Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Moderator: jogiwan

Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon jogiwan » 5. Aug 2010, 17:14

Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

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Story:

Larry und Robin sind ein junges, glücklich verheiratetes Paar, erfolgreich im Job, zwei wohlgeratene Kinder, alles bestens, wie man meinen sollte. Weil es jedoch im Ehebett nicht mehr so recht zündet, mietet Larry auf eine Zeitungsanzeige hin ein mysteriöses schwarzes Zimmer, die „Kammer der Schrecken“, in einem großen Haus in den Hollywood Hills. Er nimmt jedoch nicht seine Frau mit, sondern reißt sich Studentinnen und Anhalterinnen auf, mit denen er dort Sex hat. Dabei wird er heimlich von den skurrilen Vermietern Jason und Bridget beobachtet und fotografiert, und ohne dass Jason es weiß, werden seine Gespielinnen im Anschluss ermordet. Als Robin eines Tages entdeckt, dass Larry sie hintergeht, beginnt auch sie die schwarze Kammer aufzusuchen, um den Spieß umzudrehen - doch darauf haben Jason und Bridget nur gewartet. (Quelle: DVD-Cover)

Kommt in 3 Covervarianten inklusive Bonusfilm: "Bloodstained Romance"
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Re: Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon jogiwan » 20. Jan 2011, 17:51

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„The Black Room“ bzw. die “Kammer des Schreckens” zeigt wieder einmal sehr eindrucksvoll, was dabei rauskommt, wenn heterosexuelle Pärchen ihrem drögen Sexualleben etwas auf die Sprünge helfen wollen und dabei über die Stränge schlagen. Denn anstatt einfach die Kinder in den Schrank zu sperren und ein paar neue Stellungen auszuprobieren, mietet Larry gleich eine ominöses Fickel-Stube um sich dort dann auch gleich mit aufgeschlosseneren Partnerinnen und Pärchen erotisch zu vergnügen. Das so was natürlich nicht ohne Folgen bleibt ist dem Zuschauer dabei schon von vornherein klar und schon wenig später stellt sich heraus, dass Larry nicht nur beim Sex beobachtet und fotografiert wird, sondern auch noch von dem beiden Vermietern dazu benutzt wird, junge Frauen anzuschleppen, die nach der erotischen Eskapaden dann im Badezimmer zu Ader gelassen werden. Das frische Blut wird dann sogleich Jason injiziert, der dieses aufgrund einer seltenen Krankheit auch immer öfter benötigt.

Der geneigte Leser kann es ja zu diesem Zeitpunkt ja bereits erahnen, dass wir es in die „Kammer der Schrecken“ neben dem sexuellen Befreiungsschlag eines frustrierten Pärchens wieder einmal mit einer neuzeitlichen Variation der allseits beliebten Vampir-Thematik zu tun haben. Und natürlich entpuppt sich die seltsame Bluterkrankung des zwielichtigen Larry als durchaus dubios, was vermutlich auch der Grund ist, dass er gemeinsam mit seiner angeblichen Schwester nicht den Kenntnissen der Schulmedizin vertraut, sondern sich lieber auf eigene Faust und illegale Weise sein Spenderblut beschafft. Und so wundert es wenig, dass sich in der hauseigenen Blutbank bald die jungen Mädchen stapeln, die von dem nichtsahnenden Womenizer Larry ja eigentlich auch zu ganz anderen Zwecken in das große Haus in den Hügeln von Hollywood gebracht werden.

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Das Drehbuch zu „The Black Room“ ist aber durchaus etwas zwiespältig ausgefallen und einige gute und atmosphärische Szenen stehen im krassen Gegensatz zu ein paar seltsamen Einfällen und Entwicklungen, die dem Film dann auch eine sehr trashige und sleazige Atmosphäre verleihen. Über die Geschichte sollte man ja auch nicht wirklich nachdenken und auch die Beweggründe der einzelnen Charaktere sind ja des Öfteren nicht ganz nachzuvollziehen. Trotzdem lässt sich „Kammer der Schrecken“ durchaus gut gucken und wirkt mit seiner naiven Herangehensweise an die Swinger- und Vampir-Thematik im Prä-Aids-Zeitalter für heutige Verhältnisse ja schon sehr skurril. Der Streifen hat auch durchaus ein paar sehr gute Momente, die mitunter auch von anderen Slashers ausgebort wurden und die jedoch allesamt von dem Unvermögen der Darsteller aus der zweiten bis dritten Reihe und dem unausgegorenen Drehbuch und dem etwas abrupten Ende wenig später schon wieder zunichte gemacht werden.

