Bizarre Cinema in Hamburg

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Re: Bizarre Cinema in Hamburg

Beitragvon Bonpensiero » 31. Jan 2017, 20:15

Mal gucken, da kann man echt schwach werden.... :rambo: :thup:
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Re: Bizarre Cinema in Hamburg

Beitragvon ugo-piazza » 3. Feb 2017, 21:20

ugo-piazza hat geschrieben:

Sonntag, 5.2.2017, 14.30 Uhr: DAS GESCHLECHT DER ENGEL
I/BRD1968, R: Ugo Liberatore, 85 Min., 35 mm, DF, mit Bernard de Vries, Rosemary Dexter, Doris Kunstmann, Laura Troschel
Drei verwöhnte Zicken aus gutem Hause, Nora (Doris Kunstmann), Nancy (Rosemary Dexter) und Carla (Laura Troschel), machen mit der väterlichen Yacht eine mehrtägige Bootsfahrt von Italien nach Jugoslawien. Damit keine Langeweile aufkommt, wird der attraktive Marco (Bernard de Vries) mitgenommen und etwas LSD eingepackt. Das unbeschwerte Urlaubsvergnügen nimmt bald eine unerwartete Wende und wird das Leben der vier Protagonisten für immer verändern. Eine selten gezeigte Perle des Yachtploitation-Genres ("Sklaven ihrer Triebe"/"Interrabang"/"Kreuzfahrt des Grauens"/"Waves of Lust!) für Liebhaber von 60er-Jahre-Bikinimoden und der mitreißenden Filmmusik von Giovanni Fusco in einer exzellenten deutschen Sprachfassung.
Text und Einführung: Torsten Cornils




:opa:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Bizarre Cinema in Hamburg

Beitragvon ugo-piazza » 8. Feb 2017, 19:42

Liebe Freunde der sanft gewellten Kopf-, Oberlippen- und Brustbehaarung,

bevor ihr nächste Woche mit einem Foto (siehe unten) zum Coiffeur eures Vertrauens geht, haben wir noch eine frohe Botschaft für euch: Ihr werdet die sanft gewellte Stimme eures Helden hören können, anders als zuvor angekündigt zeigen wir MALONE in OF statt in DF.

Sonntag, 12.2.2017, 14.30 Uhr: MALONE
USA 1987, R: Harley Cokliss, 90 Min., OF, 35mm, mit Burt Reynolds, Lauren Hutton, Cliff Robertson
"Ex-cop. Ex-CIA. Ex-plosive." So beschrieb die Tagline des US-Posters den Titelhelden. Im Zentrum der Story befindet sich ein Archetyp des amerikanischen Western- und Actionkinos: der des Kämpfens müde Revolverheld, der angesichts kaum zu ertragender Ungerechtigkeit den Colt wieder zur Hand nimmt und ohne hinderliche Moralkonzepte systematisch alle Schergen des Bösen mit Blei vollpumpt. "Malone" gilt als Reynolds‘ letzter großer Actionfilm. Lange Zeit fast vergessen, hat sich der Titel in den letzten Jahren dank digitaler Datenträger eine Art zweites Leben erkämpft. Guilty pleasure im allerbesten Sinne mit tollem Stunt-Handwerk, erstaunlich ruhigem Aufbau und einer von Burts eher ungewöhnlicheren Frisuren. Der beste 80er-Action-Klopper, den Sie bisher noch nicht kannten!
Text und Einführung: Jan Minck






Liebe Logophobiker und Päderanten,

bizarr: "seltsam, wirrförmig". Das seit dem 17. Jh. bezeugte Adjektiv stammt aus dem franz. bizarre, das seinerseits aus dem ital. bizarro entlehnt ist. Der Ursprung des ital. Worts ist dunkel, vielleicht ist es aus ahd. baga ("Streit") entlehnt. (Duden Bd. 7, Herkunftswörterbuch, Etymologie der deutschen Sprache, 5. Auflage 2014)

Das Bizarre-Cinema-Team widerspricht hiermit entschieden der Vermutung der Duden-Redaktion, dass unser gemeinsames Projekt auf Streit gründet. Wir mögen nicht immer einer Meinung sein, aber seit den Anfängen herrschen bei uns gegenseitiger Respekt, Höflichkeit und die Liebe zum bizarren Bewegtbild in all seinen Facetten. Auch im abschließenden Monat der 11. Saison versuchen wir im Saal des Metropolis-Kinos wieder etwas Licht in das Dunkel unseres Ursprungs zu bringen:

