Derrick: Folge 14 - Der Tag nach dem Mord

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Derrick: Folge 14 - Der Tag nach dem Mord

Beitragvon Blap » 2. Mär 2011, 11:16

Folge 14 - Der Tag nach dem Mord (Deutschland 1975)

Dem Schüler Horst Wegmann (Oliver Grimm) zerreist es das schwermütige Herzlein. Sein italienischer Kumpel Mario (Renzo Martini) knutscht mit Andrea (Anita Lochner), in die Horst mit Haut und Haaren verliebt ist. Als der junge Bursche seinen Freund zur Rede stellt, versucht Mario die Situation zu entschärfen, wirbt bei Horst um Verständnis für seine Zuneigung zu Andrea. Für einen Moment verliert Horst die Kontrolle, er sticht mit einem Schraubenzieher auf Mario ein. Umgehend packt den Schüler das schlechte Gewissen, er will Mario zu einem Arzt bringen. Als Horst nach Hause kommt, verstirbt Mario auf dem Beifahrersitz. Horsts Vater (Alexander Kerst) will den Vorfall vertuschen, er parkt das Auto des Toten vor einer einschlägig bekannten Kneipe, Marios Leiche lässt er auf dem Beifahrersitz zurück. Derrick wird schnell klar, dass er es hier nicht mit einer üblichen "Szene-Straftat" zu tun hat. Die Ermittlungen führen Derrick und Klein auch zu den Wegmanns. Dort liegen die Nerven blank, die Zerwürfnisse innerhalb der Familie brechen hervor...

Ein kurzer Kontrollverlust löscht ein Leben aus, verbaut dem jugendlichen Täter die Zukunft. "Der Tag nach dem Mord" ist eine recht ruhige, unhektisch inszenierte Folge. Das zentrale Familendrama ist mit guten Leistungen der Darsteller gesegnet. Oliver Grimm wirkt schon vor der Tat verloren, Alexander Kerst überzeugt als Vater mit Hang zum Zynismus. Krista Keller sehen wir als Mutter des Täters, die in erster Linie um ihr eigenes Wohlergehen besorgt ist. Derrick muss nur ein wenig an der Schraube drehen, um den Verdächtigen massiv unter Druck zu setzen. Das Finale wirkt auf den ersten Blick ein wenig einfallslos, setzt aber den passenden Schlusspunkt.

Diese Folge mit Alexander Kerst und Günter Mack zwei weitere bekannte Gesichter. Die Namen der Schauspieler mögen nicht jedem Zuschauer ein Begriff sein, doch ihre Gesichter wirken sofort vertraut. Insgesamt macht die Besetzung einen frischen und unverbrauchten Eindruck. Vermutlich weil die Nebenrollen mit weniger bekannten Darstellern besetzt sind, die ihren Job sehr solide ausüben. Besonders Oliver Grimm zeigt eine sehr gute Leistung. Zu Beginn tönt der Score recht flott aus den Lautsprechern, im Verlauf der Handlung verschwindet die musikalische Untermalung in den Hintergrund. Folge 13 ist solide, muss sich aber der starken Konkurrenz aus eigenem Hause beugen.

Oberste Mittelklasse = 6,5/10
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Re: Derrick: Folge 14 - Der Tag nach dem Mord

Beitragvon Die Kroete » 11. Dez 2014, 18:42

Wohl einer der ersten deutschen Krimis überhaupt, in welchem dem Zuschauer suggeriert wird, für den Täter Mitleid zu empfinden. Tatsächlich hat diese Maßnahme hier wenigstens noch einen real-nachvollziehbaren Hintergrund. Da nämlich der junge Wegmann die Tat nicht mit Vorsatz begeht, sondern spontan aus einer nachvollziehbaren, depressiven Tieflage heraus.

Interessant ist dabei ebenso die Rolle des Vaters, der mit seiner Vertuschungstaktik, daraus erst ein für die Polizei ordentliches Verbrechen macht.
Oliver Grimm spielt in einer, fast schon übertriebenen Naivität, den eingechüchterten, unselbstständigen Sohn sehr überzeugend.

7/10
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