Schöpfer des Grauens: Wes Craven

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Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon horror1966 » 29. Aug 2012, 20:43

Teil 3:
Wes Craven



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Wesley Earl Craven wurde am 2. August 1939 in Cleveland, Ohio, in den USA geboren. Er ist ein amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor und zählt wohl vor allem im Horror-Genre zu den einflussreichsten Regisseuren.

Er hat einen Master in Writing and Philosophy, den er an der John Hopkins University in Baltimore erworben hat. Vor seiner Karriere als Regisseur war Craven als Lehrer tätig. Mittlerweile ist er schon zum dritten Mal verheiratet und hat 2 Kinder aus erster Ehe.

Seinen ersten Film als Regisseur, Together, drehte Craven 1971 zusammen mit Sean S. Cunningham, der ja später durch seinen Film Freitag der 13. berühmt werden sollte.


Dann kam das Jahr 1972, in dem Wes Craven einen Film rausbrachte, der das Genre maßgeblich beeinflussen sollte, nämlich Das letzte Haus links, der auch unter den Namen The last House on the left, oder Mondo Brutale bekannt ist. Dieser Film revolutionierte das Genre und setzte auch neue Maßstäbe im Bezug auf die Darstellung von Gewalt und Folter. Bis heute ist dieser Film noch immer sehr umstritten, doch gilt er als der "Rape and Revenge-Film" überhaupt. Allein das perfide psychische Katz-uns Mausspiel, das sich hier zwischen Peinigern und Opfern abspielt, wirkt auf den Zuschauer extrem brutal und verstörend. Sicherlich gilt dieser Klassiker auch als Vorlage für weitere Filme dieser Art, wie zum Beispiel I spit on your grave aus dem Jahr 1978, der unter der Regie von Meir Zarchi entstand.

1977 schaffte Craven mit dem Film The Hills have Eyes - Hügel der blutigen Augen seinen nächsten Volltreffer. Der Film wurde sogar ein noch größerer Erfolg als The last House on the left. Craven blieb auch hier seinem Stil treu und schaffte es durch seine Gradlinigkeit wieder starke Verstörung beim Zuschauer hervorzurufen. Die Geschichte einer Familie, die in Kontakt mit kannibalistischen Mutanten gerät, erlangte mittlerweile auch im Jahre 2006 eine Neuauflage, die unter der Regie von Alexandre Aja entstand und bei der Wes Craven als Produzent auftritt. Das Original ist bis in die heutige Zeit hinein ein weiterer, maßgeblich beeinflußender Film des Genres.

Danach folgten Filme wie Nightkill - Eine tödliche Bedrohung (1978), Gesichter des Teufels (1981) und Das Ding aus dem Sumpf (1982), bevor er 1984 mit dem Film Nightmare - Mörderische Träume eine der beliebtesten Horror-Reihen aller Zeiten einläutete und gleichzeitig eine Ikone des Horror's schuf, nämlich Freddy Krueger. Es gibt nicht wenige Leute, die behaupten, das Craven auch erst mit diesem Film der endgültige Durchbruch gelungen ist. Die Geschichte um den in Albträumen killenden Serienmörder war etwas vollkommen Neues und Innovatives, so etwas gab es bis dahin nicht. Kein Wunder also, das aus dem Film eine siebenteilige Reihe wurde, wobei Craven allerdings lediglich noch beim letzten Teil Freddy' New Nightmare (1994) als Regisseur tätig war, um der Reihe einen gelungenen Abschluß zu geben. Dieses Ansinnen wurde allerdings 2003 durch das Spin Of Freddy vs. Jason wieder relativiert.

1985 erschien dann mit Im Todestal der Wölfe die Fortsetzung zu The Hills have Eyes, allerdings konnte dieser Film die Erwartungen der Fans nicht ganz erfüllen, obwohl er im direkten Zusammenhang mit dem ersten Teil steht. Ganz anders verhält es sich da beim 1992 erschienenen Film Mindripper, bei dem Craven lediglich als Produzent auftritt. Dieser Film wird als dritter Teil der Reihe gehandelt, obwohl er mit den ersten beiden eigentlich so gut wie nichts mehr zu tun hat.

Auch 1985 erschien die Neuauflage der TV Serie Twillight Zone, die schon von 1959-1964 mit großem Erfolg lief. Bei dieser Neuauflage führte Craven neben Hollywood-Größen wie William Friedkin (Der Exorzist) Regie. Für diese Neuauflge waren auch Leute wie Stephen King oder Sydney Sheldon als Drehbuchautoren tätig. Allerdings schaffte es diese Neuauflage der Serie nur auf ca. 64 Episoden (je nach Schnittzusammenstellung), die Original-Serie hatte immerhin 156 Episoden, die auf 5 Staffeln verteilt waren.

Craven drehte danach auch interessante Horrorfilme, wie beispielsweise Die Schlange im Regenbogen (1988), der sich insbesondere durch seine sehr interessante Voodoo-Thematik und seine extrem dichte Atmosphäre auszeichnet, oder auch Shocker (1989), in dem ein Serienmörder trotz seiner Hinrichtung nicht totzukriegen ist und als eine Art Geistwesen zurückkommt, um weiter zu töten.

1992 erschuf er dann zusammen mit Thomas Baum die 6-teilige TV-Serie Nightmare Cafe, bevor er 1994 für den letzten Teil der Nightmare-Reihe verantwortlich zeichnete und auch selbst in dem Film mitspielte. 1995 erschien dann sein satirischer Vampir-Beitrag Vampire in Brooklyn, in dem er Rassen-und Horrorklischees durch den Kakao zog. Allerdings floppte dieser Film an den Kinokassen, da konnte auch das Mitwirken von Eddie Murphy nichts daran ändern.

