Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

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Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

Beitragvon untot » 26. Apr 2011, 17:10

Erstausstrahlung: 04.03.1983

Taucher bergen die Leiche der 18jährigen Schülerin Annemarie aus der Isar.
Ihre Mutter schließt einen Selbstmord aus.
Im Notitzbuch der Toten entdeckt die Polizei mehrfach eine liebevoll gezeichnete Blume mit dem Initial "I".
Was könnte die verschlüsselte Eintragung bedeuten?
Der Großvater des Mädchens gibt Derrick schließlich den entscheidenten Tipp...

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Mit:
Ulli Maier (Annemarie)
Sonja Sutter (Gerlinde Rudolf)
Christiane Krüger (Maria Dissmann)
Horst Buchholz (Arthur Dissmann)
Horst Frank (Robert Kabeck)
Paul Dahlke (Josef Matusek)
Sven-Eric Bechtolf (Ingo Reitz)
Fritz Strassner (Alfred Stolze)
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Re: Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

Beitragvon untot » 26. Apr 2011, 17:12

Auch eine meiner Favoriten, Horst Frank, Horst Buchholz und Christiane Krüger, was kann da noch schief gehen??
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Re: Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

Beitragvon dr. freudstein » 4. Sep 2011, 00:55

untot hat geschrieben:Auch eine meiner Favoriten, Horst Frank, Horst Buchholz und Christiane Krüger, was kann da noch schief gehen??


Die werten diese Folge gehörig auf :nick:

Thema: Prostitution

Nicht sehr spannend, aber aufrüttelnde Story.

Sehr gut, 7/10
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Re: Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

Beitragvon Blap » 8. Jan 2012, 23:39

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 100 - Die Tote in der Isar (Deutschland 1983)

Ingo Reitz (Sven-Eric Bechtolf) bändelt mit jungen Mädchen an, die er ohne Skrupel in die Fänge des Zuhälters Robert Kabeck (Horst Frank) treibt. Momentan tappt die lebensfrohe Schülerin Annemarie Rudolf (Ulli Maier) in die Falle, in ihrer naiven Verliebtheit glaubt sie, den "wehrlosen" Ingo vor dem knallharten Kabeck schützen zu müssen. Nachdem Kabeck Annemarie "testete", ist das Mädchen bereits am Boden zerstört, doch es soll sie noch weitaus härter treffen. Maria Dissmann (Christiane Krüger) klärt die die Schülerin über Ingo und Kabeck auf, sie fiel vor einiger Zeit selbst auf die bewährte Masche der Herren herein. Wenig später wird Maria in ihrer Wohnung erschossen, Derrick und Klein fällt das seltsame Verhalten ihres getrennt lebenden Ehegatten auf, ständig schleicht Arthur Dissmann (Horst Buchholz) im Umfeld des Tatortes herum. Aus der Isar wird eine weitere Leiche geborgen, Annemarie trieb tot in den Fluten. Zunächst ist kein Zusammenhang der beiden Todesfälle erkennbar. Jedoch können die Ermittler bald eine Spur in Richtung Ingo Reitz verfolgen, der im selben Hochhaus wie die ermordete Maria Dissmann lebt...

