Mania - Lynch, Robertson, Sheppard, Simpson (Trash C. #102)

Moderator: jogiwan

Mania - Lynch, Robertson, Sheppard, Simpson (Trash C. #102)

Beitragvon jogiwan » 23. Jun 2013, 10:56

Mania (Trash Collection #102)

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Originaltitel: Mania

Herstellungsland: USA / 1986

Regie: Paul Lynch, David M. Robertson, John Sheppard, Peter R. Simpson

Darsteller: Deborah Grover, Stephen Hunter, Wayne Robson, Lenore Zann

Story:

“Es kann jeden treffen – täglich, stündlich, überall lauert das Verbrechen! Mörderische Blicke in der Dunkelheit suchen hilflose Opfer! Unschuldige Menschen, gefangen in den Krallen des grausamen Terrors, aus denen es kein Entkommen gibt! Unbeschreibliche, endlose Angst macht sich breit!” Erleben Sie in vier packenden Geschichten einen Horrortrip voller Grauen im atemberaubenden Stil Alfred Hitchcocks und Rod Serlings!
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Re: Mania - Lynch, Robertson, Sheppard, Simpson (Trash C. #102)

Beitragvon jogiwan » 15. Sep 2013, 14:52

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See no Evil

Der biedere Buchhalter Steve (Wayne Robson) wird eines Tages zufällig Zeuge, wie eine Prostituierte, der er eben noch ein teures Paar Ohrringe geschenkt hat, beim Verlassen seiner Wohnung vor dem Apartmenthaus niedergestochen wird. Obwohl er auch das Gesicht des Mörders (Deryck Hazel) erkennen kann schweigt der Mann, da er nicht möchte, dass sein Umfeld und auch seine Verlobte Louise (Susan Sneath) von seinem geheimen Hobby erfährt. Als sich jedoch auch der Mörder hinter den Mann her macht und nachts nach einem Einbruch die blutige Tatwaffe in Steves Wohnung deponiert, gerät der zurückhaltende Mann bald selbst und Mordverdacht und begeht einen entscheidenden Fehler…

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The Intruder

Nach mehreren Einbrüchen in der Nachbarschaft fühlt sich Ruth (Cheryl Wilson) in ihrem luxuriösen Haus nicht mehr sicher und überredet ihren Mann Jack (Richard Monette) dazu, sich einen ausgebildeten Wachhund anzuschaffen. Doch Jack, der in seinen jungen Jahren ein traumatisches Erlebnis mit einem Hund hatte ist von dem haarigen Neuzugang wenig begeistert und beginnt jede Nacht die dramatischen Ereignisse von damals in Form von Alpträumen wieder durchzumachen. Als Ruth eines Tages überraschend verreisen muss, fasst Jack daher einen finsteren Plan, das verhasste Tier wieder los zu werden...

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Have a nice day

Während ihr Mann auf Geschäftsreise ist, kümmert sich Kelly Forest (Deborah Grover) rührend um Tochter Hillary (Rikki Lynn Wosnack), die an einem kalten Wintertag nicht in die Schule gehen mag. Dennoch schickt die vielbeschäftigte Frau ihre Kleine in die Schule und erhält wenig später einen Anruf, dass ihre Tochter entführt wurde. Die finstere Stimme am Telefon verbietet jeglichen Kontakt zur Polizei und Außenwelt, da Leib und Leben der Schülerin ansonsten akut gefährdet sind und befiehlt der verzweifelten Frau aus ihrem Bankschließfach wertvolle Juwelen zu holen. Kelly kommt der Aufforderung nach und wenig später sitzt einer der Entführer (Bill Croft) in ihrem Wohnzimmer und fordert mehr als nur Juwelen…

