Derrick: Folge 118 - Das Ende einer Sehnsucht

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Derrick: Folge 118 - Das Ende einer Sehnsucht

Beitragvon untot » 13. Mai 2011, 19:30

Erstausstrahlung: 31.08.1984

Die Meldung von Tod eines 32jährigen, der in seinem Pensionszimmer erschlagen wurde, stammt von Kommissar Merck.
Er war mit der Absicht in die Pension gekommen, dem Mann zu helfen.
Wie Merck bekundet, ist er ein guter Bekannter seiner Tochter Irene gewesen. Doch ihre Wege hatten sich vor zwei Monaten in Griechenland getrennt.
Jetzt war er zu Irenes überraschung in München aufgetaucht und steckte ganz offensichtlich in ernsten Geldnöten.
Zunächst glaubt Oberinspektor Derrick, in der Tatwaffe, einer zerbrochenen Whiskyflasche, ein sicheres Beweisstück zu besitzen.
Erhoffte Fingerabdrücke lassen sich an ihr dann doch nicht nachweisen.

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Bild :palm:

Mit:
Norbert Kappen (Herr Merck)
Pascal Breuer (Alwin Merck)
Marion Martienzen (Irene Merck)
Gaby Dohm (Ruth Palmer)
Andreas Fricsay (Gitarrist)
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Re: Derrick: Folge 118 - Das Ende einer Sehnsucht

Beitragvon Blap » 24. Mär 2012, 23:09

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 8 (Folge 106-120)


Folge 118 - Ende einer Sehnsucht (Deutschland 1984)

Schaulauf der Karikaturen

Der Kriminalbeamte Merck (Norbert Kappen) sucht die schäbige Pension Flora auf, erkundigt sich an der "Rezeption" nach einem Burschen namens Pocher. Tatsächlich findet Merck den Gesuchten, allerdings liegt Pocher tot auf dem Boden des Zimmers, offenbar wurde er mit einer vollen Whiskyflasche erschlagen. Da er selbst nicht bei der Mordkommission tätig ist verständigt Merck Derrick, zu dem er seit Jahren einen nahezu freundschaftlichen Draht hat. Sofort fällt Harry das merkwürdige Verhalten des Kollegen auf, überdies war dessen Tochter Irene (Marion Martienzen) eng mit dem Mordopfer befreundet, Merck weist Derrick freimütig darauf hin. Pocher und Irene waren gemeinsam im Ausland unterwegs, Irene kehrte vor einigen Wochen in die Wohnung ihres Vaters zurück. Wenig später traf auch Pocher in München ein, völlig pleite und von seiner schweren Drogenabhängigkeit gezeichnet...

Abseits der gewohnt starken Stammbesetzung ragen zwei weitere Schauspieler aus dem Ensemble dieser Folge hervor, Norbert Kappen und András Fricsay (im Abspann als Andreas Fricsay aufgeführt). Kappen taumelt wie ein angeschlagener Ochse durch das Szenario, ein herrlich schrulliger Auftritt. András Fricsay kommt erst spät zum Zuge, doch sein Auftritt als rockender Gitarrist trieb mir fast Lachtränen in die Augen. Keine Ahnung ob Autor Herbert Reinecker ein derartig klischeebeladenes Bild von Rockmusikern im Hirn abgespeichert hatte. Lustige Klamotten, coole Schnauze und ständig bekifft, so sind sie, die Herren von der Rockfraktion (zumindest im Kosmos des Herrn Reinecker). Marion Martienzen scheint ebenso in anderen Sphären zu schweben, bleibt im Vergleich zu Kappen und Fricsay aber eher blass, ihr von Pascal Breuer gespielter Bruder wirkt auf mich völlig austauschbar, seine Rolle gibt aber sowieso (dies muss faierweise betont werden) nicht viel her. Gaby Dohm und Karl Renar sind in Nebenrollen am Start, Renar überzeugt als knarziger Pensionswirt.

Als Kriminalfall versagt "Ende einer Sehnsucht" nahezu auf ganzer Linie, verläuft in dieser Disziplin ohne Höhepunkte und/oder Überraschungen, bleibt jederzeit vorhersehbar. Dennoch hat diese Folge ihre Reize, sofern der Betrachter die übliche "Krimi-Erwartungshaltung" ausblenden kann. Breit ausgewalzte Klischees, es erwischt nicht nur den "Rocker", nebenbei gibt es Seitenhiebe auf "Neo-Hippies", herrlich! Während Kappen und Fricsay munter chargieren, spielen sich Tappert, Wepper und Sklave Schäfer (Willy Berger) fröhlich die Bälle zu. Derrick kommentiert Harrys Befremden über den Kollegen Merck mit einen süffisanten Lächeln, nimmt den schrulligen Merck aufs Korn, Berger darf Berichte tippen und wird zu geringerem Zigarettenkonsum angehalten. Regisseur Michael Braun hat das "krimitechnisch schwache" Drehbuch ansprechend umgesetzt, kann sich auf seine hochklassigen Schauspieler verlassen. Lediglich die Pension Flora hätte gern ein wenig näher beleuchtet werden dürfen, hier wurde die Möglichkeit zur Sleaze-Suhle nicht konsequent genutzt, der "Alfred Vohrer der frühen siebziger Jahre" hätte vermutlich ordentlich auf den Putz gehauen. Für die musikalische Untermalung sorgte diesmal Michael Goltz, sein Sound klingt wie Frank Duval mit grösseren Eiern. Fazit: Einsteiger sind mit dieser Folge nicht gut beraten, tolerante Fans dürfen sich auf einige liebenswerte Momente freuen.

6/10 (obere Mittelklasse)
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