Bei den Darstellern muss man auch auf bekannte Darsteller jedoch fast verzichten. Jimmy Stathis als Larry agiert zwar sehr freizügig, ist jedoch auch wie Stephen Knight leider nicht sonderlich charismatisch. Clara Perryman als frustrierte Ehefrau Robin, die sich auf sexuelle Spiele einlässt ist zwar ganz okay, scheitert aber daran, das ihre Rolle leider gänzlich unglaubwürdig ausgefallen ist. Cassandra Gaya spielte zwei Jahre zuvor an der Seite von Arnold Schwarzenegger in „Conan – der Barbar“ und hat sich danach eher auf Serien verlegt. Bekanntestes Gesicht des Streifen dürfte ja Linnea Quigley sein, die der geeichte Trashfreund aus so tollen Streifen wie der vor kurzem besprochene „Hollywood Chainsaw Hookers“, „Night of the Demons“ oder auch dem italienischen Spät-Giallo-Desaster „Fatal Frames“ kennt.

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Die Bildqualität des Streifens ist dieses Mal jedoch eher nicht so gut ausgefallen, sodass sich das sympathische Berliner Label CMV-Laservsion dazu entschlossen hat, den amerikanischen Horrorstreifen aus dem Jahre 1984 gemeinsam mit einem Ultralow-Budget- Bonusfilm mit dem Namen „Bloodstained Romance“ von Regisseur Travis B. Miller als Nummer 75 der Trash-Collection zu bringen. Die „Kammer des Schreckens“ hat bestenfalls durchschnittliches VHS-Niveau und vor allem bei den Szenen in dem titelgebenden Zimmer wird die Fantasie des Zuschauers nicht nur beflügelt, sondern teilweise auch gefordert. Die Tonqualität geht klar und neben zwei Cover-Varianten, die jedoch beide nicht sonderlich hübsch daherkommen, gibt es neben dem bereits erwähnten Bonusfilm noch zahlreiche Trailer zu anderen Krachern wie „Obszön“, „Hotel zur Hölle“ und vergangenen und kommenden Attraktionen aus der beliebten DVD-Reihe.

Unterm Strich ist „Kammer des Schreckens“ solide B-Ware aus der Achtziger-Kiste, das mit haarsträubender Geschichte, miesen Darstellern und unausgegorenem Drehbuch voll auf der Trash-Skala punkten kann. Auch der Unterhaltungswert der Geschichte über sexuelle Befreiung, die von Vampir-ähnlichen Wesen jäh unterbrochen wird, ist durchaus im oberen Bereich und ich muss ja ehrlich gestehen, dass mir der Streifen trotz aller Schwächen wohl auch aufgrund der sleazigen Gesamtatmosphäre doch auch gefallen hat. Das Ende ist zwar ein ziemlicher Murks und wirft mehr Fragen auf, als der Streifen beantwortet, rundet das trashige Gesamtbild aber harmonisch ab. Sicherlich kein Film, der öfters im Player landen wird, aber für zwischendurch schon okay und für den leuchtenden Couchtisch gibt’s auch noch einen Extrapunkt: 6/10 Punkten

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Re: Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon dr. freudstein » 20. Jan 2011, 19:45

Ähem, nur heterosexuelle Menschen haben also ein unausgefülltes Sexleben und bedienen sich der falschen Methoden, diesem auf die Sprünge zu helfen :?:
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Re: Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon jogiwan » 20. Jan 2011, 19:56

dr. freudstein hat geschrieben:Ähem, nur heterosexuelle Menschen haben also ein unausgefülltes Sexleben und bedienen sich der falschen Methoden, diesem auf die Sprünge zu helfen :?:


