Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

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Re: Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

Beitragvon Reinifilm » 30. Apr 2014, 08:41

Adalmar hat geschrieben:Sky/Skay

Wenigstens Adalmar versteht mich. :knutsch:
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Re: Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

Beitragvon Prisma » 1. Mai 2014, 18:03

Ich habe mir heute doch tatsächlich nochmal Helmut Förnbachers kruden Beitrag "Beiss mich Liebling!" von 1970 angesehentan. Allerdings nur um Brigitte Skay noch mal begutachten zu können, was bei diesem schmerzlichen Klamauk aber leider kaum eine Entschädigung darstellt. Hier ein paar Eindrücke von der reizenden Dr. Stein. :lol:

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Re: Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

Beitragvon ugo-piazza » 28. Jan 2015, 23:02

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

Beitragvon Prisma » 9. Jun 2015, 18:28



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● BRIGITTE SKAY als LALLA in
SAN BABILA: 20 UHR: EIN SINNLOSES VERBRECHEN (I|1976)




»Eins, zwei. Eins, zwei. Eins, zwei...«, hört man aus einem Auto, als die Schrittfolgen einer attraktiven Frau kommentiert werden. Ein kurzer Blick in den Wagen zeigt, dass sich die Dame von den jungen Männern keineswegs belästigt fühlt, eher fühlt sie sich trotz herablassender Kommentare und einer aufdringlichen Eskortierung geschmeichelt. Das Objekt auf der Straße wird aufgrund ihrer augenscheinlichen Aufmachung als Nutte identifiziert, als Nichts behandelt und als Hure benutzt. Das Kommentieren der Schritte wie beim Militär, und der Zoom auf ihre High Heels ergeben die Mischung, die ausschlaggebend für den weiteren Verlauf ist. Das Aufzeigen der Fetischisierung einer stumpfsinnigen, politischen Gesinnung erfährt durch die Integration von Brigitte Skay eine überaus spektakuläre Abhandlung. Im Zusammenhang mit Lalla wird die Thematik, gerade weil sie vollkommen sexualisiert wird, intelligent ad absurdum geführt. Mit der Rothaarigen von der Straße kann man also alles anstellen: sie ist willig, leichtfertig und offensichtlich nicht dazu in der Lage, diese (oder irgend eine) Situation zu überschauen. Was sie über sich ergehen lassen muss, wirkt schockierend und kann im Sinne der Erniedrigung wohl keine Steigerung mehr erfahren, doch Lalla reagiert nicht so, wie man es von ihr erwartet. Sie nimmt hin, ist zufrieden, wenn ihr ein Eis spendiert wird und von Belanglosigkeiten sprechen kann. Gerade in diesen Konversationen kommt die raffinierte Abhandlung voll zum Tragen. Die jungen Männer neofaschistischer Einstellung predigen gebetsmühlenartig und voller Elan ihre Phrasen herunter. Da Lalla die Gesprächspartnerin ist, verpufft dies alles genau dort, wo es hingehört, nämlich im Nichts, die Zuhörerin redet klassisch an ihrem Gegenüber vorbei und beschäftigt sich mit diffusen Nebentätigkeiten, die von der Kamera prominent eingefangen werden und schließlich als wesentlich wichtiger dargestellt werden. Absolut hervorragend!

Die Rolle von Brigitte Skay sieht für ihre Verhältnisse und auf den ersten Blick vollkommen obligatorisch aus, allerdings muss nach dieser Darbietung unbedingt betont werden, dass man hier eine ihrer besten, intensivsten und tiefgründigsten Interpretationen geboten bekommt, obwohl das Gezeigte diesen Eindruck zunächst keineswegs hergibt. Im Szenario agieren hauptsächlich Laiendarsteller, doch für die Rolle der Lalla wurde sicherlich ganz bewusst auf eine bekannte Schauspielerin gesetzt. Ihre offen zur Schau getragene Dummheit geht oftmals so weit, dass man sich als Zuschauer zutiefst peinlich berührt fühlt, ihr hinnehmendes Wesen ruft eine Art Fassungslosigkeit hervor, mitleidige Blicke sind unvermeidbar. Doch der Schlüssel der Geschichte wurde ihr in die Hände gespielt, mit ihr steht und fällt eine verkappte Ideologie, sie wird das letzte Wort haben, auch wenn man betonen muss, dass dies alles vollkommen unbewusst geschieht. Das minderwertige Subjekt sprengt die Parolen der jungen Männer mit dem kleinen Finger. Brigitte Skay arrangiert eine schwierige Mehrfachanforderung nahezu meisterhaft und es ist sehr erstaunlich, dass man ihre Fähigkeiten selten gesehen, und demnach auch nicht abgerufen hat. Skay, die sich bereits im letzten Drittel ihrer Karriere befand, setzt hier ein unmissverständliches Ausrufezeichen, das begeistert und überzeugt. Sie kreiert förmlich eine Mischung, die man sonst eher als fatal abqualifizieren würde mit Bravour. Ja, sie wirkt ohne jeden Zweifel ordinär, sie ist offensichtlich nicht mit einem Mindestmaß an Intelligenz gesegnet worden, Annehmlichkeiten können in ihrem Spektrum ausschließlich von Männern kommen. Die Lösung der Dramaturgie ist im Endeffekt sehr gut, denn lange kann man nicht verstehen, dass sie es in dieser Verbindung überhaupt aushält, aber wenn der Film zu Ende ist, wird man eine Leistung anerkennen können, die mit allen zur Verfügung stehenden Finessen ausgeführt wurde. Eine schwierige Rolle, die mit herben Kontrasten und beißenden Gegensätzlichkeiten jongliert, die aber ausgezeichnet von Brigitte Skay gelöst wurde!
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Re: Stars of Exploitation # 58 - Brigitte Skay

Beitragvon Prisma » 21. Jun 2015, 10:01

Viele von Brigitte Skays Filmen dokumentieren, dass sie ja eine sehr angenehme Stimme hatte, wenngleich diese ohne höheren Wiedererkennungswert ausgestattet war. 1970 wagte sie sogar ein kleines Experiment im Studio, als sie ihre Single "Weil ich so sexy bin..." einsang. Es gab ja seinerzeit viele dieser Versuche, auch von Schauppiel-Kollegen, jedoch waren die meisten nicht gerade mit goldenen Schallplatten gekrönt, Brigitte Skays Aufnahme vermutlich auch nicht. Wie dem auch sei, man hat definitiv schon Schlechteres um die Ohren gehauen bekommen!


»Weil ich so schnibbedischnibbedischnabbedischnabbedischnubbedischubbedibum... Weil ich so sexy bin...« :lol:

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