Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

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Moderator: jogiwan

Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon karlAbundzu » 17. Apr 2013, 13:31

....und läuft nächsten samstag auf unsrem lieblingssender ARTE! ansehen!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon jogiwan » 28. Apr 2013, 11:53

"Im Angesicht der Hölle" a.k.a. "Rock'n Roll Nightmare" mit Jon-Mikl Thor Bild

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hat geschrieben:Eine Metal-Band bezieht mit einer Handvoll weiblicher Groupies eine abgelegene Farm um dort ein neues Album aufzunehmen und auch ansonsten wieder Kreativität zu tanken. Dummerweise geht es in dem Haus nicht mit rechten Dingen zu und als die ersten kleinen Monster auftauchen wird rasch klar, dass hier dämonische Mächte im Spiel sind, die dann auch nach und nach Besitz von den Körpern der Musiker ergreifen...
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon buxtebrawler » 29. Aug 2013, 23:40

dr. freudstein hat geschrieben:PATSCH, jaaaa natürlich :idea: :thup: :prost:

SID & NANCY

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Sid Vicious (Gary Oldman), legendärer Gitarrist der Sex Pistols und seine Beziehung zu der Punkerin Nancy Spungen (Chloe Webb) sind das Thema dieses Films. Als sich die Punkband nach einer Amerikatournee 1977 auflöst, versucht sich Vicious an einer Solo-Karriere, doch seine Heroinsucht ist ihm im Weg.
Eines Morgens erwacht er und findet Nancy ermordet auf. Der Verdacht fällt auf ihn...


Hab da mal ein paar Worte zu geschrieben:
england-f31/sid-nancy-alex-cox-t1454.html#p107338
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon dr. freudstein » 29. Aug 2013, 23:56

brauchtest du nicht verlinken, ich sehs ja an den neuen Beiträgen. Ungelesene habe ich ja sonst nicht.
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon jogiwan » 30. Aug 2013, 08:22

Searching for the Sugar Man

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wunderbarer Film!
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon buxtebrawler » 30. Aug 2013, 08:31

dr. freudstein hat geschrieben:brauchtest du nicht verlinken, ich sehs ja an den neuen Beiträgen. Ungelesene habe ich ja sonst nicht.


a) Hab ich das nicht nur für dich gemacht und b) sind "neue Beiträge" eine sehr temporäre Angelegenheit.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon buxtebrawler » 7. Nov 2013, 22:10

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Sex & Drugs & Rock & Roll

Nach seinen Dokumentarfilmen „Road to Guantanamo“ und „Die Schock-Strategie“ sowie Beiträgen zu TV-Serien drehte der britische Regisseur Mat Whitecross mit der Rock’n’Roll-Biographie „Sex & Drugs & Rock & Roll“ über den britischen Musiker Ian Dury im Jahre 2010 seinen ersten echten Spielfilm.

Ian Dury unternahm erste musikalische Gehversuche mit der Pubrock-Band „Kilburn and the High Roads“, bevor er Mitte der 1970er im Zuge der Punk-Explosion die Band „Ian Dury & The Blockheads“ gründete und mit ihr einige millionenfach verkaufte Hits wie das titelgebende „Sex and Drugs and Rock and Roll“ oder „Hit Me With Your Rhythm Stick“ verzeichnen konnte. Der durch die Folgen einer Kinderlähmung gehbehinderte Musiker inszenierte sich gern als augenzwinkernder Harlekin, der selbstironische Rock’n’Roll-Songs voller Wortwitz verfasste und mit seiner bluesig-dunklen Stimme inszenierte, aber auch sowohl wütende als auch sanfte Seiten seines Charakters zeigte und sich als Individualist im Musikgeschäft fernab gesellschaftlicher Normen und Koventionen zu behaupten versuchte. Whitecross‘ Film zeichnet die Zeit vom Ende seiner ersten Band bis zum Ende der „Blockheads“ nach, porträtiert Dury und sein Umfeld und bedient sich eines künstlerischen, entfesselten Stils.

