Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge

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Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge

Beitragvon untot » 2. Mär 2011, 22:54

Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge
Erstausstrahlung 06.02.1977

Heli und ihr Bruder Ingo kommen ausgelassen, von einer Feier mit Freunden nach Hause und ihr Vater ist nirgends zu finden, sie suchen nach ihm und finden ihn schließlich erhängt auf dem Dachboden vor.
Ihr Vater soll ich umgebracht haben, für Tochter Heli, ein Unding, sie behauptet hartnäckig er wurde ermordet.
Das schließt sie daraus, das sie Haustür in der Tatnacht offenstand, wird sie es schaffen, das sich Derrick des Falls annimmt?

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Mit Helga Anders, Willi Kowalj, Herbert Fleischmann, Günter Strack, Carola Höhn, Christine Kaufmann, Günther Stoll...
Ganz nette Folge, die ich persönlich aber nicht zu meinen Favoriten zähle, aber nicht so gut heißt ja bei Derrick mindestens 6 Punkte. ;)
Was mir hier nicht so gefällt kann ich nicht mal präzise benennen, ich hätte z.B. den Strack und die Kaufmann gerne in einer größeren Rolle gesehen, weiß nicht, für mich wars eben nicht sooo stimmig wie ichs mir gewünscht hätte.
6/10
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Re: Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge

Beitragvon Blap » 7. Mär 2011, 00:45

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Cover der Derrick Collectors Box 3, welche die Folgen 31-45 enthält


Folge 31 - Hals in der Schlinge (Deutschland 1977)

Die Geschwister Heli (Helga Anders) und Ingo (Willi Kowalj) kommen von einer Party mit Freunden zurück. Heli findet den Aktenkoffer ihres Vaters am üblichen Platz vor, doch das Familienoberhaupt ist nicht auffindbar. Sehr merkwürdig, denn sonst läuft alles nach einem bekannten Schema ab. Nachdem Schwester und Bruder fast das komplette Haus durchsucht haben, macht Heli schliesslich eine grauenhafte Entdeckung. Auf dem Dachboden findet sie ihren Vater, er baumelt leblos an einem Strick. Der sofort herbeigerufene Hausarzt kann nur noch den Tod feststellen, sämtliche Anhaltspunkte weisen auf einen Selbstmord hin. Heli ist jedoch fest davon überzeugt, dass ihr Vater sich nicht umgebracht hat, sie schaltet die Polizei ein. Derrick ist skeptisch, denn eine Befragung in der Firma des Toten, fördert finanzielle Schwierigkeiten von grösseren Ausmaßen ans Licht. Zusätzlich berichtet der langjährige Mitarbeiter Herr Ludemann (Herbert Fleischmann) von der Niedergeschlagenheit seines Chefs. Heli besteht mit Nachdruck darauf, ihr Vater wurde ermordet! Der vermeintliche Selbstmord geht Derrick nicht aus dem Kopf, noch hat er den Vorgang nicht endgültig abgehakt...

Helga Anders und Willi Kowalj überzeugen als Geschwister, die mit sehr unterschiedlichen Gemütern ausgestattet sind. Heli ist beharrlich und klug, während Ingo eher wankelmütig und gängelbar angelegt wurde. Herbert Fleischmann sehe ich immer gern, Günter Strack ist als abstossender Baulöwe im Spiel. Ulrich Beiger gibt sich in einer kleinen Rolle die Ehre, er wird vom schelmischen Derrick vorgeführt. Christine Kaufmann hat ebenfalls nur einen kleinen Part erwischt, sie mutet lediglich wie hübsche Dekoration an. Ihr ahnt es bereits, auch Günther Stoll darf nicht fehlen, darf diesmal sogar Derrick begleiten, während Harry kurzzeitig in die Röhre schaut.

Für eine von Alfred Vohrer inszenierte Folge, mutet "Hals in der Schlinge" sehr bodenständig und regelrecht "seriös" an. Der reisserische Titel kann nicht darüber hinwegtäuschen. Vohrer baut auf bewährte und frische Gesichter, ihm stand ein gut aufgelegtes Ensemble zur Verfügung. Die Zusammenhänge sind vielleicht ein wenig zu leicht durchschaubar, diverse Details verhindern aber den Absturz in ein zu simples Konstrukt. Die Kulissen sind mit Bedacht gewählt, stets eine Stärke von Vohrer. Für mich sind Helga Anders, Willi Kowalj und Herbert Fleischmann die Stars dieser Episode. Aus heutiger Sicht wirkt die -damals selbstverständliche- Rollenverteilung der Geschwister Heli und Ingo fast schon befremdlich, doch dank der Anlage ihrer Rolle, kann Helga Anders diese Strukturen aufbrechen, sogar teilweise umkehren. Vohrer kann auch ernsthaft, mir gefällt dieses Gesicht des Regisseurs, obschon ich seine Wüstheiten liebe. Die dritte Box eröffnet auf gewohnt gutem Niveau.

7/10 (gut, Tendenz zu 7,5/10)
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Re: Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge

Beitragvon dr. freudstein » 28. Jul 2011, 13:46

Sehr schön, eine Folge von Alfred Vohrer wieder mal. Dieser Ingo ging mir auf den Sack, aber nicht zu befriedigenden Zwecken. Find ich widerlich diesen Seitenscheitel, wie die Popper in den 80ern :kotz:
Günter Strack selbst spielt den bösen, dominanten Baulöwen und untot hat recht, ein wenig zu kurz, aber immerhin in der 2. Hälfte stärker von der Partie. Derrick selbst ist ziemlich angewidert von solchen Burschen, ich verdenke es ihm nicht und Austern mag er unter solchen Leuten auch nicht essen, dafür geht er ins Stadion zum Fußball.

Also, die Mindestnote ist viel zu wenig, also 7,5 gebe ich gerne und will auch keinen Punkt oder halben zurück :nixda:
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Re: Derrick: Folge 31 - Hals in der Schlinge

Beitragvon Die Kroete » 21. Feb 2013, 12:46

Am Anfang der Folge -nach dem geilen griechischen Tänzchen- konnte Vohrer mal wieder geschickt, eine düstere Atmosphäre schaffen, als die Geschwister im Haus nach dem Vater suchten.

Insgesamt gesehen, würde ich die Folge allerdings auch eher mittelmäßig ansiedeln, da sich die Handlung nach dem Fund der Leiche, bis zum Auftritt Günter Stracks irgendwie in die Länge zieht.

Herausragend ist hier auf jeden Fall Günter Strack, der den korrupten Großkapitalisten ausgezeichnet spielt, leider viel zu kurz und die Kaufmann ist ja fast gar nicht zu sehen.

Der 6/10 von untot schließe ich mich uneingeschränkt an.
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