Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Moderator: jogiwan

Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon jogiwan » 21. Sep 2010, 19:17

Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Bild Bild

Originaltitel: Supervivientes de los Andes

Alternativtitel: Survive!

Herstellungsland: Mexiko / 1972

Regie: René Cardona

Darsteller: Hugo Stiglitz, Luz María Aguilar, Carlos Cámara, Gloria Chaves, Lorenzo de Rodas, u.a.

Story:

Im Oktober 1972 stürzt durch einen Navigationsfehler ein Flugzeug mit 45 Passagieren über den Anden ab. Die wenigen Überlebenden versuchen mit den wenigen Nahrungsmitteln verzweifelt zu überleben und erfahren nach acht Tagen über ein Transistorradio, dass sie offiziell für tot erklärt wurden. Als die Nahrung gänzlich ausgeht und auch die Hoffnung auf eine baldige Rettung gänzlich schwindet, begehen sie das Unfassbare um in der eisigen Kälte zu Überleben...
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 26333
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon dr. freudstein » 21. Sep 2010, 19:20

Nach einer wahren Geschichte meines Geburtsjahres und bin sehr an dieser Verfilmung interessiert. Ist der Film denn den Erwartungen entsprechend, also einigermaßen glaubwürdig?
dr. freudstein
 
Beiträge: 14497
Registriert: 12.2009
Geschlecht: männlich

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon jogiwan » 21. Sep 2010, 19:37

Jein... aber ein längerer Text mit Erklärung folgt da noch in Kürze. Nur soviel: in der eigentlichen Fassung ist der Film eher etwas reißerisch und beschränkt sich eher auf Action- und Expeditionsszenen unter erschwerten Bedingungen, sowie halt auch die Kanni & Ball-Thematik. In der Extended-Fassung (die gibts jedoch nur im spanischen Original mit fixen englischen UTs) ist der Film dann wesentlich besser, dramatischer und authentischer!
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 26333
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon Santini » 21. Sep 2010, 23:50

Vor allem ist er: Hugo Stiglitz 8-)
Bild
Benutzeravatar
Santini
Forum Admin
 
Beiträge: 5199
Registriert: 11.2009
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon Nello Pazzafini » 22. Sep 2010, 14:02

Santini hat geschrieben:Vor allem ist er: Hugo Stiglitz 8-)


süper der Hugo!

Sag mal Sssantini, hatten der Hugo und der Rene ein Verhältnis? Die sind ja immer vereint in ihren filmen :mrgreen:
Bild

"Ein Grab im K-Gebiet wünscht dir Dein Ugo"
Benutzeravatar
Nello Pazzafini
 
Beiträge: 4047
Registriert: 02.2010
Wohnort: Roma
Geschlecht: männlich

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon Santini » 22. Sep 2010, 22:33

Nello Pazzafini hat geschrieben:Sag mal Sssantini, hatten der Hugo und der Rene ein Verhältnis? Die sind ja immer vereint in ihren filmen :mrgreen:


Die siamesischen Zwillinge des Mexiko-cinemas. :? :lol:
Bild
Benutzeravatar
Santini
Forum Admin
 
Beiträge: 5199
Registriert: 11.2009
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon Blap » 22. Sep 2010, 23:13

"Überleben" ist von René Cardona. Es gibt auch noch René Cardona Jr., der bei uns IMHO ein wenig bekannter ist.
Das Blap™ behandelt Filme wie Frauen
Benutzeravatar
Blap
 
Beiträge: 4111
Registriert: 12.2009
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon jogiwan » 23. Sep 2010, 17:50

Bild Bild

Am Freitag, dem 13. Oktober 1972 zerschellte durch einen Navigationsfehlers des Co-Piloten in ca. 4000 Meter ein Flugzeug an einem Berghang in den Anden, das mit 45 Menschen an Bord auf dem Weg von Montevideo nach Uruguay unterwegs war. Von der Besatzung starben zwölf Personen unmittelbar bei dem Aufprall, während die restlichen Personen nahezu unverletzt blieben. In den darauffolgenden Tagen starben jedoch weitere Menschen durch die arktischen Temperaturen und da das abgestürzte Flugzeug an einer anderen Stelle vermutet wurde, blieben alle Suchen erfolglos und wurden am achten Tag eingestellt.

