Guter Trash - schlechter Trash?

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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon buxtebrawler » 7. Apr 2014, 10:20

Arkadin hat geschrieben:Ich mag partout keine Filme, die auf der "Trash"-Schiene fahren und absichtlich "trashig" daher kommen wollen.


Du magst "Street Trash, "Toxic Avenger" und "Bad Taste" nicht? :o
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Arkadin » 7. Apr 2014, 10:31

buxtebrawler hat geschrieben:
Arkadin hat geschrieben:Ich mag partout keine Filme, die auf der "Trash"-Schiene fahren und absichtlich "trashig" daher kommen wollen.


Du magst "Street Trash, "Toxic Avenger" und "Bad Taste" nicht? :o


Um klar zu machen, was ich meine, hätte ich wahrscheinlich noch "hoch budgetierte" dazu schreiben sollen.

Die oben angeführten sehe ich nicht in dieser Schiene, wo man zwanghaft "Trash" re-produzieren will. Die zeichnen sich meiner Meinung nach durch originäre Ideen aus und kauen nicht wieder, was es vorher schon gab. Ich glaube ferner, der "Trash-Look" kommt hier eher daher, dass man nicht anders konnte - nicht weil man es "cool" - oder noch schlimmer "geil abgefahren" - fand.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon buxtebrawler » 7. Apr 2014, 10:37

Arkadin hat geschrieben:Um klar zu machen, was ich meine, hätte ich wahrscheinlich noch "hoch budgetierte" dazu schreiben sollen.


Das hättest du, dann wären wir uns nämlich einig gewesen. :nick:

Arkadin hat geschrieben:Die oben angeführten sehe ich nicht in dieser Schiene, wo man zwanghaft "Trash" re-produzieren will. Die zeichnen sich meiner Meinung nach durch originäre Ideen aus und kauen nicht wieder, was es vorher schon gab. Ich glaube ferner, der "Trash-Look" kommt hier eher daher, dass man nicht anders konnte - nicht weil man es "cool" - oder noch schlimmer "geil abgefahren" - fand.


Der Look vielleicht, aber diese Filme sind ja auch inhaltlich bewusst trashig gestaltet worden. Meines Erachtens sind das positive Beispiele für freiwilligen Trash, wie z.B. auch "Braindead" ein positives Beispiel für das mittlerweile auch viel gescholtene Subgenre des sog. Fun-Splatters ist.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon DrDjangoMD » 7. Apr 2014, 13:07

Theoretiker hat geschrieben:Schaut ihr euch "alles" an oder gibt es Genre/Filme, bei denen ihr dann doch aufgebt und trotz der Eurocult-Affinität die Segel streicht?

...

Warum ist Trash für euch trotz der oft nicht nur budgetbedingten Schwächen sehenswert?

Bei mir war es zuletzt "The Riffs 3", der für mich einfach keinen Unterhaltungswert hatte, da noch nicht einmal Tits & Gore vertreten waren und die Story imho keine Spannungsmomente aufwies. Dies lag aber nicht daran, das ich Endzeitfilmen nichts abgewinnen kann, "The Riffs 1 + 2" finde ich überaus unterhaltsam.


Da ich bei Eurocult eher nach Regisseuren und Darstellern Ausschau halte und weniger nach Genres gehe, sehe ich mir schon alles an, was ich in die Finger bekommen kann. Sicher gibt es einige Genres, die ich im Endeffekt lieber mag als andere (Die üblichen Verdächtigen: Western, Gialli, Poliziescos,...) das heißt aber nicht, dass ich einen Film von einem bewunderten Regisseur auslasse, nur weil es sich dabei um einen Eurospy oder so handelt. Oft wurde ich dabei schon positiv überrascht und habe einige Werke von Genres wie Sandalenfilm oder Kriegsfilm zu schätzen gewusst, obwohl ich es eigentlich nicht erwartet hätte.

Die Frage nach gutem Trash/ schelchten Trash ist schwieriger zu beantworten, da ich recht wenige Filme als "trashig" betrachte. (Sorry, aber wenn ich Trashfilme kategorisieren soll, muss man zwangsläufig zuerst klären, was Trashfilme sind. Das kann ich in dem Fall nicht umgehen, auch auf die Gefahr hin dich mit einer Grundsatzdiskussion zu ärgern): Wenn ich mich in den Film hineinversetzen kann und die Distanz dazu verliere (was sehr oft passiert) fallen mir Albernheiten nicht mehr auf, und dadurch ist der Film kein Trashfilm mehr sondern einfach - je nachdem - gut oder schlecht. "The Riffs 1 und 2" sind für mich gute Filme und in keinster Weise trashig, da mir die albernen Stellen während des Sehprozesses nicht als solche vorgekommen sind. "The Riffs 3" ist da ein Sonderfall, da ich manchmal, wenn er allzu ulkig wurde aus dem Film herausgeholt wurde, was aber immer noch für mich in spaßigen Trash resultierte.
Nachdem das gesagt wurde: Unter den Filmen, die ich jetzt als wirklich rein trashig einstufe, Filme die ich in erster Linie genieße, weil ich mich über sie lustig mache, betrachte ich jene als "guten Trash", denen man anmerkt, dass die beteiligten Spaß hatten, die unterhaltsam sind und denen man den ganzen Unsinn aufgrund des geringen Budgets verzeiht. Unabsichtliche Trash-Filme werden von mir in der Regel gnädiger aufgenommen (sofern ich sie überhaupt als "Trash" einstufe), aber selbst beabsichtigte Trashfilme wie "Phantom Empire" nehmen, wenn ich sie liebenswürdig finde, in mein Herz Einzug.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon Theoretiker » 7. Apr 2014, 17:38

