Derrick: Folge 130 - Schwester Hilde

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Derrick: Folge 130 - Schwester Hilde

Beitragvon untot » 27. Mai 2011, 14:11

Erstausstrahlung: 14.06.1985

Der Hamburger Hans Dieter Kusich wird tot in seinem Münchner Hotelzimmer aufgefunden.
Rückfragen bei der Hamburger Kripo ergeben, das Kusich sein Geld im Rotlichtmilieu verdiente.
Die Befragung des Hotelpersonals ergibt, dass Kusich in der Mordnacht von zwei Frauen besucht wurde, die auch zugeben, den Toten aus dem Reeperbahnviertel von St.Pauli ziemlich gut gekannt zu haben...

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Mit:
Inge Meysel (Schwester Hilde)
Susanne Uhlen (Anita Henk)
Ekkehardt Belle (Kurt Born)
Klaus Abramowski (Herr Born)
Lis Verhoeven (Frau Born)
Andras Fricsay (Kusich)
Angela Hillebrecht (Chefin in Parfümerie)
Andrea Dahmen (Schwester Anna)
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Re: Derrick: Folge 130 - Schwester Hilde

Beitragvon Blap » 12. Aug 2012, 12:54

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)


Folge 130 - Schwester Hilde (Deutschland 1985)

Besuch aus Hamburg

Anita Henk (Susanne Uhlen) arbeitet in Parfümerie, die junge Frau ist vor einiger Zeit aus Hamburg geflüchtet, hat in München ein neues Leben angefangen. Plötzlich steht ihr ehemaliger Zuhälter Kusich (András Fricsay) vor ihr, er will sie zurück an die Elbe holen. Sofort setzt sich Anita mit Laienschwester Hilde (Inge Meysel) in Verbindung, mit deren Hilfe sie aus der Zwangsprostitution entkommen konnte. Schwester Hilde fliegt am umgehend nach München, sie will Kusich zur Rede stellen. Freilich denkt der Zuhälter gar nicht daran seine Beute aus den Krallen zu lassen, Anita suchte ihn bereits im Hotel auf und hat Prügel bezogen. Derweil setzt die verzweifelte Anita die Familie ihres Freundes Kurt Born (Ekkehardt Belle) in Kenntnis, Verleger Born (Klaus Abramowski) und seine Gattin (Lis Verhoeven) kommen mit dem überraschenden Geständnis nicht klar. Am nächsten Morgen finden Reinigungskräfte den toten Kusich in seinem Zimmer, der am vorherigen Abend zunächst Besuch von Anita und später von Schwester Hilde hatte...

Inge Meysel überzeugt als mutige und zielstrebige Schwester, ohne Angst bietet sie dem abgebrühten Kriminellen die Stirn. Dennoch zeichnet das Drehbuch keinen makellosen Engel, Hilde entwickelt Muttergefühle für Anita, versucht ihren Schützling zu steuern. Offenbar benötigt Anita Henk einen entsprechenden Richtungsweiser, ohne fremde Hilfe kann sie ihrem Peiniger Kusich nichts entgegensetzen. Susanne Uhlen schaut hilflos aus ihren traurigen Rehaugen, mutet wie die ideale Besetzung für eine passive Opferrolle an. András Fricsay zieht in der ihm zur Verfügung stehen Spielzeit alle Register, ekelhafter kann man die Rolle des Zuhälters kaum interpretieren. Bereits die geschmacklose Kleidung samt groteskter Frisur drängt den Zuschauer in Richtung Abscheu. Die erschreckend kalt-brutale Mißhandlung der wehrlosen Anita, garniert mit zynischen Bemerkungen seitens des Sadisten, lässt Kusich endgültig zum perversen Monstrum werden. Familie Born -offensichtlich eine Sippe aus der sozialen Oberschicht- lässt Anita ohne Not fallen, mit einer Prostituierten kann man sich nicht abgeben, als zukünftige Schwiegertochter ist Anita untragbar geworden. Klaus Abramowski zeigt als Familienoberhaupt eine ähnliche Kälte wie der Zuhälter, Lis Verhoeven bleibt im Hintergrund, Ekkehardt Belle ringt mit seinen Gefühlen.

Sämtliche Charaktere bedienen Klischees. Das hilflose und mißhandelte Mäuschen, die resolute Laienschwester, der abstossende Lude. Obendrauf die braven Bürger aus gutem Hause, gefangen in spiessiger Engstirnigkeit. Frischen Wind hat "Schwester Hilde" nicht zu bieten, darüber hinaus ist die Lösung des Falles eher unkreativ. Die Folge lebt von den überzeugend agierenden Schauspielern, treffender als hier kann man entsprechende Charaktere nicht besetzen. Inge Meysel und der aufrechte Gang, ein Plädoyer für Courage und Beharrlichkeit! Horst Tappert und Fritz Wepper erledigen ihren Job mit Routine, Inge Meysel sorgt für die nötigen Ecken und Kanten. Regie führte der bewährte Theodor Grädler, weniger überzeugend tönt die Musik von Max Greger junior, der den Abspann mit völlig unpassenden Klängen zukleistert. Sicher keine allzu packende Geschiche, Autor Herbert Reinecker bestellt den Acker weitgehend ohne Risiko, dank der hochklassigen Besetzung bewegt sich der Unterhaltungswert in höheren Sphären.

7/10 (gut)
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