philip Law), der coole Dieb in noch cooleren Lederklamotten, hält die Welt in Atem - er wirkt dabei fast wie Mixtur aus Fantomas, Batman und James Bond, doch nein, eigentlich sind seine wirklichen (Comic-)Kollegen Sadistik, Kriminal und Kilink, denn DIABOLIK basiert auf den bis heute sehr beliebten Superhelden-Comics, in denen durchgeknallte Helden in Strumpfhosen das Sagen haben! Christian Kessler hat über dieses Thema übrigens einen wunderbaren Artikel in der Zeitschrift SPLATTING IMAGE aus dem Hut gezaubert.
Doch es gibt auch heisse Ladies in noch heisseren Catsuits wie zum Beispiel Magda Konopka in Vivarellis SATANIK...

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Magda Konopka in Satanik vom Label CINEKULT

DIABOLIK hatten damals die Schwestern (!) Angela und Luciana Giussani ins knallbunte Leben gerufen, und ich hätte gerne gewusst, was sie von Mario Bavas Verfilmung gehalten haben. Mario Bava bekam von Dino de Laurentis ein Budget von insgesamt 3 Millionen Dollar, was für ihn das höchste Budget für einen Film war, das er jemals hätte verjubeln können - doch der sehr sparsame Bava verbrauchte letztendlich nur 400.000 Dollar, was heutzutage nahezu unvorstellbar klingt! 400.000 Dollar brauchen die Clowns aus Hollywood heute schon für ein paar vergoldete Klobrillen für die sogenannten Stars...

DIABOLIK sieht jedoch selbstverständlich nach mehr aus: allein die fantastisch-bunten Popkunstsets wie Diaboliks Versteck lassen einen verwundert die Augen reiben. Bava trickst in diesen Szenen mit Spiegeln, Miniaturmodellen, selbst gemalten (!) Bildern und der brillianten Farbfotografie. Da können Streifen wie BARBARELLA gleich einpacken und nach Hause gehen, denn Bava schafft es, DIABOLIK den perfekten Comicstil zu verpassen. Comics brauchen vor allem die Illusion von Tiefe. Gleich die erste Szene mit dem Geldtransport ist ein fantastisches Beispiel für die beeindruckende Illusion von Tiefe. Und schaut man sich den Film in Ruhe an, bemerkt man wie Bava den Bildschirm mehrmals in kleine "Kästchen" einteilt - eben wie in einem Comic. Auf der deutschen DVD vom Label TOO GELB (siehe oben) gibt es übrigens einige Extras, die diese Besonderheiten in Sachen Stil und Comic allesamt erklären... Fantastisch!

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Marisa JAMM! Mell

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Meine Lieblingsszene aus DIABOLIK

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Das coolste Filmpärchen aller Zeiten!

IM BLUTRAUSCH DES SATANS


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Spanisches Kinoplakat

Ich glaube nicht, daß es viele Regisseure gibt, die gleich 2 verschiedene Genres ins Leben riefen, doch genau das hat Mario Bava getan - sein BLUTIGE SEIDE war 1964 der Startschuß für den Giallo, während Bavas IM BLUTRAUSCH DES SATANS aus dem Jahre 1971 zum grossen Vorbild für den amerikanischen (Teenie-)Slasher wurde - besonders die FRIDAY THE 13TH-Serie um Jason Vorhees bediente sich ausgiebig bei IM BLUTRAUSCH IM SATANS.
Gleich die erste Sequenz ist die vollendete Metamorphose zwischen altmodischem Gotikgrusel und modernem Slasherfilm: das barocke Ambiente einer vornehmen Villa, ein Gemälde, eine Gräfin im Rollstuhl - die Atmosphäre erinnert ein klein wenig an die Episode DAS TELEFON aus Bavas DIE DREI GESICHTER DER FURCHT. Dann erscheint wie aus dem Nichts ein Seil - Hände sind nicht zu sehen -, das sich wie ein Schraubstock um den Hals der Gräfin legt und sie schliesslich erdrosselt. Schwarze Handschuhe vollenden das brutale Werk - doch halt! Eine weitere Person taucht auf und befördert den Mörder selbst ins Jenseits... :shock:

Ja, die Charaktere in diesem fulminanten, sehr blutigen Slasher sind allesamt habgierige, lügende, betrügende Menschen, die sich gegenseitig abmurksen. Damit ist IM BLUTRAUSCH DES SATANS jedenfalls kein Rätselgiallo, weil es eben nicht den einen, sondern gleich mehrere Mörder gibt, die für das Erbe der Gräfin (= die Bucht) alles und jeden töten, der in der Erbfolge noch vor ihnen steht. Klingt vielleicht nach einem Wallacestreifen wie zum Beispiel DAS INDISCHE TUCH, doch das ist der Film ebenso wenig wie ein Giallo.

