Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

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Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon Seth_LCF » 11. Jul 2014, 15:16

Persönlich hege ich eine gewisse Hassliebe gegenüber Remakes jeglicher Art.
Selten genug ist es der Fall das mir ein Remake zusagt, geschweige denn das Original übertrifft!

Dennoch denke ich das auch diese Filmgattung zu Recht existiert.

Jeder Generation sollte eine Neuinterpretation eines Film/Buch/Musik - Klassikers erfahren können wie ich finde.
Demnach sehe ich mich nicht als Zielgruppe der Filmremakes aus den z.B. 80´er Jahren.
Ein Kunstwerk ist und bleibt ein "Kind seiner Zeit", und da ich eben in dieser vergangenen Zeit einen Film mit entsprechenden Empfinden genossen habe fällt mir die Sichtung einer Neuinterpretation naturgemäß schwer.

Im Falle von Klassikern die weit vor meiner Existenz in den Lichtspielhäuser sehr erfolgreich waren, habe ich nicht selten mehr Sympathien für deren Neuverfilmungen. (z.B. Lolita, die Fliege, Das Ding aus einer anderen Welt)

Wie seht ihr die Sache mit den Remakes?

P.S.: Hollywood hält es für nötig erfolgreiche ausländische Filme (The Ring, Oldboy, 3 Männer & 1 Baby etc.) zu domestizieren. Diese Titel bitte außer acht lassen.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon Adalmar » 11. Jul 2014, 15:26

Remakes sind zumindest dann sinnvoll, wenn in dem Film ein Gegenstand, ein Wesen oder eine Landschaft eine wichtige Rolle spielt, die nach entscheidendem Fortschritt auf der Ebene der Spezialeffekte-Technik überzeugender dargestellt werden können; oder aber wenn etwas aufgrund des Wegfalls von Zensurbestimmungen (z. B. Hays Code, den man z. B. Tod Brownings "Dracula" sehr stark anmerkt) konsequenter gezeigt werden kann.

Etwa (Spezialeffekte-bezogen):
- Der Blob
- Das Ding aus einer anderen Welt
- Die Fliege

Ansonsten gibt es noch Remakes, die einfach gut inszeniert und gelungen, wenngleich nicht nötig sind, etwa:

- The Grudge (dank Mitwirkung des Original-Regisseurs und -Produzenten, die eine Hollywood-Verkitschung anscheinend verhindern konnten)
- The Hills Have Eyes

Ich habe das Carrie-Remake noch nicht gesehen und weiß nicht, ob man da den Schluss näher am Buch gestaltet hat, was ja ziemlich aufwendig sein dürfte.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon buxtebrawler » 11. Jul 2014, 16:02

Solange das Original kaum Staub angesetzt hat und ein wesentlich uncharmanteres Remake außer eines moderneren Erscheinungsbilds nichts Neues hinzufügt oder andere interessante Ansätze verfolgt, erscheinen mir Remakes sinnlos bis ärgerlich. Bei Literaturverfilmungen finde ich es hingegen oftmals interessant, wenn es verschiedene Verfilmungen gibt, insbesondere, wenn diese aus unterschiedlichen Epochen stammen. Es gibt aber auch mehr oder wenige vermeintliche Remakes, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie nur deshalb zu Remakes statt zu Fortsetzungen erklärt wurden, weil Fortsetzungen gerade nicht angesagt sind, Remakes hingegen en vogue. Beispiel: "Evil Dead"
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon horror1966 » 11. Jul 2014, 16:12

Erst einmal stehe ich jedem Remake offen gegenüber. Für mich ist es immer wünschenswert, wenn man neue und eigene Impulse des Regisseurs verspüren kann, wie es beispielsweise beim "Dawn of the Dead" Remake der Fall war. Wenn es sich allerdings um eine fast völlige 1:1 Kopie des Originals handelt (Carrie, Das Omen), dann halte ich Neuauflagen für absolut unnötig. Diese dienen dann auch viel eher dem jüngeren Publikum, da ja gerade im Horror-Genre die Neuauflagen durch zusätzliche Härte (Evil Dead) künstlich aufgemotzt werden, um die Blut-Geilheit der Kiddies zu befriedigen.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon dr. freudstein » 11. Jul 2014, 16:24

horror1966 hat geschrieben:Erst einmal stehe ich jedem Remake offen gegenüber. Für mich ist es immer wünschenswert, wenn man neue und eigene Impulse des Regisseurs verspüren kann, wie es beispielsweise beim "Dawn of the Dead" Remake der Fall war. Wenn es sich allerdings um eine fast völlige 1:1 Kopie des Originals handelt (Carrie, Das Omen), dann halte ich Neuauflagen für absolut unnötig. Diese dienen dann auch viel eher dem jüngeren Publikum, da ja gerade im Horror-Genre die Neuauflagen durch zusätzliche Härte (Evil Dead) künstlich aufgemotzt werden, um die Blut-Geilheit der Kiddies zu befriedigen.


