Der Fluch der grünen Augen - Ákos Ráthonyi (1964)

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Der Fluch der grünen Augen - Ákos Ráthonyi (1964)

Beitragvon jogiwan » 8. Dez 2012, 19:12

Der Fluch der Grünen Augen

Bild

Originaltitel: Der Fluch der grünen Augen

Alternativtitel: Blutrausch der Vampire / Cave of the living Dead / Curse of the Green Eyes / Die Grotte der lebenden Toten

Herstellungsland: Deutschland, Jugoslawien / 1964

Regie: Ákos Ráthonyi

Darsteller: Adrian Hoven, Wolfgang Preiss, Karin Field, Carl Möhner

Story:

A mad scientist and his bevy of vampires terrorize a German village. A detective and a witch set out to stop them. (quelle: imdb.com)
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Re: Der Fluch der grünen Augen - Ákos Ráthonyi (1964)

Beitragvon ugo-piazza » 8. Dez 2012, 21:05

Dies hier schrub ich vor Jahren für eine andere Website:



In einem kleinen osteuropäischen Dorf kommt es zu merkwürdigen Begebenheiten. Seit vor einem halben Jahr der menschenscheue Prof. von Adelsberg in das leerstehende Schloß einzog, sind bereits sechs junge Mädchen tot aufgefunden worden, wobei dann auch noch stets der Strom ausfiel. Und es ist nicht einmal bekannt, ob es sich dabei um Mord handelt.

Aus diesem Grund wird Inspektor Frank Dorin in das Dorf geschickt, um die Vorgänge zu erhellen. Schon in seiner ersten Nacht dort wird ein weiteres Mädchen, Maria, getötet. Während der Dorfarzt permanent Herzversagen in die Todesscheine einträgt, glaubt die einheimische Bevölkerung, dass hier Vampire am Werk waren. Frank wird vom Professor in das Schloss eingeladen, wo er sich in Karin, die Sekretärin des Profs verliebt, die sich schon darauf freut, das Schloss bald wieder verlassen, denn der Professor erscheint schon sehr merkwürdig und ein Spiegelbild hat er auch nicht…

Unterdessen verschwindet Marias Leiche, um später mit anderen Kleidern auf dem Boden eines Brunnens gefunden zu werden. Wird es Frank gelingen, Karin aus dem Schlossverlies zu befreien? Ist Maria zum Vampir geworden? Gelingt es dem Inspektor, die Mordserie zu beenden?


„Blutrausch der Vampire“ ist ein hochgradig spekulativer Titel, mit dem die Fa. „Procusa-Video“ wohl Anfang der 80er Videothekenkunden dazu bewegen wollte, für diesen Geld auszugeben. Eigentlich heisst der Film nämlich „Der Fluch der grünen Augen“. Die Kassette ist ultraselten und wohl reichlich teuer. Zum Glück war jemand so nett, mir eine Kopie zuzuleiten. Leider wies die Kopie ein hochgradig verzerrtes Bild auf, so dass die Vorgänge auf dem Bildschirm manchmal mehr erahnt werden müssen, als dass man sie sieht.

Und so fällt es doch recht schwer, sich wirklich eine Meinung zu dem Film zu bilden. Der Film entfaltet schon einen gewissen trashigen Charme, zu dem auch die Schwarz-weiß-Fotografie ihren Teil beiträgt. Gelegentlich sieht man mal die Schatten der Vampire (mehr war wohl aus Kostengründen nicht drin), die Handlung spielt entweder im Schloß (nur echt mit Geheimgängen und Kellerverlies) oder im Dorfgasthof, und am Schluß geht das Böse in Flammen auf (so einfach geht das!). Immer wieder wird man die zeitgleich laufende Edgar-Wallace-Reihe erinnert, die damals ja auch noch schwarz-weiß war und deren Handlung sich auch gerne in Schlössern abspielte.

Adrian Hoven galt als Frauenschwarm des deutschen Kinos, bevor er dann später zum Hexenfolterer mutierte. Soweit ist es hier noch nicht, und so darf er sich nicht nur um den Fall, sondern auch um die blonde Karin Field kümmern.

