Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Länderübergreifendes, allgemeines Forum zum Thema Film

Moderator: jogiwan

Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 29. Mär 2016, 06:57

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Mit dem Fokus auf den italienischen Genrefilm vergangener Tage, entstand im Herbst vor 10 Jahren ein kleines Forum, welches sich ausgiebig und in allen Facetten diesem Thema widmen sollte - überhaupt das erste seiner Art in deutschen Landen, waren doch bis dahin nur Unterforen oder einzelne Threads zu diesem Sujet in den größeren Online-Communities auffindbar. Bedauerlicherweise verschwand das Forum im Jahr 2009 jedoch aufgrund persönlicher Differenzen im Nirvana des Internets, nachdem es dank einer beachtlichen Zahl an Nutzern, Beiträgen und Themen innerhalb dieser Zeit enorm wachsen konnte. Durch den Wegfall dieser virtuellen Anlaufstelle für das italienische Kino, kam es zu einem Forensplit und es erblickten mit http://www.deliria-italiano.de und http://www.dirty-pictures.de zwei neue Portale das Licht der Netzwelt, um weiterhin der Community eine Plattform für die cineastischen Beiträge aus dem Stiefelland bieten zu können.

Im Jahre 2013 erlebte die Facebook-Seite "In memoria di Italo-Cinema" ihren Launch, um die Filmfreunde täglich mit Neuigkeiten aus dem Genre-Zirkus füttern zu können.

Im Juni 2015 war es endlich soweit und http://www.italo-cinema.de ging mit der ersten eigenen Website online. Parallel zu den Aktivitäten auf Facebook, sollte das Hauptaugenmerk allerdings auf die Review-Sektion gelenkt werden, welche mittlerweile bereits an die 500 Filmbesprechungen aller Genres umfasst und zudem noch um mehrere zusätzliche Bereiche erweitert wurde.

2006 - 2016 | 10 Jahre Italo-Cinema

Das möchten wir mit euch gemeinsam feiern und was wäre dafür besser geeignet als ein Filmfestival?

Vom 07.-09. Oktober 2016 laden wir euch herzlich ins KommKino nach Nürnberg ein. Feiert mit und huldigt dem italienischen Genrekino vergangener Zeit!

3 Tage - 8 Filme - alle von 35mm!

Einzelticket: 6€
Dauerkarte: 30€
Reservierungen unter reservierung(at)kommkino.de
https://www.facebook.com/events/572033249629935/

Timetable:

TBA

Die Filme werden in den nächsten Wochen einzeln angekündigt!
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 9. Apr 2016, 20:30

Zeit für die Ankündigung unseres Eröffnungsfilms des Italo-Cinema Festivals!

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"Alien 2 - Auf der Erde"
(Alien 2 sulla Terra)
Italien 1980 | 85 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,85)

Regie: Ciro Ippolito, Biagio Proietti
Darsteller: Belinda Mayne, Mark Bodin, Roberto Barrese, Benedetta Fantoli, Michele Soavi
Musik: Guido & Maurizio De Angelis (als Oliver Onions)

Während eine Raumsonde der NASA sich bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre befindet, erleidet die telepathisch veranlagte Höhlenforscherin Thelma (Belinda Mayne) eine Vision von einer bevorstehenden Bedrohung. Bald werden an einem Strand seltsame, steinähnliche und pulsierende Objekte angespült. Während sich Thelma mit Ehemann Roy (Mark Bodin) und Freundin bei der Erforschung einer Höhle befindet, schlagen die Aliens zu – unter und über der Höhle.