Whitecross behandelt im Groben drei Themen: Durys Band, sein Verhältnis zu den Frauen (speziell zu seiner Ehefrau Betty (Olivia Williams, „The Sixth Sense“) und seiner Liebhaberin Denise (Naomie Harris, „Skyfall“)) sowie jenes zu seinem leiblichen Sohn. Er zeichnet das Bild eines leidenschaftlichen, umtriebigen Mannes, der den weltlichen Genüssen alles andere als abgeneigt ist, jedoch stets auch einen gewissen Weltschmerz wegzuspülen droht. Eines Mannes, der seine Ehe und Familie deutlich unterhalb der Musik priorisiert, seiner Vaterrolle nicht gerecht wird und letztlich dafür verantwortlich ist, dass seine Ehe zerbricht. Eines Mannes, der aber auch überaus liebesbedürftig ist zwischen Ehefrau und Geliebter hin und her pendelt, der seinen Sohn trotz allem aufrichtig liebt. Und eben eines Mannes, der aufgrund seiner Behinderung im Kindesalter traumatisiert wurde, der lernen musste, sich durchzubeißen – und dessen Sohn ein ähnliches Schicksal droht, bis er zumindest ein Stück weit Unterstützung seitens seines Vaters bzw. der Band erhält, jedoch vom verschüchterten Außenseiter ins andere Extrem umschlägt und zum „Too cool for school“-Schwänzer wird.

Um das unstete Leben dieses kreativen Kopfes zwischen Erfolgen und Misserfolgen zu visualisieren, greift Whitecross tief in die Trickkiste und erzeugt immer wieder surreale, originelle oder schlicht metaphorische Sequenzen, die vermutlich bewusst an Videoclip-Ästhetik erinnern. Dazu wird immer wieder die Musik Durys und seiner Band eingespielt, wird die häufig episodenhafte Handlung unterbrochen von musikalischen Ergüssen oder Monologen Durys. Dury selbst wird weder kritiklos als Opfer seiner Sozialisation, noch als von Gott und der Welt missverstandener Künstler, aber natürlich genauso wenig als verachtenswerter Soziopath dargestellt. Stattdessen entsteht ein differenziertes Bild, das zwar in gewissem Maße um Verständnis wirbt, meist aber lediglich quasi-dokumentarischen Charakter einnimmt, ohne dabei die Emotionalität des raubeinigen, kämpferischen, eigenbrötlerischen Durys aus den Augen zu verlieren – jedoch auch ohne, diese vorrangig beim Zuschauer zu schüren. Andy Serkis („Der Herr der Ringe“-Trilogie) geht überraschenderweise voll in seiner Rolle auf und vermittelt auf gefühlt täuschend authentische Weise einen Ian Dury, der theoretisch so oder ähnlich hätte sein können. Und das ist gleichzeitig auch der Punkt, der dazu führt, dass ich diesen Film zwar interessiert verfolgen konnte, inspiriert wurde und mich gut unterhalten wähnte, mir aber kein wirkliches Urteil erlauben kann: Ich weiß zu wenig über Dury und seine Biographie, als dass ich den tatsächlichen Wahrheitsgehalt dieses Films beurteilen, als dass ich die erfolgte Gewichtung des Films bewerten, als dass ich Serkis' schauspielerische Leistung am echten Ian Dury messen könnte. Möglicherweise ist es gar das Artifizielle, Interpretatorische und individuelle Kreative des Films, das zugunsten eines Drehbuchs an der Realität vorbeischießt und vielleicht dem echten Dury, der leider im Jahre 2000 verstarb, übel aufgestoßen hätte - in etwa so, als hätte man sich nicht primär für seine eigenen künstlerischen Visionen und Arbeiten interessiert, sondern sein Schicksal zum Anlass genommen, sich auf seinen Schultern selbst kreativ auszutoben und dabei biographischen Anspruch zu erheben. Gerade bei in ihren Ausdrucksformen radikalen und/oder eitlen Künstlern muss mit solchen Reaktionen andererseits immer gerechnet werden und Mr. Dury selbst dazu zu befragen ist leider nicht mehr möglich.

So bleibt als Option, sich angeregt durch diesen Film selbst näher mit seiner Person und seinem Schaffen auseinanderzusetzen. Um diesen Schritt zu erleichtern, wäre es indes hilfreich gewesen, hätte man eine Handvoll bedeutender Dury-Songs nicht nur an-, sondern inklusive Durys Bühnenperformance einmal komplett ausgespielt und gezeigt. Widmet man sich jedoch Durys Karriere, fällt schnell auf, dass er auch nach dem Ende der „Blockheads“ noch lange Zeit aktiv war, mit diversen Künstlern zusammenarbeite, weiter Songs aufnahm, Tourneen bestritt, sich gar als Schauspieler verdingte... Es gibt viel zu entdecken und unterm Strich halte ich „Sex & Drugs & Rock & Roll“ für einen weitestgehend respektvollen Umgang mit dem Gegenstand seines Interesses. Ruhe in Frieden, Ian.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Onkel Joe, der mir diesen Film geschenkt hat! :prost:
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon karlAbundzu » 9. Nov 2013, 13:51

klingt spannend und gerade auch als schauspieler mochte ich ihn sehr!
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon buxtebrawler » 12. Nov 2013, 23:40

