Blutroter Morgen - Douglas Hickox (1972)

Moderator: jogiwan

Blutroter Morgen - Douglas Hickox (1972)

Beitragvon Onkel Joe » 9. Aug 2012, 20:25

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Originaltitel: Sitting Target
Herstellungsland: Großbritannien/1972
Regie: Douglas Hickox
Darsteller: Oliver Reed, Jill St. John, Ian McShane, Edward Woodward, Frank Finlay, Freddie Jones, Jill Townsend, Robert Beatty und Tony Beckley.

Story:
Aus Liebe wird tödlicher Hass...
Zuerst verlor er seine Freiheit und dann den einzigen Menschen den er liebte, seine Frau.
Mörder HARRY LOMART bricht aus, um die Frau zu töten, die ihn im Stich gelassen hat.
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon Onkel Joe » 12. Aug 2012, 08:39

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Reed sitzt im Knast und alles was im am Leben hält sind die besuche seiner Frau.Diese erklärt ihm bei einem solchen das sie keine Lust mehr hat zu warten und Reed flipt völlig aus.Er schwört Ihr sie umzubringen, mag es kosten was es wolle, ER WIRD SIE TÖTEN !!!! Hier hat Douglas Hickox(auch verantwortlich für Theater des Grauens) ein Biest von einem Film gedreht.Oliver Reed geht in der Rolle des Harry Lomart völlig auf, diese performance gehört mit zum besten was ich von ihm je gesehen habe.Die Kameraarbeit und auch die Musik aus diesem Film sind als Genial zu bezeichnen.Diese Produktion hebt sich deutlich vom großteil der in den 70er entstanden Filme aus England ab.Ein Perfekter Film, ein MUST HAVE.
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon buxtebrawler » 12. Aug 2012, 17:02

Oha, klingt ja fantastisch! Ist vorgemerkt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon Onkel Joe » 12. Aug 2012, 18:40

Hier ein großartiger Kamerashot, durch die Spiegelung sieht man seine Frau die im gerade erklärt das die Beziehung zu ende ist, ein paar Sekunden später folgt eine der größten Szenen des Films:
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon purgatorio » 26. Okt 2013, 09:12

BLUTROTER MORGEN (SITTING TARGET, Großbritannien 1972, Regie: Douglas Hickox)

Nach einigen Monaten Haft und einer bitterbösen Auseinandersetzung mit seiner Frau treibt Harry Lomart nur noch ein Ziel: Ausbrechen und die Alte umbringen!

BLUTROTER MORGEN ist ein handwerklich fantastisch umgesetzter und stringent erzählter Film, der sich nur sehr wenige kleine Fehler erlaubt. Inhaltlich und visuell ein Genuss! Allein die vielen Ebenen (Dank Einsatz von unfassbar vielen Spiegeln und Spiegelungen), die in einem einzigen Bild immer wieder aufgebaut werden, sind ein Traum! Aber auch die Story ist alles andere als uninteressant! Und die Musik! … ich gerate ins Schwärmen - Absolute Empfehlung: 8-9/10
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon reggie » 26. Okt 2013, 12:41

Hab den auch kürzlich gesehen, er flippt nicht unbedingt aus weil sie die Beziehung beenden will, dies liese sich nach seiner ansicht ja kitten.
Nein sie gesteht ihm das sie Schwanger wäre (natürlich von einem anderen), das ist der auslöser für eine sehr geniale Szene ! ;)

Wirklich sehr schöner, handwerklich perfekter Film. Dazu tolle Darsteller und ein toller Score!
Und wie sich die Story noch entwicklen wird hätte wohl so auch niemand vermutet ;)

Auch so 8,5 pünktchen!
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon Onkel Joe » 26. Okt 2013, 13:45

Oliver Reed gibt und hat :lol: Standgas in diesem Film an dem kein Genre Fan vorbei kommt. Einfach ein gnadenlos guter Streifen der Perfekt inszeniert wurde und an dem es nichts zu maulen gibt, Punkt 8-) .
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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox

Beitragvon buxtebrawler » 3. Apr 2016, 14:26

Hätte evtl. jemand einen schicken Cover-Scan einer deutschen VHS-Auflage?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox (1972)

Beitragvon buxtebrawler » 8. Jun 2016, 14:05

„Was treibst du denn so?“ – „Das Übliche, wenn du sitzt...“

Der britische Regisseur Douglas Hickox debütierte 1959 mit dem von „Godzilla“ inspirierten Monsterfilm „Das Ungeheuer von Loch Ness“ und pausierte anschließend recht lange, bevor er 1970 mit der Komödie „Seid nett zu Mr. Sloane“ zum Kino zurückkehrte. Genrefans ist er vor allem durch seine kongeniale Zusammenarbeit mit Vincent Price für die Horrorkomödie „Theater des Grauens“ bekannt, doch ein Jahr zuvor, 1972, entstand ein zu Unrecht in Vergessenheit geratener Gangster-Streifen, für den er auf niemand Geringeren als Oliver Reed in der Hauptrolle zurückgreifen konnte: Die Romanverfilmung „Blutroter Morgen“, auch bekannt als „Time For Killing“ oder unter ihrem Originaltitel „Sitting Target“, entstanden in britisch-US-amerikanischer Koproduktion.

