Derrick: Folge 113 - Tödlicher Ausweg

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Derrick: Folge 113 - Tödlicher Ausweg

Beitragvon untot » 13. Mai 2011, 16:15

Erstausstrahlung: 27.04.1984

Hanna Schieda wurde erwürgt.
Die Spuren führen Derrick in das Haus ihres Lebensgefährten Günther Hauser.
Hauser erzählt Derrick sichtlich erschüttert, das er Hanna, die einige Jahre jünger war als er, sehr geliebt zu hat und das sie beide vorgehabt hatten zu heiraten.
Einzig das seine Exfrau nicht in die Scheidung einwilligen wollte, habe die Hochzeit bisher verhindert, deswegen ermittelt die Polizei jetzt im Umfeld von Hausers verlassener Familie...

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Mit:
Reinhild Solf (Antonia Hauser)
Udo Vioff (Günter Hauser)
Pierre Franckh (Rudolf Hauser)
Sigfrit Steiner (Robert Hauser)
Gila von Weitershausen (Birgit Heise)
Olivia Pascal (Hanna Schieda)
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Re: Derrick: Folge 113 - Tödlicher Ausweg

Beitragvon Blap » 26. Feb 2012, 01:38

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 8 (Folge 106-120)



Folge 113 - Tödlicher Ausweg (Deutschland 1984)

Hanna Schieda (Olivia Pascal) wird ermordert, die junge Frau wurde weder ausgebraut noch mißbraucht. Ihr Lebensgefährte Günter Hauser (Udo Vioff) ist geschockt, als Täter kommt er nicht Frage, er kann ein Alibi vorweisen. Hauser lebte seit einigen Monaten mit dem Opfer zusammen, für Hanna trennte er sich von seiner Ehefrau Antonia (Reinhild Solf). Vor ihrer Ermordung besuchte Hanna ein Aerobic-Center, die Vernehmung eines junges Mannes bleibt ohne brauchbare Erkenntnisse. Im Anwesen der Familie Hauser herrscht keine Trauer über den Tod der verhassten Geliebten. Antonia Hauser bekennt sich offen zu ihrer Nichteinwilligung in die vom Gatten gewünschte Scheidung, sie hält seine Liebschaft für einen vorübergehenden Irrweg. Der gemeinsame Sohn Rudolf (Pierre Franckh) neigt zu heftigen Reaktionen, er sieht in Hanna die Verantwortliche für den Zerfall seines Elternhauses. Auch Günter Hausers Vater Robert (Sigfrit Steiner) macht keinen Hehl aus dem Unverständnis für das Verhalten seines Sohns, er steht eindeutig zu seiner Schwiegertochter Antonia. Plötzlich geschieht ein zweiter Mord an einer jungen Frau, wie Hanna Schieda wurde sie erwürgt und aus dem Auto geworfen. Zielten die bisherigen Ermittlungen in eine völlig falsche Richtung...???

In Folge 55 (Schubachs Rückkehr) durften wir Udo Vioff als eiskalten Rachesatan bewundern, nun sehen wir ihn als verzweifelten Mann auf der Suche nach Halt, Liebe und Wärme, die Auswirkungen seiner Handlungen unterschätzend. Eine sehr gelungene Vorstellung, noch besser gefällt mir jedoch Reinhild Solf. Die Rolle der verlassenen Ehefrau ist vielschichtig angelegt, sie begegnet den Kriminalbeamten als unterkühlte Dame mit nahezu formvollendeter Contenance. Ihrem Gatten zeigt sie sich versöhnlich, milde und verständnisvoll, später brechen psychotische Züge hervor. Von Pierre Franckh bekommen wir genau die Vorstellung geboten, die wir von dem blonden Ohrfeigengesicht erwarten. Das Söhnlein ist völlig überspannt, überdreht, scheint zunehmend in den Wahnsinn abzugleiten, selbstverständlich inklusive Gegeifer und Gekeife. Gila von Weitershausen wirkt in einer Nebenrolle mit, für Olivia Pascal bleibt neben dem Auftakt eine Rückblende. Es muss erneut betont werden, Reinhild Solf spielt großartig auf! Pierre Franckh zu ertragen ist sicher nicht für jeden Zuschauer möglich, in angemessener Dosierung sehe ich das Bürschlein gern.

...und wieder ein Familiendrama. Das Gefüge funktioniert schon lange nicht mehr, gemeinsam einsam. Vor allem sind die Charaktere mit ihren eigenen Begierden und Ängsten beschäftigt, suchen die Verantwortung für das eigene Leid nicht bei sich selbst. Zwischen diesen Mühlsteinen ist kein Platz für weitere Menschen, ein Mahlwerk das Außenstehende und die eigene Substanz ohne Unterlass zerstört. An dieser Sippe würde sich so mancher angesehene Familientherapeut nachhaltig die Zähne ausbeissen. Das Finale gehört nicht zu Herbert Reineckers glaubwürdigsten Schöpfungen, mit gefällt diese fiese Bitterkeit. Erneut führte Alfred Vohrer Regie, die hysterischen Momente besorgt der von der Leine gelassene Pierre Franckh, Vohrer kommt seriös aus der Kiste.

7/10 (gut)
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