Derrick: Folge 142 - Die Nacht, in der Ronda starb

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Derrick: Folge 142 - Die Nacht, in der Ronda starb

Beitragvon Blap » 21. Jan 2013, 21:56

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 10 (Folge 136-150)



Folge 142 - Die Nacht, in der Ronda starb (Deutschland 1986)

Qualen des Gehörnten

Dr. Walter Schenk (Klaus Schwarzkopf) leidet sehr unter den Eskapaden seiner Ehefrau Hannelore (Ursula Lingen). Derrick wohnt nebenan, eines Tages steht Dr. Schenk verunsichert vor der Tür des Oberinspektors. Etwas zerknirscht kommt der Kriminalbeamte dem ungewöhlichen Anliegen seines Nachbarn nach, bittet dessen Gattin um die Herausgabe von Büchern, Unterrichtsmaterial für den bevorstehenden Arbeitstag des Lehrers. In der Wohnung der Eheleute Schenk, sitzt Hannelore mit ihrem Liebhaber Gregor Ronda (Paul Neuhaus) gemütlich beim Frühstück, kann die Aufregung ihres Gatten nicht nachvollziehen. Deprimiert taucht Dr. Schenk vor seinen Schülern auf, die jungen Leute haben Kenntnis vom privaten Unglück ihres Lehrers, bieten ihm Hilfe an. Abends besuchen fünf Schüler Schenk, wollen den beliebten Pauker auf Kurs bringen. Am nächsten Morgen muss sich Derrick erneut mit den Eheleuten Schenk befassen. Diesmal ist der Grund offizieller Natur, Gregor Ronda wurde erschlagen in seinem Fitness-Center aufgefunden ...

Klaus Schwarzkopf überzeugt als gutmütiger Lehrer und Ehemann, dem es offenbar am nötigen Durchsetzungsvermögen mangelt. Im Berufsleben problematisch, im Privatleben schmerzhaft. Wenig bedrohlich echauffiert er sich gegenüber seiner Gattin und deren Liebhaber, wird von seiner Frau milde belächelt. Schwarzkopf ist die Rolle des Dr. Schenk auf den untersetzten Leib geschneidert, ein unscheinbarer Mann mit viel Gefühl und Verstand, gefangen im Netz der eigenen Schwäche. Ursula Lingen zeigt uns Hannelore Schenk als abgebrühte Frau, ohne Scheu trampelt sie auf den Gefühlen ihres Ehewurms herum. Bewusste Grausamkeit oder oberflächliche Gedankenlosigkeit? In Reihen der Schüler erwarten uns bekannte Gesichter, vor allem Anne Bennent und Christoph Eichhorn fallen positiv auf. Beide waren während der Dreharbeiten bereits ein paar Jahre zu alt um Schüler darzustellen, erstaunlicherweise kann Anne Bennent (Jahrgang 1963) ihr Alter weniger gut verbergen als ihr Kollege Christoph Eichhorn (Jahrgang 1957). Ich sehe gern darüber hinweg, mir gefällt Eichhorns "unterschwellig-psychotische" Art sehr gut. Für Alwy Becker bleibt nur eine kleine Nebenrolle, gern hätte ich sie als Hannelore Schenk gesehen, ohne die Leistung von Ursula Lingen bemängeln zu wollen. Horst Tappert und Fritz Wepper agieren gewohnt zuverlässig, Derrick bewegt sich gekonnt zwischen lässiger Routine und Verarbeitung befremdlicher Zustände. Freilich zeichnet ihn sein Gespür für Details aus, die geradezu langweilige Normalität der Schüler wirft Fragen auf, beschert herrliche Momente zwischen Derrick und Klein.

"Die Nacht, in der Ronda starb" gewinnt keinen Preise für Mut, Innovation und/oder überraschende Wendungen. Regisseur Theodor Grädler kann auf auf erstklassige Schauspieler und ein solides Drehbuch bauen. Zwar legte man keinen Wert auf wüste Ausritte, dennoch punktet diese Folge mit starken Dialogen, sorgt für zufriedene Schmunzler. Derrick bewohnt die Etagenwohnung mit geringer Begeisterung, wen wundert es ...

6,5/10 (oberste Mittelklasse)
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Re: Derrick: Folge 142 - Die Nacht, in der Ronda starb

Beitragvon Die Kroete » 24. Jul 2015, 21:41

Ein gelungener TV-Krimi, ein herausragendes Psychogramm.

Bei dieser Folge erschien mir filmtechnisch alles nahezu fast perfekt!

8,5/10
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