Phantastival Bremen (22.-25. November)

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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon jogiwan » 27. Nov 2012, 21:29

@ karlAbundzutschi... vielen Dank für die Info, auch wenns nicht so gut klingt... :?
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon purgatorio » 27. Nov 2012, 21:35

joar, der letzte Tag klingt ja nun filmisch eher durchwachsen, scheint aber insgesamt eine Runde Sache geworden zu sein. Ich gratuliere nun, nach vollständigem Bericht, zum gelungenen, wenn auch eher schleppend angelaufenen Erstlingsfestival - Hoch die Tassen, auf euer Engagement :prost: :prost: :prost:
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon buxtebrawler » 27. Nov 2012, 23:51

Danke für die ganzen Berichte, die mir als Daheimgebliebenem bzw. anderweitig Verplantem einen guten Eindruck der Ereignisse vor Ort liefern!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon Arkadin » 28. Nov 2012, 10:33

So, dann jetzt auch noch mein Abschlußbericht hinterher. Karl hat soweit schon alles gesagt und ich stimme ihm in allen Punkten zu. Tolle Stimmung, tolle Leute, tolle Gespräche. Wobei es mich im nachhinein mächtig ärgert, dass ich nicht bis zum Schluß geblieben bin. Aber ich wollte meiner Frau auch mal was Gutes tun und zumindest einmal am Wochenende den Abend mit ihr verbringen.

Also Tag 3

Tag der Überraschungen. Ich hatte ja gedacht, dass Vortrag und Kurzfilme sehr mäßig, EVA dafür rappelvoll gefüllt sein würden. Tja, so kann man sich irren.

Der Vortag von Florian Krautkrämer war wirklich klasse. Sehr informativ, das Thema von vielen Seiten wissenschaftlich beleuchtend und insbesondere im frei vorgetragenen Teil auch sehr unterhaltsam. Besonders schön war auch, dass das Publikum wirklich dabei war und die eine oder andere Diskussion gestartet wurde. Ich würde das mal unter "voller Erfolg" verbuchen und nächstes Jahr müssen wir unbedingt wieder einen Vortrag drin haben. Leider habe ich es versäumt, mir ein Buch von ihm signieren zu lassen, da ich mich erst am nächsten Tag wirklich dazu durchgerungen hatte eins zu kaufen. Habe es mittlerweile schon durchgeblättert und: Es lohnt sich.

EVA war - wie Karl schon schrieb - sehr, sehr mäßig besucht. Komisch. Spanischer Film (das Instituto Cervantes hat eine eigene Filmreihe hier, so dass ich allein von dort schon einige Besucher erwartet hätte), dann Daniel Brühl als bekanntes Mainstreamgesicht.. auch hier hätte ich auf weibliches Publikum gesetzt.
Der Film selber hat mir gut gefallen. Schön gefilmt, sehr gute Schauspieler (der Brühl ist echt klasse - schade, dass ihm in Deutschland selten gute Rollen angeboten werden ) und eine nette, sehr zu Herzen gehende Geschichte. Schwachpunkte: Es wird für meinen Geschmack etwas zu sehr der Zufall bemüht und ich fand die Geschichte schon arg vorhersehbar. Aber das ist alles spätestens beim sehr ergreifenden Finale vergessen, das alles richtig macht und nicht noch ein "offenes Ende" oder so'n Quatsch hinten dran klatscht. Nein, tragisch-konsequent gut.

Der Stummfilm "Aelita" war wie erwartet wieder richtig voll. War jetzt nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. die "Marsszenen" waren alles hübsch und futuristisch umgesetzt, machen aber vielleicht 10% des Filmes aus. Der Rest spielt in der Sowjetunion und macht es durch seine unzähligen Nebenplots schwierig zu folgen. Dass scheinbar 30 Minuten fehlten, machte die Sache auch nicht leichter. Das Publikum war aber trotzdem begeistert. Die Musik war... ich sage mal vorhersehbar. Da bin ich ganz bei Karl: Trotz des tollen Konzepts, neben dem Hauspianisten noch einen Gast mit einem jeweils anderen Instrument dabei zu haben, ist mir das alles zu "traditionell". Ich würde mir mal wirklich was neues, unerwartetes wünschen. Das Publikum mochte es aber.

Für die Kurzfilme sah ich (nach dem Vorabend und mit dem Wissen um die schwierige 22:30-Schiene) fast schon schwarz. Umso erfreulicher, dass ich auch hier daneben gelegen habe. Es kamen weitaus mehr Leute als erwartet (eine 8-köpfige Gruppe kam noch rein, als der erste Kurzfilm schon vorbei war). Das Programm war wirklich gut und von allem was dabei. Der Brüller war ein 3-Minüter namens "How To Cope With Death", der nur als Ersatz kurzfristig ins Programm gerutscht war. Der kam aber super an. Ich persönlich war von "Yuri Lennons Landing on Alpha46" sehr angetan, den Alfred als 35mm Überraschungsfilm für Karl und mich reingepackt hatte. Ansonsten hatten wir auch die Gelegenheit unsere Lieblingskurzfilme zu zeigen. Bei Karl war das der tolle "Kitchen Sink" (den ich noch nicht kannte), bei mir "Copy Shop" und bei Alfred - sehr zu meiner Freude - "The Heart of the World" von meinem Liebling Guy Maddin. Ich denke mal, damit wurde auch Karl sehr auf diesen großartigen kanadischen Filmemacher neugierig.

