The Shout - Der Todesschrei - Jerzy Skolimowski (1978)

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The Shout - Der Todesschrei - Jerzy Skolimowski (1978)

Beitragvon jogiwan » 10. Sep 2017, 08:00

The Shout - Der Todesschrei

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Originaltitel: The Shout

Herstellungsland: Großbritannien / 1978

Regie: Jerzy Skolimowski

Darsteller: Alan Bates, John Hurt, Susannah York, Tim Curry, Robert Stephens

Story:

Während eines Cricket-Spiels am Gelände einer Nervenheilanstalt erzählt der Patient Crossley dem Besucher Graves eine seltsame Geschichte, die er als seine eigene ausgibt: an der Küste Englands lebt der Musiker Anthony gemeinsam mit seiner Frau Rachel in einem kleinen Haus und archiviert Alltagsgeräusche in seinem kleinen Studio und jobbt nebenher als Organist in der Kirche. Eines Tages erscheint Crossley auf der Bildfläche, nistet sich bei dem Pärchen ein und erzählt von seltsamer Magie, die er im australischen Busch erlebt haben soll. Der Musiker Anthony belächelt zuerst die Worte des kauzigen und doch charismatischen Mannes, der auch zunehmend lästig erscheint und sich zwischen die beiden Eheleute drängt. Wenig später geschehen mysteriöse Dinge und bei dem rationalen Musiker überwiegt die Neugier auf die übernatürliche Kraft, die der ungebetene Besucher wenig später auch auf drastische Weise befriedigt…
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Re: The Shout - Der Todesschrei - Jerzy Skolimowski (1978)

Beitragvon jogiwan » 10. Sep 2017, 08:03

„The Shout“ des polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski erzählt mit Anleihen beim Horrorfilm, Groteske und Psychodrama eine seltsame Geschichte über das Zusammentreffen von moderner Zivilisation und uraltem Aberglaube, die den Zuschauer wohl nachhaltig verunsichern soll. So kann man von Beginn an die Figuren und die Handlung nur schwer einordnen und sowohl der Besuch des Fremden, als auch die danach erfolgenden Ereignisse wirken irgendwie befremdlich, auf entrückte Weise irrational und teils verstörend. Ich weiß auch irgendwie noch immer nicht, was ich von „The Shout“ halten soll und ich zähle mich auch eher zu den Menschen die mit faulen Zauber und Aberglaube ansonsten herzlich wenig anzufangen wissen. Jedenfalls erscheint „The Shout“ auf mich so, als würde Skolimowski den modernen Menschen ermahnen wollen, nicht gänzlich der Wissenschaft zu vertrauen bzw. nur zu glauben, was auch damit erklärbar ist, nur um dann wiederum alles über den Haufen zu werfen, bis man letzten Endes gar nicht mehr weiß, was man von dem Ganzen halten soll. Technisch und darstellerisch ist das auch alles super gemacht und die karge Küstengegend und die elektronische Geräuschkulisse passen ebenfalls sehr gut zum Charakter der eigentlich düsteren Geschichte und dennoch bleibt am Ende für mich ein zwiespältiger Eindruck zurück. Dass ich mir über „The Shout“ aber immer noch Gedanken mache ist auch ein Zeichen, dass mich der Inhalt wiederum doch mehr beschäftigt, als ich mir eigentlich beim Abspann gedacht habe. Hmm…. irgendwelche anderen Meinungen zu dem Film, die es mir mit meiner Einschätzung leichter machen könnten?
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Re: The Shout - Der Todesschrei - Jerzy Skolimowski (1978)

Beitragvon Adalmar » 10. Sep 2017, 10:57

Bei der Interpretation kann ich leider auch nicht weiterhelfen, interessant fand ich den Film aber auf jeden Fall, auch wenn es die kryptische Hauptfigur einem wirklich nicht einfach macht. Spontan kommt mir in den Sinn, dass Crossley aus der Sicht von Anthony vielleicht eine Art Gespenst sein könnte, das letzterer durch seine ständige Beschäftigung mit Geräuschen im Tonstudio erschaffen hat, so wie nach klassischem Erzählmuster jemand so lange weiterexperimentiert, bis er in einem ultimativen Experiment alles bzw. sich selbst vernichtet, daher die tödliche Wirkung des "Shout". Ist jetzt aber sehr halbgar ausgedacht. Dazu passt natürlich nicht so gut, dass Crossley dann später bei dem Cricketspiel auftaucht. Aus dieser Perspektive wirkt das ganze dann eher ja wie eine Fiktion Crossleys.

Interessant fand ich auf jeden Fall, dass die Filmmusik von den Genesis-Musikern Mike Rutherford und Tony Banks stammt, aus der Zeit, als man Genesis noch dem Prog-Rock zurechnen konnte. In der Disziplin "proggige Soundtracks" finde ich aber "Full Circle" von Colin Towns noch überzeugender.
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