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The Good Samaritan

Auf dem Nachhauseweg von einem Geschäftstermin wird der besonnene Dan (Stephen Hunter) Zeuge, wie eine junge Frau in einer U-Bahnstation von einem bewaffneten Mann (Dwight McFee) angegriffen wird. Als der gewaltbereite Täter auch nach Zurufen nicht von seinem Opfer ablässt, greift Dan zum Feuerlöscher und schafft es so auf eher unorthodoxe Weise mit dem Opfer Julie (Leonore Zann) zu aus der Station zu flüchten. Der Angreifer bleibt den Flüchtenden auf den Fersen und als den Beiden auf offener Straße weitere Hilfe verweigert wird, flüchtet Dan mit der jungen Frau zu dessen Haus, wo die Attacken des mysteriösen Täters jedoch unvermindert weiter erfolgen…

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Episodenhorror der unterschiedlichsten Formen erfreuen sich ja schon seit Jahrzehnten bei den Fans des fantastischen Films großer Beliebtheit und neben Filmen wie Mario Bavas „Drei Gesichter der Furcht“ aus dem Jahre 1963 über Stephen Kings „Katzenauge“ bis hin zu aktuellen Beispielen wie „Chillerama“, „Theatre Bizarre“ und „V/H/S“ finden sich in der Filmgeschichte zahlreiche Beispiele von gelungenen und weniger gelungenen Sammlungen von verfilmten Kurzfilmen, die auf das Genre-Publikum losgelassen wurden. Insbesondere in den Achtzigern und frühen Neunzigern erfreuten sich derartige Episoden dank dem Erfolg von Horror-Autoren wie Stephen King, Clive Barker und Konsorten bzw. deren Kurzgeschichten einem regen Zuschauerinteresse und erfolgreiche Serien wie „Tales from the Crypt“ in denen sich Nachwuchsregisseure- und bekannte Schauspieler zu den Geschichten von den gleichnamigen Comics austoben konnten, taten ihr Übriges dazu, um diese Form gruseliger Geschichten als Teil der Popkultur zu etablieren.

Die kanadische TV-Produktion „Mania“, die hierzulande bei der VHS-Veröffentlichung noch den blumigen Untertitel „American Tales of Terror“ verpasst bekam, zählt dabei eher zu den kleineren Produktionen und bietet vier nette Geschichten über menschliche Urängste, die zwar nur bedingt dem Horror-Genre zuzuordnen sind, aber dennoch ganz sympathisch und unterhaltsam um die Ecke biegen. Die vier Episoden bieten dabei jeweils unabhängig voneinander eine halbwegs gelungene Geschichte aus dem Umfeld von urbanen Mythen, denen am Ende auch jeweils eine Schlusspointe folgt, die mal mehr-, mal weniger unerwartet erfolgt.

Die oben genannten Episoden erinnern dabei inhaltlich sehr an die teils ebenfalls sehr haarsträubenden Geschichten aus dem unterhaltsamen Buch „Die Spinne in der Yucca-Palme“, in denen sich genau diese Art von modernen Sagen und Mythen mit moralischen Unterton wiederfinden, die einem Bekannten des Schwagers eines Cousins eines Nachbarn natürlich genauso in der Form auch am eigenen Leibe geschehen sind. Wer das Buch kennt, wird daher bei „Mania“ und den Geschichten, in denen durchschnittliche Menschen ganz überraschend und unerwartet in Ausnahmesituationen versetzt werden, auch rasch die Pointen am Ende der jeweiligen Episode erahnen können, auch wenn sich die drei unterschiedlichen Regisseure Mühe geben, den Zuschauer etwas bei der Nase herumzuführen.

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Doch das tut dem Spaß keinen großen Abbruch und obwohl es sich um eine TV-Produktion aus dem Jahre 1986 handelt, bei der das Wort „solide und etwas bieder“ das Endergebnis wohl am besten umschreibt, so sind die vier Episoden größtenteils doch schon auch sehr kurzweilig ausgefallen. Zwar sollte man sich hier keinen „Suspense“ a la Alfred Hitchcock erwarten, wie am Cover angekündigt und auch der Schmodder hält sich naturgemäß arg in Grenzen, aber ich fühlte mich bei dem Großteil der vier Episoden mittelprächtig bis gut unterhalten und vor allem die Story mit dem Wachhund ist am Ende sogar unerwartet böse ausgefallen.

