Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

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Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon jogiwan » 16. Dez 2009, 08:15

Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Bild

Originaltitel: Latidos de pánico

Herstellungsland: Spanien / 1983

Regie: Paul Naschy

Darsteller: Charly Bravo, Lola Gaos, Silvia Miró, Paul Naschy, u.a.

Story:

Paul Marnac bringt seine herzkranke Frau Genevieve zur Erholung auf den alten Landsitz seiner Vorfahren, der jedoch eine schreckliche Vergangenheit birgt. Bereits kurz nach ihrer Ankunft geschehen seltsame Dinge: Tote steigen aus der Badewanne und Schlangen kriechen im Haus herum. Zur selben Zeit geht Paul eine Affäre mit der hübschen Tochter der Haushälterin ein. Die 18-jährige Julie will aber eigentlich nur an Pauls Geld und geht dafür über Leichen. Nachdem Pauls Frau auf unerklärliche Weise ums Leben kommt, spitzt sich die Situation immer weiter zu. Schließlich wird auch Paul ein Opfer der machthungrigen Julie. Doch für Julie soll der Alptraum erst beginnen, die Toten kehren zurück, um sich an ihr zu rächen. Sie kann dem Fluch des alten Gemäuers nicht entrinnen, denn die Hölle wartet schon auf sie…
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Blap » 19. Sep 2010, 23:46

Heart Beat (Spanien 1983, Originaltitel: Latidos de pánico)

Paul (Paul Naschy) heiratete von einigen Jahren die äusserst wohlhabende Geneviève (Julia Saly). Zwar entstammt Paul einem alten Adelsgeschlecht, doch seine finanziellen Möglichkeiten waren lediglich von bescheidener Natur. Inzwischen ist Geneviève schwer herzkrank, das Leben im hektischen Paris setzt ihr arg zu. Ihr besorgter Gatte folgt dem ausdrücklichen Rat des behandelnden Artzes. Er bringt Geneviève auf den alten Landsitz seiner Familie, wo sie zur Ruhe kommen soll, die gute Luft und die beschauliche Landschaft geniessen kann. Einmal mehr erweist sich Paul als sehr fürsorglicher Ehemann. Selbst der reichlich unschöne Verdacht, er hätte seine Frau nur wegen ihrer Reichtümer geheiratet, ist inzwischen längst vom Tisch. Seit sich Paul auch um die Geschäfte kümmert, konnte er das üppige Vermögen sogar noch verdoppeln. Auf dem Weg zum Landsitz ereignet sich ein bedrohlicher Zwischenfall, der Geneviève in arge Bedrängnis bringt, aber Paul kann sie aus der Situation retten. Als man endlich das Ziel der Reise erreicht, warten Mabile (Lola Gaos) und ihre Nichte Julie (Pat Ondiviela) bereits ungeduldig auf den Hausherrn und seine holde Dame. Mabile lebt schon seit Paul denken kann auf Anwesen seiner Familie, die alte Dame betreute ihn bereits als er noch ein Kind war. Obwohl sie zu Beginn skeptisch ist, kommt Geneviève mit dem ungewohnt ruhigen Landleben zurecht, versteht sich gut mit Mabile und der hübschen Julie. Der Frieden währt nicht lange, bald wird die herzkranke Frau von fürchterlichen Erscheinungen heimgesucht. Spukt tatsächlich der Geist von Alaric de Marnac auf dem Anwesen herum? Dem blutrünstigen Ritter, der vor 500 Jahren sind untreue Frau und drei seiner Söhne brutal abschlachtete!? Der unerwartete Terror setzt Geneviève schwer zu, für ihr schwaches Herz sind die Vorfälle pures Gift...

Paul Naschy übernahm in " Latidos de pánico" nicht nur die Hauptrolle, er führte auch Regie und war am Drehbuch beteiligt. Wie man es von Paule erwartet, beschenkt uns der sympathische Spanier mit einem überaus liebenswerten Film. Der Streifen ist ein knuffiger Mix, der aus sehr schmackhaften Zutaten angerührt wurde. Ein Brocken Thriller, eine dicke Scheibe Horror, abgeschmeckt mit einem Schuss Erotik, übergossen mit dem brodelnden Sud namens Trash. Das Süppchen köchelt angenehm auf mittlerer Flamme, ab und an gibt man Zunder auf den Topf. Gleich zu Beginn brennt Naschy ein herrlich irres Feuerwerk ab. Wir sehen eine nackte Frau durch den nächtlichen Wald rennen. Zunehmend panisch stolpert sie durchs Gehölz, verfolgt von einem Ritter in glänzender Rüstung, der ihr hoch zu Roß nachstellt. Alaric de Marnac ist unterwegs, selbstverständlich auch von Paul Naschy dargestellt, per Morgenstern will er sein untreues Weib in eine andere Bewusstseinsebene überführen. Wenn Paul schliesslich das Visier hochklappt, und mit völlig irrem Blick die Waffe zum Einsatz bringt... ...dann ist es bereits um meine Contenance geschehen, ich möchte vor lauter Freude auf dem Sofa umher hüpfen! Quasi als Startschuss eine solch feiste Dosis Irrsinn, ich möchte Herrn Naschy am liebsten dafür knuddeln (wäre nicht bereits verstorben). Danach wird ein Gang zurückgeschaltet, wir befinden uns nun in der Gegenwart. Paulchen sorgt sich um sein Weibchen, berät mit dem Arzt die weitere Vorgehensweise, um der kranken Gattin Linderung zu verschaffen. Bedeutungsschwangere Blicke huschen über die Gesichter, mehr oder weniger groteske Weisheiten werden ausgesprochen, ich liebe es!

