Derrick: Folge 129 - Ein unheimlicher Abgang

Moderator: jogiwan

Derrick: Folge 129 - Ein unheimlicher Abgang

Beitragvon untot » 26. Mai 2011, 17:35

Erstausstrahlung: 17.05.1985

Rudolf Diebolz hat seiner Familie einen Abschiedsbrief hinterlassen.
Er steckte in großen finanziellen Schwierigkeiten und sehe daher keinen anderen Ausweg, als in seinem Boot den Freitod zu suchen.
Als Liane Diebolz den Brief entdeckt, ist es schon zu spät.
Der lodernde Feuerschein einer Explosion auf dem nachtdunklen See zeigt ihr vom Fenster ihres Wohnzimmers an, dass ihr Mann seine Todesdrohung wahr gemacht hat.
Nach tagelanger Suche finden Taucher endlich die Leiche des Selbstmörders.
Doch weist der Körper nicht nur Bandwunden, sondern auch eine Verletzung am Hinterkopf auf...

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Mit:
Christiane Krüger (Liane Diebolz)
Christoph Eichhorn (Klaus Diebolz)
Dirk Galuba (Herr Diebolz)
Peter Bongartz (Bernhard D. Kolewski)
Lisa Kreuzer (Frau Meissner)
Klaus Höhne (Prokurist Heffner)
Gabriele Fischer (Maria)
Hans Stadtmüller (Kellner Kajus)
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Re: Derrick: Folge 129 - Ein unheimlicher Abgang

Beitragvon Blap » 7. Aug 2012, 22:37

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)


Folge 129 - Ein unheimlicher Abgang (Deutschland 1985)

Wer mit wem?

Finanzjongleur Rudolf Diebolz (Dirk Galuba) steckt in Schwierigkeiten. Offenbar drückt der Lackschuh gewaltig, Diebolz hinterlässt seiner Gattin Liane (Christiane Krüger) einen knappen Abschiedsbrief und fährt mit seinem Boot hinaus auf den See. Wenig später wird die Nacht von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Liane und ihr Sohn Klaus (Christoph Eichhorn) sind fassungslos, Rudolf hat seine Selbstmordabsicht tatsächlich in die Tat umgesetzt. Immerhin droht der Witwe keine allzu schmerzhafte Trauerphase, schliesslich unterhält sie seit einiger Zeit eine intime Beziehung zu Bernhard Kolewski (Peter Bongartz). Seinerseits war auch der Verstorbene kein Kind von Traurigkeit, er vergnügte sich gern mit seiner Sekretärin Frau Meissner (Lisa Kreuzer). Als die Leiche endlich aus dem Gewässer geborgen wird, stellt die Gerichtsmedizin ein interessantes Detail fest. Diebolz wurde eindeutig vor der Explosion des Bootes der Schädel eingeschlagen, von Suizid kann nicht mehr die Rede sein. Derrick und Klein bestellen die engsten Familienmitglieder und Mitarbeiter des Herrn Diebolz zwecks Identifikation ins Leichenschauhaus, alle Befragten bestätigen einwandfrei, auf der Bahre liegt der tote und entstellte Körper von Rudolf Diebolz.

Der von Dirk Galuba dargestellte Rudolf Diebolz steht zwar im Zentrum der Ermittlungen, dennoch fällt Galuba nur eine Nebenrolle zu. Wie üblich zeigt sich Charakterkopf Galuba von einer wenig liebenswerten Seite, bestätigt sein Abonnement auf unangenehme Zeitgenossen. Christiane Krüger und Lisa Kreuzer sind ebenfalls alte Bekannte, Kreuzer gehört zu den häufigsten Gästen der Reihe. Freilich sind sich die Damen hier nicht die besten Freundinnen, feines Knistern ist gewissermaßen unvermeidbar. Gabriele Fischer sehen wir als hübsches und gleichzeitg etwas unscheinbares Hausmädchen. Klaus Höhne spielt als psychisch angeschlagener Prokurist großartig auf, der schrullige Oberbuchhalter am Rande des Nervenzusammenbruchs. So richtig ins Herz schliessen mag man keinen der agierenden Akteure, Peter Bongartz und Christoph Eichhorn machen da keine Ausnahme. Bongartz gefällt mir ausgesprochen gut, pendelt er doch souverän zwischen beschwichtigend und aufbrausend umher, garniert mit kleinen Ausflügen in zynische Gefilde. Alles wie gehabt, gute bis hervorragende Leistungen der Schauspieler, ich verneige mich vor dem tollen Ensemble.

Derrick und Klein haben eine harte Nuss zu knacken, Stephan stellt -einmal mehr- unter Beweis, warum Harry nur die zweite Geige spielt. Gern schreibe ich es immer wieder und wieder, Horst Tappert und Fritz Wepper sind großartig! Der Fall punktet nicht nur mit einem packenden Beziehungsgeflecht der Charaktere, die Krönung kommt in Form der cleveren Auflösung daher, Autor Herbert Reinecker hat ganze Arbeit geleistet. Die elektronische Musik von Eberhard Schoener schmeichelt meinen Ohren. Wer z. B. Tangerine Dream und Klaus Schulze verehrt, der wird auch mit diesen Kompositionen von Schoener viel Freude haben. Regisseur Jürgen Goslar durfte "Ein unheimlicher Abgang" in einem durch den Winter geprägten Umfeld inszenieren, eine vortreffliche Ergänzung zur kalt berechnenden Vorgehensweise des einen oder anderen Beteiligten (stilvoll von Eberhard Schoener untermalt, gern weise ich erneut darauf hin). Winter in München, die Boote explodieren! Gute Unterhaltung für Freunde gepflegter TV-Krimis, gekonnter und perfekt platzierter Twist inklusive.

7,5/10 (gut bis sehr gut)
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