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Get Thrashed – The Story of Thrash Metal

Thrash Metal entstand in der ersten Hälfte der 1980er in den USA, grob umschrieben aus den Einflüssen der flotteren, ungestümeren Vertreter der New Wave of British Heavy Metal und der Energie des Hardcore-Punks. Als stildefinierend erwiesen sich die ersten Alben der Bands METALLICA und SLAYER. Schnell zogen andere Bands nach und versuchten, sich gegenseitig in Härte und Geschwindigkeit zu überbieten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich jedoch eine große stilistische Bandbreite von stark von klassischem Heavy Metal inspirierten Gruppen, die mitunter viel Wert auf Melodie legten und stark dem Speed- und Power Metal verhaftet waren, bis hin zu sehr punkigen Acts, die schließlich auch das Crossover-Genre definierten und sowohl Punks und Hardcore-Kids als auch Metaller anzogen. Ende der 1980er/Anfang der 1990er ebbte das Thrash-Phänomen ab, an die Stelle der Schneller-lauter-härter-Bands trat ein stärker Groove-orientierter Stil, wie ihn beispielsweise PANTERA spielten und populär machten. Viele Bands änderten ihren Stil oder passten ihn neuen Gegebenheiten an. Andere jedoch machten unbeeindruckt weiter und noch heutzutage drängen immer wieder neue Thrash-Bands an die Öffentlichkeit und auf die Bühnen, die, gleich welchen Stils, den Underground und damit den Thrash-Sound lebendig und spannend halten.

Über exakt diese Musikrichtung hat im Jahre 2006 der US-Amerikaner Rick Ernst in enger Zusammenarbeit mit dem ehemaligen OVERKILL-Drummer Rat Skates den Dokumentarfilm „Get Thrashed – The Story of Thrash Metal“ gedreht. Der Film setzt sich zusammen aus Interviews bzw. Statements zahlreicher Szene-Protagonisten aus Bands sämtlicher Dekaden wie METALLICA, SLAYER, DARK ANGEL, DEATH ANGEL, OVERKILL, ANTHRAX, NUCLEAR ASSAULT, D.R.I., EXODUS, MEGADETH, TESTAMENT, HIRAX, PANTERA, MUNICIPAL WASTE, DESTRUCTION, SODOM, KREATOR, VIO-LENCE, RUMPELSTILTSKIN GRINDER, LAMB OF GOD und noch einigen mehr, darüber hinaus kommen Fans, DJs und andere Involvierte zu Wort. Nachgezeichnet wird auf diese Weise die Entwicklung der Szene von ihren Tapetrading-Anfängen bis hin zur Gegenwart, in der die „Big Four“ des Genres Stadien füllen. Unterlegt und aufgepeppt wird die Dokumentation von zahlreichen Live-Ausschnitten, die einen authentischen Eindruck von der unfassbaren Energie vermitteln, die in sich von den Bands aufs ausrastende und wie wild stagedivende und moshende Publikum und zurück übertrug. Zahlreiche Plattencover, Flyer, Fotos etc. werden gezeigt, darunter einiges an zuvor nicht unbedingt populären und bereits zigfach im Internet verbreiteten Material. In verschiedene Kapitel unterteilt, versucht der Film so viele Bereiche des Thrash Metals wie möglich abzudecken, muss dabei natürlich der begrenzten Spielzeit Tribut zollen. Wie häufiger bei derartigen Dokumentationen ist das Bonusmaterial der Heimkino-Veröffentlichung unbedingt mit einzubeziehen und zusammen mit dem Hauptfilm als Gesamtwerk zu betrachten, denn in weiteren rund 100 Minuten wird der Zuschauer mit auf eine Weltreise durch den Thrash genommen und werden aus jeder mehr oder weniger relevanten Szene auf beinahe jedem Kontinent die bedeutendsten Protagonisten herausgepickt, vorgestellt und kommentiert. Dabei wird ein unglaubliches Namedropping betrieben und eine immens hohe Zahl an Bands fand dadurch in den Film – und trotzdem fehlen immer noch einige, wenn ich mir meine Plattenregale so anschaue. Nichtsdestotrotz: Hochachtung für diesen Kraftakt, der Genre-Einsteigern einen Einkaufszettel in Überlänge bescheren dürfte.