Darstellerisch bietet „Mania“ dann eher Platz für die zweite Garnitur, wobei die eher unbekannten Gesichter mit ihren soliden Leistungen auch gut zu dem Charakter der Episoden passen, in denen wie bereits erwähnt durchschnittliche Leutchen in Ausnahmesituationen manövriert werden. Bekanntestes Gesicht ist dabei wohl Wayne Robson, der es immerhin auf 152 Rollen in Filmen wie „Cube“ oder auch „Wrong Turn“ gebracht hat. Aber auch Leonore Zann dürfte dem ein oder anderen Genre-Fan durch Rollen wie in dem Slasher „Ab in die Ewigkeit“ und die ein oder andere kanadische Genre-Produktion durchaus bekannt vorkommen.

Gar so trashig ist „Mania“ dann gar nicht ausgefallen, auch wenn der Titel, der bislang in deutschsprachigen Raum nur auf VHS veröffentlicht wurde nun als Nr. 102 der wohl langlebigsten und zugleich sympathischsten DVD-Genre-Reihen namens „Trash Collection“ wieder auf die breite Masse losgelassen wird. Die Qualität der Scheibe ist okay und die deutsche Synchronisation glänzt ebenfalls mit einer Masse von bekannten Synchronsprechern. Obwohl der Streifen ohne FSK-Freigabe veröffentlich wird, sollte man sich keinen hohen Härtegrad erwarten und außer einer Handvoll Trailer aus dem Programm des Berliner Labels hat es auch kein weiteres Bonusmaterial auf den Silberling mit dem hübschen Cover geschafft.

Unterm Strich bleibt ein mittelmäßiger, aber doch gut guckbarer Episoden-Horror, bei dem sich die Drehbuchautoren stark von urbanen Mythen inspirieren haben lassen. Die durchaus spannenden Geschichten mit ihren unterschiedlichen Schlusspointen sind jedenfalls überraschend kurzweilig ausgefallen und auch wenn man auf große Namen, hübsche Settings und große Regie-Kniffe verzichten muss, so ist „Mania“ und seinem geschickten Spiel menschlicher Urängste in vier Teilen mit unterschiedlichen Endergebnis schon so gelungen, dass man eine Sichtung als krönenden Abschluss eines unspektakulären Tages sicher nicht bereuen wird.

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Re: Mania - Lynch, Robertson, Sheppard, Simpson (Trash C. #102)

Beitragvon buxtebrawler » 17. Dez 2014, 17:38

Bei „Mania“ handelt es sich um einen vierteiligen Episodenhorrorfilm, entstanden 1986 in US-kanadischer TV-Produktion unter der Regie der Herren Paul Lynch („Prom Night“), David M. Robertson („Höllenhunde des Highways“), John Sheppard („Higher Education“) und Peter R. Simpson („Prom Night 3“). Einziger namhafter Regisseur ist Paul Lynch (Episoden drei und vier), der hierdurch interessanterweise indirekt mit dem späteren Regisseur der zweiten Fortsetzung seines populären Slashers „Prom Night“ sowie mit zwei Schauspielern aus der ersten Fortsetzung („Mary Lou“) zusammenarbeitete.

Episode „See No Evil“: Buchhalter Steve (Wayne Robson, „Dolores“) vergnügt sich ohne Wissen seiner Verlobten (Susan Sneath) mit einer Prostituierten und schenkt ihr ein paar teure Klunker. Als sie seine Wohnung verlässt, beobachtet er durchs Fenster, wie sie von einem Mörder (Deryck Hazel, „Mary Lou“) umgebracht wird. Da er seine Aktivitäten mit der käuflichen Dame geheimhalten möchte, schweigt er gegenüber der Polizei, obwohl er den Mann genau erkannt hat. Dieser versucht unterdessen, den Verdacht auf Steve zu lenken…

