Der Horrorfilm - Mehr als nur Zombies und Innereien: Teil 4

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Der Horrorfilm - Mehr als nur Zombies und Innereien: Teil 4

Beitragvon horror1966 » 1. Sep 2012, 20:15

Teil 4
Der Slasher-Film
- Eine Übersicht -


Neben dem Splatter / Gore Film haben wir es hier wohl mit der beliebtesten Art des Horrorfilms zu tun, dem Slasher. In den meisten Fällen läuft bei dieser Art Film fast alles nach dem gleichen Muster ab, ein psychopatischer Serienmörder macht Jagd auf jugendliche Teenies und tötet sie auf die unterschiedlichsten Arten. Dabei kommen mehrere Waffen und Werkzeuge als Tatwaffe in Frage, zumeist handelt es sich hierbei um Messer, mit denen die Opfer aufgeschlitzt werden.

Ein wesentliches Merkmal dieser Filme ist auch die Tatsache, das die Jugendlichen fast immer vollkommen unlogisch handeln und es damit dem Mörder oft ziemlich leicht machen. Auch sind die Teenies meist sehr gutaussehend, haben aber nicht besonders viel im Kopf. Obwohl sich das jetzt eigentlich eher negativ anhört, sind es aber gerade diese fast immer gebrauchten Klischees, die den Slasher so beliebt machen und ihm seinen unverwechselbaren Charme verleihen. So ist es dann auch kein Wunder, das auch in der heutigen Zeit immer noch viele Slasher auf Oldschool-Art produziert werden.


Viele Leute sind ja der Meinung, das der 1978 erschienene Film Halloween - Die Nacht des Grauens von John Carpenter der Anfang des Slashers ist, dabei liegen die Wurzeln doch viel weiter zurück. Es sind nämlich Filme wie Peeping Tom (1960), Psycho (1960) und Bay of Blood von 1971, in denen die ersten Slasher-Elemente verankert sind. Zugegeben, es sind eher zarte Ansätze zu erkennen, aber gelten doch diese Filme als Vorahnen des Slashers. 1974 erschien dann die kanadische Produktion Black Christmas, oder auch Jessy - Die Treppe in den Tod genannt, die eigentlich als erster ernstzunehmender Vorläufer des Sub-Genres gilt. Und das, obwohl hier eigentlich so gut wie gar nichts von dem gezeigt wird, was diese Filmart so auszeichnet.

Dann kam das besagte Jahr 1978, in dem das Genre dann eigentlich richtig eröffnet wurde, denn John Carpenter hatte den oben schon erwähnten Film Halloween geschaffen, der unumstritten als Mutter aller Slasher-Filme gilt und das auch vollkommen zu recht. Obwohl der Film eigentlich keine besonders harten Passagen zu bieten hat, so weiss er selbst in der heutigen Zeit noch die Zuschauer zu fesseln und faszinieren und das allein durch seine sagenhaft dichte und bedrohliche Atmosphäre, die Carpenter hier geschaffen hat. Nach dem Riesenerfolg von Halloween setzte eine regelrechte Welle ein und etliche Filme dieser Art wurden gedreht. So zeichnete 1980 Sean S. Cunningham für den Kultfilm Freitag der 13. als Regisseur verantwortlich und 1984 kam Wes Craven's Nightmare on Elm Street, womit hier auch schon die 3 langlebigsten Slasher-Reihen genannt sind, die gleichzeitig auch 3 der wohl bekanntesten und beliebtesten fiktiven Serienmörder hervorbrachten, nämlich Michael Myers, Jason Vorhees und nicht zuletzt Freddy Krueger. Letzterer stellt sogar noch etwas besonderes dar, da er seine jugendlichen Opfer in ihren Träumen tötet.

