Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

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Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

Beitragvon untot » 10. Mär 2011, 16:28

Erstausstrahlung: 14.07.1978

Die Schauspielerinnen Beate und Helga sind bei einem Vorsprechen und machen sich große Hoffnungen auf ein Theaterengagement, dementsprechend aufgeregt sind beide und ganz besonders Helga.
"Ein Cognac wäre jetzt recht, zur Beruhigung" so Helga und Beate bietet ihr daraufhin eine Weinbrandbohne an, die sie in ihrer Handtasche findet.
Helga isst die Praline und fällt kurz danach zu Boden, zunächst glauben alle an einen Schwächeanfall, doch Helga stirbt, wie sich kurz danach herausstellt, waren die Weinbrandbohnen vergiftet.
Beate steht nun unter Mordverdacht, beteuert aber ihre Unschuld und behauptet sie sollte ermordet werden, Harry ermittelt undercover...

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Mit:
Helga Anders (Beate Schill)
Agnes Fink (Frau Pacha)
Klaus Herm (Herr Pacha)
Peter Pasetti (Herr Serball)
Tilly Lauenstein (Frau Wollak)
Christian Quadflieg (Herwig)
Johanna Elbauer (Helga)
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Re: Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

Beitragvon Blap » 25. Apr 2011, 23:31

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Cover der Derrick Collectors Box 4, welche die Folgen 46-60 enthält


Folge 46 - Kaffee mit Beate (Deutschland 1978)

Beate Schill (Helga Anders) und ihre Freundin Helga (Johanna Elbauer) warten aufgeregt auf ihren Vorsprechtermin, die jungen Schauspielerinnen hoffen auf ein Engagement beim Theater. Weil Helga besonders nervös ist, gibt Beate ihr eine mit Alkohol gefüllte Praline. Auf dem Weg zur Bühne bricht Helga zusammen, wenig später verstirbt sie im Krankenhaus. Beate ist ausser sich, niemals würde sie ihrer Freundin nach dem Leben trachten. Die Laboruntersuchung bestätigt derweil den grausigen Verdacht, die Pralinen waren tatsächlich vergiftet. Die gefüllten Süssigkeiten lagen am Morgen in Beates Zimmer, sie weiss nicht wer der "edle" Spender ist. Offenbar galt der Mordanschlag nicht Helga, doch wer ist daran interessiert Beate zu töten? Derrick hat eine zündende Idee. Die junge Frau lebt in einem Zimmer in einer grossen Wohnung, gewissermaßen in einer "ganz besonderen" Wohngemeinschaft. Glücklichweise ist momentan ein Zimmer frei, Harry "darf" sich als verdeckter Ermittler verdingen, nur Beate wird über seine wahre Identität informiert. Die Vermieterin Frau Pacha (Agnes Fink) mutet ein wenig seltsam an, berichtet aber freimütig darüber, dass alle Bewohner ganz besonders in die liebenswerte Beate vernarrt seien...

Hui, diese Folge brennt ein regelrechtes Feuerwerk ab, die Charaktere sind herrlich überzeichnet, teils geradezu grotesk. Helga Anders sehen wir als vermeintlich naives Mädchen, welches sich mehr und mehr als die personifizierte Verführung entpuppt. Zumindest übt sie auf ihre Mitbewohner massive Anziehungskraft aus, selbst Harry kann sich nur schwer den Reizen der jungen Schönheit entziehen. Agnes Fink spielt als neugierige Vermietin toll auf, Tilly Lauenstein übertrumpft sie in der Disziplin Schrulligkeit sogar noch. Klaus Herm sehen wir als Herrn Pacha, den unscheinbaren Bruder von Agnes Fink. Peter Pasetti wird von Tilly Lauenstein umgarnt, die er barsch abbügelt, während er sich gleichzeitig nach Beate verzehrt. Christian Quadflieg sieht als junger Bursche den neuen Mitbewohner als gefährlichen Konkurrenten. Horst Tappert hat in "Kaffee mit Beate" wenig zu tun, während dieser Folge darf Fritz Wepper den grössten Teil der Arbeit erledigen.