„Wieso du Hemmungen hast, zuzuschlagen, werde ich nie begreifen!“

Harry Lomart (Oliver Reed, „Die Teufel“) sitzt für 15 Jahre wegen Totschlags hinter Gittern. Als ihn seine Frau Pat (Jill St. John, „Der geheimnisvolle Dritte“) nach einiger Zeit mal wieder dort besucht, eröffnet sie ihm, dass sie nicht plane, länger auf ihn zu warten, im Gegenteil: Sie erwarte bereits ein Kind von einem anderen Mann. Wutentbrannt durchschlägt Harry die Trennscheibe des Besucherraums und würgt Pat, bis die Wärter eingreifen. Der seelisch tief verletzte Harry erträgt den Gedanken an seine untreue Frau nicht und sieht nur noch eine Lösung: Sie muss sterben. Zusammen mit den Mithäftlingen Birdy (Ian McShane, „Die alles zur Sau machen“) und MacNeil (Freddie Jones, „Frankenstein muss sterben“) bricht er aus dem Gefängnis aus und plant seinen Rachefeldzug. Inspektor Milton (Edward Woodward, „The Wicker Man“) stellt Pat derweil unter Polizeischutz...

„Es gibt kein morgen – es gibt nur ein Heute!“

Eben noch befand sich Harry beim Training innerhalb der Justizanstalt, kurz danach brennen ihm auch schon die Sicherungen durch. Die Szene mit der Trennscheibe besitzt sprichwörtliche Durchschlagskraft und macht dem erschrockenen Zuschauer unmissverständlich klar, dass mit Harry nicht gut Kirschen essen und schon gar nicht Schlussmachen ist. Nach dem erfolgreichen Ausbruch setzt sich MacNeil nach Liverpool ab, während es Harry und Birdy in den Süden Londons zieht. Harry besorgt sich eine Schnellfeuerwaffe und sucht den Wohnblock auf, in dem Pat lebt. Pat hält eine Unterredung mit Milton, der Harry auch einst in den Knast brachte, und es kommt zu einer nervenaufreibenden Schlägerei auf dem Balkon des obersten Stockwerks, als Harry dazustößt und die Plauderrunde empfindlich stört. In bester Manier macht er die hinzueilenden Bullen kalt und entkommt erneut.

„Die Polizisten sind schlimmer als die Leute, die im Knast sitzen!“

Hickox inszeniert daraufhin einen Nebenhandlungsstrang, in dem Harry und Birdy mit Verrätern abrechnen. Sie suchen die Wohnung eines gewissen Martys (Frank Finlay, „Teufelskreis Y“) auf, dessen promiskuitive Freundin es erst einmal Birdy treibt (was Hickox indes nicht zum Anlass für eine Sleaze-Szene nahm). Bei den folgenden Auseinandersetzungen stirbt der mit der Polizei zusammenarbeitende Marty. Das Finale lässt Harry seiner abtrünnigen Frau mit einem Scharfschützengewehr auflauern und die Ereignisse überschlagen sich schließlich: Eine überraschende Wendung, ein abgekartetes Spiel, eine Verfolgungsjagd per Pkw – und ein Showdown voller starker Bilder, der in eine berührende Schlussszene mündet, die von, ja, von wahrer Liebe zeugt und ihrem Film ein halboffenes Ende beschert.

„Der muss ja einen Schädel aus Beton haben!“

„Blutroter Morgen“ ist ein angenehm straff inszenierter Gangster-Streifen, der neben der altmeisterlich gekonnt erscheinenden Regie viel von seinem Hauptdarsteller Oliver Reed lebt. Dieser versteht es nämlich, trotz Minimalmimik der tragischen Note seiner Rolle Ausdruck zu verleihen. Er wirkt trotz seiner Brutalität menschlich, wie ein Mann mit tiefen, echten Gefühlen, die bei ihrer Verletzung in Hass und Rachegelüste umschlagen. Unberechenbar, kühl und grobschlächtig gibt er sich nach außen hin, um seine Zerbrechlichkeit zu kaschieren. Die Handlung hat durchaus etwas vom Film noir an sich, u.a. seinen Fatalismus. Die Kameraarbeit hält ebenfalls prima bei Laune und zeigt sich bisweilen gar von einer originellen Seite. Schauspielerisch gibt es bis in die Nebenrollen allgemein nichts zu meckern. „Blutroter Morgen“ ist eine vergessene Perle des britischen Gangster-Kinos der ‘70er-Jahre, die neben Spannung, Action, Tempo und Charakterfressen auch eine nicht ungefähre emotionale Ebene aufweist, die sie veredelt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blutroter Morgen - Douglas Hickox (1972)

Beitragvon sergio petroni » 9. Sep 2017, 05:53

Nach all den Lobeshymnen habe ich den nun auch zum ersten Mal gesehen.
Oliver Reed als verurteilter Gewaltverbrecher macht hier körperlich einen recht fitten
Eindruck. Oftmals reicht bei ihm schon das Zucken eines Augenwinkels, um die
das ganze unterdrückte und kurz vor dem Ausbruch stehende ihm innewohnende
Gewaltpotential anzudeuten. Wahrlich ein Mann wie eine Dampfwalze.

Hier paßt eigentlich fast alles zusammen. Story, Kamera, Musik, Schnitt (John Glen!)
und auch die Darsteller liefern überdurchschnittliches ab. Oliver Reed als Harry Lomart
schießt natürlich den Vogel ab. Trotz seiner Verbohrtheit und kriminellen Energie
schafft er es, ab und zu Sympathie für seine Figur zu erzeugen. Zugleich läßt er
immer wieder durchblicken, wiese Lomart im Leben gescheitert ist:
die Schuld sucht er immer bei anderen!

Hier wäre eine gescheite Veröffentlichung sehr angebracht!
8/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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