Nun ist es aber nicht so, das dieses Sub-Genre gerade in den 80 er Jahren nur diese 3 Reihen hervorgebracht hat, den gerade die Freitag-Reihe zog etliche gute und auch weniger gute Nachahmer nach sich, in denen der Tatort immer in ein Ferien-Camp verlegt wurde. So gibt es Filme wie The Burning - Brennende Rache von 1981, der sicherlich einer der besten sogenannte Camp-Slasher darstellt, weitere Vertreter dieser Art sind zum Beispiel Camp des Grauens, der es sogar auf 2 Fortsetzungen brachte. Zum Ende der 80 er Jahre wurde es dann etwas ruhiger, einige redeten sogar vom Tod des Slasher-Films, der dann aber in den 90 er Jahren ein fast sensationelles Comeback erlangte, nachdem Wes Craven 1996 seinen Film Scream in die Kinos schickte.

Dieser Film trat eine gewaltige Welle los, es gab unzählige Nachahmer, die im Sog dieses Filmes folgten. Doch davon mehr zu einem späteren Zeitpunkt, denn dieser neuen Teenie-Horrorwelle wird ein eigener Bericht gewidmet.

Die Renaissance dieses Sub-Genres, die Mitte der 90 er Jahre begann, hält eigentlich bis zum heutigen Tage an, sehr gefragt sind im Moment die sogenannten Oldschool-Slasher, wie zum Beispiel der Film Hatchet, der, wenn man den Meinungen vieler fans glauben darf, sogar das Potential für eine neue Horror-Reihe besitzt. Aber auch Werke wie Dark Ride, oder Boogeyman 2 - Wenn die Nacht dein Feind wird sind Beispiele dafür, das auch heute noch immer wieder neue Slasher produziert werden, auch wenn natürlich rein storymäßig nicht viel Innovation vorherrscht.

Zum Abschluß noch ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt, der durchaus erwähnenswert ist, war in ganz frühen Slasher-Werken die Identifikation noch auf die Opfer ausgelegt, so hat sich das in den 80 er Jahren doch fast grundlegend geändert und fast alles hat sich auf die Täter focusiert, die durch ihre teils comichafte Überzeichnung zu den wahren Sympatieträgern wurden, was man ja allein an den 3 oben genannten großen Film-Reihen ermessen kann, wenn man ihre Popularität und Beliebtheit als Maßstab nimmt
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Re: Der Horrorfilm - Mehr als nur Zombies und Innereien: Teil 4

Beitragvon Adalmar » 2. Sep 2012, 20:46

horror1966 hat geschrieben:Viele Leute sind ja der Meinung, das der 1978 erschienene Film Halloween - Die Nacht des Grauens von John Carpenter der Anfang des Slashers ist, dabei liegen die Wurzeln doch viel weiter zurück. Es sind nämlich Filme wie Peeping Tom (1960), Psycho (1960) und Bay of Blood von 1971, in denen die ersten Slasher-Elemente verankert sind. Zugegeben, es sind eher zarte Ansätze zu erkennen, aber gelten doch diese Filme als Vorahnen des Slashers. 1974 erschien dann die kanadische Produktion Black Christmas, oder auch Jessy - Die Treppe in den Tod genannt, die eigentlich als erster ernstzunehmender Vorläufer des Sub-Genres gilt. Und das, obwohl hier eigentlich so gut wie gar nichts von dem gezeigt wird, was diese Filmart so auszeichnet.


"I corpi presentano tracce di violenza carnale" ("Torso") von Sergio Martino (1973) hat ebenfalls schon das meiste, was der Slasher auch hat. Ein maskierter Mörder steht unheimlich in einem Wäldchen und rennt hinter einem hübschen, halbnackten Mädchen her usw. Daraus wurde dann in "Freitag" der 13. ein ganzes Handlungskonzept gestrickt. Aus Bavas "Reazione a catena" ("Bay of Blood") wurden ja sogar einzelne Mordmethoden direkt übernommen. Dass "Black Christmas" als "erster ernstzunehmender" Vorläufer gilt, liegt wohl daran, dass es ein amerikanischer Film ist ...
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