Unglaubliche Dinge spielen sich hinter der gutbürgerlichen Fassade ab. Ein Wohngemeinschaft die äussert bizarr anmutet, man lausche den herrlichen Dialogen, sehe sich die befremdlichen Fratzen an. Wenn man einem Derrick-Regisseur eine besonders skurrile Folge zutraut, dann ist es sicher Alfred Vohrer. Doch mit dem üblichen (von mir geliebten) "Vohrer-Popanz" hat "Kaffee mit Beate" gar nicht so viel zu tun, von wenigen erotischen Momenten abgesehen. Wenn man sich auf dieses ungewöhnliche Treiben einlassen kann, sind etliche Schenkelklopfer garantiert! Bei genauem Hinsehen wird die Tragik der einzelnen Figuren sichtbar, die in Verbindung mit den sehr skurrilen Auswüchsen, zu einem reizvollen und auf eigenwillige Art faszinierenden Erlebnis wird. Gern hätte man diesen Beitrag in Spielfilmlänge ausführen dürfen! Als Kriminalfall macht der Stoff nicht viel her, dazu ist die Auflösung zu vorhersebar. Die Stärken dieser Geschichte sind die schrillen Charaktere, die unter der hochklassigen Regie von Alfred Vohrer erblühen!

Als übliche Folge bewertet: 7/10 (gut). Als bizarrer Ausflug bewertet: Unfassbar und grandios!
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Re: Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

Beitragvon dr. freudstein » 5. Jul 2011, 20:27

Ganz recht, herrlich skurill, die ganzen Charaktere der alternden Wohngemeinschaft. Hat großen Spaß gemacht. Als Krimi selbst nun nicht so spektakulär, nicht sonderlich spannend und als Täter hab ich 2 Personen ausmachen können, einer davon war es dann auch. Aber ermittlungstechnisch fand ich es eher mau, dafür hat es großen Spaß dieser WG und den ganzen Gepflogenheiten dort zuzuschauen.
Für letzteres gebe ich 8 Punkte, für ersters 5 und ermittle ebenso einfach 6,5 Punkte. Bevor der Bux kommt: 8+5 = 13 : 2 = 6,5 :opa:
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Re: Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

Beitragvon Die Kroete » 11. Apr 2013, 21:43

Ein Giftmord, 5 Verdächtige, die unter dem selben Dach, zusammen mit der Person wohnen, derer der Anschlag galt und die Kriminalpolizei hat keinerlei Ansatzpunke, wer als der wahre Täter in Frage kommen könnte. Da zufällig ein Zimmer in der seltsamen WG frei ist, beschließt Oberinspektor Derrick, einen Undercover-Agenten einzuschleußen, um an Informationen zu gelangen, die Hinweise auf den Täter führen könnten. Ein Auftrag für Harry Klein... :thup:

Wenn das keine klassische Krimihandlung, ala Edgar Wallace oder Argatha Christi ist....
Mit Alfred Vohrer hatte man zusätzlich noch, die richtige Regie-Wahl getroffen und trotzdem kam die Folge nicht so wirklich in Fahrt. Was aber sicher nicht, an der Handlung, oder an der ungewöhnlichen Themenwahl lag, sondern eher damit zusammen hängt, daß sich die deutschen Fernseh-Sender, mit ihren super-genauen Programmzeiten, selbst beschneiden.

Hätte man hier nämlich 90 Minuten zur Verfügung gestellt, oder falls man um die vorgeschriebenen 60 Minuten nicht herumkommt, einen -wie auch in solchen Fällen z.B. in den USA praktiziert- Zweiteiler produziert, wäre mit diesem Stoff, ein durchweg spannenter Krimi möglich gewesen, bei welchem man zusätzlich den Zuschauer noch hätte, in die Irre führen können.
So ist leider nur, eine zwar außergewöhnliche Folge heraus gekommen, leider aber nicht auf höchstem Niveau. :|

6,5/10
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Re: Derrick: Folge 46 - Kaffee mit Beate

Beitragvon dr. freudstein » 12. Apr 2013, 12:17

Welch ein Zufall :shock:
Genau diese Folge hab ich gestern auch geschaut. Und kann dir in allen Punkten zustimmen. Für ne Folge vom Vohrer leicht enttäuschend, weil sie sich zu sehr in Gefühlsduselei verfängt mit Beate und Harry. Aber die WG find ich schon sehr knuffig.Durchaus Potential, aber nicht genügend ausgeschöpft worden
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