A*P*E – Paul Leder (Trash Collection # 65)

Moderator: jogiwan

A*P*E – Paul Leder (Trash Collection # 65)

Beitragvon jogiwan » 17. Dez 2009, 09:18

A*P*E – Paul Leder (Trash Collection # 65)

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Herstellungsland: Südkorea/USA / 1976

Regie: Paul Leder

Darsteller: Rod Arrants, Joanna Kerns, Lee Nak-hun, Alex Nicol, u.a.

Story:

Ein gigantischer Riesenaffe soll als Attraktion ins Disneyland nach Amerika verschifft werden. Dieser zeigt sich davon allerdings nicht gerade begeistert und schafft es, sich zu befreien. Nachdem er das Schiff zu Kleinholz verarbeitet und das koreanische Festland erreicht hat, hinterlässt er auf dem Weg ins Landesinnere eine gnadenlose Spur der Verwüstung. In Seoul haben indes gerade Dreharbeiten mit der amerikanische Schauspielerin Marilyn Baker begonnen, und offensichtlich kann sich selbst der Riesengorilla ihrer Ausstrahlung nicht entziehen, denn als sie ihm zufällig über den Weg läuft, entführt er kurzerhand die attraktive blonde Frau. Doch mittlerweile sind ihm ganze Armeen auf den Fersen, um den aggressiven Primaten endgültig niederzustrecken …
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Re: A*P*E – Paul Leder (Trash Collection # 65)

Beitragvon jogiwan » 20. Jan 2011, 19:15

ein älterer Kommentar aus der Primatenabteilung:

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Am 17. Dezember 1976 feierte ein Big-Budget Film namens „King Kong“ seine amerikanische Premiere. Der Streifen von John Guillermin war das Remake eines alten Steifens aus dem Jahre 1933 über einen liebestollen Riesenaffen, der in New York ein bisschen auf den Putz haut. Der Streifen ist mittlerweile ein Klassiker, brachte 2 Oscar-Nominierungen, ausverkaufte Kinosäle, Dino de Laurentis eine volle Portokasse und Jessica Lange einen Golden Globe. Und weil damals für das Teil ordentlich die Werbetrommel gerührt wurde, dachte sich der Regisseur Paul Leder wohl, dass man sich doch gut an diese anhängen könnte und brachte im selben Jahr sein Schundwerk „Ape“ auf den Markt. Ein Film, der sehr eindrucksvoll zur Schau stellt, was man bei der Realisation eines Streifens alles in den Sand setzen kann. Aber von Anfang an: Die Story ist natürlich von „King Kong“ ausgeborgt, allerdings wurde die Geschichte so derart ausgedünnt, dass man getrost mal für ein paar Minuten wegdösen oder Bier holen kann und trotzdem nicht viel versäumt.

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Das Hauptaugenmerk dieser amerikanisch-koreanischen Co-Produktion wurde ohnehin auf die Action und Zerstörungsorgien gelegt. Das Kostüm des Affen ist leider nicht sonderlich gelungen und auch zu jeder Sekunde als solches erkennbar. Der bemitleidenswerte Stuntman stampft dann auch recht unlustig durch die miesen Kulissen, brüllt brunftig oder schnurrt wie ein Kätzchen, sitzt mit überschlagenen Beinen im Nadelwald und zeigt auch mal den Stinkefinger in die Kamera. Leider ist bei der Realisation der Action-Szenen jedoch nicht auf die richtigen Größenverhältnisse geachtet worden und die sind auch überhaupt nicht nachvollziehbar. Das ist dann auch vermutlich der Grund, warum der Affe außer einer unbeweglichen Affenhand mit giftgrünen Nägeln auch nie mit anderen Menschen gemeinsam im Bild zu sehen ist. Teilweise wurde ja so schlecht getrickst, dass einem wirklich der Mund offen bleibt. Vor allem die komplett doofe Szene mit der Kuh und dem Paragleiter möchte ich an dieser Stelle auch noch besonders erwähnen. Auch die unbewegliche Puppe mit den blonden Stofffäden, die die blonde Schauspielerin verkörpern soll, ist ganz großes Effektkino. Ansonsten gibt es halt die üblichen Kulissen-Zerstörungen, die jedoch ebenfalls maximal mittelmäßig ausgefallen sind. Die Settings sind dabei leider auch nicht sonderlich spektakulär und sehen eher so aus, als wären die bei der ein oder anderen Godzilla- oder Gappa-Produktion übrig geblieben.

