Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Moderator: jogiwan

Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Beitragvon purgatorio » 13. Mai 2014, 07:41

DIE BRÜCKE

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Originaltitel: Die Brücke

Regie: Bernhard Wicki
Produktionsland: Deutschland (1959)

Darsteller: Folker Bohnet, Fritz Wepper, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Karl Michael Balzer, Volker Lechtenbrink, Günther Hoffmann, Cordula Trantow, Wolfgang Stumpf, Günter Pfitzmann, Heinz Spitzner, Siegfried Schürenberg...

Story:
In den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkriegs: Der Volkssturm wird gegen die anrückenden Amerikaner eingesetzt, in diesem Fall eine Gruppe von sieben Fünfzehnjährigen, die den Befehl erhält, eine Brücke gegen den Feind zu verteidigen. Als ihr relativ lockerer Kommandeur in der Stadt von anderen Soldaten getötet wird, verbleiben die sieben im Ungewissen. Gemäß dem Befehl versuchen sie, die Brücke zu halten, doch schon mehren sich Zweifel am Sinn und an der Durchführbarkeit des Auftrags. Streit bricht aus. Als sich der erste Panzer der Amerikaner nähert, kommt es zu einer furchtbaren Katastrophe...

(via ofdb)
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Re: Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Beitragvon purgatorio » 13. Mai 2014, 07:42

DIE BRÜCKE (DIE BRÜCKE, Deutschland 1959, Regie: Bernhard Wicki)

Ein sehr starker Antikriegsfilm mit dem Fokus auf die Gruppe Deutscher, die der Ideologie bis zu Letzt anhingen: Die Jugendlichen. Für sie gab es keine erinnerungswürdige Zeit vor dem Dritten Reich! Darum erkennen sie auch keine Ausweglosigkeit und keine Hoffnung auf ein baldiges Ende. Sie sind verblendet durch Volkstreue, Ehre, Stolz und Geschichten vom Heldenmut und stürzen sich, nachdem die Wehrmacht das Feld geräumt hat (!) in eine sinnlose Schlacht zur Verteidigung längst obsoleter Werte. Ein bedrückender Film, intensiv und nachwirkend! 9/10
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Re: Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Beitragvon ugo-piazza » 13. Mai 2014, 09:12

purgatorio hat geschrieben:DIE BRÜCKE (DIE BRÜCKE, Deutschland 1959, Regie: Bernhard Wicki)

Ein sehr starker Antikriegsfilm mit dem Fokus auf die Gruppe Deutscher, die der Ideologie bis zu Letzt anhingen: Die Jugendlichen. Für sie gab es keine erinnerungswürdige Zeit vor dem Dritten Reich! Darum erkennen sie auch keine Ausweglosigkeit und keine Hoffnung auf ein baldiges Ende. Sie sind verblendet durch Volkstreue, Ehre, Stolz und Geschichten vom Heldenmut und stürzen sich, nachdem die Wehrmacht das Feld geräumt hat (!) in eine sinnlose Schlacht zur Verteidigung längst obsoleter Werte. Ein bedrückender Film, intensiv und nachwirkend! 9/10


Jepp! Ich hab den Film tatsächlich nur einmal, und zwar als Jugendlicher, gesehen, aber der wirkt tatsächlich sehr lange nach.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Beitragvon ugo-piazza » 23. Aug 2015, 21:27

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D 1959

D: Fritz Wepper, Volker Lechtenbrink, Michael Hinz, Volker Bohnet, Frank Glaubrecht, Günter Pfitzmann, Siegfried Schürenberg


Während die Amerikaner im April 1945 weiter vorrücken, werden in einer deutschen Kleinstadt die sieben Gymnasiasten Albert Mutz (Fritz Wepper), Hans Scholten (Volker Bohnet), Walter Forst (Michael Hinz), Jurgen Borchart (Frank Glaubrecht), Karl Horber (Karl Michael Balzer), Klaus Hager (Volker Lechtenbrink) und Siegi Bernhard (Günther Hoffmann) zur Wehrmacht einberufen. Aus Sorge um sie überzeugt Studienrat Stern (Wolfgang Stumpf) die zuständigen Offiziere davon, dass die unausgebildeten Rekruten an der Front eher eine Belastung darstellen würden. Deshalb wird der gutmütige Unteroffizier Heilmann (Günter Pfitzmann) dazu abkommandiert, mit den sieben Jugendlichen eine Brücke zu bewachen.

Heilmann, der weiß, dass die Brücke ohnehin gesprengt werden soll und sich mit den Gymnasiasten zurückziehen soll, sobald die Amerikaner auftauchen, wird aufgrund eines Missverständnisses in der Stadt erschossen. Die Jungen, die mit vaterländischen Parolen aufwuchsen und sich im Krieg beweisen wollen, bleiben allein zurück. Ohne zu ahnen, warum sie in Wirklichkeit auf der Brücke stehen, halten sie die Aufgabe für eine nationale Verpflichtung. Als sie jedoch von amerikanischen Tieffliegern angegriffen werden und Siegi Bernhard dabei fällt, wird aus dem vermeintlichen Abenteuer blutiger Ernst. (http://www.dieterwunderlich.de/Wicki_bruecke.htm)


Bernhard Wickis Regiedebüt hat auch nach 55 Jahren von seiner Kraft nichts verloren. Er nimmt sich ausreichend Zeit, die sieben Jugendlichen vorzustellen, die, so unterschiedlich sie auch sind, in einem zeigen sie sich in den letzten Tagen des Dritten Reiches einig: Man freut sich darauf, Soldat zu werden. Unterdessen macht sicher der Parteiortsgruppenführer bereits aus dem Staub.

Tatsächlich werden die Jungen eingezogen, bereits nach einem Tag gibt es Alarm, weil die Amis im Anmarsch sind. Um die Jugendlichen aus den Kampfhandlungen heraus zu halten, sollen sie eine, ohnehin zur Sprengung vorgesehene, örtliche Brücke bewachen. Zuerst feixt man noch, ist gar enttäuscht, im eigenen Ort bleiben zu müssen, und hält sich für große Krieger. Damit freilich ist es rasch vorbei, als es an der Brücke tatsächlich zu Kampfhandlungen kommt.

Hier liegt auch die Stärke von Wickis Film. Nachdem er die Jugendlichen zunächst ausführlich vorgestellt, sie damit dem Zuschauer näher gebracht und als Sympathieträger eingeführt hat, ereilt sie der Schrecken des Krieges schneller und nachdrücklicher, als sie sich vorstellen konnten. Genauer gesagt, ereilt die meisten von ihnen dann gar nichts mehr, außer einem vollkommen sinnlosen Tod für ein verbrecherisches Regime. Ein paar tote Jugendliche, draufgegangen in den letzten Kriegstagen für eine unbedeutende Brücke in einem unbedeutenden Städtchen. So unbedeutend, dass es in keinem Kriegsbericht erwähnt wird.

"Die Brücke" erwies sich zurecht als Überraschungserfolg, und diente u.a. Fritz Wepper, Michael Hinz und Volker Lechtenbrink als Startbrett für ihre Karrieren. Ein Klassiker des deutschen Nachkriegsfilms. Verdient.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Brücke - Bernhard Wicki (1959)

Beitragvon buxtebrawler » 4. Okt 2017, 17:14

Erscheint voraussichtlich am 06.10.2017 bei Filmjuwelen noch einmal auf Blu-ray und DVD, jeweils inkl. Booklet.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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