Und dann kam das Jahr 1996, in dem Wes Craven dem zu der Zeit totgeblaubten Slasher-Genre neues Leben einhauchte, denn mit seinem Film Scream löste er eine ungeahnte Welle von sogenannten Teenie-Slashern aus, die bis heute noch nicht gestoppt ist. Craven hat es hier perfekt verstanden, das Horror-Element mit viel Humor und Ironie zu verbinden und trotz des enthaltenem Humors extreme Spannung und eine sehr dichte Atmosphäre zu schaffen. Der kommerzielle Erfolg von Scream wurde durch Scream 2 (1997) sogar noch übertroffen, wohingegen der dritte Teil der Trilogie (2000) von den Fans als schwächster Teil der Reihe angesehen wird, wobei er meiner Meinung nach einen runden und guten Abschluß der Geschichte darstellt.

Neben seiner Arbei an den Scream-Filmen drehte Craven noch den Film Music of the Heart (1999), der die wahre Geschichte einer Musiklehrerin aus Brooklyn erzählt und der Meryl Streep immerhin eine Oscarnominierung als beste Hauptsarstellerin einbrachte. Nachdem er 1000 mit der Fertigstellung der Scream-Trilogie wieder zum Horror-Genre zurückgekommen war, erschien im Jahre 2005 sein Werwolffilm Verflucht, der sich aber als finanzieller Flop herausstellte, obwohl der Film, wie ich finde, gar nicht mal so schlecht ist, aber das ist natürlich Ansichtssache.

Im gleichen Jahr wagte er sich aber auch wieder aus dem Horror-Genre heraus und brachte mit Red Eye einen wirklich guten Thriller auf den Markt, in dem er mehr auf eine psychologische Art des Horrors setzte. Mit diesem Film signalisierte Wes Craven auch seine Abkehr vom Slasher-Film und es bleibt abzuwarten, ob der Altmeister noch einmal dorthin zurückkehrt.

Neben seinen ganzen Regie-Arbeiten ist Wes Craven auch noch als Produzent einiger sehr bekannter Filme wie beispielsweise Wishmaster (1997), oder den beiden Neuauflagen der The Hills have Eyes-Filme (2006, 2007) aufgetreten , zeichnet zudem als Produzent für die Reihe Wes Craven präsentiert verantwortlich und wirkt auch des öfteren vor allem in seinen eigenen Filmen wie Shocker, die Scream-Trilogie, oder auch Red Eye als Schauspieler mit. Man sieht also, das dieser Mann ein kleines Multi-Talent ist, dessen Fähigkeiten sich nicht nur auf eine Sache beschränken.
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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon Onkel Joe » 29. Aug 2012, 21:12

horror1966 hat geschrieben: Man sieht also, das dieser Mann ein kleines Multi-Talent ist, dessen Fähigkeiten sich nicht nur auf eine Sache beschränken.


Das stimmt, er war in den guten alten Tage auch an einigen Pornofilmchen beteiligt :opa: .
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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon Adalmar » 29. Aug 2012, 23:42

Bei Wes Craven reichen die Einträge von Klassikern (Nightmare on Elm Street) über Sehenswertes (Shocker, Last House on the Left, hier gefallen mir allerdings die Nachfolger wie z. B. "L'ultimo treno della notte" oder "Autostop rosso sangue" besser) bis hin zu einer m. E. Gurke wie "Das Ding aus dem Sumpf".

Bei "The Hills Have Eyes" bevorzuge ich persönlich ausnahmsweise das Remake, das aus meiner Sicht mehr Biss hat.
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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon buxtebrawler » 31. Aug 2012, 19:51

Der gute Wes Craven hat durchaus so einiges an Durchschnitt und Belanglosigkeiten hervorgebracht... Sicher niemand, bei dem ich zum Komplettisten werden würde.

Für die "A Nightmare on Elm Street"-Reihe werde ich ihm aber ewig dankbar sein, damit hat er sich ein grandioses Denkmal geschaffen. Und natürlich mit "Last House on the Left", "Hügel der blutigen Augen", "Scream" etc.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon purgatorio » 31. Aug 2012, 21:12

buxtebrawler hat geschrieben:Der gute Wes Craven hat durchaus so einiges an Durchschnitt und Belanglosigkeiten hervorgebracht...


Absolut! Das war mir so garnicht bewusst, aber Jogis Craven-Tag mit entsprechenden Threads hat ja wahrlich unterirdisches zu Tage gefördert :doof: Aber sicher, Herr Craven hat auch einiges und wahrlich grandioses auf der Haben-Seite zu verbuchen 8-)
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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon horror1966 » 31. Aug 2012, 22:55

Mir fällt aber auch auf Anhieb kein Regisseur ein, der ausschließlich Film-Perlen in seiner Filmographie stehen hat.
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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon jogiwan » 31. Aug 2012, 23:05

horror1966 hat geschrieben:Mir fällt aber auch auf Anhieb kein Regisseur ein, der ausschließlich Film-Perlen in seiner Filmographie stehen hat.


Pedro Almodóvar! :nick:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Schöpfer des Grauens: Wes Craven

Beitragvon horror1966 » 31. Aug 2012, 23:10

jogiwan hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben:Mir fällt aber auch auf Anhieb kein Regisseur ein, der ausschließlich Film-Perlen in seiner Filmographie stehen hat.


Pedro Almodóvar! :nick:



Beruht halt alles auf einer eher subjektiven Sichtweise, Geschmäcker sind verschieden. Ich liebe beispielsweise Bava, mag jedoch längst nicht alle seine Werke.
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