In den Höhlen von Apulien geht das nackte Grauen um. Nachdem Mario Bava das Projekt „Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück“ nicht annahm, kam 1982 unter der Regie von Ciro Ippolito diese inoffizielle „Alien-Fortsetzung“ in die Kinos, und das sehr erfolgreich. Mit der Aussicht auf Ridley Scotts Metamorph-Geschöpfe hier auf unserer schönen Erde konfrontiert zu werden, konnten die Zuschauer in die Kinos gelockt werden. Behält man im Hinterkopf, dass es sich hier um eine Produktion mit sehr niedrigem Budget handelt, könnte eine Kinoaufführung auch heute noch viel Spaß bereiten, nicht zuletzt auch durch ein paar sehenswerte Special-Effects – entstanden in einem Keller in Rom. Untermalt von der Musik von Guido & Maurizio de Angelis vermag „Alien 2 sulla Terra“ durchaus für Italo-Genrefans eine seltsame Faszination auszuüben. (Gerald Kuklinski)

Fr. 07.10. um 21:15 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 16. Apr 2016, 19:31

Unser Midnight Nasty am Freitag Abend!

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"Laura - Eine Frau geht durch die Hölle"
(Violenza in un carcere femminile)
Italien/Frankreich 1982 | 99 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,85)

Regie: Bruno Mattei
Darsteller: Laura Gemser, Gabriele Tinti, Lorraine De Selle, Franca Stoppi
Musik: Luigi Ceccarelli

Laura Kendall landet wegen Prostitution, Drogenhandel und einem Mordversuch im Gefängnis Santa Catherina. Dort wird sie umgehend mit den harten Sitten des Frauenknastes konfrontiert. Unter Anleitung der sadistischen Oberaufseherin stehen Gewalt und Brutalität auf der Tagesordnung. Laura „geht durch die Hölle“, und kann lediglich beim Gefängnisarzt Moran und ihrer Zellengenossin Pilar Zuspruch finden. Als die Leitung der Strafanstalt Lauras wahre Identität erfährt - schwebt die junge Frau in Lebensgefahr...

Bruno Mattei zelebriert mit „Laura - Eine Frau geht durch die Hölle“ die gängigen Klischees des WIP*-Films. Stereotypische Charaktere wie sadistische Wärterinnen, die lesbische Oberaufseherin und die zu Unrecht einsitzende Heldin, verkörpert durch die geliebten Pro- und Antagonisten des italienischen Genrekinos, geschmückt mit einem eingängigen Soundtrack von Luigi Ceccarelli. Eingepfercht in den schäbigen Räumlichkeiten eines Frauenknastes. Bruno Matteis infernalischer „Knastploiter“ wird als der siebte Film innerhalb der „Black Emanuelle-Reihe“ angesehen, es ist gleichzeitig Laura Gemsers vorletzter Auftritt als die tollkühne Reporterin. Begleitet wird die „Göttin des (S)Exploitationfilms“ u.a. von der „Göttin des Zorns“: Franca Stoppi, in der Rolle der Oberaufseherin. Mit der akribischen Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks lässt Franca den Schlagstock „sprechen“ und manövriert auf diese spezielle Weise den Zuschauer durch die „schmuddelige Welt“ des Bruno Mattei.

„Laura - Eine Frau geht durch die Hölle“ ist ein menschenverachtender, widerwärtiger und kranker Film. Somit erfüllt er alle Voraussetzungen um als ein hervorragender Vertreter des WIP-Genres, sowie als Alptraum für den Katholischen Filmdienst, gesehen zu werden. (Frank Faltin)

*Women in Prison

Fr. 07.10. um 23:30 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 23. Apr 2016, 16:29

Am Samstag geht es weiter mit:

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"Die heißen Engel"
(La nottata)
Italien 1975 | 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,85)

Regie: Tonino Cervi
Darsteller: Sara Sperati, Susanna Javicoli, Giorgio Albertazzi, Giancarlo Prete, Martine Brochard, Claudio Cassinelli, Max Delys
Musik: Vince Tempera

Wie im Rausch taumeln Susy und Angela durch die Nacht. Was sie hassen, sind Spießer und Waschlappen, was sie lieben, ist Sex und Spaß. Gerade noch haben sie auf einer Damentoilette einen kostbaren Diamantring mitgehen lassen, versuchen sie diesen nun sofort mithilfe des markigen Taxifahrers Vito an den Mann zu bringen.
Sie treffen bei ihrer Suche auf Transvestiten, Gauner und die im Dunkeln lauernden Verheißungen und Gefahren der Nacht und müssen doch erkennen, dass am Ende nur die Freundschaft zählt...