Na, dann sind ja doch noch ein paar Impressionen genannt worden.

Was ich mit Grundsatzdiskussion meine, ist, dass es bei so unbestimmten Begriffen wie Schmodder, Trash o.ä. sofort darauf hinausläuft, dies definieren zu müssen, bevor man eine Diskussion beginnen "darf". Das erscheint mir destruktiv und motiviert nicht gerade, neue Diskussionen zu starten.

Dass Thema Film ist ja keine exakte Wissenschaft, zumindest nicht in einem Forum, sondern hat viel mit Geschmack und subjektiver Einschätzung zu tun, warum also sich selbst und interessante Diskussionen blockieren.

Ausgansfrage war ja zudem gerade die Frage nach dem subjektiven Empfinden und Gefallens, man kann also einfach drauf losposten und das vllt. sogar gemeinsam "erarbeiten", anstatt sich in Definitionsversuchen zu verlieren.

Sonst haben wir ja auch bald nichts mehr zu diskutieren. ;)
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 7. Apr 2014, 19:03

Ich kann zu dem Thema immerhin anmerken, dass sich meine Wahrnehmung mit der Zeit sehr verschoben hat. Zu gewissen Zeiten waren meine Ansprüche an "Qualität" extrem hoch. Beispielsweise fand ich "Ein Zombie hing am Glockenseil" bei Erstsichtung (da gab's den noch legal in der Videothek, also verdammt lange her :kicher: ) einfach nur schlecht. Oder "Tenebre", den hatte meine Stammvideothekarin mir extra empfohlen, fand ich ganz gut, aber wiederum nicht sooo gut, dass ich ihn mir kopiert hätte. Bei anderen Filmen ist meine Bewertung konstant geblieben, etwa "Taxi Driver", von Anfang an genial, immer noch genial.
Was ich damit sagen will, ich mußte die Vorzüge und Freuden von "Trash" erst entdecken und genießen lernen. Wie das genau funktioniert hat, weiß ich gar nicht. Möglicherweise habe ich meinen Horizont einfach erweitert.
Heute stellt sich für mich die Frage von "objektiv gut" oder "objektiv schlecht" nicht mehr. Nahezu (fast :mrgreen: ) jeden Film wird irgendjemand mögen, und nur auf diesen subjektiven Geschmack kommt es letztlich an. Hätten alle den gleichen Geschmack, wäre dieser Planet nämlich verdammt armseelig und langweilig.
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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon ugo-piazza » 7. Apr 2014, 19:09

buxtebrawler hat geschrieben:
Auch wenn ich meine Scheuklappen nach und nach ablege, gibt es doch Genres, die ich meide. Dazu gehören Barbaren-Filme ebenso wie Kaijus, Action-Gülle oder "Eurospy".



Das kann ich für drei der Genres unterschreiben, aber Örespy ist doch unterhaltsam am Sonntagnachmittag.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Guter Trash - schlechter Trash?

Beitragvon buxtebrawler » 8. Apr 2014, 20:37

ugo-piazza hat geschrieben:Das kann ich für drei der Genres unterschreiben, aber Örespy ist doch unterhaltsam am Sonntagnachmittag.


Sonntagnachmittag ist Bandprobe oder interessanteres Kino im Metropolos. Ich ergänze - ich glaube, für uns beide - noch um Eastern.

@Theoretschi: Um direkt auf deinen Eingangsbeitrag Bezug zu nehmen: An "Riffs III" z.B. gefällt mir die Geschichte, ganz ausgezeichnet sogar das Ende, und ansonsten unterhält der unfreiwillige Humor mich bei diesem Beispiel prächtig.

Andere Trash-Filme wiederum kommen noch nicht einmal sonderlich sympathisch oder charmant daher, beispielsweise "Patrick lebt!" - diese möchte ich dann aber wenigstens einmal gesehen haben, um mitreden und glauben zu können, dass so etwas tatsächlich fabriziert wurde :D Anderes guckt man vielleicht aus Komplettismus-Gründen, z.B. die Südsee-Schnarcher D'Amatos.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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