Derrick: Folge 128 - Das tödliche Schweigen

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Derrick: Folge 128 - Das tödliche Schweigen

Beitragvon untot » 26. Mai 2011, 17:16

Erstausstrahlung: 03.05.1985

In panischer Angst ruft Helga Södern die Polizei zur Hilfe.
Als Oberinspektor Derrick in der Wohnung ankommt, wirkt die Frau wieder völlig normal, von einer tödlichen Bedrohung könne keine Rede sein, behauptet ihr Freund Udo Hassler.
Derrick bleibt skeptisch.
Als er am nächsten Morgen zum Tatort des Mordes an Maria Simka gerufen wird stellt sich heraus, das Helga Södern die ehemalige Sekretärin des Mordopfers ist...

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Mit:
Irina Wanka (Helga Södern)
Jacques Breuer (Udo Hassler)
Hans-Helmut Dickow (Anton Hoppe)
Henry van Lyck (Fred Stargard)
Ernst Fritz Fürbringer (Stargard, senior)
Arthur Brauss (Ludwig Simka)
Ilse Neubauer (Gertrud Simka)
Peter Bertram (Wiemann)
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Re: Derrick: Folge 128 - Das tödliche Schweigen

Beitragvon Blap » 29. Jul 2012, 13:53

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)


Folge 128 - Das tödliche Schweigen (Deutschland 1985)

Gutes Betriebsklima

Stephan und Harry möchten den Feierabend geniessen, ein gepflegtes Bier in den Hals schütten. Kaum hat das dynamische Duo die heiligen Privathallen des Oberinspektors betreten, erreicht Derrick der Anruf einer offenbar extrem ängstlichen Frau. Helga Södern (Irina Wanka) nennt ihren Namen samt Adresse, sofort machen sich die Ermittler auf den Weg. Dort angekommen öffnet Udo Hassler (Jacques Breuer) den Beamten, die ebenfalls anwesende Helga wirkt noch immer verstört. Hassler lässt Helga kaum zu Wort kommen, die gemeldete Bedrohung war angeblich ein Hirngespinst. Am nächsten Morgen müssen sich Derrick und Klein mit einem Mordfall beschäftigen. Harry denkt sofort an die junge Frau vom Vorabend, bei der Toten handelt es sich jedoch um Maria Simka, die ältere Dame kam vermutlich gewaltsam zu Tode. Ludwig Simka (Arthur Brauss) entdeckte seine tote Mutter in deren Wohnung, nebenbei fragt Derrick den Sohn des Opfers nach Helga Södern. Tatsächlich kannten sich die Frauen, beide arbeiteten bei einer inzwischen in Konkurs gegangenen Chemiefirma. Interessanterweise hatte Maria Simka Besuch von zwei Personen, Helga berichtete am vorherigen Abend von zwei bedrohlichen Gestalten, fühlte sich von zwei Männern verfolgt...

Irina Wanka sehe ich immer gern, spontan kommt mir die starke Folge "Ein Fall für Harry" (94) in den Sinn, in der sich Irina dem geifernden Ekel Karl Lieffen stellen musste, sehr zum Ärgernis des fürsorglichen Harry. Erneut spricht Irina Wanka den Beschützerinstinkt des Zuschauers an. Glaubwürdig bringt sie die ängstliche, hilflose und anmutige Prinzessin rüber, jeder edle Ritter möchte sofort das Schwert aus der Scheide ziehen, lasst eure schmierigen Pranken von meinem Engel! Ja, die Figur Helga Södern ist Klischee pur. Na und, ich fahre drauf ab. Jacques Breuer darf mit Ausdauer an den Nerven der Ermittler nagen, Reinecker klatscht dem unsympathischen Udo Hassler den Stempel Student auf die Stirn. Unter Breuers Knute mutet Wanka wie eine unglückliche und gepeinigte Marionette an, die "Nichtchemie" zwischen den Charakteren entzündet eine kalte Flamme. Arthur Brauss zeichnet einen blassen kleinen Mann ohne grosse Ambitionen, gestraft mit einer gierigen Ehefrau, dargestellt von Ilse Neuabauer. Hans-Helmut Dickow poltert über das Gelände der ehemaligen Fabrik, Henry van Lyck gibt den Januskopf, Ernst Fritz Fürbringer glänzt mit einer herrlich schrulligen Vorstellung. Sklave Willy "Berger" Schäfer darf das Telefon bedienen und sich um den Kaffee kümmern, als dauerhafte Randnotiz lebt es sich nicht allzu schlecht.

Neben den gewohnt ansprechenden Leistungen der Schauspieler, hat mich vor allem die trostlose Optik des stillgelegten Industriegeländes begeistert. Schnell ist klar, die Fäden müssen im Dunstkreis des Betriebes zusammenlaufen, spärlich sickern Informationen aus den Mündern der Beteiligten. Die Auflösung spannt eine Brücke zum ökologischen Zeitgeist, Mitte der achtziger Jahre war das Thema Umweltschutz/Umweltverschmutzung endgültig in alle Winkel der Republik vorgedrungen. Näher kann ich nicht darauf nicht eingehen, die Gefahr fieser Spoiler wird zu gross. Weiterhin wuchert diese Folge mit starken Dialogen und einer Prise Humor, dazu zeigt sich Horst Tappert in Bestform, herrlich! Theodor Grädler inszeniert gewohnt solide, kann auf sein Ensemble und Autor Herbert Reinecker bauen, ein durch und durch tragfähiges Fundament. Auf den ersten Blick kein Höhepunkt im Derrick-Kosmos, bei genauer Betrachtung eine gute und unterhaltsame Folge. Gier taugt immer zum Krimi, so sind sie, die kleinen und grossen Menschlein.

7/10 (gut)
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