Der selbst bei Genrefans eher unbekannte Tonino Cervi versteckt in seiner zunächst recht locker und witzig daherkommenden Erotikkomödie eine gallige Absage an die Geldgeilheit (mit Betonung auf Geilheit) der jungen Leute seiner Zeit und an deren Suche nach dem schnellen Kick. So zeigen seine „heißen Engel“ durchaus viel Haut, doch ist es ganz real auch ihre Haut, die am Ende immer wieder von ihnen riskiert wird und damit auf dem Spiel steht.

Ein Film, wie er fast aktueller nicht sein könnte und ein gutes Beispiel für gelungenes, intelligentes Genrekino, das weit mehr zu bieten hat als nur reine Schauwerte. Cervi feiert in seinem Film die emanzipierte Frau auf der Suche nach Selbstbestimmung und wir sollten alle mitfeiern! (Sascha Nolte)

Sa. 08.10. um 13:30 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 30. Apr 2016, 17:13

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"Heroin"
(Milano... difendersi o morire)
Italien 1978 | 83 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,85)

Regie: Gianni Martucci
Darsteller: Marc Porel, George Hilton, Anna Maria Rizzoli, Al Cliver, Barbara Magnolfi
Musik: Gianni Ferrio

Pino Scalise (Marc Porel) ist ein ehemaliger Rennfahrer, der aufgrund seiner Mitwirkung an einem bewaffneten Raubüberfall von der Justiz zu sechs Jahren Haft verdonnert wurde, doch aufgrund guter Führung bereits nach zwei Jahren vorzeitig entlassen wird. Völlig geläutert möchte Pino nun ein aufrechtes Leben führen und nimmt das erstbeste Jobangebot als LKW Fahrer an. Erleichtert über den neugewonnen Job lässt er daraufhin erst mal die Sektkorken knallen und verbringt eine bumsfidele Nacht mit der Prostituierten Fiorella (Anna Maria Rizzoli). Am nächsten Tag trifft Pino dann fast der Schlag, als er herausfindet, dass es sich bei der Prostituierten aus der Vornacht in Wahrheit um seine Cousine Marina handelt. Pino setzt nun alles daran, Marina wieder aus dem Prostitutionssumpf zu befreien, hat dabei die Rechnung aber ohne den mächtigen Don Chicco (Guido Leontini) gemacht…

Regisseur Gianni Martucci lieferte mit "Heroin" einen zwar etwas unspektakulären, aber immerhin auch solide produzierten Polizeifilm mit einem ordentlichen Unterhaltungswert ab, der zudem alle benötigten Ingredienzien wie z.B. wilde Verfolgungsjagden, handfeste Schlagabtäusche, tödliche Stanzmaschinen, eine sinnbefreite Strip-Einlage vor einem einsamen Wandspiegel, einen rastlosen Kommissar mit zu hohem Blutdruck und ein paar genretypische Grausamkeiten beinhaltet. Ein aalglatt frisierter Al Cliver als unerbittlicher Handlanger des Dons, Marc Porel als Saubermann mit Bomberjacke, Anna Maria Rizzoli als leichtes Cousinchen und George Hilton als wutschnaubender und zähnefletschender Ermittler. Dazu gesellen sich dann auch noch Guido Leontini, Barbara Magnolfi und Nino Vingelli. Abgerundet wird das Ganze schlussendlich mit einer funkigen Jazzy-Listening Mixtur aus der Soundschmiede Gianni Ferrios. Was will man mehr? (Richie Pistilli)

