Ironfist - Matthew George (Trash Collection #115)

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Ironfist - Matthew George (Trash Collection #115)

Beitragvon jogiwan » 6. Apr 2015, 14:07

Ironfist

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Originaltitel: Under the Gun

Herstellungsland: Australien / 1995

Regie: Matthew George

Darsteller: Richard Norton, Kathy Long, Jane Badler, Peter Lindsey, Robert Bruce, David Serafin

Story:

Für Frank Torrance waren die letzten Jahre kein Zuckerschlecken. Mit kleineren und größeren kriminellen Machenschaften versuchte er seinen heruntergekommenen Nachtclub vor der drohenden Pleite zu retten. Immer den Tod vor Augen, schuf er sich dabei mehr Feinde als Freunde. Heute Nacht will er sich absetzen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Gegner gemacht. Mit allen Mitteln, brutal und unbarmherzig, versuchen ein besessener Cop, ein psychotischer Auftragskiller, eine eifersüchtige Ehefrau und anderes Gesindel Franks Plan zu vereiteln. Es geht für ihn um Leben oder Tod! Bis jetzt hat er immer Glück gehabt, doch scheint es ihn im entscheidenden Augenblick zu verlassen. Sind seine Eisen-Fäuste hart genug, den letzten Kampf zu gewinnen….? (quelle: cover)
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Re: Ironfist - Matthew George (Trash Collection #115)

Beitragvon jogiwan » 6. Apr 2015, 14:11

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Das Schicksal und einige andere Dinge haben die Freundschaft von Frank Torrance (Richard Norton) und Harry Hardaway (Peter Lindsey) über die Jahre arg auf die Probe gestellt und nach einer sehr erfolgreichen Karriere als Eishockeyspieler in der australischen Eishockey-Liga, landen beide aufgrund von Harrys Drogenproblemen und manipulierten Beweismaterial für einige Zeit hinter schwedischen Gittern. Damit ist natürlich auch die sportlichen Karriere vorzeitig beendet und nachdem die Beiden wieder entlassen werden, bleibt Frank von seiner Zeit bei den „Boilermakers“ nur sein gleichnamiger Nachtclub, in dem auch Harry und Tom (David Serafin) beschäftigt sind und den er nur mit kleineren und größeren Gaunereien vor dem endgültigen Bankrott bewahren kann.

Doch Frank hat genug von seinen permanenten Geldproblemen und seinem unsteten Leben in Melbourne und plant in einer schicksalhaften Nacht ein letztes großes Ding, ehe er sich mit einem großen Patzen Geld und seiner Frau Sandy (Jane Badler) ins Ausland absetzen möchte. Mit dem einbehaltenen Geld aus einem geplanten Drogendeal mit der Mafia und asiatischen Triaden und dem Verkauf seines frisch renovierten Clubs zu einem vollkommen überzogenen Preis an einen japanischen Investor, plant Frank alle noch einmal so richtig abzuzocken um sich danach mit der ergaunerten Kohle nach Mexiko abzusetzen um mit Sandy ein neues und vor allem unbeschwertes Leben führen zu können.

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Der durchgeklügelte Plan scheint vorerst auch aufzugehen und nachdem Frank seinen kriminellen Geschäftspartnern die Drogen und knapp eine halbe Million Dollar abgenommen hat und diese in die Flucht schlägt, erscheint auch der Investor mit einem Aktenkoffer voller Geld, der jedoch vor der finalen Geldübergabe noch einmal mit seinem ebenfalls anwesenden Buchhalter die Geschäftsbücher durchgehen möchte. Als dann auch noch der manische Polizist Dexter mit seinen Männern vor der Tür, der Wind von dem Drogendeal bekommen hat und mit dem Ex-Eishockeyspieler auch sonst noch eine Rechnung offen hat, auf der Bildfläche erscheint und auch die Airline die bereits bestätigten Flugtickets storniert, kommt Frank aber immer weiter in Bedrängnis.

Daraufhin läuft auch alles schief und Frank muss sich mit immer mehr unliebsamen und ungebetenen Gästen in seinem Club auseinandersetzten. Die Drogenbande möchte ihren Stoff zurück, während auch der Investor mit der Prostituierten eines streitbaren Zuhälters bei Laune gehalten werden will und Dexter mit seinen Männern und einem Durchsuchungsbefehl auf der Matte steht, erscheint auch noch die eifersüchtige Ehefrau im denkbar ungünstigsten Moment im Club und erwischt ihren Frank gerade dabei, wie er von einer hübschen Kellnerin angebaggert wird. Als dann auch noch die Mafia vor der Türe steht und das Geld aus dem Drogendeal und ein halbes Kilo Kokain zurückhaben möchte, hat Frank alle Hände voll zu tun und muss schon bald erkennen, dass auch jemand aus seinem engsten Umfeld nicht mit offenen Karten spielt…

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Der 1950 geborene australische Schauspieler, Stuntman und Produzent Richard Norton wird von Filmemachern weltweit wohl immer dann angerufen, wenn es in Martial-Arts-Streifen wahlweise die Rolle des Oberschurken zu besetzen gilt, oder handfeste Action-und Kampfsequenzen gefragt sind, in denen harte Fäuste aufeinanderprallen und kampfkunsterprobte Darsteller kunstvoll auf die Matte gelegt werden sollen. Film-Fans aus der Action-Ecke kennen den werten Herrn aus über fünfzig Streifen aus der Action-Gülle- und Kampfsportfilm-Kiste bzw. als Bösewicht in zahlreichen Streifen von Jackie Chan wie „Mr. Nice Guy“ und „Powerman II“. Norton ist aber nach über dreißig Jahren aber noch immer im Geschäft und auch in dem von Fans heiß erwarteten „Mad Max“-Neuauflage mit Tom Hardy und Charlize Theron wird der gefragte Mann in einer Rolle als Imperator zu sehen sein.

