Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon Theoretiker » 5. Jan 2016, 20:35

karlAbundzu hat geschrieben: Aber gerade da greift er eine Tradition wieder auf, der der Tatort nach und nach zu entkommen versuchte: Immer die beziehungsgescheiterten alleinerzihehenden, mit Kind, die in die Handlung miteinbezogen werden, so dasss es eher um dieses Verhältnis geht. Wenn ich die Inhaltsangaben und Trailer richtig verstanden habe, ging es bei dem Tatort ja gerad drum, sein eigenes Kind zu befreien, mit der reingesetzten persönlichen Betroffenheit. Und gearade nicht dadrum, rauszufinden, wer der Täter ist und warum er es tat. Also kein Krimi.


Falsch. Die Entführung beeinflusste zwar sein Handeln, führte aber gerade nicht zu einer Art Sozialdrama oder Psychostudie des Charakters Tschillers. Parallel wurde außerdem ermittelt, wo die Motive für Entführung und die Geiselnahme im Fernsehstudio lagen und letztendlich der Hintergrund für den Verkauf der HHLA an russische Investoren. Es gab also durchaus kriminalistische Ermittlungsarbeit = Krimi.

karlAbundzu hat geschrieben:
Und unsympatisches Verhalten mit einer führenden Position in einer tendentiell antisozialen Sekte zu vergleichen halte ich zumindest für gewagt. Wobei ich weiterhin Cruise- und Travolta - Filme und höre Musik von Juliette and the Licks.


Ich habe gerade nicht Schweiger mit Cruise/Travolta verglichen, sondern zunächst in den Raum gestellt, inwieweit die Antipathie ggü. Darstellern tatsächlich den Unterhaltungswert beeinflusst, da bei Filmen mit Schweigerbeteiligung eben recht schnell das Bashing der Person Schweiger beginnt.

Dass finde ich unsinnig, da man dann zB keinen Film mit Kinski sehen dürfte (mal unterstellt, dass den niemand wirklich sympathisch findet) und die Frage der (persönlichen) Antipathie in keiner Weise die darstellerischen Leistungen beeinflusst.

Wenn man (keine Anmerkung in deine Richtung) das ernsthaft erwägen möchte, muss man dann erst recht die Frage stellen, ob man Filme schaut, die unter Beteiligung von Darstellern entstanden, die privat zumindest moralisch fragwürdig agieren (wie zB Cruise/Travolta). Was natürlich in keiner Weise mit Fragen der Sympathie/Antipathie vergleichbar ist. Was ist außerdem mit Künstlern, die straffällig wurden?
Zuletzt geändert von Theoretiker am 5. Jan 2016, 21:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon Theoretiker » 5. Jan 2016, 20:52

buxtebrawler hat geschrieben:Das Schöne ist ja, dass es kaum wirklich sehenswerte Cruise- und Travolta-Filme gibt.


Pulp Fiction, Der schmale Grat, Carrie, Password Swordfish, Collateral, Rain Man, Magnolia, Eine Frage der Ehre, Eyes Wide Shut, Die Outsider, Geboren am 4. Juli ....

Alles wirklich keine sehenswerte Filme? C'mon ...
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon buxtebrawler » 5. Jan 2016, 22:58

Theoretiker hat geschrieben:Pulp Fiction, Der schmale Grat, Carrie, Password Swordfish, Collateral, Rain Man, Magnolia, Eine Frage der Ehre, Eyes Wide Shut, Die Outsider, Geboren am 4. Juli ....

Alles wirklich keine sehenswerte Filme? C'mon ...


Unter den o.g. sind drei, vier dabei, aber viel mehr dürfte es da wohl auch nicht geben...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon karlAbundzu » 6. Jan 2016, 09:30

der vergleich Schweiger/Kinski zu Cruise/Travolta hingt meiner Meinung nach, weil es bei den beiden Hollywoodstern bei der Diskussion meist nicht um deren Sympathie geht, sondern eben um deren Mitgliedschaft in einer ominösen Sekte, wo man argumentieren könnte, ebendiese durch einen Knobesuch / DVD-Erwerb kozufinanzieren.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon Santini » 11. Jan 2016, 01:01

Der heutige Tatort: „Rebecca“:

Rebecca ist 17, als die Polizei sie neben der brennenden Leiche eines Mannes findet. Sie ist nicht ansprechbar, weiß noch nicht einmal, dass sie eigentlich Rebecca heißt. Denn als Zweijährige wurde sie entführt und seitdem von dem Toten, Olaf Reuter, gefangen gehalten.
Das Mädchen war einem perfiden System ausgesetzt, mit dem Reuter sie zu einer pseudoreligiös auf ihn fixierten Fanatikerin erzogen hat, die nicht fähig ist, sich mit Fremden zu verständigen. Auch nicht, um Klara Blum und Kai Perlmann mitzuteilen, wie Reuter starb – oder was es mit den Spuren eines weiteres Kindes auf sich hat, die in Reuters Haus gefunden wurden.
Weder Klara noch Psychologin Prof. Schattenberg gelingt es, einen Zugang zu Rebecca zu finden. Nur auf Kai Perlmann reagiert sie, er ist für sie ihr neuer "Erzieher". Perlmann fühlt sich in dieser Rolle unwohl. Denn Rebecca muss geschützt werden – aber Klara Blum und Perlmann müssen herausfinden, ob nicht noch in zweites Mädchen in Reuters sadistischer Gewalt war.
(DasErste.de)