Sa. 08.10. um 16:00 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 7. Mai 2016, 12:25

Und wieder ist Samstag, Zeit für die nächste Ankündigung:

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"Invasion of the Flesh Hunters"
(Apocalypse domani)
Italien/Spanien 1980 | 95 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,85)

Regie: Antonio Margheriti
Darsteller: John Saxon, Elizabeth Turner, Giovanni Lombardo Radice, Cinzia De Carolis, Venantino Venantini
Musik: Alexander Blonksteiner

Amerikanische Vietnam-Veteranen bringen ein Virus in die Heimat, welches sie in Kannibalen verwandelt. Während Captain Hopper verzweifelt versucht, dem Drang nach Menschenfleisch zu widerstehen, geben sich zwei seiner ehemaligen Kameraden diesbezüglich keine Mühe. Die Folge: Das Virus breitet sich in der ganzen Stadt aus und nun werden selbst aus den harmlosesten Mitmenschen blutdürstende Asphalt-Kannibalen...

Kriegstraumatisierte Vietnam-Veteranen, ein per Biss übertragbares Kannibalenvirus, ein Hauch „Taxi Driver“, Action und ein bunter Strauß Gore-Effekte aus der Splattertrickkiste des Gianetto de Rossi. Soweit die Zutaten, die Regisseur Margheriti in „Invasion of the Flesh Hunters“ zu einem wilden Genre-Mix verrührt hat. Eine Mischung, die dem Altmeister, der uns zuvor erlesene Schauerstücke wie „La danza macabra“ oder düstere Kultwestern wie „Satan der Rache“ kredenzt hat, letztendlich ebenfalls einen Platz auf allen berüchtigten europäischen Verbotslisten in den zensurgeplagten 80ern gesichert hat. Wer sehen möchte, wie ein Horrorfilm mit dem brisanten Thema des posttraumatischen Belastungssyndroms eine unter die Haut gehende Symbiose eingeht, muss nach wie vor Adrian Lynes brillanten „Jacob's Ladder“ schauen. Aber nicht dort, sondern nur hier gibt es: Ein Wiedersehen mit alten Freunden wie John Saxon, Giovanni Lombardo Radice oder Elizabeth Turner, Blonksteiners lässig funkenden Score sowie einen glatten Bauchdurchschuss im Radius eines gottverdammten Medizinballs.

Dies in Verbindung mit der herrlich bösen Atmosphäre, die Margheriti in den besten Momenten seines urbanen Großstadt-Kannibalenausbruchs generiert, machen „Invasion of the Flesh Hunters“ zu einer berüchtigten Marke im Rahmen der römischen Splatter-Offensive der frühen 80er Jahre. (Christian Ade)

Sa. 08.10. um 20:45 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 14. Mai 2016, 19:38

Unser Midnight Nasty am Samstag Abend:

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"Lusthaus teuflischer Begierden"
(La verità secondo Satana)
Italien 1972 | 87 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:1,66)

Regie: Renato Polselli
Darsteller: Sergio Ammirata, Marie-Paule Bastin, Marcello Bonini Olas, Rita Calderoni, Gino Donato
Musik: Gianfranco Di Stefano

Robert (Isarco Ravaioli) hat genug vom Leben und vor allem von seiner gefühlskalten Geliebten Diana (Rita Calderoni) und bringt sich vor ihren Augen um. Um nicht als potentielle Mörderin dazustehen, muss sie den Leichnam verstecken. Aber ein Nachbar war Zeuge des Ganzen und setzt sie unter Druck. Unter der psychischen Belastung droht Diana zusammenzubrechen und sieht den Leichnam immer wieder an verschiedenen Orten im Haus...