Da an Bord der Maschine keine Nahrungsvorräte vorhanden waren und in der Abgeschiedenheit auch keine Aussicht auf Rettung bestand mussten die Überlebenden in ihrer Verzweiflung eine drastische Entscheidung treffen. Sie aßen das Fleisch der toten Besatzungsmitglieder um ihr eigenes Überleben zu sichern. Nur wenige Besatzungsmitglieder wurden aus Pietätsgründen nicht angetastet. Doch das Drama war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht zu Ende. Weitere Personen starben durch zwei Lawinenabgänge, bei denen u.a. auch die Maschine unter Schnee begraben wurde oder wurden Opfer der mangelnden medizinischen Versorgung.

Am 13. Dezember besserten sich die Wetterverhältnisse und drei von den Überlebenden starteten einen verzweifelten Versuch zur Zivilisation zu gelangen. Die gefährliche Expedition ging schleppend voran und einer musste am dritten Tag zur Maschine zurückkehren, als ersichtlich wurde, dass die Vorräte nicht für alle reichen würden. Nach 10 Tagen wurden die verbleibenden Beiden von einem chilenischen Hirten entdeckt, der daraufhin das Militär informierte. Am 23. Dezember, 72 Tag nach dem Absturz wurden die restlichen 14 Überlebenden aus dem ewigen Eis gerettet.

Bild Bild

Das Schicksal der Passagiere des Fluges 571 der Uruguayan-Air-Force im Jahre 1972 bei dem das Flugzeug durch einen Navigationsfehler in den Anden abstürzte und die Überlebenden 72 Tag unter widrigsten Umständen um ihr Überleben kämpfen musste hat die Welt bewegt und erschüttert auch heute noch durch die Tatsache, dass die Passagiere ohne entsprechende Kleidung, ohne Nahrung und auch ohne Aussicht auf eine Rettung gezwungen waren, das Fleisch der Verstorben zu essen. Besonders tragisch war dabei die Tatsache, dass sich der Hauptanteil der Besatzung aus Spieler, Betreuer und Fans einer Rugby-Mannschaft befand.

Die Geschichte ist bereits mehrfach verfilmt worden und der bekannteste Streifen über die tragischen Ereignisse dürfte wohl Frank Marschalls Film „Überleben“ mit Ethan Hawke sein, der im Jahre 1993 in die Kinos kam. An vorderster Front dabei waren aber eigentlich die Mexikaner bzw. Rene Cardona senior, der basierend auf dem Schmöker von Clay Blair Jr. unter dem Titel „Supervivientes de los Andes“ das ganze Unglück mit Schwerpunkt Action und Kannibalismus bereits im Jahre 1976 verfilmte, der auf Wikipedia jedoch wenig wohlwollend als „dilettantisch“ und „nur ein kontroverser Aufreger“ bezeichnet wird. Und nach meiner gestrigen Sichtung des Streifens muss ich leider wirklich gestehen, dass der Streifen „Überleben“ von Mister Cardona senior (nicht zu Verwechseln mit seinem Junior) trotz der Mitwirkung von Hugo Stiglitz in der vorliegenden Form nicht ganz überzeugend ausgefallen ist.

Bild Bild

Da leider nahezu auf keinen der zahlreichen Charaktere eingegangen wird, beschränkt sich die Handlung des knapp 81 Minuten langen Werkes aus dem Jahre 1976 dann auch lediglich auf die Schwerpunkte Action, Kannibalismus und Expedition unter erschwerten Bedingungen und alles andere wie z.B. eine tiefergehende Charakterisierung der Überlebenden unter extremen Bedingungen wird nur nebenher – wenn überhaupt - gestreift. „Überleben“ ist für ein Low-Budget-Werk aus dem Land des Tequilas zwar immer noch sehr gut ausgefallen, aber man wird den Verdacht nicht los, dass trotz eingeschränktem Budget und unbekannter Schauspieler doch wesentlich mehr möglich gewesen wäre, als das Zeigen von wenigen, gorigen Szenen als Höhepunkt in der Verfilmung eines Begebenheit, die die Welt erschütterte.