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Die Darsteller sind durch die Bank natürlich auch ziemlich schlecht. Die drei Hauptdarsteller wirken zwar allesamt irgendwie sympathisch, haben aber angesichts der dürftigen Story natürlich keinen Hauch von einer Chance. Die Dialoge sind ziemlicher Käse, haben aber wenigstens die Lacher auf ihrer Seite. Besonders, wenn man dem koreanischen Captain auch noch eine urbayrischen Dialekt verpasst, der natürlich so überhaupt nicht passt. Wem in Gottes Namen ist bloß so was eingefallen? Außerdem fällt mir jetzt spontan kein Film aus den Siebzigern ein, in dem so oft das Wort „Scheiße“ fällt. Aber mit diesem Schlagwort lässt sich ja auch der gesamte Film ganz gut beschreiben. Jedenfalls wirkt dieses Flickwerk zu jeder Sekunde so, als hätten die Verantwortlichen großen Spaß gehabt, alles gehörig in den Sand zu setzen und das Ganze dann als Parodie zu vermarkten. Groteske und unfreiwillig komische Szenen gibt es ja zuhauf.

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Das Besondere an dem Film war ja seinerzeit die Tatsache, dass er mit einem aufwendigen 3D-Verfahren in die Kinos gebracht wurde. Ihr wisst schon, die Sache mit Rot-Grün, die sich zum Glück nie in den Kinos durchsetzten konnte. Von brennenden Pfeilen bis hin zu Felsbrocken wird dann auch alles in Richtung Kamera geschleudert, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. CMV Laservision hat es sich auch nicht nehmen lassen, die Original 3D-Version auf den Silberling zu pressen und eine schicke 3D-Brille in der besagten Rot-Grün-Variante dazu zu packen. Leider ist die Qualität dieser Version hochgradig augenkrebsfördernd und von einem 3D-Effekt konnte ich, sowie eine weitere unparteiische Testperson nicht wirklich was feststellen. Kopfschmerzen hab ich zwar schon bekommen, aber die erhalten wahrscheinlich die meisten Zuschauer auch, wenn sie sich den Hauptfilm ohne Brille anschauen werden. Wer jedenfalls „Ape“ in dieser miesen Qualität mit der Brille bis zum Ende durchhält, der hat sich das goldene Trash-Küberl und meinen Respekt wahrlich verdient. Der Film kommt von CMV Laservision aber natürlich auch in einer Version, die eher unseren Sehgewohnheiten entsprechen. Die Bildqualität ist durchschnittlich und auch der Ton geht klar. Die gewöhnungsbedürftige Synchronisation ist in der englischen Originalversion zwar etwas erträglicher, natürlich auch weniger humorvoll. Neben einer umfangreichen Bildergalerie gibt es auch noch zahlreiche Trailer zu weiteren lustigen Filmchen aus der geschätzten Trash-Collection.

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Unterm Strich bleibt ein absolut sinnfreier Plagiatsfilm, der zwar ordentlich auf King Kong und Godzilla macht, jedoch in allen Punkten kläglich scheitert. Die nichtvorhandene Story, die schlechten Effekte und teils dürften Leistungen im schauspielerischen Bereich machen „Ape“ zu einem wahren Feuerwerk für den geneigten Trash-Fan, der von diesen Sachen ja ohnehin nie genug bekommen kann. Alle anderen Zuschauer werden zwar angesichts des desaströsen Endergebnisses weniger begeistert sein, aber da es ordentlich rumst, kracht und die Dialoge zum Schreien komisch sind, wird der ein oder andere Konsument trotzdem auf seine Kosten kommen. Die geeichte Monstertrash-Runde wird auf jeden Fall seinen Spaß mit diesem absolut grottigen Teil haben, der auch vollkommen zu Recht in den Top 100 der schlechtesten Filme auf der IMDB rangiert. Da „Ape“ dankenswerterweise auch zum Schnäppchenpreis erhältlich ist, kann man durchaus einen Blick riskieren. Auch wenn ich mir so einen Tierhorror-Kawumm-Streifen nicht permanent anschauen würde - für zwischendurch ist der Film ja schon sehr spaßig.


...und weils so schön ist gleich nochmal in voller Größe das Statement für die Kritiker: 8-)

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Re: A*P*E – Paul Leder (Trash Collection # 65)

Beitragvon Blap » 20. Jan 2011, 19:53

Herrlich!
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