Dark Circus - Julia Ostertag

Moderator: jogiwan

Dark Circus - Julia Ostertag

Beitragvon karlAbundzu » 11. Dez 2017, 16:47

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R: Julia Ostertag, D: Namjira As-Sefid, Angela Maria Romacker, Annika Strauss, Nikolai Arnold, Florian Gysin, Vanessa Baden, Carole Jachtmann, Iris Lange, Haik Liebreich; M: Vortex
Zitat www.darkcircus.net
"Eine junge Frau treibt ziellos durchs Leben, als sie in ein Parallel-Universum
voller bizarrer Charaktere und okkulter Rituale entführt wird.

Dark Circus ist die Geschichte einer Transformation, eine sinnliche Reise in die Abgründe des Unbewussten.
Die 20jährige Johanna leidet unter der Langeweile und mangelnden Perspektive in ihrem Leben. Seitdem ihr Job gekündigt wurde, hat sie Visionen und verstörende Träume.
Dann eines Nachts wird Johanna in eine andere Welt entführt, einem Parallel-Universum voller okkulter Rituale und Exzesse, inspiriert von einer mysteriösen Frau, der Herrin.

Nach einer opulenten Initiation wird Johanna Teil ihres Kults und durch die Begegnungen mit den exzentrischen Kultmitgliedern verändert sich ihre Wahrnehmung. So trifft sie auch Simon, den Sammler, mit dem sie eine obsessive Affäre beginnt. Während Johanna tiefer und tiefer in die magische Welt eintaucht, verliert die Realität an Bedeutung, bis nichts mehr so ist wie es scheint ...

DARK CIRCUS ist die Geschichte einer Transformation - eine Reise ins Innere, irgendwo zwischen Sehnsucht und Alptraum."
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Dark Circus - Julia Ostertag

Beitragvon karlAbundzu » 11. Dez 2017, 16:48

Trotz des widrigen Wetters versammelten sich doch einige am späten Sonntag, neue Gesichter, bekannte Gesichter, nette Gesichter, ins Kino, um in ANwesenheit der Regisseurin Dark Circus zu schauen.
EIne junge Frau, die ihre Stelle verliert und sich mehr und mehr von ihren Feundinnen entfernt, kommt in einen Circle von Fetisch/SM-Liebhabern angeführt von einer mysteriösen Frau. Nach und nach verliert sie sich dort und findet sich neu wieder.
Ein Film über die Selbstfindung, Selbstbefreiung sexueller und psychischer Art, einer Frau.
Low Budget gedreht, mit Schauspielerinnen (die einzige mir bekannte ist die independent german Scream Queen Annika Strauss), echten Perfrmance Künstlern und Leuten aus der Szene. Und das funktioniert erstaunlich gut, einzig der Dandy der Tod kommt ein wenig gestelzt daher, und hat glaube ich auch nr Zitate aus der Literatur aufzusagen.
Besinders stark ist der Film bei den Zeremonien und Fetischszenen, da zeichnen sich die erfahrenen Performance Künstler (Bondage, S/M, Body Art Rituals (so mit Haken durch den Körper und aufgehängt...), als alles echt, aus.
Auch die Musik ist stark, hauptsächlich Stiglegges Vortex, angerichert mit Gothic Industrial Songs. Auch die Ausstattng mit den Masken und veränderten Puppen ist detailreich und fantasievoll. Klar, s sind dann immer wieder die Kult-Kklischees, aber immer mit Fantasie neu verbunden. Neben dem Gefälle beim Spiel (und Sprechen) schleichen sich ein paar Längen ein, aber das ist bei einer nicht geförderten deutschen Produktion nicht ungewöhnlich.
Insgesamt ein mutiger Film. Auch mal wieder einer, der eindeutig Stellung bezieht, und nicht irgendwie offen bleibt.

Julia Ostertag stellte sich auch als auskunftfrudige Frau heraus, die sich sehr über das rege Q & A vom erlesenen Bremer Publikum freute.


PS: Gerade der Schauspieler, der mir nicht so gefiel, hat mit seiner Performance bei einem Filmfest in Brasilien einen Peis gewonnen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Dark Circus - Julia Ostertag

Beitragvon Arkadin » 13. Dez 2017, 15:49

Eine Reise ins Wunderland des Okkult-Fetisch-BDSM-Untergrunds. BDSM ist nicht unbedingt meine Baustelle (die Verbindung von Schmerz und Lust wird mir wahrscheinlich immer ein Rätsel bleiben), der Film war aber durchaus beeindruckend und für das geringe Budget, welches zur Verfügung stand, sehr gut gemacht. Das erinnerte manchmal an das farbintensive Italo-Kino, dann wieder an den Experimentalfilm. Die Mischung unterschiedlicher Elemente in den verschiedenen Stationen unserer unfreiwilligen Heldin gefiel mir sehr gut. Die fast schon dokumentarischen Performance-Darbietungen waren schmerzhaft beendruckend, und ich bin wirklich fasziniert, welche Leiden manche Menschen freiwillig und mit großer Leidenschaft auf sich nehmen. Das erinnerte manchmal schon - auch von der Bildgestaltung her - an "Hellraiser", nur "in echt". Viele Darsteller rekrutierten sich auch aus dem entsprechenden Umfeld und gingen sehr professionell zur Sache. Die schauspielerischen Leistungen waren durchweg okay. Die Leute ohne Schauspielerfahrung mussten auch nicht viel sagen. Der Film zeugt auf jeden Fall von der Professionalität der Filmemacherin und einer großen Kreativität. Ist schon etwas ganz anderes, als wenn sich da ein "Gore-Bauer" (was das Wort des Abends) dran versucht. Auch wenn mir "die Szene" auch weiterhin fremd bleibt, so fand ich den Film durchaus gelungen und seine "Finde-Heraus.Was-Deine-Inneren-Wünsche-Sind-Und-Lebe-Sie-Aus"-Attitüde sehr inspirierend. Auch fand ich es gut, dass sich die Hauptfigur nicht einem "Kult" unterordnet, sondern am Ende aus ihren Erfahrungen auch ihr eigenes Ding macht. Ach ja: Die Musik von Herrn Stiglegger war sehr passend und hat mir überraschend gut gefallen.
Früher war mehr Lametta
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