"Die Tote in der Isar" erweist sich als würdige "Jubiläumsfolge", nicht nur (aber auch) wegen des Mitwirkens von Horst Frank und Horst Buchholz. Doch lassen wir den Damen den Vortritt, welche diesmal als Opfer fieser Schweinereien herhalten müssen. Ulli Maier spielt die Rolle der verliebten Schülerin ohne Fehl und Tadel, allerdings mutet sie ein wenig beliebig an, was eventuell an ihren sehr stark aufspielenden Kollegen und Kolleginnen liegen mag, die Dank ihrer Erfahrung und Präsenz die Nachwuchskraft in den Schatten stellen. Christiane Krüger vermag sich durchaus zu behaupten, die Frau würde sogar als stumme Dekoration die Blicke auf sich ziehen. Krüger ist in meinen Augen nicht unbedingt die Schönste der Schönen, verfügt aber über ein starken Sexappeal und eine gewisse Verruchtheit, die ich weitaus anziehender finde als glatte (und IMHO langweilige) Schönheit. Sonja Sutter sehen wir als Mutter der verführten (vielmehr mißbrauchten) Schülerin, ein solider Auftritt. Horst Frank bewegt sich zwar lediglich im Rahmen des üblichen Klischeebösewichts, sticht damit aber bereits den Großteil seiner Konkurrenz locker aus. Frank spielt den eiskalten Kabeck mit nahezu unverschämter Lässigkeit, ich bin begeistert! Sven-Eric Bechtolf versucht sich als Nachwuchs des Teufels, statt mit kerniger Kälte zu dominieren, umgarnt Bechtolf seine Opfer durch aufgesetzte Hilflosigkeit, hinter der Maske lauert eine abstossende Fratze, die immer wieder hervorbricht. Horst Buchholz fällt einmal mehr ein neurotisch angelegter Part zu, den er erwartungsgemäß mit Bravour meistert. Seine fantastische Leistung in "Das Superding" (26) kann er nicht toppen, freilich war Folge 26 wie ein Maßanzug auf Buchholz zugeschnitten, ergo hinkt der Vergleich. Paul Dahlke gibt den Großvater der Schülerin, gekonnt zeichnet er einen Charakter zwischen Verzweiflung, Trauer und Rachegelüsten. Fritz Strassner soll nicht unterschlagen werden, als unscheinbarer Kellner arbeitet er den Fieslingen zu.

Ambivalenz wird den Übeltätern dieser Folge nicht zugestanden, weder Horst Frank noch Sven-Eric Bechtolf verleihen ihren Charakteren einen Hauch von Menschlichkeit. Bechtolf kommt als heimtückischer Verführer fast noch ekelerregender daher, seine Leistung fällt im Vergleich zu Frank nicht ab. Klar, die Trenung zwischen "Gut und Böse" mag zu eindeutig und überraschungsarm angelegt sein, spontan musste ich grinsend an den Filmtitel "Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien" denken, der auch dieser Derrick-Episode gut zu Gesicht stehen würde. Ich möchte nicht an der klaren Marschrichtung rumnörgeln, denn "Die Tote in der Isar" zeigt auf überzeugende Art, dass man auch auf ausgetretenen Pfaden zu sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Ergebnissen gelangen kann. Die knallharte Kaltherzigkeit der Täter wird mehrfach durch den Anblick des Hochhauses untermalt, in dem sich ein erheblicher Teil der Handlung zuträgt. Überhaupt fängt diese Folge die Kälte der frühen achtziger Jahre gekonnt ein, eine fürchterliche Zeit, die ich -bei gewollt negativer Betrachtung und übler Laune- mit nahezu paranoider Angst vor einem Atomkrieg und dem endgültigen Zerfall von Wertvorstellungen verbinde. Sieht man von der Vorschlaghammersymbolik in Form der trostlosen Hochhausfront ab, überlässt Regisseur Alfred Weidenmann seinen Schauspielern die Bühne, die das Ensemble gekonnt für sich zu nutzen versteht. Frank Duval liefert die für ihn üblichen Klänge ab, er war schon besser (aber auch schwächer). Klischeebombe im kalten Licht der Achtziger? Ja, aber eine der verdammt unterhaltsamen Sorte!

7,5/10 (gut bis sehr gut)

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100 Folgen Derrick! Noch liegen weitere 181 Auftritte von Tappert, Wepper und Co. vor mir, doch dieses Etappenziel möchte ich für eine kleine Liste nutzen, kurz auf die (aus meiner Sicht) besten Folgen hinweisen. Keine Angst, ich fasse mich kurz!