Von Renato Polselli kannte ich bislang nur den seltsamen "The Reincarnation of Isabel" und daher hätte ich eigentlich gewarnt sein müssen, dass das "Lusthaus teuflischer Begierden" auch nicht gerade ein konventioneller Film werden würde. Und dies ist noch eine untertriebene Aussage. Auf Anfrage des deutschen Verleihers Alois Brummer wurde der Film damals noch mit zusätzlichen Sexszenen "gewürzt", wobei der Originalfilm auch nicht gerade mit nackten Details zaghaft umgeht. Dadurch entstand allerdings der Effekt, dass man nicht unterscheiden kann, ob nun Sexszenen in einen Psychothriller geschnitten wurden oder Fragmente eines Psychothrillers in einen Sexfilm. Egal, was dabei herausgekommen ist, verdient nun wirklich das Prädikat "obskur", denn viel Sinn macht das irgendwo alles nicht. Freunde des absolut Schrägen sollten aber trotzdem einen Blick riskieren, denn die drogengeschwängerte Inszenierung ist unglaublich (clean war bei dem Film garantiert niemand!) und mit Rita Calderoni gibt es zudem eine heiße Hauptdarstellerin, die die meiste Zeit mehr nackt als bekleidet durch die Gegend rennt. Ein absolut seltsames Stück Film... (Carsten Henkelmann / Sense of View)

Als ich letztes Jahr zufälligerweise über einen Sammler die Nachricht bekam, dass er doch noch eine Kopie des Films hätte, sagte ich ohne Umschweife zu, sie zu kaufen. Der niedrige Preis für so eine Kopie war gerechtfertigt, da sie verklebt, mit aufbröselnden Tesafilmklebestellen übersät und die Perforation beidseitig über weite Stellen ausgezackt bzw. abgerissen ist – kurzum: unspielbar. Bei so einem Anblick musste ich doch einmal schlucken, auf was ich mich da eingelassen habe. Wie bei jeder Arbeit, ist aller Anfang schwer und so raffte ich mich auf und begann geduldig und konzentriert die langsame Reparatur. Jeder Meter Film muss begutachtet werden, die Verklebungen vorsichtig gesäubert, Tesafilmklebestellen mit richtigem Filmkleber ausgebessert und die Perforation genau nachgebildet werden. Das erfordert vor allem Zeit und Geduld. Wer jetzt denkt, dass die Arbeit schon getan ist, hat falsch gedacht. Allein das Reinigen der Kopie hat min. 30 Stunden gedauert und sämtliche Klebestellen müssen erst noch in Angriff genommen werden. Deshalb wird das Reparaturprojekt auch noch definitiv bis zum Festival andauern. Aber gut Ding will Weile haben und ich bin mir sicher der Aufwand wird sich lohnen! (Nikolas Schuppe / KommKino)

Sa. 08.10. um 23:00 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 22. Mai 2016, 20:22

Zum Abschluss des Wochenendes noch die nächste Filmankündigung:

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"Venus im Pelz"
(Le malizie di Venere)
Deutschland/Schweiz/Italien 1969 | 86 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:2,35)

Regie: Massimo Dallamano
Darsteller: Laura Antonelli, Régis Vallée, Loren Ewing, Renate Kasché, Werner Pochath
Musik: Gianfranco Reverberi

Sexuelle Bedürfnisse der unkontrollierten Art haben den Schriftsteller Severin (Régis Vallée) in eine psychiatrische Klinik gebracht. Seinem Arzt schildert er immer wieder, dass Qual und Erniedrigung seinen Lustgewinn ins Unermessliche steigern und dass er nur auf dieser Basis richtig fühlen könne. Die Begegnung mit der schönen Wanda (Laura Antonelli) ebnete einst sein Leidensweg und mit der Zeit ließ er sich auf einen unerbittlichen Krieg der Emotionen ein, in dem Wanda mit allen Mitteln versuchte, seine gewagte These zu widerlegen...

