State Prison - John Saxon (Trash Collection #104)

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State Prison - John Saxon (Trash Collection #104)

Beitragvon jogiwan » 17. Dez 2013, 19:43

State Prison

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Originatitel: Death House

Alternativtitel: Zombie Death House

Herstellungsland: USA / 1987

Regie: John Saxon

Darsteller: Dennis Cole, Anthony Franciosa, Dino Paskas, Dana Lis Mason, Ron O'Neal

Story:

Das Townsend Staatsgefängnis ist der Vorhof zur Hölle. Von skrupellosen Wissenschaftlern missbraucht, verwandeln sich die gequälten Häftlinge in tollwütige, nach Menschenfleisch gierende Bestien. Derek Keillor (Dennis Cole), ein unschuldig zum Tode verurteilter Kriegsveteran, durchschaut das böse Spiel und zettelt eine Gefängnisrevolte an. Doch Colonel Burgess (John Saxon), verantwortlich für die Menschenversuche, lässt das Zuchthaus hermetisch abriegeln. Von den Wahnsinnigen umzingelt, wird ein geheimer Fluchttunnel zur letzten Hoffnung der Verdammten. Die Höllenbrut im Nacken, machen sich Keillor und eine Handvoll Überlebende auf den Weg… (quelle: nervenhammer.de)
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Re: State Prison - John Saxon (Trash Collection #104)

Beitragvon jogiwan » 9. Mär 2014, 17:29

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Der von Kriegsereignissen traumatisierte Vietnam-Veteran Derek (Dennis Cole) wird von dem zwielichtigen Mafiaboss Moretti (Anthony Franciosa) als Fahrer angeheuert, verliebt sich dummerweise in dessen Freundin Genelle (Dana Lis Mason) und stürzt sich in eine Affäre mit ihr. Als Moretti davon erfährt, ertränkt der die dralle Blondine in der Badewanne und schiebt den brutalen Mord in die Schuhe von Derek, der Monate später wegen dieser Tat zum Tod verurteilt und ins Townsend State Gefängnis überstellt wird. Dort soll der eigentlich unschuldige Derek als Nummer 90724 seine letzten Monate in der Todeszelle verbringen, während Morettis inhaftierter Bruder Franco (Michael Pataki) und der korrupte Bulle Raker die verbleibenden Tage seines Lebens zur Hölle machen sollen.

Doch das Gefängnis ist auch aus anderen Gründen ein höchst unangenehmer Ort und ohne offizielle Genehmigung werden von dem Gefängnisarzt Chaney (Newell Tarant) und Colonel Burgess (John Saxon) an den Inhaftierten Versuche durchgeführt, bei denen durch Medikamente den verurteilen Verbrechern jegliche Gewalttendenzen genommen werden sollen. Die Ergebnisse sind jedoch wenig zufriedenstellend, sodass Burgess einen noch drastischeren Weg beschreite und den Inhaftierten des Todestraktes ein von der Wissenschaftlerin Tanja (Tane McClure) entwickeltes und bislang in Menschenversuchen nicht erprobtes Serum mit dem Namen HV8B verabreicht. Zu diesem Zweck lockt Burgess die hübsche Wissenschaftlerin in das Gefängnis, in welchen sich schon bald schreckliche Dinge abspielen.

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Die Probanden des Serums mutieren jedoch zu gewaltbereiten Untoten, denen das Fleisch von den Knochen fault und übertragen zu allen Überfluss auch einen gefährlichen Virus, der sich unter den Gefangenen schon bald wie ein Lauffeuer ausbreitet und Halluzinationen verursacht. Diese geraten in Panik und während das Gefängnis von Burgess unter Quarantäne gestellt wird und niemand mehr die Anstalt verlassen darf, ermordet der mutierte Fletcher (David Smith) vor den entsetzten Augen von Derek einen Wärter, der so in den Besitz der Schlüssel kommt, die anderen Häftlinge befreit und eine Revolte anzettelt, bei der das Wachpersonal, die Familie des Gefängnisleiters und auch das medizinische Personal als Geisel genommen wird.

Derek stellt die Forderung, dass Moretti in die Anstalt gebracht wird um seine Unschuld zu beweisen, der daraufhin tatsächlich vom dem korrupten Burgess unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in das Gefängnis gelockt wird und auf seinen ebenfalls bereits infizierten Bruder trifft. Während sich die Seuche innerhalb der Gemäuer immer weiter ausbreitet und Tanja unter dem Schutz von Derek verzweifelt versucht, ein Gegenmittel zu finden, erfährt der gewaltbereite Moretti vom Gefängnisdirektor von einem zugemauerten Geheimgang und versucht wie die restlichen Überlebenden den Fluchtweg zu finden, während Burgess zum Äußersten greift und alles in die Wege leitet, um den Aufstand niederzuschlagen und auch die blutigen Geschehnisse in dem Gefängnis zu vertuschen…

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John Saxon kennt man als Filmfan ja vor allem durch seinen zahlreichen Genre-Filme wie „Nightmare – Mörderische Träume“, seine zahlreiche Mitwirkung in italienischen Produktionen wie „Asphalt Kannibalen“ oder auch durch eine seiner unzähligen TV-Rollen, die der sportliche New Yorker in seiner mittlerweile über sechzig (!!!) Jahre andauernden Karriere zuhauf verkörpert hat. Weniger bekannt ist hingegen die Tatsache, dass sich Saxon Mitte der Achtziger auch als Regisseur versucht hat und nach dem etwas zweifelhaften Genuss von „Death House“, der hierzulande als „State Prison“ und bislang auch nur gekürzt auf VHS erhältliche Streifen, weiß man auch warum Saxon zweifelsfrei vor der Kamera auch besser als dahinter aufgehoben ist.

