Derrick: Folge 123 - Der Mann aus Antibes

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Derrick: Folge 123 - Der Mann aus Antibes

Beitragvon untot » 15. Mai 2011, 17:37

Erstausstrahlung: 18.01.1985

Ein Mädchen wird erstochen in einem Pavillon des Münchner Hofgartens gefunden.
Die 21jährige Inge Maurer war Dolmetscherin und lebte mit dem Reisebürobesitzer Paul Limbach zusammen.
Diese Beziehung war allerdings kurz zuvor im Streit auseinander gegangen.
Die Verdachtsmomente gegen Limbach sind erdrückend.

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Mit:
Christian Kohlund (Bondeck)
Sky Dumont (Paul Limbach)
Irina Wanka (Irene Maurer)
Edwin Marian (Vater Maurer)
Henry Stolow (Joe Schneider)
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Re: Derrick: Folge 123 - Der Mann aus Antibes

Beitragvon Blap » 1. Mai 2012, 23:37

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)


Folge 123 - Der Mann aus Antibes (Deutschland 1985)

Höllentrip

Todesschreie gellen durch den nächtlichen Münchener Hofgarten! Besucher einer Veranstaltung finden die Leiche einer jungen Frau im Pavillion der Parkanlage, der Täter entkommt jedoch unerkannt. Die Identität des Opfers ist schnell geklärt, die Todesursache ebenso, Irene Maurer (Irina Wanka) wurde durch einen Stich ins Herz getötet. Derrick sucht zunächst die Eltern Maurer auf, die kränkliche Mutter ist nicht vernehmbar, der Vater (Edwin Marian) berichtet vom labilen Zustand seiner Tochter. In den letzten Monaten lebte Irene -laut Angaben ihres Vaters- bei einem gewissen Herrn Limbach (Sky Dumont). Besagter Limbach gibt sich betont kühl, Irene lebe schon seit einiger Zeit nicht mehr in seiner Wohnung, man habe sich getrennt. Ermittlungen führen dunkle Flecken in der Vergangenheit Limbachs zum Vorschein, der Besitzer eines Reisebüros geniesst offenbar nicht den besten Ruf und zeigt sich wenig zugänglich. Kurze Zeit später trifft der ehemalige Lebensgefährte der Getöteten in München ein, Bondeck (Christian Kohlund) lernte Irina einst in Afrika kennen, sie wurde ihm von Limbach ausgespannt. Momentan liegt Bondecks Segelboot in Antibes, per Flugzeug eilt er aus Frankreich herbei. Für Bondeck ist der Fall längst geklärt, nur Limbach kommt für ihn als Täter in Betracht. Er präsentiert Derrick Briefe von Irene, Briefe die Limbach anklagen. Weitere Erkenntnisse belasten den Hauptverdächtigen schwer, der Reisekaufmann kann kein Alibi für den Zeitpunkt der Bluttat vorweisen...

Sky Dumont hält als außerordentlich unsympathischer Bursche her. Schon fast eine Spur zu aufdringlich drängt das Drehbuch den Zuschauer in eine bestimme Richtung, befremdliche Vorstrafen kommen zur Sprache, Limbach verhält sich mit grosser Ausdauer wie ein Kotzbrocken, sogar der sonst so souveräne Derrick macht kaum einen Hehl aus seiner Verachtung (was zu herrlichen Dialogen führt), nach und nach schrumpft Schlange Limbach zur Blindschleiche. Christian Kohlund wird als Gegenpol ins Spiel gebracht, der knuffige Frauenversteher mit Herz, ein romantischer Typ. Dumont und Kohlund prallen unter der Moderation Tapperts aufeinander, letztlich kann niemand den Oberinspektor täuschen, klare Sache. "Der Mann aus Antibes" baut grösstenteils auf das Trio Horst Tappert, Sky Dumont und Christian Kohlund, für Fritz "Harry" Wepper bleibt kaum Raum, gleiches gilt für die übrigen Mitwirkenden. Edwin Marian irrt unter Schock durch die Kulissen, Henry Stolow macht uns den Nebenekel, die hübsche Irina Wanka hat nur wenige Momente.

Was bleibt neben Tappert, Dumont und Kohlund? Die Wohnung des Schweinebratens Limbach, für mich der vierte Star der Folge! Ein geschmacklos-schöner Miniaturtempel der Gelüste, diese Bleibe würde sich gut in einem Giallo machen (selbstverständlich auch in dieser Derrick-Folge). Ab in die Zeitmaschine, Edwige Fenech im Gepäck und im Schatten der blauen Tapete eindringliche Leibesübungen vollführen (Gnade, meine Wahnvorstellungen haben Besitz von mir ergriffen). Regisseur Jürgen Goslar kann sich auf seine Schauspieler verlassen, setzt die charaktervollen Gesichter in perfekter Dosierung ein. Die Lösung wird der aufmerksame Zuschauer erahnen, ein wenig holprig konstruiert, dennoch gelungen. Sehr schön Eberhard Schoeners Musik, die hier eine deutliche Nähe zu Tangerine Dream aufweist. Damit kann ich meine Ausführungen beschliessen, der Derrick-Fan wird mit dieser Folge zufrieden sein, trotz des zur Nebenfigur degradierten Harry.

7/10 (gut)
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