Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon Theoretiker » 24. Mär 2014, 19:09

Adalmar hat geschrieben:
Theoretiker hat geschrieben:Schrott, der nur die sadistischen Triebe befriedigen will (HC2, MbtS


"Men behind the Sun" dient wohl eher der hier besonders drastisch verbildlichten Anklage gegen die Japaner bezüglich deren Vorgehen im Zweiten Weltkrieg. Gut finde ich den Film aber auch nicht.


Ja, das wurde behauptet. Mal davon abgesehen, dass dieses (angebliche) Motiv spätestens mit der Verfilmung von drei weiteren Teilen offensichtlich finanziellen Interessen weichen musste, halte ich das für fragwürdig. Jeglicher Respekt gegenüber den Opfern wird doch mit den exploitiven Darstellungen ad absurdum geführt. Wer würde auf die Idee kommen, an den Holocaust zu erinnern, indem er das Grauen der Gaskammern detailliert auswalzt.
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon Salvatore Baccaro » 24. Mär 2014, 19:18

Theoretiker hat geschrieben:Wer würde auf die Idee kommen, an den Holocaust zu erinnern, indem er das Grauen der Gaskammern detailliert auswalzt.


So ziemlich jeder italienische Naziploitation-Regisseur...? ;-)

Zum Thema "verstörendste Filme aller Zeiten" sind fast alle meine Klassiker eigentlich schon genannt, außer vielleicht... hm, kennt hier irgendwer VASE DES NOCES, Cavallones BLUE MOVIE oder Agostis NEL PIÙ ALTO DEI CIELI? Mir persönlich sind zudem mehrere Leute bekannt, die sich Hanekes FUNNY GAMES und BENNYS VIDEO nicht mal bis zur Hälfte anzuschauen vermochten...
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon Theoretiker » 24. Mär 2014, 19:35

Salvatore Baccaro hat geschrieben:
Theoretiker hat geschrieben:Wer würde auf die Idee kommen, an den Holocaust zu erinnern, indem er das Grauen der Gaskammern detailliert auswalzt.


So ziemlich jeder italienische Naziploitation-Regisseur...? ;-)


Das meinte ich wortwörtlich und nicht im übertragenen Sinne. Da haben sich selbst die Italiener nicht herangetraut. Des Weiteren hätte dann ja ein jüdischer Filmemacher dieses Grauen vergleichbar plastisch verfilmen müssen. Das ist ja mehr als absurd.
Zuletzt geändert von Theoretiker am 24. Mär 2014, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon purgatorio » 24. Mär 2014, 19:41

Salvatore Baccaro hat geschrieben:
Theoretiker hat geschrieben:Wer würde auf die Idee kommen, an den Holocaust zu erinnern, indem er das Grauen der Gaskammern detailliert auswalzt.


So ziemlich jeder italienische Naziploitation-Regisseur...? ;-)


...und UWE BOLL!!! :opa: Mit Grauen denke ich an den Film AUSCHWITZ zurück! Bitter, ganz bitter!
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon Theoretiker » 24. Mär 2014, 20:02

purgatorio hat geschrieben:
Salvatore Baccaro hat geschrieben:
Theoretiker hat geschrieben:Wer würde auf die Idee kommen, an den Holocaust zu erinnern, indem er das Grauen der Gaskammern detailliert auswalzt.


So ziemlich jeder italienische Naziploitation-Regisseur...? ;-)


...und UWE BOLL!!! :opa: Mit Grauen denke ich an den Film AUSCHWITZ zurück! Bitter, ganz bitter!


Den habe ich zwar nicht gesehen, aber selbst Boll hat doch drastische, detaillierte Darstellungen aus den Gaskammern ausgespart, oder etwa nicht?
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon untot » 24. Mär 2014, 20:13

Mich verstören generell alle Filme in denen Tiere real aufs übelste abgeschlachtet werden, das geht für mich garnicht und wird auch nicht geguckt.

Genau so hinterlassen alle Filme die nur drauf aus sind möglichst detaillierte Folterszenen ohne viel Handlung zu zeigen, bei mir ein wirklich schlechtes Feeling und werden deshalb auch gemieden.
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon purgatorio » 24. Mär 2014, 20:25

Theoretiker hat geschrieben:Den habe ich zwar nicht gesehen, aber selbst Boll hat doch drastische, detaillierte Darstellungen aus den Gaskammern ausgespart, oder etwa nicht?


das überlässt er ganz dir als Betrachter, indem er als Aufseher minutenlang vor der Kammer steht und unter dem Fingernagel rumpopelt, während drinnen die Verzweifelten gegen die Türe hämmern.
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon dr. freudstein » 24. Mär 2014, 22:21

hhhmmm, einer hat den Film in seiner Filmliste mit drinne Uwe Boll - Auschwitz. ich war schon iwie neugierig auf den Film, ist ja ein sehr heikles Thema und dazu gehört Boll selbst ja auch. ich habe und kenne von ihm aber nur AMOKLAUF und dachte, ich meide ihn mal ebenso wie Jochen Taubert (was mir nach dem letztem Wichteln ja nicht gelungen ist), aber sind ja wohl doch 2 Paar Schuhe, die beiden.
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon buxtebrawler » 25. Mär 2014, 10:17