• Folge 001 - Waldweg (Dietrich Haugk) : Zum Auftakt "Backwood-Feeling in Bayern", Wolfgang Kieling dreht am Rad!
• Folge 005 - Tod am Bahngleis (Alfred Weidenmann) : Peter Kuiper geht als irrer Killer um. Sleaze in München, Mord im Schotterbett, höllisch gut!
• Folge 007 - Madeira (Theodor Grädler) : Curd Jürgens, des Teufels eiskalter Verführer.
• Folge 008 - Zeichen der Gewalt (Theodor Grädler) : Krawall im Derrick-Kosmos, Raimund Harmstorf haut auf den Putz!
• Folge 016 - Tod der Kolibris (Dietrich Haugk) : Flapsige Dialoge, polternder Score, Popanz! Vohrer? Nö, Haugk!
• Folge 018 - Angst (Theodor Grädler) : Heidelinde Weis. Ich bin verliebt!
• Folge 019 - Tote Vögel singen nicht (Alfred Vohrer) : Hier wird geballert, hier gibt es was auf die Fresse! Alfred rockt das Haus!
• Folge 026 - Das Superding (Wolfgang Becker) : Horst Buchholz! Horst Buchholz! Horst Buchholz!
• Folge 028 - Pecko (Zbynek Brynych) : Ein Ohrfeigengesicht hängt seinen Träumen nach. Herrliches Hinterhofmilieu!
• Folge 029 - Der Mann aus Portofino (Dietrich Haugk) : Bayern, die Hölle auf Erden, Albernheiten inklusive.
• Folge 033 - Offene Rechnung (Alfred Vohrer) : Alfred, Horst und die Altstars. Herzallerliebst!
• Folge 034 - Tod des Wucherers (Zbynek Brynych) : Kuiper poltert, Baltus buckelt. Göttlich guter Auftakt trifft auf flaues Finale.
• Folge 041 - Tod eines Fan (Alfred Vohrer) : Wer mit dem Popstar poppen will...
• Folge 043 - Ein Hinterhalt (Alfred Vohrer) : Landärztin Leuwerik in Not.
• Folge 052 - Abitur (Theodor Grädler) : Ein Assessor auf Abwegen?
• Folge 058 - Tandem (Zbynek Brynych) : Behrens fies, Harmstorf sanft. Erfrischend.
• Folge 065 - Karo As (Dietrich Haugk) : Herr Halmer und der Alkohol.
• Folge 071 - Die Entscheidung (Theodor Grädler) : Runter von den Gleisen, rein ins Familiendrama.
• Folge 077 - Dem Mörder eine Kerze (Dietrich Haugk) : Horst Frank mal anders(?), obendrauf Sleaze, Katja Bienert abgewrackt, Angel of Mine.
• Folge 082 - Eine ganz alte Geschichte (Zbynek Brynych) : Mathieu Carrière will Rache, Herbert Fleischmann gerät unter Druck.
• Folge 083 - Die Schwester (Helmuth Ashley) : Fritz Wepper im Mittelpunkt, Action, Spannung und selbstverständlich großes Drama. Ashley war nie besser!
• Folge 090 - Eine Rose im Müll (Günter Gräwert) : Horst Tappert IST Derrick. Eine im Keim ersticke Liebe treibt Beatrice Richter an, traurig und irgendwie schön.
• Folge 092 - Nachts in einem fremden Haus (Helmuth Ashley) : Horst Tappert und Heinz Bennent regieren!
• Folge 094 - Ein Fall für Harry (Zbynek Brynych) : Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein. Harry hilft!
• Folge 098 - Ein unheimliches Erlebnis (Theodor Grädler) : Familienbande. Wie nah liegt der Apfel beim Stamm?
• Folge 100 - Die Tote in der Isar (Alfred Weidenmann) : Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies. Hilfe! Hilfe? Keine Hilfe!!!

Ausfälle sind bisher nicht anzuprangern, hinter der Spitzengruppe tummelt sich ein unterhaltsames Mittelfeld. Ich freue mich auf die nächsten 181 Folgen!
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Re: Derrick: Folge 100 - Die Tote in der Isar

Beitragvon Die Kroete » 27. Jan 2015, 22:08

"Laßt Euch nicht von fremden Männern auf der Straße anmachen! - Alles Schweine!" - lautet die unterschwellige Botschaft dieser Folge, in der 3-Programmen-Landschaft der 80er-Jahre, an das weibliche Geschlecht zur besten Sendezeit. Der Feminismus brüllt "Hurra!" und die deutsche Männerwelt ist verunsichert und bekommt, nur alleine bei dem Gedanken, eine fremde Frau anzusprechen, Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen. ;)

Die Wahrnung in solchen Kreisen zu verkehren und auf heimtückische Weise in sowas hineingezogen zu werden, ist totzdem sicher nicht grundverkehrt. Dafür sorgte dann auch schon, der Auftritt von Horst Frank, der durch seine geniale diabolische Art, wieder einemal in einer solchen Rolle, bestens besetzt ist.

Leider bleibt für Derrick in diesem Fall kaum Ermittlungspielraum. Er ist mal wieder darauf angewiesen, daß die Zeugen endlich auspacken um ihm, zur Festnahme der schweren Jungs, die dazu nötigen Aussagen zu liefern.

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