Durch den Verzicht auf einen Kommentar aus dem Off, der dem Film seine individuelle, persönliche Sichtweise aufgedrückt hätte, entsteht ein authentischer, bunt und breit gefächerter Eindruck der Szene, bleibt der Film jedoch auch ein wenig oberflächlich. Zwar wird auf die Durststrecke des Genres in den ‘90ern eingegangen und werden auch Probleme wie das kräftezehrende Tourleben und die Gefahren und Folgen von Alkohol- und Drogenmissbrauch erwähnt, eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit manch fragwürdiger Band bleibt jedoch ebenso auf der Strecke wie eine nähere Betrachtung der textlichen Inhalte der Szene, die ebenfalls ein breites Spektrum aufweisen und gerade in ihren häufig pessimistischen, kritischen Betrachtungen beispielsweise des Kalten Kriegs, atomaren Wahnsinns etc. nicht wegzudenken sind und meist hervorragend mit der aggressiven Musik korrespondieren. Auch nutzt es sich irgendwann ab, zu fast jeder Band Kommentare von Jungspunden wie RUMPELSTILTSKIN GRINDER zu hören bzw. generell kaum kritische Worte zu vernehmen – als hätte man den Kommentatoren eingeimpft, sich bitte keinesfalls negativ zu „Kollegen“ zu äußern. Doch schlussendlich ändert das nichts an der Tatsache, dass es sich um eine augenscheinlich mit viel Herzblut, wenn auch manchmal zu offensichtlich eine reine Fan-Sicht einnehmende Dokumentation handelt, die einen sehr kompetenten Eindruck macht, den Thrash-Kult sehr gut porträtiert und beweist, wie viel es allein über dieses Subgenre, das trotz Death- und Black Metal, Grindcore etc. meines Erachtens noch immer zur Adrenalinausstoß förderndsten Musik überhaupt zählt, zu erzählen gibt. Thrash or be thrashed!
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Re: Foren-relevante (Horror-) Filme mit Musik-Thematik

Beitragvon buxtebrawler » 30. Nov 2013, 20:59

buxtebrawler hat geschrieben:Bild
Trick or Treat (Ragman)

Sammi Curr, ein toter Heavy-Metal-Musiker, der sein Leben der schwarzen Magie verschrieben hatte, kann mittels des Rückwärts-Abspielens seiner letzten, bislang unveröffentlichen Schallplatte, wieder zum Leben erweckt werden. Als sein junger Fan Eddie dahinterkommt, holt er den musikalischen Zombie in sein Zimmer, und dann beginnt der Horror: Energiequellen, Stereoanlagen sowie Fernsehgeräte und Radios werden durch den Toten zu tödlichen Fallen.


US-Schauspieler und –Regisseur Charles Martin Smith’ Regiedebüt aus dem Jahre 1986 ist ein kurzweiliger, selbstironischer „Metal-Horror-Film“, der allerlei Heavy-Metal-Klischees aufs Korn nimmt, ohne dabei zu einer überkandidelten, albernen Komödie zu werden.

Ragman, ein jugendlicher Metal-Fan, ist ein Außenseiter an seiner Schule und wird permanent von den Football-Cracks verarscht und gedemütigt. Trost findet er in der Musik, wenn er sich in sein über und über mit Fan-Devotionalien gespicktes Zimmer zurückzieht und seine Anlage aufdreht. Besonders angetan haben es ihm die Klänge seines Idols Sammi Curr, einem misanthropischen Metal-Frontmann, der quasi alle von hysterischen Sittenwächtern seinerzeit so geächteten und in die Musik hineininterpretierten Klischees in sich vereint. Nach seinem Unfalltod hinterlässt er lediglich eine Art Testpressung seiner letzten Platte, die Radiomoderator und DJ Nuke, überraschend souverän gespielt von KISS-Frontmann und Gelegenheitsschauspieler Gene Simmons (obwohl, KISS sind ja eigentlich auch eine Theatertruppe), dem verzweifelten Ragman zuspielt. Dieser vernimmt rückwärts gesprochene Botschaften auf der Platte, die ihn dazu auffordern, sich mit Currs Hilfe aus dem Jenseits gegen seine Peiniger durchzusetzen. Was zunächst noch recht gut funktioniert, entwickelt aber bald eine besorgniserregende Eigendynamik, denn Curr hat es anscheinend darauf abgesehen, die gesamte Jugend der Kleinstadt während eines Halloween-Balls auszulöschen…