DrDjangoMD hat geschrieben:Was mich bei Filmen immer am meisten verstört hat ist, wenn ich das Gefühl hatte, dass die Filmemacher die furchtbaren Dinge, die auf der Leinwand geschehen, nicht als furchtbar ansehen. Sicher sind Werke wie "Cannibal Holocaust" oder "Ich spuck auf dein Grab" unangenehm anzusehen, aber bei solchen Filmen habe ich wenigstens noch die Gewissheit, dass die Schrecknisse von fiktiven Figuren ausgehen und nachdem ich mal eine Nacht darüber geschlafen habe, kann ich mein Leben eigentlich immer wieder unbekümmert fortsetzen. Ein Film verstört mich allerdings auf längere Zeit, wenn ich das Gefühl bekomme, dass der reale Regisseur eine aus meiner Sicht unmoralische Warte einnimmt.
Ein von mir oft zitiertes Beispiel: Die Vergewaltigungsszene aus "Ich spuck auf dein Grab" hat mich sicherlich, solang sie gelaufen ist, entsetzt, aber nicht längerfristig niedergeschlagen gemacht, da ich durch ihre grausame Inszenierung suggeriert bekam, dass der gute Meir Zarchi auch eine ähnliche Haltung dazu einnimmt. Wenn allerdings "Rape: The Movie" aka. "Robin Hood und seine lüsternen Mädchen" von realen Menschen als lockere Erotikkomödie inszeniert und besonders vermarktet wird, stimmt mich das wirklich lange traurig und ihr im Forum habt dann darunter zu leiden, dass ich diese Trauer zu kompensieren versuche, indem ich viel zu oft diesen Film als Negativbeispiel bringe. Aus selbigen Grund spiele ich so oft auf "Jaimee: Unfoxxed" an, weil ich bis jetzt nicht vergessen konnte, dass der olle Quentin Szenen, die ich moralisch verwerflich fand, als heiter Masturbationsvorlagen inszeniert hat oder ich ärgere mich noch immer darüber dass Doofy McMisogyn in Bianchis "Die Nackt der blanken Messer" die heldenhafte Hauptrolle war und solche Sachen sind es, die mich in Filmen verstört.


Sehr interessante Herangehensweise! Derlei vermag mich auch zu verstören, jedoch vermeide ich das Ansehen solcher Filme. "Positiv verstört" (wenn man es so nennen will) haben mich:

- Requiem for a Dream
- Cannibal Holocaust
- Die 120 Tage von Sodom
- Die Maske (der Mit Cher und Eric Stoltz)
- An American Crime
- American Psycho
- Vertigo
- Cannibal
- Die Beschissenheit der Dinge
- Bringing Out the Dead
- Einer flog über das Kuckucksnest
- The Green Mile
- Z
- Das Geständnis
- Die Fliege (Remake)
- Hass
- I wie Ikarus
- Natural Born Killers
- Philadelphia
- Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger
- Ring
- Shining (Kubrick)
- Der unsichtbare Aufstand
- Die Verurteilten
- Patrick lebt! :mrgreen:

Und bereits als Kind:
- Der Blob
- Es
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
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Re: Die verstörendsten Werke der Filmgeschichte

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 25. Mär 2014, 14:43

"verstört" ist eine Definitionssache. Ich nenne mal welche, die mir sehr unangenehm waren.

Das sind zum einen diverse Mondo- und Pseudo-Mondo-Filme, genauso die berüchtigten Tier-Snuff-Kandidaten unter den Kannibalen-Filmen, also alles, wo aus dem realen Leid von Lebewesen in schamlosester Weise Profit geschlagen wird.
Als Beispiel dieser hier, den ich als besonders ekelhaft in Erinnerung habe, vor allem die endlosen Standbilder und Aufnahmen von realen Autounfällen und die unzähligen Wiederholungen der Todesszene des Schauspielers Vic Morrow bei Filmdreharbeiten...

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Von den Spielfilmen mit gestelltem Material fällt mir noch "Men behind the sun" ein, den ich ebenfalls mehr als grenzwertig finde.

Ganz anderes Beispiel:

"Letzte Ausfahrt Brooklyn"

Ein richtig toller Film, den ich damals im Kino gesehen habe, der mich aber gleichzeitig, obwohl ich ihn gut fand, so deprimiert und runtergezogen hat, dass ich mir sicher war, ihn nicht nochmal anschauen zu wollen. Und daran habe ich mich bis heute gehalten.

Das waren spontan drei Titel, bei längerem Nachdenken, fielen mir bestimmt noch mehr ein.
~ VORSICHT! Off Topic ~
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