Die brilliante Fotografie von IM BLUTRAUSCH DES SATAS mixt Reales mit verträumten, surrealistischen Momenten in Blau und Lila, während Bava in den Mordsequenzen die Primärfarben bevorzugt. Auf jeden Fall ist dies sein mit grossem Abstand blutigster Streifen - da bekommt ein Mann zum Beispiel ein Fleischerbeil quer ins Gesicht gedonnert, was auch explizit in Szene gesetzt wurde. Da konnte sich Effektegenie Carlo Rambaldi (E.T. und viele andere) wirklich fast wie ein Tom Savini (z.B. in MANIAC) oder Bavas Landsmann Gianetto de Rossi (z.B. in WOODOO) austoben und das Blut reichlich fliessen lassen.

Die wundervolle Musik von Stelvio Cipriani, die zwischen Suspensemucke, ohrwurmartigen Melodien und Beatstücken hin und her pendelt, ist ebenfalls einfach nur als traumhaft zu bezeichnen.

Die Charaktere sind übrigens wie Insekten, die sich gnadenlos gegenseitig abstechen - nach dem berühmten Lanzenmord gibt es einen Schnitt auf einen aufgespießten Schmetterling. Das sagt doch schon alles...
Zu sehen bekommt man viele Darsteller, die man auch aus vielen anderen Europloitationknallern kennen dürfte: der kultige Luigi Pistilli, die wunderschöne Claudine Auger und vor allem Nicoletta Elmi, die am Schluss des Films dem bizarren Treiben schwarzhumorig endgültig die Krone eines wahren Meisterwerkes aufsetzen darf. Herrliche Szene!

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Es gibt massenhaft verschiedene Editionen dieses Kultstreifens, doch die beste, die ich bisher gesichtet habe, ist die französische DVD mit dem Titel LA BAIE SANGLANTE, die allen anderen Veröffentlichungen turmhoch überlegen ist. In so schönen Farben habe ich den Streifen jedenfalls noch nicht gesehen. Im Dezember 2010 kommt jedoch vom britischen Label ARROW VIDEO eine Blu-Ray auf den Markt, die wohl die baldige Spitzenposition einnehmen wird...

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TEIL 3: FILMOGRAFIE (Nur Kinofilme)



Bewertungen:

:roll: - kenne ich nicht
:thdown: - miserabel
:| - mittelmäßig
:) - ok
:D - Spitzenfilm
:thup: - Weltklasse!!!


DER VAMPIR VON NOTRE DAME :D

CALTIKI :)

DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT :thup:

DAS SCHWERT VON PERSIEN :roll:

VAMPIRE GEGEN HERAKLES :D

DIE RACHE DER WIKINGER :roll:

ALADINS ABENTEUER :)

DER LETZTE WIKINGER :roll:

DIE DREI GESICHTER DER FURCHT :thup:

DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU :thup:

THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH :D

BLUTIGE SEIDE :thup: :thup: :thup:

DER RITT NACH ALAMO :|

PLANET DER VAMPIRE :thup:

DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA :D

NEBRASKA JIM :|

EINE HANDVOLL BLANKER MESSER :|

DR. GOLDFOOT AND THE GIRL BOMBS :)

GEFAHR: DIABOLIK :D

5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON :|

HATCHET FOR THE HONEYMOON :D

DREI HALUNKEN UND EIN HALLELUJA :|

IM BLUTRAUSCH DES SATANS :thup:

BARON BLOOD :)

VIER MAL HEUTE NACHT :|

LISA UND DER TEUFEL :D

DER TEUFLISCHE :)

RABID DOGS :)

SHOCK :D


Mario Bava als Drehbuchautor:

DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT

VAMPIRE GEGEN HERAKLES

DIE RACHE DER WIKINGER

DIE DREI GESICHTER DER FURCHT

THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH

BLUTIGE SEIDE

PLANET DER VAMPIRE

DIE TOTEN AUGEN DES DR: DRACULA

EINE HANDVOLL BLANKER MESSER

GEFAHR: DIABOLIK

SIEBEN JUNGFRAUEN FÜR DEN TEUFEL (Film von Antonio Margheriti)

IM BLUTRAUSCH DES SATANS (Lockeres Skript, zusammen mit Dardano Sacchetti)

Fazit: Müsste ich einen Regisseur wählen, dessen Filme ich am liebsten schaue, würde ich Mario Bava nehmen! Vor allem sein Stil, seine Fantasie und sein Ideenreichtum machen seine Filme zu echten Erlebnissen. Auffällig ist auch, daß selbst seine schwächeren Werke noch elegant fotografiert sind - das gibt es in meinen Augen bei keinem anderen Regisseur. Danke, Mario Bava - danke für deine Filme, das Giallogenre und deine vielen fantastischen Gotikgruselfilme!

