Shocking Heavy Metal - Mats Helge (Trash Collection #83)

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Shocking Heavy Metal - Mats Helge (Trash Collection #83)

Beitragvon jogiwan » 1. Sep 2011, 09:20

Shocking Heavy Metal

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Originaltitel: Blood Tracks

Herstellungsland: Schweden, USA / 1985

Regie: Mats Helge

Darsteller: Jeff Harding, Naomi Kaneda, Michael Fitzpatrick, Brad Powell, Peter Merrill, u.a.

Story:

Eine Heavy Metal Band will ein Musikvideo in einer alten Fabrikhalle drehen, diese befindet sich in einer schneebedeckten Gebirgsregion.
Doch die Fabrikhalle ist von einer Mörder-Familie bewohnt, diese versucht die Band und das Filmteam zu töten. (quelle: ofdb.de)
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Re: Shocking Heavy Metal - Mats Helge (Trash Collection #83)

Beitragvon jogiwan » 15. Sep 2011, 11:18

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Die Mitglieder der Heavy-Metal-Band „Solid Gold“ fahren gemeinsam mit der hübschen Susie und weiteren attraktiven Models über das Wochenende in die verschneiten Berge von Colorado, wo unter der Leitung des trinkfreudigen Regisseurs Bob und seinem Team das Video zur neuen Hitsingle entstehen soll. Da die unbedarften Stadtleute mit dem rauen Klima und den Gefahren in den tief-verschneiten Bergen jedoch keine Erfahrung haben, wird ihnen der sympathische Ranger John zur Seite gestellt, der die feierwütige Meute in die Berge bringt und während den Dreharbeiten ein Auge auf die Truppe werfen soll.

Die Dreharbeiten erweisen sich zwar relativ freizügig, aber ansonsten nicht so spektakulär wie von Bob eigentlich erwartet und so sucht der erfahrene Regisseur nach einer Idee, wie man das Video der Truppe optisch irgendwie aufpeppen könnte. Als er in der Nähe der Unterkunft eine heruntergekommene und verlassene Fabrik erblickt, ändert er für den nächsten Tag spontan den Drehplan und beschließt, einige Aufnahmen in der Fabrik zu machen. Als der Kameramann zu diesem Zwecke ein paar Probeaufnahmen machen möchte, wird er von einer mysteriösen Gestalt attackiert und niedergeschlagen.

Statt sich jedoch den schockierenden Erlebnissen des Kameramanns zu widmen, macht der Rest der Meute jedoch lieber Party und geben sich den fleischlichen Genüssen mit den mitgereisten Groupies hin. Als ein Lawinenabgang die allgemeine Feierei abrupt unterbricht und das Team feststellen muss, dass sie von der Außenwelt abgeschnitten sind, machen sich langsam die ersten Bedenken breit und auch die Versuche von Susie und Bob mit einem Funkgeräte Kontakt zum Tal herzustellen, sind nicht von Erfolg. Dabei wäre Hilfe von auswärts eigentlich sehr ratsam, da sich die Fabrik als keineswegs verlassen entpuppt, sondern von einer degenerierten Familie bewohnt wird, die schon bald Jagd auf die vermeintlichen Eindringlinge macht und bei den Morden durchaus kreativ zu Werke geht…

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Horror in Kombination mit Heavy Metal ist ja eine Mischung, die immer wieder gerne genommen wird und da viele Metal-Heads praktischerweise auch Horrorfilmfans sind, liegt es natürlich nahe, dass viele Regisseure weltweit immer wieder beide Lager mit einem Werk zufriedenstellen möchten. Das mag in manchen Fällen dann auch ganz gut funktionieren – im Falle von „Shocking Heavy Metal“ geht die Rechnung hingegen leider gar nicht, was größtenteils daran liegt, das der Heavy-Anteil des Streifens sehr gering ist und sich dann auch noch auf 80er-Hairspray-Poser-Metal beschränkt, der sicherlich heutzutage eher erheiternd, als in irgendeiner Form ernst zu nehmen ist.