Wolfgang Preiss war seinerzeit bekannt als Titeldarsteller der damals wiederaufgenommenen Dr. Mabuse-Filme, womit er sich wohl für die Besetzung des Professors empfahl: Wer versucht, die Weltherrschaft zu erringen, dürfte wohl kaum Probleme haben, sich in einem abergläubischen Dorf Respekt zu verschaffen… Allerdings war Preiss mit dem Film nicht so wirklich glücklich: In einem Interview mit der „Splatting Image“ sagte er „Ich schäme mich für diesen Film“ und erklärt weiter, dass er vor der Straße sogar sein Gesicht verbarg, weil ihm der Film zu peinlich war!

Eine Nacktszene, bei der sogar Schamhaare zu sehen sind (huch!) und eine Szene, in der ein Mann, von einem herunterkommenden Gitter durchbohrt wird, dürften dem Film seinerzeit auf jeden Fall eine 18er Freigabe der FSK eingebracht haben. Heute ist der Film für Nostalgiefanatiker durchaus einen Blick wert, wenn ihn das Fernsehen mal ausgraben würde. Die Suche nach der Videokassette dürfte aufgrund deren Seltenheit wohl erfolglos bleiben und selbst wenn man auftreiben kann: Das Geld ist anderweitig sicherlich besser angelegt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der Fluch der grünen Augen - Ákos Ráthonyi (1964)

Beitragvon stillas » 19. Jan 2014, 21:18

:lol: THANKS
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Re: Der Fluch der grünen Augen - Ákos Ráthonyi (1964)

Beitragvon jogiwan » 17. Apr 2018, 07:40

Inspektor Frank Dorin ist immer dann zur Stelle, wenn es darum geht, einen kniffligen Fall auf elegante Weise zu lösen und dabei auch noch die Herzen aller Frauen zu brechen. Als er eines Tages in ein osteuropäisches Dorf geschickt wird, wo in den vergangenen sechs Monaten sechs junge Frauen auf mysteriöse Weise verstorben sind, trifft der aufgeklärte Mann auf eine verängstigte und abergläubische Dorfgemeinschaft. Die eher einfachen Menschen glauben, dass Vampire für die Morde verantwortlich sind, die vom ansässigen und resoluten Arzt allesamt als natürliches Ableben deklariert wurde. Doch während Frank weder an das eine, noch an das andere glaubt, hat dieser eher den ominösen Professor von Adelsberg in Verdacht, der ebenfalls vor sechs Monaten seine Zelte in dem Ort aufgeschlagen hat und auf dessen persönliche Sekretärin er zufälligerweise bereits ebenfalls ein Auge geworfen hat.

„Cave of the Living Dead“ bzw. “Der Fluch der grünen Augen” ist ein beschwingt unterhaltsamer Genre-Mix aus deutsch-jugoslawischer Produktion, der auf durchaus passable Weise versucht, den Flair der beliebten Edgar Wallace-Filme mit dem blutigen Horror von englischen Hammer-Produktionen zu verbinden, die sich zu dieser Zeit ja auch großem Zuspruch erfreuten. Herausgekommen ist ein etwas konfus wirkender, aber stets sympathisch erzählter Grusel-Streifen mit einem smarten Adrian Hoven in der Hauptrolle, der um keinen Lösungsansatz verlegen ist, wenn es darum geht in einem osteuropäischen Kuhdorf eine ominöse Mordserie aufzuklären. Dabei ist auch relativ schnell klar, dass es sich dabei entgegen dem US-Titel nur um Vampire handeln kann, die aber herzlich wenig von den herkömmlichen Beschränkungen ihrer Spezies halten. Zwar wirkt der Streifen bis zu einem gewissen Grad schon sehr naiv und die vorhersehbare Vampir-Geschichte inklusive Aberglaube und Alltagsrassismus ist im Grunde vermutlich nichts Besonderes, aber besticht immer wieder durch lustige Einfälle, den heruntergekommen erscheinenden Locations und durch seine kontrastreichen Bildkompositionen, die an „Nosferatu“ und andere expressionistische Meisterwerke aus der Stummfilmzeit erinnern. Deutsche Genre-Produktionen aus der Zeit haben bei mir ja sowieso einen Stein im Brett und wer sich für Deutschploitation interessiert, kommt an dem spaßigen Streifen ja ebenfalls nicht vorbei.
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