Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Moderator: jogiwan

Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon jogiwan » 30. Okt 2016, 09:35

Der Nachtmahr

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Originaltitel: Der Nachtmahr

Herstellungsland: Deutschland / 2015

Regie: Achim Bornhak (als Akiz)

Darsteller: Carolyn Genzkow, Sina Tkotsch, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Arnd Klawitter

Story:

Die junge Tina führt ein Leben, wie es sich viele Teenager ihres Alters wünschen würden: hübsch und gertenschlank wächst sie in Berlin heran, lebt in einem eigenen Stockwerk des geräumigen Elternhauses, geht auf eine internationale Schule und ist auch immer mitten im Geschehen, wenn es um hippe Techno-Partys geht. Doch eines Tages gerät Tinas Welt völlig aus dem Ruder, als sie eines Nachts bei einer Pool-Party eine kleine, koboldartige Gestalt sieht und daraufhin kollabiert. Fortan wird sie nachts von dem Wesen besucht, dass stumm ihre Nähe zu suchen scheint und anscheinend nur von ihr gehört und gesehen wird. Die Eltern reagieren verständnis- und auch hilflos und selbst die Freundinnen finden keinen Rat auf Tinas seltsames und zunehmend selbstzerstörerisches Verhalten, die wenig später erkennen muss, dass sie wohl auch mehr als gedacht mit dem seltsamen Wesen verbindet…
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon jogiwan » 30. Okt 2016, 09:39

Dem Streifen „Der Nachtmahr“ eilt ja der Ruf voraus, einer der originellsten deutschen Genre-Filme seit langem zu sein und das stimmt so auch, selbst wenn ich mir im Vorfeld wohl ein etwas anderes Werk erwartet hätte. Als eine Mischung aus „Coming of Age“, Horrorfilm und Berliner Clubhymne beworben kreiert Regisseur Achim Bornhak eine originelle und vielseitig interpretierbare Parabel über das Erwachsenwerden über die man nicht zu viel verraten möchte und in der die Berliner Clubszene und die elektronische Musik meines Erachtens eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die wummernden Bässe, monotonen Beats und grellen Strobo-Licht sind imho wohl auch lediglich ein Aufhänger um am Hype um die Stadt unseres nächsten Forentreffens und elektronischer Musik etwas mit zu partizipieren und dem interessanten Streifen, der auch mit jeder anderen Stadt und Musikrichtung punkten könnte bei der breiten Masse auch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Einem inhaltlich so spannenden Werk wie „Der Nachtmahr“ sei das auch von Herzen vergönnt und auch wenn die große Aufmerksamkeit trotz haufenweiser guter Kritiken beim Kinostart verwehrt geblieben ist, sollte es jetzt spätesten mit der schicken DVD-VÖ mit dem Vice-Logo klappen, dass auch die jugendliche Hipster-Maschinerie endlich anspringt. Der kleine, unabhängige und mit viel Herzblut gestaltete Film ist wirklich gut, sieht für das knappe Budget verdammt gut aus und wenn das dem breiten Publikum heutzutage noch immer nicht reicht, muss man den Streifen notfalls halt in „Psycho-Tina und der Techno-E.T. aus dem Berghain“ umbenennen. Kaufen, angucken, staunen!
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon purgatorio » 31. Okt 2016, 09:56

Wer antesten möchte, via Splatting Image auf Facebook kam gerade das:
Wer sich heute Abend nicht als Killerclown verkleidet und kleine Kinder terrorisiert, kann ab 22 Uhr ganz legal und kostenlos Der Nachtmahr unter https://www.rocketbeans.tv/ streamen. Regisseur Akiz ist wohl auch im Studio, um den Film vorzustellen.
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon buxtebrawler » 31. Okt 2016, 13:58

Erschien am 27.10.2016 bei Koch Media als Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook:

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Extras:
Teaser, Trailer, Bildergalerie, Dokumentation "Der Nachtmahr - und wie er in die Welt kam", Kurzfilme von Regisseur Akiz, Booklet von Dr. M. Stiglegger

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=73954

Außerdem als herkömmliche Blu-ray und DVD:

Bild Bild
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon purgatorio » 1. Nov 2016, 08:32

DER NACHTMAHR (Deutschland 2015, Regie: Akiz)

Regisseur Achim Bornhak, hier als Akiz, da dies sein erster Independent Film und somit sein Baby ist, legt mit dem NACHTMAHR ja mal richtig schrägen Stoff vor. Tolle Bilder, irre Musik, abgefahrene Handlung, die nonlinear erzählt ist. Carolyn Genzkow spielt super und interagiert hervorragend mit der Puppe, um die herum diese Geschichte entwickelt wurde. Lädt zum Staunen und Diskutieren ein! Gefiel mir ausgesprochen gut… auf seine unglaublich schräge Art
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon McBrewer » 3. Nov 2016, 17:18

purgatorio hat geschrieben:Wer antesten möchte, via Splatting Image auf Facebook kam gerade das:
Wer sich heute Abend nicht als Killerclown verkleidet und kleine Kinder terrorisiert, kann ab 22 Uhr ganz legal und kostenlos Der Nachtmahr unter https://www.rocketbeans.tv/ streamen. Regisseur Akiz ist wohl auch im Studio, um den Film vorzustellen.