Womit wir auch schon beim zweiten Thema sind: wer auch immer sich dieses hanebüchene Motiv der Psychopathen-Familie ausgedacht hat, sollte sich wirklich in die Ecke stellen und eine Runde schämen. Den die Geschichte von „Shocking Heavy Metal“ ist selbst für Trash-Verhältnisse unterdurchschnittlich ausgefallen und noch unglaubwürdiger als der Backflash zu Beginn des Streifens´. Aber egal, immerhin haben wir es ja mit einem Film aus der Trash-Collection zu tun, bei denen seit jeher andere Maßstäbe gelten und der 1985 entstandene Streifen von Mats Helge passt ja eigentlich wieder einmal hervorragend zu dem bisherigen Output der sympathischen Serie.

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Dennoch will bei „Shocking Heavy Metal“ keine rechte Freude aufkommen, da der Streifen einfach zu Beginn etwas langweilig ausgefallen ist und für meine Verhältnisse zu viel belanglose Zeugs gelabert wird. Da man auch von Anfang an weiß, wer für die Morde zuständig ist, hält sich auch die Spannung arg in Grenzen und man wartet eigentlich nur darauf, dass die degenerierten Hinterwäldler die Truppe gehörig aufwirbelt. Dafür ist der Bodycount selbst für Slasher-Verhältnisse relativ hoch und bei den Morden hat man sich durchaus einiges einfallen lassen. Die Morde sind auch recht unterhaltsam und für ein oder zwei Schrecksekunden ist der Achtziger-Streifen auch gut. Leider ist das Bild jedoch sehr dunkel, sodass der ein oder andere Effekt nicht so wirklich zu Geltung kommt.

Bei den Darstellern stechen lediglich Jeff Harding als John, Michael Fitzpatrick als Bob und Naomi Kaneda als toughe Susie heraus, während der Rest von der Mannschaft eher farblos bleibt. Jeff Harding hat es danach ja noch in zahlreiche Filme und Serien geschafft und war sogar in dem James Bond-Streifen „Der Morgen stirbt nie“ zu sehen, während Michael Fitzpatrick danach nur noch B-Produktionen präsent war. Auch die Musik wird bei echten Metalheads wohl kaum auf Gegenliebe stoßen und stammt von einer skandinavischen (?) Band namens „Easy Action“, die es zwischen den Jahren 1983 und 1986 immerhin auf drei Alben gebracht haben. Deren Bandmitglieder wirken teilweise auch in dem Streifen mit, auch wenn die Band dort auf den Namen „Solid Gold“ lautet.

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Unterm Strich gibt’s wenig Neues aus Backwood-Slasherhausen zu berichten. Die Story ist so dünn wie die toupierten Haare der Metal-Bandmitglieder und auch die Spannung hält sich durchaus in Grenzen. Da der Streifen aber durchaus seine blutigen Momente hat und auch unfreiwillig komisch ist, lässt er sich aber dennoch gut schauen, auch wenn die Beigabe von alkoholischen Getränken sicherlich förderlich ist. Wer sich jedoch harte Riffs und tosende Drums erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden, da sich der Heavy-Aspekt sehr in Grenzen hält. Dass ist eigentlich schade, denn mit ein bisschen mehr Saft in den Boxen und mehr Mut zur Ironie hätte „Shocking Heavy Metal“ ja durchaus ein großer Spaß werden können. So bleiben nach objektiven Gesichtspunkten lediglich 4-5 von 10 Punkten und die Bestätigung, dass man den Metal- und Bekleidungs-Trends der Achtziger wirklich nicht nachweinen muss (auch wenn das hier einige wohl anders sehen werden…) :?

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Re: Shocking Heavy Metal - Mats Helge (Trash Collection #83)

Beitragvon buxtebrawler » 15. Sep 2011, 11:43

Danke für die Kritik. Hab bisher nix Gutes über den Film gehört und werd ihn mir daher wohl aussparen...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Shocking Heavy Metal - Mats Helge (Trash Collection #83)

Beitragvon buxtebrawler » 3. Sep 2015, 16:00

Mit Metal haben "Easy Action" offenbar wirklich nicht viel zu tun, hier einer der Songs aus dem Film:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Hier der andere, ältere, der schon wesentlich rockiger klingt, Boogie-Glam-Hardrock:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Aber recht interessant: Mit Kee Marcello war jemand dabei, der Ende der 1980er bei Europe als Gitarrist einstieg (nach "The Final Countdown", zu "Out of this World"-Zeiten).
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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