Danach musste ich noch die Beine in die Hand nehmen, um die letzte Bahn zu erwischen. Darum konnte ich mich leider nicht mehr mit den Leuten unterhalten, die noch in netter Runde zusammenstanden. Vielleicht auch besser so, da der Bremer Filmemacher Dominik Götz - dessen "Schreibblockade" wir im Programm hatten - gerade ausführte, dass ihm viele der Filme zu Lynch-mäßig gewesen seien. Das hätte dann sonst wohl zu einer längeren Grundsatzdiskussion mit mir geführt ;)
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon Arkadin » 28. Nov 2012, 11:30

Und der vierte und letzte Tag.

War schon etwas komisch erst relativ spät im Kino zu sein. Aber der erste Film des Tages - "Symbol" - fing erst um 18:00 Uhr an. Diesmal konnte ich sogar mein holdes Weib davon überzeugen, vorbei zu schauen.

Nächste Überraschung: "Symbol" hatten wir in das sehr viel kleiner Kino 2 verbannt, da wir Kino 1 für "Berberian Sound Studio" reserviert hatten. Bei einer deutschen Kinopremiere auf 35mm habe ich tatsächlich mit ziemlich vielen Besuchern gerechnet. Aber wie Karl schon schrieb, die Mehrheit wollte "Symbol" sehen, daher war Kino 2 gut gefüllt und in 1 herrschte gähende Leere. Merkwürdig.

Auf "Berberian Sound Studio" hatte ich mich schon sehr gefreut. Angefixt vom gelungenen Trailer ("It's a Santini movie!") und einer euphorischen Besprechung in der "Deadline". Als Einführung habe ich dann was über das Giallo-Genre erzählt, musste während des Filmes aber feststellen, dass der nix mit Giallo zu tun hat. Der Film-im-Film ist nämlich ein Horror-Splatter-Film und kein - wie andernorts überall geschrieben - Giallo. Klar verwendet BSS auch einige typische Giallo-Einstellungen (schwarze Handschuhe, extreme Close-Ups auf die Augen etc.), macht aber leider nichts draus. Der Film fängt wirklich gut an und die Idee, dass man den Film-im-Film nie sieht, man aber aufgrund der Geräusche genau weiß, was es da zu sehen gibt, fand ich super. Auch die detailierten Aufnahmen, wie die Geräusche gemacht werden, war interessant. Die Stimmung im Studio war gut eingefangen, das Gefühl der Fremdheit für den - überzeugenden - Protagonisten. Darüber, wie die Amerikaner/Briten sich in italienischen Genre-Produktionen gefühlt haben, hat man ja schon viel gelesen und das wurde hier auch sehr gut rekonstruiert.
Das Problem ist nur, dass man irgendwann merkt, dass gar nichts passiert. Der Film plätschert vor sich hin ohne irgendwie Spannung oder gar eine Handlung aufzubauen. Das fängt dann an zu nerven und man fragt sich, was das jetzt eigentlich alles soll. Schön hätte ich gefunden, wenn der Film es dann konsequenterweise dabei belassen hätte. Aber zum Schluß werden dann plötzlich merkwürdige, scheinbar unlogische Szenen reingeworfen, die allerdings nur verwirren und nicht faszinieren. Dann ist der Film nach drei-vier möglichen Enden plötzlich zuende und man fragt sich, was das jetzt alles sollte. Der Film ist nicht mies und hat auch einige Stärken. Er bleibt auch irgendwo hängen, aber am Ende ärgert man sich doch, weil er eben soviel Potential hatte, technisch und atmosphärisch sehr gut gemacht und auch die chaotische Zeit in Italien sehr schön wiedergab. Aber letztlich war er dann auch ziemlich langweilig und durch das merkwürdige, arg aufgesetzt wirkende, pseudo-interlektuelle, Ende (Enden!) blöd. Schade.

Danach machte ich den Fehler und bin mit meiner Frau nachhause gefahren. Wie gesagt, ich hatte sie die vier Tage doch arg vernachlässigt und ausserdem war es ihr Namenstag (was in ihrem Heimatland ähnlich hoch - früher noch höher - angesehen ist, wie der Geburtstag). Jetzt ärgere ich mich etwas, weil ich dadurch noch einige schöne Gespräche und Begegnungen verpaßt habe und gerade DAS ist für mich immer das Wichtige und Schöne bei einem Festival.

Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn es ein Phantastival 2013 gibt. Und ich hoffe, dass ich dann wieder so intensiv vor und hinter den Kulissen mit dabei sein kann - auch wenn es nächstes Jahr aufgrund persönlicher Umstände sicherlich sehr viel schwerer für mich werden dürfte. Aber irgendwie schaffe ich das schon. Ich bin da ganz zuversichtlich :D

Mein Dank auch noch mal an Karl!!!!!!!!! Hat echt tierisch Spaß gemacht!
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon purgatorio » 28. Nov 2012, 16:36

Arkadin hat geschrieben:Ich persönlich war von "Yuri Lennons Landing on Alpha46" sehr angetan, den Alfred als 35mm Überraschungsfilm für Karl und mich reingepackt hatte.


den hab' ich in Dresden (2011) leider verpasst, der hat dort den Preis der Jugendjury gewonnen und auch ganz gute Kritiken bekommen... jetzt bin ich abermals traurig, dass ich den nicht gesehen habe :cry:
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon ugo-piazza » 28. Nov 2012, 19:59

Arkadin hat geschrieben:und ausserdem war es ihr Namenstag (was in ihrem Heimatland ähnlich hoch - früher noch höher - angesehen ist, wie der Geburtstag).


Offensichtlich keine Bremerin.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon karlAbundzu » 28. Nov 2012, 20:41

na, seid ein paar jahren schon ggg
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon Arkadin » 29. Jan 2013, 09:49

Pssst... eine Wiederholung der Veranstaltung 2013 ist in trockenen Tüchern. ;)
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Re: Phantastival Bremen (22.-25. November)

Beitragvon jogiwan » 29. Jan 2013, 09:58

:thup: :prost: :verbeug:
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