Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12

Moderator: jogiwan

Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12

Beitragvon Blap » 2. Mär 2011, 11:18

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Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12 (Deutschland 1975)

Als Ross (Gerd Haucke) aus dem Knast entlassen wird, gerät seine Familie erneut unter die Knute des kalten, hartherzigen Kriminellen. Seiner Gattin (Rosemarie Fendel) schlottern die Knie, Töchterlein Lona bekommt bei Bedarf was aufs Maul, selbst Lonas Freund hat nichts zu melden. Als sich der Lebensgefährte der jungen Frau bei der Polizei meldet, wird er in der Telefonzelle erschossen, die Täter rasen unerkannt in einem Auto davon. Derrick kennt Ross aus einem früheren Fall, er konnte ihn jedoch nicht wegen eines damaligen Tötungsdelikts überführen. Kollegen vom Raubdezernat ermitteln in einer Serie von Einbrüchen, Derrick hat Ross längst auf dem Schirm. Doch der Ermittler will Ross nicht nur wegen der Einbrüche überführt sehen, er will ihm den Mord an seinem Schwiegersohn in spe nachweisen. Aber wie kann man den abgebrühten Burschen endgültig packen?

Die Folge ist eine grandiose Bühne für Gerd Haucke. Er gibt den skupellosen, widerwärtigen Verbrecher unglaublich intensiv. Rosemarie Fendel spielt überzeugend die verängstigte Ehefrau, Mascha Gonska die nicht minder tyrannisierte Tochter. Walter Sedlmayr taucht in einer unsympathischen Nebenrolle auf, Günther Stoll einmal mehr als Helferlein von Derrick und Klein. Derrick sehen wir in dieser Folge häufig lachen und grinsen, er scheint einen kleinen Clown verspeist zu haben. Diese schon fast unverschämte Lässigkeit von Horst Tappert, lockert das wenig lustige Geschehen spürbar auf.

Regisseur Zbyněk Brynych drehte etliche Folgen der Reihe, ein zuverlässiger und erfahrerner Mann. Als musikalische Untermalung setzt man auf "Theo, wir fahr’n nach Lodz". Vicky Leandros schmettert ihren Song etliche Male, der 1974 ein grosser Hit in Deutschland war. Obschon "Alarm auf Revier 12" eine grundsolide Folge ist, konnte sie mein Herz nicht vollständig erobern. Vielleicht hätte ein wenig mehr Spannung gut getan, die Auflösung eine Spur pfiffiger sein dürfen.

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Re: Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12

Beitragvon Blap » 2. Mär 2011, 11:20

Ein kleiner Nachtrag zur ersten Derrick-Box, deren 15 Folgen nun vollständig gesichtet wurden:

In diesen frühen Folgen, wird der Zuschauer zu Beginn nicht nur Zeuge des Mordes, der Täter ist sofort bekannt, das Konzept wurde aber nicht allzu lange durchgehalten. Die Reihe versprüht jede Menge siebziger Jahre Charme, dazu geben sich bekannte und geschätzte Gesichter die Klinke in die Hand. Hier eine kleine Liste, die lediglich einen Auszug der Mitwirkenden enthält:

• Wolfgang Kieling
• Lina Carstens
• Walter Sedlmayr
• Lilli Palmer
• Helmuth Lohner
• Siegfried Lowitz
• Herbert Fleischmann
• Werner Kreindl
• Bruni Löbel
• Günter Strack
• Mascha Gonska
• Arthur Brauss
• Wolfgang Spier
• Curd Jürgens
• Susanne Uhlen
• Gaby Dohm
• Sybil Danning
• Raimund Harmstorf
• Jan Hendriks
• Rudolf Schündler
• Peter Pasetti
• Klaus Löwitsch
• Judy Winter
• Pierre Franckh
• Ingrid Steeger
• Doris Kunstmann
• Klaus Maria Brandauer
• Johanna von Koczian
• Alexander Kerst
• Gerd Haucke
• Thomas Fritsch
• Michael Ande

Wem da nicht das Herz aufgeht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen! Horst Tappert ist die Rolle wie auf den Leib geschneidert. Derrick wirkt nach außen stets souverän, zeigt sich allerdings gegenüber Vertrauten auch nachdenklich, betroffen, wird ab und an regelrecht philosophisch. Fritz Wepper ist als Harry Klein die perfekte Ergänzung, er steht immer im Schatten seines "Meisters", erweist sich bei Bedarf als zuverlässiges Helferlein, notfalls auch als hartnäckiger Wadenbeisser. Ab und an taucht Günther Stoll auf, der leider 1977 verstarb. Aufhorchen lässt die musikalische Untermalung, die in unterschiedlichsten Revieren wildert, auch Rock und Schlager kommen zum Zuge.

Obwohl die Folgen durch verschiedene Regisseure geprägt sind, entwickelt sich "Derrick" bereits zu Beginn zu einer Art Markenzeichen. Dies ist sicherlich der Präsenz von Horst Tappert zu verdanken, der jeder Folge seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Darüber vergisst man glücklicherweise nicht, den "Gaststars" genügend Möglichkeiten zur Entfaltung zu gewähren. Als Beispiele seien die denkwürdigen Auftritte von Curd Jürgens, als eiskalter, mordender Heiratsschwindler, sowie der explosive Höllenritt von Raimund Harmstorf genannt. Egal ob in aller Stille, oder durch psychologischen Druck, selten auch mit der Knarre, Derrick bringt alle Schurken zur Strecke. Keiner entgeht dem Spürsinn des Oberinspektors, dessen Rang es "eigentlich" gar nicht in der Bundesrepublik Deutschland gibt, selbst in Bayern nicht.

Die Vorfreude auf die nächsten 15 Folgen ist gross. Der Notizblock liegt bereit, der Single Malt wartet auf den Genuß. Das Leben ist schön!

Für Statistiker:

Durchschnittwertung der Folgen 1-15: 7/10 (gut). Es ist zwar nicht nötig, aber trotzdem erlaube ich mir auf den üblichen "Knuffigkeitsbonus" hinzuweisen, der das Punkteraster sprengt.

Lieblingsfolgen:

• Folge 1 - Waldweg
• Folge 5 - Tod am Bahngleis
• Folge 7 - Madeira
• Folge 8 - Zeichen der Gewalt
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Re: Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12

Beitragvon dr. freudstein » 2. Mär 2011, 12:04

- Alarm auf Revier 12 (sehr gut)
Gert Haucke spielt das Ekel echt genial.
"Die haben ein Bad genommen"
"Wieso? Ist doch noch da!"

Derrick kalauert hier gelegentlich, neckiger Spitzbub der :D
Recht simple Story und Auflösung, aber der Haucke macht das alles wieder wett. Ich hasse den Typen, so gut spielt der das Ekel.
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Re: Derrick: Folge 15 - Alarm auf Revier 12

Beitragvon untot » 2. Mär 2011, 14:34

"Alarm auf Revier 12" gehört zu meinen ganz speziellen Schätzchen, weil ich Gerd Haucke mag und erst recht, wenn er das Scheusal spielt und die Sau rauslässt, was leider viel zu selten der Fall war, schade!
Derrick mag ich auch, wenn er den Schalk im Nacken hat und mal nicht ganz so bierernst wie sonst ist. :mrgreen:

Ja Blap, das ist eine ganz schön lange Liste mit beliebten alten Fernsehgesichtern, deswegen guck ich mir die alten Derrick Folgen auch so gerne an, es ist als würde man alte Bekannte wieder treffen, find ich wunderbar!

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