Derrick: Folge 124 - Gregs Trompete

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Derrick: Folge 124 - Gregs Trompete

Beitragvon untot » 26. Mai 2011, 15:47

Erstausstrahlung: 08.02.1985

Als der Musikstudent Joachim Lutze, die schwer verletzte Schlagersängerin Susanne Loon zufällig am Schauplatz eines Verkehrsunfalles findet, bringt er sie sofort ins Krankenhaus.
Susanne Loon verstirbt leider noch in der Nacht.
Allerdings stellt sich heraus, dass sie nicht etwa an den Folgen des Unfalles gestorben ist, sondern dass sie mit einem Kissen erstickt wurde.

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Mit:
Ekkehardt Belle (Joachim Lutze)
Carolin Ohrner (Cornelia)
Sieghardt Rupp (Andreas Klinger)
Karl Renar (Berkhahn)
Jeanette Mühlmann (Sussanne Loon)
Dieter Schidor (Norman Greg)
Pierre Franckh (Benno)
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Re: Derrick: Folge 124 - Gregs Trompete

Beitragvon Blap » 28. Mai 2012, 10:32

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)


Folge 124 - Gregs Trompete (Deutschland 1985)

Ekkehardt Belle - Ein Männlein für alle (fast) Fälle

Der Musikstudent Joachim Lutze (Ekkehardt Belle) fährt gemütlich mit seinem alten Bully durch die Nacht. Auf der Landstrasse hat sich ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen ereignet, sofort hält der hilfsbereite Student an, transportiert eine verletzte junge Frau (Jeanette Mühlmann) ins nächste Krankenhaus. In der Klinik bittet ihn das Unfallopfer um einen weiteren Gefallen, der junge Mann soll eine Sporttasche an einen gewissen Herrn Berkhahn (Karl Renar) übergeben. Lutze macht sich umgehend auf den Weg, Berkhahn nimmt die Tasche an sich, wirkt allerdings äussert verstört. Cornelia (Carolin Ohrner) erwartet ihren Freund Joachim bereits ungeduldig, sie berichtet ihm von einem merkwürdigen Anruf. Plötzlich geht dem Nachwuchsmusikus ein Licht auf! Die von ihm ins Krankenhaus gefahrere Frau ist die Sängerin Sussanne Loon, welche gemeinsam mit dem Trompeter Norman Greg (Dieter Schidor) in einer Band spielte, zwei Schallplatten der Musiker stehen im Regal des Studenten. Joachim und Cornelia möchten Sussanne im Hospital besuchen, treffen dort allerdings auf Derrick und Klein. Die Kriminalbeamten ermitteln in einem Mordfall, die Sängerin wurde in der vergangenen Nacht in ihrem Krankenbett erstickt. Angetrieben von Neugier und Mitgefühl sucht das junge Paar die Band um Greg auf, den Hochschülern bietet sich ein erschreckender Anblick...

Ekkehardt Belle taucht immer wieder in der Reihe auf, mal als Luftikus, mal als kleiner Schmierlappen. Hier hat man (recht erfolgreich) versucht Belle als als Sympathieträger zu installieren, ein hilfsbereiter und mitfühlender Student, garniert mit einer Prise Naivität. Carolin Ohrner kommt als energischer Rückhalt daher, für Jeanette Mühlmann bleibt nur wenig Raum. Karl Renar gehört wie Ekkehardt Belle zu den "Stammgästen" der Reihe, seine Darbietung als zunehmend panischer Kleinkrimineller gefällt. Sieghardt Rupp agiert zuverlässig als aalglatter Obergauner, seine kantige (und dennoch schleimige) Erscheinung passt vortrefflich ins Bild. Dieter Schidor, Pierre Franckh und Wolfgang Müller geben die ehemals erfolgreichen Musiker, von Drogen zerfressen und bereits mit einem Bein in der Kiste. Schidor liegt als Häufchen Elend in der Ecke herum (gute Arbeit der Maske), Franckh bleibt für seine Verhältnisse unscheinbar, der biedere Müller bemüht sich nach Kräften gegen die eigene Unscheinbarkeit anzuspielen. Horst Tappert und Fritz Wepper gewohnt routiniert, Tappert einmal mehr mit "Väterlicher-Freund-Schlagseite".

Drogen, Drogenhandel und drogensüchtige Musiker. Die Musikerwracks mögen klischeehaft anmuten, doch die völlig unromantische Darstellung des tristen Sterbens talentierter Menschen berührt. Auf den ersten Blick kommt das Drehbuch nicht allzu kreativ daher, der finale Twist setzt jedoch ein dickes Ausrufezeichen (und wirft aus meiner Sicht Fragen hinsichtlich der Ermittlungstaktik auf). Ekkehardt Belle und Carolin Ohrner stehen zunächst im Mittelpunkt, verstricken sich tiefer und tiefer in die Ereignisse, werden aber irgendwann in den Hintergrund gedrängt. Vielleicht wäre eine konsequentere Marschrichtung angesagt gewesen, wozu baut man Charaktere im Rahmen der überschaubaren Spielzeit auf, wenn man diese dann letztlich doch im Sande verlaufen lässt? Die oft düster tönende Musik von Eberhard Schoener gefällt mir sehr gut, eine stimmungsvolle Abwechslung vom teils zu braven Gesäusel des Herrn Duval. Dank des überraschenden Endes bleibt "Gregs Trompete" in Erinnerung, rettet die Folge vor dem Sturz ins Unterhaus der Reihe.

6,5/10 (oberste Mittelklasse)
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