Doch wenn man Herrn Cardona Sr. an dieser Stelle vorwerfen würde, dass er die tragischen Ereignisse aus dem Jahre 1972 zu einem wenig-feinfühligen und doch etwas reißerischem Werk verarbeitet hat, so würde man dem Herrn doch etwas Unrecht tun. Auf der Nr. 76 der „Trash-Collection“ befindet sich ja auch eine spezielle Langfassung in spanischer Sprache, die bisher nur im amerikanischen Raum auf DVD erhältlich war. Und siehe da, diese Version, die dann auch knapp 25 Minuten länger dauert und auch noch ein schärferes Bild bietet - jedoch nur mit Originalton inkl. nicht-optionaler Untertitel in englischer Sprache verfügbar ist - wertet den Film doch wesentlich auf und beleuchtet dann auch die einzelnen Schicksale hinter dem Unglück auf wesentlich sensiblere Art und Weise, als man es in der eigentlichen Fassung zu Gesicht bekommt. In dieser Version erinnert der Streifen dann auch an die zahlreichen Katastrophenfilme aus der Zeit und bietet auch wesentlich mehr Dramatik, Spannung und Schauwerte, als in der zusammengestutzten Variante.

Bild Bild

Eigentlich sehr schade, dass diese Langfassung wohl nie für den internationalen Raum synchronisiert worden ist, denn in der bisher erhältlichen Fassung lässt der Film schon einiges an Potential ungenützt und auch die wenigen Dialoge, die schlechten Tricks und die größtenteils vermummten Darsteller tragen ja nicht gerade dazu bei, die Verzweiflung und die missliche Lage der verunglückten Passagiere dem Zuschauer näher zu beleuchten. Und so verkommt „Überleben!“ dann auch eher zu einem trashigen Exploitationwerk, dass den dramatischen Umständen im Jahre 1972 auch sicherlich nicht im Geringsten gerecht wird. Dass „Überleben!“ auch noch im Rahmen der Trash-Collection unter die Leute gebracht wird, mag aber irgendwie nicht ganz glücklich erscheinen, da das Drama wie auch schon „Guyana – Kult der Verdammten“ von Sohnemann Cardona aufgrund der Nähe zu realen Ereignissen nicht so recht zu den restlichen Werken der Serie passen mag.

Unterm Strich bleibt ein etwas trashiger und auf Action zusammengestutzter Katastrophenfilm der kostengünstigen Machart über eine dramatische Begebenheit, die im Jahre 1972 und auch noch lange danach die Welt in Atem hielt. Während sich die längere und bessere Extended-Fassung eher an die realen Begebenheiten hält, wird in der zusammengekürzten Export-Fassung die Handlung der Geschichte auf ein Minimum reduziert, sodass der Streifen eher zu einem Actioner verkommt und selbst die Leistung des von mir sehr geschätzten Hugo Stiglitz nicht richtig zur Geltung kommen. „Überleben!“ hätte man daher schon auch wesentlich besser machen können und wer über Englischkenntnisse verfügt, sollte sich daher auch eher die im Bonus mitgelieferte Langfassung ansehen. Die würde von mir auch glatt 2 Punkte mehr als der Hauptfilm bekommen. So bleiben es immerhin 5,5/10 mit einem Hugo-Extrapunkt!

Bild Bild
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 26333
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Überleben! - Rene Cardona (Trash Collection # 76)

Beitragvon Die Kroete » 25. Mai 2013, 16:11

Wieder ein Film, den man dank seiner Thematik, eigentlich nicht in einer Trash-Collection erwarten würde.

Der Film bleibt zu Beginn an, bei der Sache und verrennt sich nicht in Nebensächlichkeiten. Private Probleme der Protagonisten werden nur gestreift und dadurch gewinnt die Handlung, anders wie bei den Mainsream-Airport-Filmen seinerzeit, an beständigkeit. Wenn die Geschehnisse auch manchmal nicht ganz schlüßig erzählt werden und die Spannung hin und wieder auf der Strecke bleibt, bietet der Film dennoch recht solides Katastrophen-Kino.
Kann man sich angucken, muß man aber nicht gesehen haben.

5,5/10
Benutzeravatar
Die Kroete
 
Beiträge: 1250
Registriert: 10.2011
Geschlecht: männlich


Zurück zu "CMV Trash-Collection"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

web tracker