Was hier unter dem Titel „Zombie Death House“ auf den Zuschauer losgelassen wird ist ja eine mehr als seltsame Mischung aus Untoten- und Gefängnisflick, dass anfänglich auch noch ein bisschen den Gangsterfilm streift, Vietnam-Rückblenden bietet und im weiteren Verlauf neben Gefängnis-Drama auch in Richtung „Mad Scientist“ tendiert und ohne Rücksicht auf Logik oder Erzählfluss munter durch weitere Genres purzelt und dabei eine derart holprige Dramaturgie besitzt, dass ich bei der Sichtung zeitweise vermutete, dass hier irgendwie Kapitel vertauscht wurden. Das ist natürlich nicht der Fall, aber offensichtlich hat man hier im Schneideraum wirklich die Praktikanten ans Werk gelassen, die dafür sorgen, dass man hier zahlreiche Handlungsstränge, inhaltliche Entwicklungen und Dialoge scheinbar willkürlich aneinandergereiht werden, während elementare Dinge irgendwie unter den Tisch gekehrt werden.

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Das würde das alles bei einem trashigen Film aus dem Horror-Genre ja auch gar nicht so ins Gewicht fallen, wäre „Zombie Death House“ dabei nicht so erschreckend langatmig ausgefallen. Der 1987 gedrehte Streifen kommt nie so richtig in Fahrt und für einen Zombie-Film gibt es zu wenig bis gar keine Untote, für einen Epidemie-Drama zu wenig Kranke und Paranoia, als Gefängnis-Drama funzt „State Prison“ dann ja gleich gar nicht und viele Zusammenhänge der konfus präsentierten Handlung kann man als Zuschauer ohnehin nur erahnen. Während zu Beginn die Figuren recht holprig, aber zumindest passabel eingeführt werden und auch Darsteller und Settings als Ausgangsposition für einen B-Grusler aus der Splatter-Ecke gar nicht mal so verkehrt wären, verkommt im weiteren Verlauf alles zu einem heillosen Durcheinander, bei dem auch die oftmals unmotiviert wirkenden Gewaltspitzen nichts mehr rausreißen können .

Der Karren wird bei „Zombie Death House“ ja ganz ordentlich gegen die Wand gefahren und so ist es wenig verwunderlich, dass Herr Saxon auf weitere Regie-Ausflüge verzichtet hat und sich auch die vier Verantwortlichen des Drehbuchs anscheinend anderweitig orientiert haben und nicht mehr weiter in Erscheinung traten. Dabei bietet „State Prison“ mit John Saxon und Anthony Franciosa ja auch ein Duo, dass fünf Jahre zuvor in Argentos „Tenebre“ zu sehen war und auch Hauptdarsteller Dennis Cole macht durchaus eine gute Figur, die jedoch aufgrund des Drehbuchs in der zweiten Hälfte vollkommen blass bleibt und auch der Rest des Casts mit durchaus respektablen Darstellern aus der zweiten Reihe wie z. B. Michael Pataki („Halloween IV“), Dennis T. Mooney („Mit Motorsägen spaßt man nicht“) und Tane McClure („Natürlich blond“) bekommen in ihren Rollen kaum eine Chance Talent zu beweisen.

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Dass dieser längst vergessene und vermutlich auch verdrängte Vertreter des Achtzigerjahre-Horrors nun wieder etwas in den Fokus der Horrorgemeinde gerückt wird, ist wieder einmal den Bemühungen des Berliner Labels CMV-Laservision zu verdanken, die den konfusen B-Grusler als Nummer 104 der Trash-Collection veröffentlichen, wo der Streifen mit all seinen augenscheinlichen Mängeln auch gut aufgehoben ist. Im Gegensatz zur grob gekürzten und zusätzlich abgedunkelten VHS-Fassung erscheint der Streifen nun ungekürzt und in passabler Bild- und Tonqualität, wobei man sich anhand der Produktionsbedingungen und dem schmalen Budget natürlich nicht zu viel erwarten sollte. Also Bonus gibt es noch den Trailer, sowie zwei hübsche Cover-Varianten, die dem Streifen aber dummerweise in keiner Weise gerecht werden.

Unterm Strich bleibt mit „Zombie Death House“ ist eine vollkommen krude Mischung unterschiedlichster Genres, die hier von John Saxon bei seinem einzigen Regie-Ausflug auf wenig bekömmliche Art und Weise miteinander vermengt und auf den Zuschauer losgelassen werden. Der überraschend lahme Horrorstreifen aus den Untiefen der Achtziger vermengt Kriegs- und Gefängnisdrama, würzt das Ganze mit Viren und Zombies und bietet Mafia-Gangster, böse Wissenschaftler, unmotivierte Gewaltmomente, nervige Kinderdarsteller und ein explosives Finale der Marke Rohrkrepierer. Begeisterung sieht dann auch anders aus und obwohl Zombie-Filme normalerweise generell bei mir einen Stein im Brett haben und ich auch John Saxon jederzeit gerne sehe, ist „State Prison“ dann eine selbst für den geeichten Trashfan überraschend langweilige Angelegenheit, die trotz seines wildernden Ausflugs durch alle Genres dann auch nur schmerzbefreite Allesgucker und Zombie-Komplettisten begeistern dürfte.

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Re: State Prison - John Saxon (Trash Collection #104)

Beitragvon ugo-piazza » 9. Mär 2014, 23:46

Franciosa und Saxon? Ich hätte den als "Tenebre 2" vermarktet... :kicher:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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