Nö, das hab ich ja auch nie behauptet. Aber die "Kammer des Schreckens" wäre bedeutend kürzer und auch langweiliger, wenn unser Held nicht fremdpoppen würde. Das Privileg auf ein unausgefülltes Sexleben haben ja nicht nur die Heteros! ;)
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Re: Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon horror1966 » 3. Mär 2011, 16:11

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Kammer der Schrecken
(The Black Room)
mit Stephen Knight, Cassandra Gava, Jimmy Stathis, Clara Perryman, Charlie Young, Geanne Frank, Linnea Quigley, Christopher McDonald, Allison Kale, Edwin Avedissian, Sheila Reid
Regie: Elly Kenner / Norman Thaddeus Vane
Drehbuch: Norman Thaddeus Vane
Kamera: Robert Harmon
Musik: James Ackley / Art Podell
SPIO/JK
USA / 1984

Larry und Robin sind ein junges, glücklich verheiratetes Paar, erfolgreich im Job, zwei wohlgeratene Kinder, alles bestens, wie man meinen sollte. Weil es jedoch im Ehebett nicht mehr so recht zündet, mietet Larry auf eine Zeitungsanzeige hin ein mysteriöses schwarzes Zimmer, die "Kammer der Schrecken", in einem großen Haus in den Hollywood Hills. Er nimmt jedoch nicht seine Frau mit, sondern reißt sich Studentinnen und Anhalterinnen auf, mit denen er dort Sex hat. Dabei wird er heimlich von den skurrilen Vermietern Jason und Bridget beobachtet und fotografiert, und ohne dass Jason es weiß, werden seine Gespielinnen im Anschluss ermordet. Als Robin eines Tages entdeckt, dass Larry sie hintergeht, beginnt auch sie die schwarze Kammer aufzusuchen, um den Spieß umzudrehen - doch darauf haben Jason und Bridget nur gewartet ...


Die CMV Trash Collection bietet ja nun wirklich genügend Titel, die dieser Bezeichnung auch wirklich gerecht werden. Warum allerdings auch vorliegender Film zu dieser Sammlung größtenteils skurriler Filme zählt, ist logisch nicht ganz nachzuvollziehen, da es sich schlicht und ergreifend um eine äusserst schlechte und zudem absolut langweilige Produktion handelt. Dabei kann man noch nicht einmal zwischen gutem und schlechten Trash unterscheiden, denn "Kammer der Schrecken" ist ganz einfach ein schlechter Film, der noch nicht einmal einen gewissen Unterhaltungswert beinhaltet, der dem Zuschauer ein wenigstens kurzweiliges Filmerlebnis bereiten würde. Das fängt schon mit der hanebüchenen Geschichte an, die im Prinzip noch nicht einmal einen strukturierten Inhalt erkennen lässt, denn nach der Sichtung dieses merkwürdigen Filmes weiss man eigentlich gar nicht so genau, um was es sich hier wirklich gehandelt hat. Als Mittelpunkt der Ereignisse ist im Prinzip die etwas merkwürdige Beziehung eines Ehepaares anzusehen, die prinzipiell eine glückliche Ehe führen, in der wohl lediglich die sexuelle Komponente etwas eingeschlafen ist. Um diesen Aspekt rankt sich dann eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene Geschichte, in der es sich um Fremdgehen und ein obskures Geschwisterpaar dreht, das Zimmer für sexwillige Leute vermietet die ihre Partner betrügen.