Intensives, berührendes Psychodrama. Gro Swantje Kohlhof als titelgebende Rebecca und Klaus Manchen haben großartig gespielt.
So bleibt „Rebecca“ auch einige Zeit nach der Sichtung defintiv im Gedächtnis hängen.
Eine wirklich sehr gute und teils schwer verdauliche Folge.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon untot » 11. Jan 2016, 02:02

Ja, der heutige Tatort wirkt noch eine ganze Weile nach, meiner Meinung nach eine der besten Tatort Folgen in der letzten Zeit.

Ich mag ja Tatort wirklich gerne, aber ich gucke da wirklich nach Sympathie, behagt mir ein Ermittlerteam nicht, schalte ich weg und gut is es.
Ich kann zum Beispiel mit Ulrike Volkerts nix anfangen, aber man muss ja nicht einschalten und dann meckern, gibt ja ne Fernbedienung. Den Tschiller hab ich mir die ersten zwei Folgen angesehen, reichte mir um zu wissen das ich da nicht mehr einschalte in Zukunft, ist halt Geschmackssache.

Was mir aber in der letzten Zeit ein paar Mal sauer aufgestoßen ist, ist die ständige Asyl und Ausländer Thematik, fast so als müssten die Werbung für die Zuwanderer machen.
Ich kann belehrende, zeigefingererhobene Oberlehrerhaftigkeit nun mal nicht ab, war schon immer so, egal um welches Thema es geht.
Wenn man schon tagtäglich von allen Seiten mit diesem Thema zugebombt wird, dann will ich das nicht auch noch Abends im Tatort sehen, geht gar nicht für mich.

Meistens ist Tatort aber solide und kurzweilige Unterhaltung, mal besser, mal schlechter und manchmal ist sogar auch die ein oder andere Perle darunter.
Bedingung ist natürlich das mir die Ermittler auch sympathisch sind.

Und ich mag die alten Klassiker, die guck ich immer sehr gerne, das ist als würde man alte Bekannte wiedertreffen.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon karlAbundzu » 11. Jan 2016, 09:30

REBECCA vom Bodensee
Herrlich intensiv gespielter Psycho-Tatort mit Überraschungen.
Sehr gut im Cast: Imogen Kogge, Sebastian Bezzel, Gro Swantje Kohlhof, Sandra Borgmann, Klaus Manchen. Einzig Frau Mattes merkt man ein wenig die Unlust an, Vielleicht gut, dass sie aufhört, sie kann schon seit in paar Tatorten nicht mehr recht überzeugen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen Sebastian Bezzel.
Superb auch die Musik.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon untot » 11. Jan 2016, 10:29

He, nix gegen die Mattes, sie ist mir immer eine der Liebsten gewesen, gerade weil sie so ruhig und besonnen wirkt. :opa:
Ich finds sehr schade das sie aufhört.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon karlAbundzu » 11. Jan 2016, 15:11

oh nicht fasch verstehen. Ich mochte sie auch gern, und die schauspielerin ist eigentlich über jeden Zweifel erhaben.
doch in den letzten paar Tatorten erschien sie mir nicht bei der Sache, lustlos. Vielleicht hat das damit etwas zu tun, dass sich Perlmann immmer mehr vom verwöhnten Schnösel zu einem empatischen Ermittler entwickelte, und sie sich nirgendwohin. Und der Bezzel macht das auch noch sehr gut.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Tatort - Der Diskussionsthread zur Krimiserie

Beitragvon Reinifilm » 11. Jan 2016, 16:16

Warum entdecke ich als alter Tatort-Junkie diesen Thread erst jetzt? :?

Onkel Joe hat geschrieben:Etwas aus der Rubrik Unnützes Wissen:
Der Schweiger spielte mal an der Seite von Hannelore Elsner in der Serie "Die Kommissarin" mit. Dort spielte er eine Zeitlang den Arbeitskollegen von der Elsner. In einer Folge macht er ein wenig den Affen, springt durch die Gegend und erzählt etwas von einer großen US Film Karriere und er würde da den Nick Tschiller spielen, einen ultra coolen Cop! Da hat er A. früh gewusst wohin die Reise geht und B. jede Menge Einfluß auf die Drehbücher und alles weitere drum herum!


Außerdem (so lautet meine Prognose) hat der gute Schweiger den letzten Tatort dazu genutzt seine Tochter als zukünftige Kommissarin aufzubauen. ;)
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