Guter Trash - schlechter Trash?

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Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Theoretiker » 6. Apr 2014, 13:33

Als Eurocult-Liebhaber braucht man ja manchmal starke "Geschmacksnerven". ;)

Schaut ihr euch "alles" an oder gibt es Genre/Filme, bei denen ihr dann doch aufgebt und trotz der Eurocult-Affinität die Segel streicht?

Ich stoße beim Barbarengenre an meine Grenzen. Da gibt es nur ein, zwei Ausnahmen, die ich noch so eben unterhaltend finde ("Einer gegen das Imperium", "Die Barbaren").

Warum ist Trash für euch trotz der oft nicht nur budgetbedingten Schwächen sehenswert?

Bei mir war es zuletzt "The Riffs 3", der für mich einfach keinen Unterhaltungswert hatte, da noch nicht einmal Tits & Gore vertreten waren und die Story imho keine Spannungsmomente aufwies. Dies lag aber nicht daran, das ich Endzeitfilmen nichts abgewinnen kann, "The Riffs 1 + 2" finde ich überaus unterhaltsam.

Außerhalb des Eurocult-Bereichs habe ich ein Faible für Kaijus, also Godzilla & Co. Man-in-Suits-Fights und Spielzeugpanzer haben für mich einen unschlagbaren, kindlichen Charme.

Generell kann ich für mich festhalten, dass ich mich dann unterhalten fühle, wenn das "trashige" Werk trotz des geringen Budgets gelungen ist (Story, Originalität, Spannung, etc.) oder gerade wegen der (vermeintlichen)Unzulänglichkeiten einen besonderen Charme ausstrahlt (wie zB bei den Kaijus).

Damit will ich jetzt nicht sagen, das Eurocult generell trashig ist, und ich will auch keine Diskussion "Was ist überhaupt Trash?" lostreten.

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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Adalmar » 6. Apr 2014, 21:47

Ich lehne das Etikett "Trash" weitgehend ab. Das ist ja weniger eine fundierte Kategorisierung als eher eine Wertung wie Schund, Kitsch oder im Gegenzug Kunst, Arthouse oder was auch immer, worunter jeder was anderes versteht. Wenn ein Film mich mit albernen, aber abwechslungsreichen Ideen, auch wenn andere die primitiv oder sonstwie schlecht finden, in seinen Bann zu ziehen und mich 90 Minuten bei der Stange zu halten vermag, dann finde ich es unfair, zu sagen: "Der ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist." Richtig schlecht finde ich nur Filme, die mich langweilen oder verärgern.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon dr. freudstein » 7. Apr 2014, 00:17

Gibt ja keine wirklich schlechten Filme. Es wird immer einen geben, der einen Film gut findet, auch wenn die meisten sagen, der war scheisse. Was ist wirklich schlecht, was ist Trash, was nicht, das entscheidet ja jeder für sich selbst. Alles subjektive Empfindung, von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Oder eben eine Getränke- und/oder Stimmungsfrage. Sehr schwer, sowas zu beantworten.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon dr. freudstein » 7. Apr 2014, 00:24

Das angeführte Beispiel von THE RIFFS III - Die Ratten von Manhattan verdeutlichte mir, das ein Film unterschiedliche Wirkung ausüben kann. Zu Hause auf DVD konnte er mich nur wenig überzeugen, aber als wir den letztes Jahr als 35mm Fassung aufgeführt haben, wuchs dieser immens. Im Kino als Kinofassung auf großer Leinwand mit delierenden Kinobesuchern entfaltete er erstmals seine ganze Wirkung und da waren bei mir noch nicht einmal alkoholisierende Getränke mit ihm Spiel. War selbst überrascht, was der Film doch kann und er hatte sich tatsächlich als sowas wie der geheime Favorit herauskristalisiert trotz DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN und ZOMBIE - DAWN OF THE DEAD.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon purgatorio » 7. Apr 2014, 06:03

Adalmar hat geschrieben:Richtig schlecht finde ich nur Filme, die mich langweilen oder verärgern.


Was ja wohl am häufigsten durch sogenannte Blockbuster geschafft wird, die ob ihres immensen Budgets per Definition eigentlich kein billig abgekurbelter Trash sein sollten :nick:
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Theoretiker » 7. Apr 2014, 06:47

Das ärgert mich dann doch ein bisschen. Ich frage nach Genren/Filmen, die ihr trashig aber unterhaltsam findet und Weise explizit darauf hin, dass ich damit KEINE überflüssige Grundsatzdiskussion lostreten will, wie/ob man Trash definieren kann. Und genau das passiert, "Trash" gibt es nicht, "das ist subjektiv" (ach was).

Da macht es keinen Spass, Diskussionsthemen zu starten, wenn - trotz des Hinweises- nur die Totschlag-Argumentation losgeht. :(

Warum wird dann eigentlich im "Vier Fäuste für geilen Kino-TRASH" eifrig diskutiert und nicht eine Petition an TELE 5 geschickt, dass es Trash gar nicht gibt? *ironiemodusaus*
Zuletzt geändert von Theoretiker am 7. Apr 2014, 06:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon purgatorio » 7. Apr 2014, 06:54

Theoretiker hat geschrieben:Das ärgert mich dann doch ein bisschen. Ich frage nach Genren/Filmen, die ihr trashig aber unterhaltsam findet und Weise explizit darauf hin, dass ich damit KEINE überflüssige Grundsatzdiskussion lostreten will, wie/ob man Trash definieren kann. Und genau das passiert, "Trash" gibt es nicht, "das ist subjektiv" (ach was).