Die Chose mit den versteckten Botschaften auf Schallplatten war in den 1980ern einer der Höhepunkte der klerikalen und medialen Hexenjagd auf Heavy Metal und wird hier ebenso treffsicher parodiert wie die allgemeine bürgerliche Angst vor dieser Musik mit ihren anzüglichen Texten und all der gefürchteten Jugendgefährdung. So bekommen wir in einer Nebenrolle ausgerechnet Ozzy Osbourne als spießigen TV-Prediger (!) zu sehen, der in einer Talkshow einen Songtext zitiert und gegen die Musik wettert, während Ragmans Kumpel abgebrüht kommentiert, das Gerücht mit den rückwärts gesprochenen Botschaften hätte die Musikindustrie in die Welt gesetzt, damit die Kids beim Versuch, die Platten rückwärts abzuspielen, selbige zerkratzen und sie erneut kaufen müssen.

Der Film beweist also viel Humor und greift, wie es sich für einen Horrorfilm der 80er gehört, natürlich auch kräftig in die Trickkiste. Die teils gelungenen, teils aber auch eher trashigen Effekte (Mann im Gummikostüm?) beschränken sich allerdings auf nett anzusehende Harmlosigkeiten wie z.B. verrücktspielende Elektronik, Curris Maske oder die aus seiner Gitarre schießenden und sich perfekt in die 80er-Metal-Ästhetik einfügenden blauen Energiestrahlen, mit denen er auf sein Publikum zielt. Blut oder Gore sollte man nicht erwarten, damit hält sich „Ragman“ zurück. Marc Price gibt einen guten, durchaus glaubwürdigen Hauptdarsteller ab und auch ansonsten ist darstellerisch alles im grünen Bereich. Schnitt und Dramaturgie lassen keine Langeweile aufkommen, lediglich der Soundtrack der Band „Fastway“ trifft nicht meinen Geschmack und klingt mir zu sehr nach mainstreamlastigem Poserrock.

Fazit: Charmante und kultverdächtige Satire sowohl auf den Metal der 80er als auch auf dessen Gegner im Teenage-Horror-Gewand, der die richtige Balance zwischen Humor und Horrorgenrekost findet und manch Metal-Fan ins Gedächtnis rufen dürfte, was genau an den 80ern eigentlich so geil war. Spätere ähnlich angelegte Filme wie z.B. „Freakshow“ („Black Roses“) erreichen diese Qualität nicht mehr, bieten sich aber auf jeden Fall für ein Double-Feature mit Kumpels und ein paar Kannen Bier an.


Erscheint voraussichtlich am 31.01.2014 bei NSM in Österreich als limitiertes Mediabook (Cover A 1.000 Stück, Cover B 500 Stück) als Blu-ray/DVD-Kombi.

Cover A:

Bild

Cover B:

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Extras:

* Booklet von Nando Rohner
* Soundtrack CD mit der Musik von FASTWAY (Band des ehemaligen
Motörhead-Gitarristen Fast Eddie Clarke)
* MOVIECOPS: HORNS UP FOR HORROR - Eigens produziertes Special
"HEAVY METAL & HORRORFILME" vom Bang Your Head 2013 mit
Interviews von
- Morten Sandager (PRETTY MAIDS)
- Mem Von Stein (EXUMER)
- Bob Capka (VICIOUS RUMORS)
- Sven Groß (FLESHCRAWL)
- Andrew Prestidge (ANGEL WITCH, ZOLTAN)
- Sy Keeler (ONSLAUGHT)
- Axel Hermann (Künstler / Cover-Artwork-Artist)
- Tony Speakman (HELL)
- T. Schiavo (EXUMER)
- Daniel „Fuchs“ Täumel (DIE APOKALYPTISCHEN REITER)
- Marcel „Schmier“ Schirmer (DESTRUCTION)
- Mr. Lordi (LORDI)
- Gerhard „Felix“ Stass (CREMATORY)
- Warrel Dane (NEVERMORE / SANCTUARY)
- Jon Schaffer & Stu Block (ICED EARTH)
* Filmografien
* Bandbiografien
* Trailershow

Quellen:
http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=49795
http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=49796
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