Episode „The Intruder“: Die sich durch vermehrte Einbrüche in der Nachbarschaft bedroht fühlende Ruth (Cheryl Wilson, „Stimme der Dunkelheit“) überredet ihren Mann Jack (Richard Monette, „Mary Lou“) zur Anschaffung eines Wachhunds. Was sie nicht weiß: Seit einem traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit leidet Jack unter einer ausgeprägten Hundephobie, die er gegenüber seiner Frau geheimhält und die dank der Anwesenheit des bulligen Hunds wieder zunehmend Besitz von ihm ergreift. Als Ruth für ein paar Tage verreist, versucht er, das Tier loszuwerden…

Episode „Have a Nice Day“: Kellys (Deborah Grover, „Mad Killer“) Tochter Hillary (Rikki Lynn Wosnack) möchte eines Wintermorgens nicht in die Schule, doch Kelly besteht darauf. Kaum wähnt sie sie in der Lehranstalt, behauptet ein Anrufer (Bill Croft, „Es“), Hillary entführt zu haben und untersagt strengstens jegliche Interaktion mit der Polizei. Er fordert Kelly auf, wertvollen Schmuck aus ihrem Bankschließfach zu holen. Als Kelly von der Bank zurückkommt, lauert ihr der Entführer in der Wohnung auf und stellt weitere Forderungen…

Episode „The Good Samaritan“: Auf dem Heimweg wird Dan (Stephen Hunter, „Bullies“) Zeuge, wie eine Frau in der U-Bahn-Station von einem bewaffneten Übeltäter (Dwight McFee, „Malone“) angegriffen wird. Dan greift ein und flieht mit dem Angriffsopfer Julie (Leonore Zann, „Ab in die Ewigkeit“) aus der Station, doch beide werden weiterhin vom Angreifer verfolgt. Dan eilt schließlich mit der Frau zu sich nach Hause, doch der Täter lässt nicht von ihr ab...

Eine Rahmenhandlung gibt es bei „Mania“ nicht, alle Episoden laufen hintereinander ab. Ihnen gemein sind neben dem wenig aufregenden, tendenziell biederen TV- oder auch ‘80er-Video-Look die bitterbösen Pointen, die mehr oder weniger überraschend ausfallen und darum bemüht sind, alles ganz anders kommen zu lassen, als man zunächst annimmt. Die ersten beiden sind dabei moritatisch-moralisch, in der dritten und vierten erwischt’s hingegen Unschuldige. Das Erzähltempo ist gemächlicherer Natur, was den Episoden ganz gut zu Gesicht steht, da sie dadurch sowohl zur Entspannung taugen als auch den Zuschauer nicht zu überfordern drohen, zudem die Spannungskurve langsam anziehen können. Wirklicher Nervenkitzel kommt allerdings nur schwerlich auf, insbesondere bei einem genreerfahrenen Publikum. Flotter geht es übrigens in „The Good Samaritan“ zur Sache, wirklich aus der Reihe fällt aber „Have a Nice Day“. Diese Episode ist mehr Thriller denn Horror und scheitert leider, Spannung erzeugen, lässt die Protagonistin wenig nachvollziehbar (um nicht zu sagen: doof) agieren und leidet unter ihrer Vorhersehbarkeit.

Die anderen drei Episoden wissen aber durchaus zu gefallen und alle vier erinnern wie so oft in Episodenhorrorfilmen wohlig an alte Gruselcomics, überlieferte Schauergeschichten etc. und kommen komplett ohne Übersinnliches aus. Den großen Terror-Rundumschlag sollte indes niemand erwarten, es handelt sich um – wohlgemerkt sorgfältig gemachte – kostengünstige TV-Unterhaltung, die ein bisschen unter ihrer Zweckmäßigkeit leidet; Freunde des gepflegten Episodengrusels, der auch gern mal etwas biederer ausfallen darf, sollten aber nicht enttäuscht werden.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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