Sonntag, 5.3.,14.30 Uhr: TWO EVIL EYES
I/USA 1990. Regie: George A. Romero/Dario Argento, 120 Min., 35mm, OF, mit Harvey Keitel, Adrienne Barbeau, Martin Balsam
Nach dem Genrekracher "Zombie" (1978) führte "Two Evil Eyes" erstmals die beiden Horror-Ikonen George Romero und Dario Argento wieder zusammen. Hier inszenieren sie jeweils, leicht modernisiert und in die Gegenwart verlagert, eine der Schauergeschichten Edgar Allan Poes. Während sich Romero mit einem Untoten in "Der Fall Valdemar" befasst und sich somit erneut seinem Lieblingsthema zuwendet, besticht vor allem Argentos "Die schwarze Katze" durch ihre brillante Umsetzung. Unterstützt von der schauspielerischen Glanzleistung Harvey Keitels und der handgemachten SFX-Kunst eines Tom Savinis, zog der Regisseur hier noch einmal alle Register seines Könnens und schuf ein kleines, leider chronisch unterschätztes Meisterwerk. Wir zeigen die ungeschnittene englische OF.
Text und Einführung: Mike Schimana

Sonntag, 12.3., 14.30 Uhr: PALM SPRINGS WEEKEND
USA 1963, R: Norman Taurog, 100 Min., 16mm, OF, mit Troy Donahue, Connie Stevens, Stefanie Powers
Diesen Film könnte man als Zeitdokument einer Ära ansehen. Am Osterwochenende fallen ein Haufen sehr unterschiedlicher Collegestudenten in einen kalifornischen Kurort in Yates Motel ein. Sie und ihr mürrischer Aufpasser finden sich in einer Mischung aus buntem Spektakel und Eifersüchteleien wieder. Norman Taurog, der bei mehr Elvis-Filmen Regie führte als jeder andere, geht nach seinem bewährten Rezept vor: ein munterer Spaß mit komischen und dramatischen Einlagen.
Text und Einführung: Lillian Robinson

Sonntag, 19.3., 14.30 Uhr: THE GAMBLER
USA 1974, R: Karel Reisz, 110 Min., 16mm, OF, mit James Caan, Lauren Hutton, Jacqueline Brooks
Spielen kann süchtig machen: Ein College-Professor verwettet sein ganzes Geld, bis die Buchmacher der angehäuften Schulden wegen immer ungeduldiger werden. Exzellente Charakterstudie eines zwanghaften Spielers, der sich immer weiter in die Bredouille reitet. Das Drehbuch schrieb James Toback, als Regisseur bekannt für "Finger – Zärtlich und brutal", Regie führte Karel Reisz, mit "Samstagnacht bis Sonntagmorgen" einer der ganz wichtigen Männer des englischen Free Cinema. Es gibt dann noch ein Remake gleichen Titels, 2014 besorgt von Rupert Wyatt. Aber mal ehrlich: Was ist Hauptdarsteller Mark Wahlberg schon gegen James Caan aus dem Original?
Text und Einführung: Michael Ranze

Sonntag, 26.3., 14.30 Uhr: THE KILLER
HK 1989, R: John Woo, 111 Min., OF m. engl. UT, 35mm, mit Chow Yun-Fat, Danny Lee, Sally Yeh, Chu Kong, Kenneth Tsang
Ah Jong (Chow Yun-Fat) ist ein renommierter Auftragskiller. Als er bei einem Auftrag eine Sängerin (Sally Yeh) versehentlich schwer an den Augen verletzt, möchte er sich aus dem Geschäft zurückziehen. Von Schuldgefühlen geplagt nimmt Ah Jong einen letzten Job an, um so eine Augenoperation für die Sängerin zu finanzieren. Ein Ausstieg aus dem Geschäft erscheint schließlich unmöglich, denn schon bald steht Ah Jong im Kreuzfeuer zwischen Triaden und Polizei. Eine Begegnung mit Inspektor Li (Danny Lee) hat folgenschwere Konsequenzen. John Woos von Melvilles "Le samourai" inspirierter Gangster-Thriller gilt als Meilenstein des modernen Hongkong-Kinos. Die Mischung aus tiefster Melodramatik und hyperkinetischen Actionsequenzen raubt den Atem: "Da tanzen Dutzende von Schießbudenfiguren ein bizarres Ballett, während ihre Körper mit Blei vollgepumpt werden. Weiße Tauben flattern aufgeregt durch den dichten Kugelhagel, Sterbende wälzen sich durch brennende Kerzenmeere, eine Marienstatue zerbirst nach einem Volltreffer in Großaufnahme" (Ralph Umard, Woo-Biografie). Das große Finale in einer Kirche benötigte satte 28 Tage Drehzeit, vier bis fünf Kameras im Dauereinsatz und circa 40.000 abgefeuerte Patronen. Westliche Cineasten und Filmemacher sind gleichermaßen beeindruckt, Martin Scorsese schreibt John Woo gar einen Brief der Bewunderung. Der Olymp ist bestiegen.
Text und Einführung: Jochen Oppermann
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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