Basierend auf die rocketbeans.tv-Ausstrahlung/Stream kommt DER NACHTMAHR schon mächtig gewaltig rüber. Und Regisseur Akiz gab die ein oder andere Hintergrundinformation im Interview bzw. quasi Audiocouchkommentar. Nur das ruckeln & zuckeln beim Stream trübte ein wenig mein Sehvergnügen, dies war aber wohl meiner Internetverbindung geschuldet. Daher dürfte ich mir gut vorstellen, das der Film in absehbarer Zeit noch einmal im DVD/Bluray Player landet. Und dann muss natürlich die Soundanlage gehörig aufgedreht werden :nick:
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon untot » 16. Mär 2017, 00:44

Ich bin immer noch am Grübeln, reininterpretieren kann man in die Story ja so einiges....
Gefiel mir aber wirklich recht gut der Streifen, bis auf die scheußliche Mucke ist das kleine Filmchen wirklich sehr gelungen wie ich finde und kann sich durchaus sehen lassen.

7/10
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon sergio petroni » 27. Mai 2017, 06:05

Mal wieder was anderes nach dem ganzen Found-Footage-Gedöns.... :lol:

Regisseur Akiz spricht in dem recht langen Interview über den Nachtmahr, wie er
in die Welt kam und seine sehr persönliche Beziehung zu ihm. Auch wenn Akiz
sein Werk eher im Surrealismus verordnet sehen will, so ist dies doch meiner
Ansicht nach ein reinrassiges Genrewerk aus deutschen Landen.
Wir haben hier eine Coming-og-Age-Geschichte von Tina, eingebettet in
ein Storygrundgerüst, das man so nun nicht zum ersten Mal vorgesetzt bekommt.
Hinzu kommt die wummernd eingefangene Berliner Clubszene.
Zusammen mit dem Interview mit dem Regisseur, in dem er preisgibt,
welche persönlichen Erfahrungen er im Film verarbeitet hat
ergibt sich ein sehr interessantes, vielschichtiges Werk,
das unbedingt sehenswert ist.
7/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Der Nachtmahr - Achim Bornhak (2015)

Beitragvon Arkadin » 11. Aug 2017, 14:11

Sehr schöner, neuer deutscher Spielfilm, der die Tendenz Genreverstückstücke zu nehmen, um dann etwas ganz anderes zu thematisieren (hier das Aufwachsen, Entfremden und finden/annehmen der eigenen Identität in der Jugend) weiterführt, die man ja derzeit im detuschen Independent-Film vorfindet und was zu sehr spannenden Filmen führt, wie z.b. "Der Samurai" oder (noch nicht gesehen, aber viel Gutes drüber gehört) "Wild". Formal ist "Der Nachtmahr" wirklich ein Prachtstück. Allein die einführende Partysequenz, die einem mal eben die Ohren wegdonnert ist ausgesprochen gelungen. Dazu passt auch das schön Breitwand-Format. Aber auch sonst weiß die Geschichte, die mehr Allegorie ist, sehr zu gefallen. Ich hatte zwar einige Probleme mit den Figuren (wahrscheinlich bin ich schon zu alt, um mich da mit den partywütigen, egomanischen Teenies irgendwie identifizieren zu können), aber das liegt an mir, nicht an der (guten) Schauspielführung. Sehr gut (und erschreckend) gezeichnet fand ich die Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihre Tochter wollen, aber an ihren eigenen Bedürfnissen/Lebensentwürfen scheitern und sich so immer mehr entfremden. Das Ende fand ich dann etwas zu metaphorisch, aber okay. Tolles, aufregendes Low-Budget-Kino aus Deutschland, welches sich gerade nicht mit Fan-Service bei Genrefans oder Zahnlosigkeit bei Sendeanstalten anbiedern will. So geht es also auch! Guckt da mal hin, Kiddies vom "Neuen Deutschen Genrefilm", der sich verzweifelt bemüht möglichst "Hollywood" zu sein, und ausgelutschten Horror-Mainstream als Innvovation verkauft.
Früher war mehr Lametta
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