Durch das Geschwisterpaar erhält dieses Machwerk dann sogar die Bezeichnung Horror-Thriller, töten sie doch mehrere Menschen, indem sie ihnen das Blut abzapfen, um es sich selbst in die Adern zu pumpen. Das hört sich alles äusserst dämlich und unzusammenhängend an und genau so wurde auch alles in Szene gesetzt, wodurch man ziemlich schnell erkennt, das die Macher des Filmes wohl selbst nicht genau wussten, was sie hier eigentlich mitteilen wollten. Zudem ist das gesamte Szenario so dermaßen uninspiriert, wirr und vollkommen langweilig umgesetzt worden, das der Zuschauer schon nach wenigen Minuten das unbedingte Verlangen verspürt sich ins Bett zu legen und sanft einzuschlafen. Zu etwas anderem taugt die Geschichte dann auch nicht wirklich, denn so etwas wie Spannung oder Atmosphäre scheint in vorliegendem Fall absolutes Niemandsland darzustellen, noch nicht einmal diverse Ansätze sind zu erkennen.

Und so dümpelt dieser zähe Filmmüll dann so vor sich hin und bietet keinerlei Aspekte, die man auch nur im Entferntesten als positiv bezeichnen könnte. Die Bezeichnung Horror-Thriller kann man getrost vernachlässigen, denn der einzige Horror ist der Film an sich, stehen einem doch teilweise bei soviel Unfähigkeit die Haare zu Berge. Das bezieht sich in erster Linie auf die agierenden Schauspieler, die diese Bezeichnung nun wirklich nicht verdienen. Allerdings muss man ihnen positiv anrechnen, das ihr dargebotenes Schauspiel sich nahtlos dem nicht vorhandenen Niveau dieses Schundes anpasst, den man hier geboten bekommt. Da kann man sich dann auch ohne viel Fantasie ausmalen, das die vorhandenen Dialoge nichts anderes als sinnbefreite Schonkost anbieten, die man auch ohne Übertreibung als verbale Umweltverschmutzung bezeichnen kann. Ich will diesen Film wirklich nicht schlechter machen als er im Endeffekt ist, aber einen solch sinnlosen und langweiligen Rotz bekommt man echt nicht oft geboten. Hier wurde alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann und ich kann mir eigentlich nur vorstellen, das die Macher bei der Produktion unter extrem starken Drogeneinfluss gestanden haben müssen, denn anders ist dieses Ergebnis wirklich nicht zu erklären.

Trashfilme können gut oder schlecht sein, aber sie müssen zumindest einen gewissen Unterhaltungswert beinhalten. Da noch nicht einmal dieser Aspekt zum Tragen kommt, kann man "Kammer des Schreckens" ohne jeden Zweifel zu den Machwerken zählen, die ganz einfach nur vollkommen überflüssig erscheinen. Keine Spannung, null Atmosphäre und schon gar kein Humor, das ist das traurige Ergebnis, das man nach der Sichtung dieses Filmes erhält. Und als wenn das nicht schon vernichtend genug wäre, muss man sich auch auf jeden Fall über den enthaltenen Score auslassen, der diese Bezeichnung auch kaum verdient. Was einem hier als musikalische Untermalung verkauft wird, sind größtenteils schrille Töne die immer wieder eingespielt werden und dem Zuschauer einfach nur auf die Nerven gehen. Phasenweise verspürt man schon eine aufsteigende Agressivität, die man nur schwerlich unterdrücken kann, da diese immer gleichen Töne eine Beleidigung für das eigene Gehör darstellen.


Fazit:


Selbst eingefleischte Trash-Liebhaber dürften größte Schwierigkeiten haben, diesem filmischen Müll etwas Positives abgewinnen zu können. Selten bekommt man so etwas sinnbefreites zu Gesicht, bei dem noch nicht einmal ein einigermaßen nachvollziehbarer Handlungsstrang zu erkennen wäre. "Kammer der Schrecken" ist letztendlich lediglich eine Beleidigung für das menschliche Auge und beinhaltet absolut nichts, was diesen Film auch nur annähernd sehenswert machen würde.


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Re: Kammer des Schreckens - Elly Kenner (Trash Collection # 75)

Beitragvon Blap » 3. Mär 2011, 21:08

Hui, mal ein richtig feister Verriss, volle Breitseite auf die Glocke. Finde ich spannend, denn nun bin ich noch neugieriger auf den Film.
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