Derrick: Folge 105 - Lohmanns innerer Frieden

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Derrick: Folge 105 - Lohmanns innerer Frieden

Beitragvon untot » 8. Mai 2011, 03:45

Erstausstrahlung: 14.10.1983

Wegen Mordes an einem Juwelier bekam Alexander Lohmann lebenslänglich; die Tat liegt 15 Jahre zurück.
Vorzeitig begnadigt soll Lohmann auf freien Fuß kommen.
Der Gedanke an Lohmanns bevorstehende Entlassung versetzt Kommissar Obermann in Unruhe.
Obermann, inzwischen pensioniert, hatte den Mordfall damals aufzuklären.
Auch wenn alle Indizien vor 15 Jahren gegen Lohmann sprachen, Obermann hielt ihn für unschuldig.
Seitdem quält ihn die Vorstellung, Lohmann sei das Opfer eines eklatanten Fehlurteils.
Niemand kann ausschließen, dass er auf Rache sinnt.
In diesem Punkt teilt Oberinspektor Derrick die Befürchtungen seines Ex-Kollegen Obermann.

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Mit:
Martin Benrath (Alex Lohmann)
Christine Ostermayer (Helene Reichel)
Udo Thomer (Willi Reichel)
Stephan Hoffmann (Ludwig Reichel)
Karina Thayenthal (Andrea Reichel)
Sieghardt Rupp (Werner Schorff)
Christiane Krüger (Hanna Schorff)
Hannes Messemer (Herr Obermann)
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Re: Derrick: Folge 105 - Lohmanns innerer Frieden

Beitragvon Blap » 30. Jan 2012, 00:00

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 105 - Lohmanns innerer Frieden (Deutschland 1983)

Alexander Lohmann (Martin Benrath) wird nach fünfzehn Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Einst wurde er wegen des Mordes an einem Juwelier verurteilt, beteuerte aber stets seine Unschuld. Damals leitete der inzwischen pensionierte Kriminalbeamte Obermann (Hannes Messemer) die Ermittlungen, der Lohmann jedoch für unschuldig hält. Obermann sucht besorgt und nachdenklich Derrick auf, dem er von seiner Vermutung berichtet, überdies den ehemals ebenfalls verdächtigten Werner Schorff (Sieghardt Rupp) erwähnt. Besagter Schorff konnte seinen Hals aus der Schlinge ziehen, seinerzeit verschaffte ihm seine jetzige Ehefrau Hanna (Christiane Krüger) ein Alibi. Derweil kommt Lohmann bei seiner Schwester Helene Reichel (Christine Ostermayer) und deren Familie unter, Lohmanns Schwager Willi (Udo Thomer) ist offenbar davon überzeugt, dass der frisch Entlassene Rache üben will. Derrick und Klein verschaffen sich einen Eindruck von Lohmann und den Eheleuten Schorff, vor allem Hanna Schorffs Reaktion auf die Nachricht von Lohmanns Haftentlassung gibt den Ermittlern zu denken. Saß Lohmann tatsächlich viele Jahre unschuldig im Knast, welche Absichten verfolgt er nun...???

Martin Benrath gelingt die überzeugende Darstellung eines gebrochenen Charakters. Ein Mann auf der Suche nach Frieden, oder doch nur eine zur Schau getragene Maske? Die Leistungen der anderen Beteiligten sind überwiegend von solider Natur, leider gewährt das Drehbuch ihnen kaum Raum zur Ambivalenz. Sieghardt Rupp ist schlicht ein abstossender und feiger Bursche, Blondchen Christiane Krüger ein in sich zusammenstürzendes Nevenbündel. Christine Ostermayer sehen wir als gutherzige Schwester der Hauptfigur, Udo Thomer zeigt uns die fiese Fratze des braven Spiessbürgers. Stephan Hoffmann eifert seinem Filmvater Thomer nach, Karina Thayenthal bewegt sich auf der Schiene ihrer Filmmutter Ostermayer. Thayenthals Darbietung mutet ab und an eine Prise zu verschrobenen an, belebt das Szenario aber letztlich. Hannes Messemer und Hans Quest begnügen sich mit kleineren Nebenrollen, die Herren tauchten bereits mehrfach in der Reihe auf, Horst Tappert und Fritz Wepper spielen ihre Rollen mit gewohnter Routine.

Ex-Häftlinge sind kein neues Thema für Derrick. In "Schubachs Rückkehr" (55) agierte Udo Vioff als eiskalter Racheteufel, Peter Kuiper verhielt sich in "Der Untermieter" (87) wie die Axt im Walde. Während Vioff und Kuiper mit Konsequenz ihre Ziele verfolgten, wird Benrath zum Spielball seines Umfelds. Die liebe Verwandtschaft drängt ihm mit geradezu ekelerregender Hysterie ihre kranken Gedanken auf, die Folgen sind bitter, erschreckend und traurig. Problematisch ist der Verzicht auf eine vielschichtige Anlage der Charaktere, dieser Verzicht lässt "Lohmanns innerer Frieden" äusserst vorhersehbar ablaufen, immerhin entschädigt die Tragik des Finales für die vorherige Einfallslosigkeit der Geschichte. So grobschlächtig angelegt die Mehrheit der Figuren anmutet, so unpassend plärrt uns immer wieder die Musik von Frank Duval die Ohren voll. In "Tödliches Rendevous" (104) wurden seine Beiträge lediglich nicht unbedingt treffsicher eingesetzt, doch in diesem Fall gefällt mir die Musik nicht, zerrt fast ein wenig an meinen Nerven. Jürgen Goslar kann mit seiner Inszenierung die Schwachpunkte des Drehbuchs nicht übertünchen, der Derrick-Fan bekommt zumindest eine kurzweilige Folge serviert, die jedoch weit hinter den Höhepunkten der Reihe zurückbleibt.

6/10 (obere Mittelklasse)


Nun wurde bereits die siebte Box vollständig gesichtet, hier meine Lieblinge aus den Folgen 91-105:

• Folge 092 - Nachts in einem fremden Haus (Helmuth Ashley)
• Folge 094 - Ein Fall für Harry (Zbyněk Brynych)
• Folge 098 - Ein unheimliches Erlebnis (Theodor Grädler)
• Folge 100 - Die Tote in der Isar (Alfred Weidenmann)
• Folge 103 - Die kleine Ahrens (Günter Gräwert)

Hinter der Spitze tummeln sich gute Folgen, dazu ein paar Beiträge aus der Kategorie "solide Standardkost". Box 7 klingt auf kleiner Flamme aus, das folgende Set hält zum Auftakt einen Paukenschlag bereit! Fortsetzung folgt...
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