Regisseur Massimo Dallamano lieferte mit "Venus im Pelz" eine beeindruckende Expertise des zeitgenössischen Films ab, der über die Jahre nichts von seinem Reiz eingebüßt hat. Unter Inspiration durch Weltliteratur bekommt der Zuschauer einen visuell reichhaltigen Film geboten, der zwischen Pragmatismus und Poesie in zeitloser Ästhetik überzeugt, außerdem kommt die Magie der Rückblenden in menschliche Abgründe voll zum Tragen, die einen abwechslungsreichen Verlauf garantieren. Durch eine gute Portion Schönheit und Eleganz, einen Spritzer Spektakel und Hektik, eine Idee von Tiefe, aber natürlich auch etwas Libido auf den ersten Blick, erlebt man die breite Faszination von besonders erotischem Perzeptionskino. Wenn die Grenzen der Geschichte erreicht sind, soll schließlich die Vorstellungskraft des Zuschauers weitere Blüten treiben. Massimo Dallamano inszenierte mit viel Fingerspitzengefühl und man darf sich bei diesem Traum zwischen Realität und Wirklichkeit entspannt zurücklehnen. Ausgestattet mit einer breiten Palette an Raffinessen der ausklingenden 60er-Jahre, gibt es als Bonus eine absolut spektakuläre Besetzung in Form von unverbrauchten Körpern und alten Routiniers, die der Geschichte Intensität und Glanz geben. (Prisma)

So. 09.10. um 13:30 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 3. Jun 2016, 20:29

Abschlussfilm des Festivals am Sonntag Nachmittag:

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"Mein Name ist Nobody"
(Il mio nome è Nessuno)
Italien/Frankreich/Deutschland 1973 | 112 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:2,35)

Regie: Tonino Valerii
Darsteller: Terence Hill, Henry Fonda, Jean Martin, Geoffrey Lewis, Piero Lulli, Mario Brega
Musik: Ennio Morricone

Der alternde Revolverheld Jack Beauregard ist des Tötens überdrüssig geworden und möchte seinen Lebensabend in Frieden genießen. Dafür macht er sich auf nach New Orleans um ein Schiff nach Europa zu nehmen. Auf seinem Weg dorthin trifft er auf einen jungen Verehrer namens Nobody, der ihm fortan an den Fersen klebt und nur ein Ziel verfolgt: sein großes Vorbild Jack Beauregard in den Geschichtsbücher zu verewigen und danach dessen Platz einnehmen.

"Ein Held bist Du schon, Du musst nur noch zur Legende werden." - "Und wie stelle ich das an?" - "Na, ganz einfach, Du musst sterben." Mein Name ist Nobody ist Sergio Leones Abgesang auf den Wilden Westen, auf die furchtlosen und gefürchteten Revolverhelden. Henry Fondas Jack Beauregard ist die Inkarnation aller mythischen Figuren des Western, dessen letzter großer Auftritt bevorsteht. Terence Hill transportiert seine erfolgreiche Trinità Figur aus Enzo Barbonis Komödien in den ernsthafter angelegten Nobody-Film. Der seriöse, klassische Western trifft auf den verspielten, scheinbar unseriösen, komödiantischen Western. „Der letzte Western, den man machen kann“ (Leone). Mein Name ist Nobody enthält eine Vielzahl von Anspielungen auf Leones klassische Western und auf die zur Entstehungszeit modernen und unglaublich erfolgreichen Barboni Western. Leones und Tonino Valeriis Inszenierung sowie die großartigen Drehorte fangen die Kameramänner Giuseppe Ruzzolini und Armando Nannuzzi mit wunderschönen Bildern ein, die von Ennio Morricones wunderbarer, teils melancholischer, teils klassischer und teils humorvoller, Musik glänzend untermalt werden. (nerofranco)

So. 09.10. um 16:00 Uhr
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Re: Italo-Cinema: 10 Jahre Jubiläums-Festival

Beitragvon andeh » 15. Jul 2016, 08:22

Es gibt jetzt auch einen kleinen Teaser für das Festival:

youtu.be Video From : youtu.be
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