In dem 1995 von Regisseur Matthew George inszenierten Ozploitation-Klopper „Ironfist“ bzw. „Under the Gun“, den der Ex-Bodyguard von Abba auch gleich mitproduziert hat, spielt Richard Norton einen draufgängerischen Eishockey-Spieler und sympathischen Kleinganoven und Nachtclub-Besitzer mit dem Herz am rechten Fleck. Dieser hat zwar einen guten Plan für seine weitere Lebensgestaltung, aber im Verlauf einer einzigen Nacht gleichzeitig mit zahlreichen Problemen und Heerscharren von Goons und sonstigen Bösewichtern und Widersachern zu kämpfen. Obwohl der Streifen dabei recht harmlos beginnt, entwickelt dieser im Verlauf immer groteskere Züge, ehe es am Ende ganz ordentlich in der Kiste rumpelt und der neu-renovierte Nachtclub mit Schusswaffen und und pyrotechnischen Gegenständen fast dem Erdboden gleich gemacht wird.

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Die unterhaltsame Geschichte als haarsträubend zu bezeichnen wäre ja noch untertrieben und zum Glück ist die ganze Sause auch so augenzwinkernd erzählt, dass sie mit ihren überzeichneten Figuren und grotesken Ereignissen ja fast schon Screwball-Komödien erinnert, wären dazwischen nicht zahlreiche handfeste Auseinandersetzungen, in denen auch ganz ordentlich aufeinander eingeprügelt wird. Zwar hat „Ironfist“ sicher keinen besonders erhöhten Härtegrad vorzuweisen, aber mit ein paar Shot-Outs und ein paar blutigen Nasen hat es für eine FSK18-Freigabe ja dann doch noch gereicht. Herausgekommen ist auch ein kurzweiliger Action-Klopper ohne Tiefgang mit parodistischen, Soap-Opera-Zügen und ordentlich Kawumm, der trashig inszeniert wurde und sich bis auf die zahlreichen Fights zum Glück auch selbst zu keiner Sekunde besonders ernst nimmt.

Dass ein Club mitten in der Nacht und bei laufenden Betrieb renoviert wird und die eher naiv-wirkenden Bösewichter gleich reihenweise eins auf die Fresse bekommen und dann auch noch zwischenmenschliche Probleme ins Spiel gebracht werden, sorgt insgesamt eher für erheiternde Momente und dennoch schreckt der Film auch nicht davor zurück, in seinem Verlauf auch kurzerhand Sympathieträger zu opfern. Dennoch überwiegen in „Ironfist“ die eher humoristisch-gemeinten Momente und die Macher sind sich auch durchaus bewusst, dass der überwiegende Teil der sportlichen Darsteller in diesem Leben wohl keinen Oscar für schauspielerische Leistungen mehr erhalten würde und wollten offensichtlich auch gar nicht mehr als solide Genre-Ware für das entsprechende Klientel.

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Die eher kostengünstige Machart und der beschränkte Handlungsort (gedreht wurde wohl in einem stillgelegten Kraftwerk in Melbourne) stört in der quasi in Echtzeit erfolgenden Ereignissen einer einzigen Nacht eher wenig und da hab auch ich schon wesentlich höher-budgetierte Actionfilme gesehen, die weit weniger unterhaltsam daherkommen. Irgendwie hätte „Under the Gun“ ja meines Erachtens auch genauso gut aus den Achtzigern stammen können, was in diesem Fall auch als Kompliment gedacht ist. „Ironfist“ ist Haudrauf-Action mit einem Augenzwinkern und wird auch Zuschauern gefallen, die normalerweise nicht so sehr auf knackende Knochen stehen. Die selbstironische Herangehensweise ist dabei das Zauberwort und lässt den Zuschauer auch dank sympathischer Darsteller gerne über kleine Defizite in der Handlung und Umsetzung hinwegsehen.

„Ironfist“ lief ja auch über die Jahre bereits mehrmals im Free-TV und die erste Auswertung auf DVD datiert bereits ebenfalls aus dem Jahre 2003. Die neue DVD aus dem Hause „CMV-Laservision“ als streng limitierte Nummer #115 der Trash-Collection mit einer etwas übertrieben hart wirkenden Cover-Variante und die ebenfalls ungekürzte Standard-Version von „New Visions Film“ bietet den unterhaltsamen Streifen auch in solider Bildqualität, was für diese Art von B-Actioner auch mehr als in Ordnung geht. Neben der deutschen Synchro hat die Scheibe auch noch den englischen Originalton an Bord und neben der üblichen Bildergalerie gibt es auch noch eine etwas ausgiebigere Trailershow.

Unterm Strich ist der australische Streifen „Ironfist“ aus dem Jahr 1995 ein sympathischer B-Klopper mit einem coolen Richard Norton als abgeklärten Club-Besitzer, der trotz widriger Umstände und zahlloser Probleme stets die Nerven behält und nebenher auch noch die Zeit findet, in seinem Club reihenweise die Gangster und andere Bösewichte aufzumischen. Mit seiner Mischung aus überzeichneten Charakteren, überdrehter Geschichte, beschränkten Handlungsort, sowie zahllosen Fights, die ebenfalls eher augenzwinkernd und nie ganz ernstgemeint in Szene gesetzt wurden, ist Regisseur Matthew George solide Action-Ware gelungen, der Tempo hat und Spaß macht und auch gar nicht mehr sein möchte, als ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm für Actionfans mit flotten Sprüchen und jeder Menge Flurschaden.

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