Ja genau, anders hätte ich es auch nicht geschrieben. Obwohl ich Remakes eher nicht offen gegenüber stehe und viele auch meide, denke ich grundsätzlich, man kann einen Film erst scheisse finden, wenn man ihn gesehen hat. Manche Remakes sind ja wirklich gut gemacht oder haben ganz interessante Interpretationen wie Rob Zombies Halloween oder Dawn of the dead. Sicher, einige angestaubte Klassiker (so sehr ich sie auch liebe) können manchmal eine moderne Variante mal gebrauchen, wenn auch eher fürs jüngere Publikum, ich selbst bedarf derer nicht unbedingt. Allerdings wird in letzter Zeit mir zu viel übertrieben, alles aber auch alles muss geremaked werden, das nervt mich tierisch ab. THE FOG z.B, war eine Riesenenttäuschung, aber genauer gesagt, war das Original, so wie es war, absolut top und ein Remake an sich schon unnötig. Also, ich schreie nicht wirklich nach Remakes und das meiste brauch ich mir auch nur einmal anzuschauen und nicht unbedingt in der Sammlung. MANIAC war sicher auch sehr interessant, wenngleich ich das Original immer noch am liebsten mag und nicht so fasziniert vom Remake wie andere war, aber wahrscheinlich könnte eine Zweitsichtung meine Meinung noch bessern. Aber wie ihr ja wisst, gucke ich eh nicht so gerne Filme ab den 90ern, sondern am liebsten, was davor kam, das hat einfach mehr Charme. Alte Klassiker wie DIE FLIEGE, DAS DING etc. , da war eine 80er Jahre Version absolut genial und angebracht, aber liegt ja auch immer noch in meinen bevorzugten Jahrzehnten.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon Theoretiker » 11. Jul 2014, 19:12

Vom Unterhaltungsaspekt her habe ich gegen Neuverfilmungen nichts einzuwenden. Es kann ja jeder für sich entscheiden, ob er dem "gleichen Stoff" erneut ein Chance geben will.

Vom künstlerischen Aspekt her sehe ich das eher kritisch, gerade wenn es um Meilensteine des Kinos geht. Es versucht ja auch keiner, die Mona Lisa zu kopieren uns als eigene Kunst zu verkaufen.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon horror1966 » 11. Jul 2014, 19:41

Theoretiker hat geschrieben:
Vom künstlerischen Aspekt her sehe ich das eher kritisch, gerade wenn es um Meilensteine des Kinos geht. Es versucht ja auch keiner, die Mona Lisa zu kopieren uns als eigene Kunst zu verkaufen.



Im Prinzip stimme ich dir zu, aber gerade wenn einer Story neue Impulse verliehen werden, entsteht so doch auch ein neuer künstlerischer Aspekt. Gerade beim Dawn Remake ist das meiner Meinung nach überraschend gut gelungen, da von der eigentlichen Geschichte nur noch relativ wenig vorhanden ist. Dennoch ist das Original selbstverständlich unantastbar.
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Re: Neuverfilmungen: Sinn oder Unsinn

Beitragvon Seth_LCF » 11. Jul 2014, 20:25

Theoretiker hat geschrieben:Vom künstlerischen Aspekt her sehe ich das eher kritisch, gerade wenn es um Meilensteine des Kinos geht. Es versucht ja auch keiner, die Mona Lisa zu kopieren uns als eigene Kunst zu verkaufen.

Verstehe ich leider nicht so ganz, aber vielleicht missverstehe ich deine Aussage auch einfach nur. Rob Zombie (Halloween I und II) oder Zack Snyder (Dawn of the Dead), um nur 2 Regisseure zu nennen, erheben keineswegs den Anspruch auf die Erfindung der jeweiligen Filmthematik.
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