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Wer sich wirklich intensiv mit dem Leben Mario Bavas beschäftigen möchte, dem kann ich Tim Lucas' Buch ALL THE COLORS OF THE DARK empfehlen - kostet schlappe 250 Dollar! :mrgreen:

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Zuletzt geändert von firetrain am 3. Dez 2010, 02:36, insgesamt 21-mal geändert.
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon Arkadin » 23. Nov 2010, 09:16

Wie mal ein schöner Bildband :thup:

In der Filmographie + Berwertung hast du seine beiden Western "Roy Colt e Winchester Jack" und "La strada per Forte Alamo" unterschlagen, sowie "Ringo del Nebraska" (auch wenn er da nicht offiziel als Regisseur geführt wird, aber das gilt für ein paar andere Filme in Deiner Liste ja auch).

Ansonsten fordern mich einige Bewertungen zum heftigen Widerspruch heraus. "Rabid Dogs" ist ja wohl mindestens ein Spitzenfilm! Und "eine Handvoll blanker Messer" finde ich auch besser als nur okay.
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon untot » 23. Nov 2010, 14:07

Buh, bin durch, schwitz! 8-)
Fire Du Wahnsinniger!! :o ;)
Genialer Beitrag, hab ihn verschlungen, man merkt das Du eine Vorliebe für Bava hast, kann ich übrigens gut vestehen, ich find ihn auch großartig! :D
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon firetrain » 23. Nov 2010, 18:21

Arkadin hat geschrieben:Wie mal ein schöner Bildband :thup:

In der Filmographie + Berwertung hast du seine beiden Western "Roy Colt e Winchester Jack" und "La strada per Forte Alamo" unterschlagen, sowie "Ringo del Nebraska" (auch wenn er da nicht offiziel als Regisseur geführt wird, aber das gilt für ein paar andere Filme in Deiner Liste ja auch).

Ansonsten fordern mich einige Bewertungen zum heftigen Widerspruch heraus. "Rabid Dogs" ist ja wohl mindestens ein Spitzenfilm! Und "eine Handvoll blanker Messer" finde ich auch besser als nur okay.


Seine Western finde ich ziemlich seltsam - kein Bava-Touch weit und breit. Ich habe auch mal gelesen, das er sie für andere Regisseure beendet hätte. Ich trage sie aber gleich noch mit ein... ;)

Die gibt es ja jetzt auch in guter Qualität zu sehen (KOCH MEDIA / IMAGE ENTERTAINMENT):

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Zuletzt geändert von firetrain am 23. Nov 2010, 18:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon firetrain » 23. Nov 2010, 18:23

untot hat geschrieben:Buh, bin durch, schwitz! 8-)
Fire Du Wahnsinniger!! :o ;)
Genialer Beitrag, hab ihn verschlungen, man merkt das Du eine Vorliebe für Bava hast, kann ich übrigens gut vestehen, ich find ihn auch großartig! :D
Mach bloß weiter so! :thup:


:D :D :D Vielen Dank, untot!!! Ich hatte geahnt, das Du Mario Bavas Filme auch toll findest! :mrgreen:
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon buxtebrawler » 29. Nov 2010, 23:30

Wow, erstklassige Zusammenfassung! Wieder mal tolle Arbeit, firetrain :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 29. Nov 2010, 23:51

Einziger "Nachteil": Die Seite ist beim Laden total überfordert :mrgreen: , aber das nehmen wir doch gerne in kauf :thup:
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon firetrain » 29. Nov 2010, 23:58

:shock: :shock: :shock: Findest Du? Du meinst die Verkleinerungen der Bilder, oder?
Und Thanks fürs :thup: ! :D
Zuletzt geändert von firetrain am 30. Nov 2010, 00:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon firetrain » 30. Nov 2010, 00:02

buxtebrawler hat geschrieben:Wow, erstklassige Zusammenfassung! Wieder mal tolle Arbeit, firetrain :thup:


Also Dein Kommentar ist wirklich eine angenehme Motivation für weitere Schandtaten... :mrgreen: Thanks! :D
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Re: Stars of Exploitation # 16 Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 30. Nov 2010, 00:17

firetrain hat geschrieben::shock: :shock: :shock: Findest Du? Du meinst die Verkleinerungen der Bilder, oder?
Und Thanks fürs :thup: ! :D


Hey, war KEINE Kritik an Dich, bloß nicht!!!
Bei mir ist es zumindest so, daß das laden ewig dauert wegen der ganzen Bilder. Aber genauso, wenn ich meine AHF's eingestellt habe. Also, mehr Infos (Bild und Text) würde sich wohl keiner zumuten, also nur weiter so :thup:
Hab nur mal die technischen Probleme, die bei mir auftreten, erwähnt. DU lässt Dich davon bitte völlig unbeeindruckt :D
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