Walter Bockmayer's Geierwally - W. Bockmayer (1988)

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Walter Bockmayer's Geierwally - W. Bockmayer (1988)

Beitragvon jogiwan » 30. Aug 2017, 07:38

Walter Bockmayer's Geierwally

Bild

Originaltitel: Walter Bockmayer's Geierwally

Herstellungsland: Deutschland / 1988

Regie: Walter Bockmayer

Darsteller: Samy Orfgen, Christoph Eichhorn, Gottfried Lackmann, Ralph Morgenstern, Ortrud Beginnen

Story:

Die resche und resolute Wally wird seit einem Kampf mit einem Geier um ein Ei von allen Leuten im Dorf nur noch Geierwally genannt. Gemeinsam mit ihrem strengen Vater und ihrer exaltierten Tante lebt sie auf einem großen Bauernhof in den Alpen und ist im Geheimen in den Schützenkönig Josef verliebt, der den Spitznamen Bärenjosef trägt. Dummerweise hat der Vater für seine Wally aber eine andere Zukunft im Auge und hat die angehende Bäuerin bereits dem Erbschleicher Vinzenz versprochen, der die junge Frau auch mehrfach bedrängt. Als es deswegen zum Streit kommt, wird Wally von ihrem Vater vom Hof verstoßen und bezieht mit ihrem Geier ein kleines Hütterl in den Bergen, ehe sie nach dessen Ableben und von der Liebe getrieben ins Dorf zurückkehrt um Vinzenz vom Hof zu kicken und sich während des alljährlichen Schützenfestes endlich ihren Josef zu schnappen.
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Re: Walter Bockmayer's Geierwally - W. Bockmayer (1988)

Beitragvon jogiwan » 30. Aug 2017, 07:43

Salvschis Gesuche zu den historischen Geierwally-Verfilmungen hat mich ja auch wieder an dieses kleine (und von ihm offensichtlich verschmähte) Filmchen aus deutschen Landen aus dem Jahr 1988 erinnert, dass der Geschichte der resoluten Jungbäuerin neue Facetten verleiht und daraus ein trashiges Queer-Heimatfilm- Musical-Drama zaubert, dass die Stallwände und Berggipfel nur so wackeln. Hier werden die Folklore zur Farce und die Geschichte über die mutige Jungbäuerin zur poppig-bunten und hoffnungslos überzeichneten Groteske mit allerlei seltsamen Figuren, die auch nie um blöde Sprüche, seltsame Kostüme, Fake-Dialekt und gnadenloses Overacting verlegen sind. Regisseur Walter Bockmayer macht auch von Beginn an keinen Hehl daraus, wohin die Reise geht und ein verklärter Blick auf den auch heutzutage wieder so populären „Heimat“-Begriff wird gnadenlos durch den Trash-Fleischwolf gedreht und mit beißenden Spott und Wahnwitz überschüttet. Herausgekommen ist ein überdrehter, hysterischer und nicht immer geschmackssicherer Streifen mit viel Musik und lustigen Ideen, in dem die idyllischen Drehorte mit allerlei subversiven Humor konterkarikiert werden und bei dem auch die einheimischen Komparsen wohl nicht so genau wussten, wie ihnen eigentlich geschieht. Zwar sitzt im Verlauf der turbulenten neunzig Minuten nicht jeder Gag und manchmal wird es mit Gekreische, Schwuchteleien und offensichtlicher Improvisation auch etwas zu viel des Guten, aber „Walter Bockmayers Geierwally“ bietet nicht nur Veronica Ferres in ihrer ersten Kinorolle als „dicke Magd“, sondern auch ansonsten jede Menge Überraschungen, die jeden Gabalier-Fan mühelos und nachhaltig in den moralischen Grundfesten erschüttern sollten. Das Prädikat „Kult“ ist hier jedenfalls durchaus gerechtfertigt und angebracht.
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Re: Walter Bockmayer's Geierwally - W. Bockmayer (1988)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 30. Aug 2017, 21:59

jogiwan hat geschrieben:Salvschis Gesuche zu den historischen Geierwally-Verfilmungen hat mich ja auch wieder an dieses kleine (und von ihm offensichtlich verschmähte) Filmchen aus deutschen Landen aus dem Jahr 1988 erinnert


Nicht unbedingt "verschmäht", aber zumindest nicht oben auf der Liste, da es sich, wie Du ja auch schreibst, um eine eher "werk-ungetreue" Verfilmung des Romans von Wilhelmine von Hillern handelt, um den es mir primär geht, und man Bockmayer's Fassung (und übrigens auch die von 2004 mit Christine Neubauer in der Hauptrolle) recht problemlos beziehen kann...
Danke natürlich aber für die kurze und fundierte Kritik - nun weiß ich zumindest, was mich (dann) erwartet. ;-)
Beim Lesen musste ich spontan an das Frühwerk Rosa von Praunheims denken - könntest Du da zustimmen, dass Bockmayers Version ungefähr in dessen "Richtung" schießt?
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Re: Walter Bockmayer's Geierwally - W. Bockmayer (1988)

Beitragvon jogiwan » 31. Aug 2017, 07:31

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Beim Lesen musste ich spontan an das Frühwerk Rosa von Praunheims denken - könntest Du da zustimmen, dass Bockmayers Version ungefähr in dessen "Richtung" schießt?[/align]


Das kann man ungefähr so sagen, ja!
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