Derrick: Folge 85 - Das sechste Streichholz

Moderator: jogiwan

Derrick: Folge 85 - Das sechste Streichholz

Beitragvon untot » 7. Apr 2011, 18:27

Erstausstrahlung: 16.08.1981

Ein Taxifahrer will Henry Janson von der Diskothek abholen.
Er kommt zu spät: kurz vorher wurde der Lokalbesitzer erschossen.
Sein Bruder Egon, der gleich nach dem Mord am Tatort erscheint, hat für Derrick schnell einen Verdächtigen zur Hand: Jo Mahler, Discjockey in Jansons Diskothek.
Doch Mahler kann für die Tatzeit ein Alibi nachweisen...

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Mit:
Thomas Schücke (Jo Mahler)
Sissy Höferer (Irmgard Schneider)
Jacques Breuer (Rolf Heckel)
Pierre Franckh (Konrad Vollmer)
Robert Atzorn (Egon Janson)
Tommy Pieper (Henry Janson)
Hans Hessling (Herr Winter)
Ulrike Möckel (Vera)
Manuela Hahn (Luise)
Herta Böhm (Wirtin)
Christoph Engen (Ulrich)
Frank Lenart (Hans)
Gerald Alexander Held (Georg)
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Re: Derrick: Folge 85 - Das sechste Streichholz

Beitragvon Blap » 30. Okt 2011, 00:20

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 6 (Folge 76-90)


Folge 85 - Das sechste Streichholz (Deutschland 1981)

Henry Janson (Tommi Piper) ist der Inhaber einer Diskothek, zu seinem Disc Jockey Jo Mahler (Thomas Schücke) hat er kein gutes Verhältnis. Nach der üblichen Öffungszeit hält sich Janson noch im Büro seines Schuppens auf, plötzlich steht Konrad Vollmer (Pierre Franckh) mit einer Pistole in der Hand vor dem Geschäftsmann. Ein Schuss fällt, Henry Janson ist tot. Der Taxifahrer Rolf Heckel (Jacques Breuer) meldet den Schuss seiner Zentrale, wenig später nehmen Derrick und Klein die Ermittlungen auf. Egon Janson (Robert Atzorn), der Bruder des Mordopfers, verdächtigt Jo Mahler, der jedoch von einem plötzlich auftauchenden Augenzeugen, einem älteren Herrn (Hans Hessling), entlastet wird. Ferner gibt Mahlers Bekannte Irmgard Schneider (Sissy Höfferer) ihm ein Alibi für den Zeutpunkt der Tat, ergo ist zunächst kein Hauptverdächtiger greifbar. Nach und nach wird ein interessantes Beziehungsgeflecht sichtbar, die in den Fall verwickelten jungen Leute scheinen sich allesamt näher zu kennen...

Tommi Piper hatte bereits mehrere starke Auftritte in der Serie, hier wird er allerdings sehr früh aus dem Spiel genommen, immerhin kommt er in Rückblenden erneut zum Zuge. Jacques Breuer spielt solide, steht aber im Schatten von Thomas Schücke, der Gelegenheit zur Darstellung eines heißkalt-arroganten Charakters bekommt, seine Bühne zum Vortrag pseudo-philosophischer Ausführungen nutzt. Das Drehbuch und Schücke überspannen den Bogen zeitweise, letztlich wird die tendenziell etwas dröge Folge dadurch jedoch aufgewertet. Pierre Franckh gibt (wie so oft) einen verstörtes Bürschlein, was ihm erwartungsgemäß gut gelingt. Schade, Franckh beschäftigt sich inzwischen mit fragwürdigen Veranstaltungen, hat die Schauspielerei aufgeben (oder übt sie zumindest auf eine Art aus, ich halte mich an dieser Stelle besser zurück). Sissy Höfferer bleibt unscheinbar, austauschbar, ihre Rolle gibt nicht viel her, daher ist dies nicht als negative Kritik zu verstehen. Hans Hessling punktet als einsamer Spießbürger, dessen beschränktes Weltbild er perfekt auf den Bildschirm zaubert. Robert Atzorn bleibt eine Randerscheinung, der Fokus liegt auf anderen Figuren. Wie üblich agiert ein gutes Ensemble vor der Kamera, teils mit angezogener Handbremse. Echte Höhepunkte sind nicht zu vermelden, viele andere Folgen bieten weitaus mehr.

Alles läuft recht vorhersehbar ab, hin und wieder stören moralinsaure Zwischentöne. Alfred Vohrer gehört zu meinen Lieblingsregisseuren aus Deutschland -nicht nur (aber auch) wegen seiner Beiträge zu "Derrick"- hier kann er aus der durchschnittlichen Story nicht mehr als eine "brauchbare" Folge formen. (Zu) selten lässt er Horst Tappert von der Leine, der in solchen Momenten sehr gekonnt mitzieht. Mir würde "Das sechste Streichholz" vermutlich besser gefallen, wenn Vohrer sich mehr Freiheiten gegönnt hätte, ein wenig die wilde Wutz durchs Szenario getrieben hätte. Sicher wäre dies einigen "Kritikern" sauer aufgestoßen, da die Hintergründe der Tat von traurig-ernsthafter Natur sind. Schade, ich mag vermeintlich unpassende Ausritte, weiß Mut und Frechheit (meist) zu schätzen. Nach dem großen Erfolg von "Angel of Mine" (aus "Dem Mörder eine Kerze", 77), wollte Frank Duval offenbar mit aller Gewalt einen weiteren Hit, ständig haut man uns einen Song namens "Cry (For our World)" um die Ohren. Während "Angel of Mine" als angenehme Untermalung durchgeht, nagt "Cry ..." mit zunehmender Spieldauer und Häufigkeit an den Nerven, Duval hat weitaus besseres Material produziert. Im direkten Vergleich zu den starken bis sehr starken Folgen 81-84, fällt "Das sechste Streichholz" deutlich ab, rettet sich lediglich auf knappe

6/10 (obere Mittelklasse)
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