Da macht es keinen Spass, Diskussionsthemen zu starten, wenn - trotz des Hinweises- nur die Totschlag-Argumentation losgeht. :(


ich denke, dass es sich hierbei auch um ein Thema handelt, dass längst lang und breit in diversen Threads am konkreten Beispiel diskutiert wurde. Man wiederholt sich irgendwann nur noch :nick:
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Adalmar » 7. Apr 2014, 07:43

Die Frage "Warum ist Trash trotzdem sehenswert?" ist schon so grundsätzlich, dass man einer Grundsatzdiskussion damit eigentlich nicht aus dem Weg gehen kann.

Zur Frage, ob man ein Eurokult-Genre grundsätzlich nicht mag, fallen mir am ehesten Eurospy sowie platte Komödien ein, aber das hat nichts mit "Trash" zu tun.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon buxtebrawler » 7. Apr 2014, 08:58

Theoretiker hat geschrieben:Als Eurocult-Liebhaber braucht man ja manchmal starke "Geschmacksnerven". ;)

Schaut ihr euch "alles" an oder gibt es Genre/Filme, bei denen ihr dann doch aufgebt und trotz der Eurocult-Affinität die Segel streicht?

Ich stoße beim Barbarengenre an meine Grenzen. Da gibt es nur ein, zwei Ausnahmen, die ich noch so eben unterhaltend finde ("Einer gegen das Imperium", "Die Barbaren").

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Bei mir war es zuletzt "The Riffs 3", der für mich einfach keinen Unterhaltungswert hatte, da noch nicht einmal Tits & Gore vertreten waren und die Story imho keine Spannungsmomente aufwies. Dies lag aber nicht daran, das ich Endzeitfilmen nichts abgewinnen kann, "The Riffs 1 + 2" finde ich überaus unterhaltsam.

Außerhalb des Eurocult-Bereichs habe ich ein Faible für Kaijus, also Godzilla & Co. Man-in-Suits-Fights und Spielzeugpanzer haben für mich einen unschlagbaren, kindlichen Charme.

Generell kann ich für mich festhalten, dass ich mich dann unterhalten fühle, wenn das "trashige" Werk trotz des geringen Budgets gelungen ist (Story, Originalität, Spannung, etc.) oder gerade wegen der (vermeintlichen)Unzulänglichkeiten einen besonderen Charme ausstrahlt (wie zB bei den Kaijus).

Damit will ich jetzt nicht sagen, das Eurocult generell trashig ist, und ich will auch keine Diskussion "Was ist überhaupt Trash?" lostreten.

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Auch wenn ich meine Scheuklappen nach und nach ablege, gibt es doch Genres, die ich meide. Dazu gehören Barbaren-Filme ebenso wie Kaijus, Action-Gülle oder "Eurospy".

Ansonsten muss man natürlich zwischen freiwilligem und unfreiwilligem Trash unterscheiden. Bleiben wir beim unfreiwilligen: Wenn ein Film seinen Unterhaltungswert daraus bezieht, dass er in verschiedener Hinsicht schlicht versagt und hinter seinen Ansprüchen zurückbleibt, kann das sehr erheiternd und vor allem eine willkommene Abwechslung zu durchkalkulierten, nichts dem Zufall überlassenden Produktionen sein. Und ist ein Film aufgrund des niedrigen Budgets trashig, versucht er dies gern mal, durch besonders krude Ideen auszugleichen, was natürlich ebenfalls i.d.R. unterhaltsam ist. Wo Trash beginnt, ist aber natürlich in der Tat sehr subjektiv.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Arkadin » 7. Apr 2014, 10:17

Adalmar hat geschrieben:Ich lehne das Etikett "Trash" weitgehend ab. Das ist ja weniger eine fundierte Kategorisierung als eher eine Wertung wie Schund, Kitsch oder im Gegenzug Kunst, Arthouse oder was auch immer, worunter jeder was anderes versteht. Wenn ein Film mich mit albernen, aber abwechslungsreichen Ideen, auch wenn andere die primitiv oder sonstwie schlecht finden, in seinen Bann zu ziehen und mich 90 Minuten bei der Stange zu halten vermag, dann finde ich es unfair, zu sagen: "Der ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist." Richtig schlecht finde ich nur Filme, die mich langweilen oder verärgern.


Ich schließe mich Adalmar in allen Punkten an.

Ohne jetzt die von Theo befürchtete "Grundsatzdiskussion" weiter zu befeuern: Ich mag partout keine Filme, die auf der "Trash"-Schiene fahren und absichtlich "trashig" daher kommen wollen. Deshalb kann ich auch mit "Machete" nix anfangen. Das ist für mich wirklich "schlechter Trash".

Der einzige wahre Trash ist sowieso immer noch der hier:

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