Die Verlauf der Erzählung bietet zwar keine völlig unerwarteten Twists, kann aber immer wieder für keine "Aaaa-Ohhhh" Momente sorgen. Bekanntlich klopft Herr Naschy gern ein wenig auf Mett, doch in hier hält er sich überwiegend zurück. Überwiegende Zurückhaltung bedeutet selbstredend nicht völligen Verzicht. Wenn man schon kaum noch mit knüppelroten Auswüchsen rechnet, packt plötzlich eine leibreizende Person die Axt aus. Mit diesem Arbeitsgerät holt sie das Mettgut aus dem Leib einer unbequemen Gestalt hervor, rundet ihr blutiges Werk mit einer durchschlagenden Kopfmassage ab. Smaaash, schon ist die Schädeldecke wie eine Nußschale im Knacker des Todes zerborsten. Gewiss, diese Momente sind zwar mit saftiger Pampe gesegnet, wirken aber trotzdem belustigend. Der geifernde Zuschauer wird eher ein Freudentränchen verlieren, weniger durch heftige Brutalität verstört den Psychologen konsultieren. Die Kulissen verbreiten wohlige Gruselschauer, Nebelschwaden inklusive.

Bei der Besetzung des Streifens hat man ein gutes Händchen bewiesen. Paul Naschy steht sowieso nicht zur Diskussion, er ist der Dreh- und Angelpunkt, vor und hinter den Kulissen und überhaupt. Werfen wir also einen Blick auf die Damentruppe, die erwartungsgemäß ein paar nette Einblicke erlaubt. Lola Gaos tritt in der Erotikdisziplin freilich nicht an, sie hatte bereits die Alterklasse jenseits chauvinistischer Begehrlichkeiten erreicht. Als moralische Instanz des Films, sieht sie sich mehr und mehr mit der um sich greifenden Verdorbenheit konfrontiert, die sie kaum noch zu bändigen vermag. Julia Saly ist in einigen Naschy Filmen zu sehen. Ihr markantes und attraktives Gesicht, gefiel mir besonders in "Night of the Werewolf" (El retorno del Hombre-Lobo, 1981). Dort spielte sie die bösartige Gräfin Bathory. Ihre Rolle in "Heart Beat" ist völlig anders angelegt, was sich als reizvoll und gelungen erweist. Pat Ondiviela präsentiert ihre Vorzüge zunächst zaghaft, dreht im Verlauf der Handlung aber beständig an der Schraube des Schreckens. Als Ergänzung taucht eine gewisse Silvia Miró auf, die dem zunehmend gestressten Paul nicht nur auf den Zahn fühlen möchte...

Es fällt mir sehr schwer, meine Begeistung für dieses Filmschätzchen in geordnete Bahnen zu lenken. Sicher, in seiner Paraderolle Waldemar Daninsky regiert Paul Naschy noch grandioser, bringt seinen Fans den knuffigsten Werwolf der Filmgeschichte ins traute Heim. Oder betrachten wir "Human Beasts" (El carnaval de las bestias, 1980), der noch weitaus irrsinniger, abgefahrener als "Heart Beat" anmutet. Der hier kurz vorgestellte Film mag nicht zur Spitze der Naschy-Filmographie zählen. Wenn ich versuche -was nicht gelingen mag- mich ein wenig zu beherrschen, kann man dem Film gar den Stempel "Nur für Fans" aufdrücken. Doch was solls, sind nicht alle Naschy Filme "für Fans"? Ganz besondere Filme. Liebenswerte Perlchen, mit Herzblut und Liebe zum Genre gemacht. Mit einfachen Mitteln umgesetzt, dafür umso betörender, unwiderstehlicher. Wenn man sich auf Naschy und seine Filme einlassen kann und mag, wird man mehr als reich und ausgiebig belohnt. Dieser Stoff macht glücklich!

"Heart Beat" ist im Rahmen der Trash Collection von CMV erschienen. Das Bild ist erstaunlich gut, wenn die Kompression nicht gelegentlich schwächeln würde, wäre es nahezu perfekt für eine Auswertung dieser Art. Wie üblich kommt die Scheibe in einer kleinen Hartbox daher. Das Bonusmaterial bietet zwei Bildergalerien (von denen eine mit unpassender Musik unterlegt wurde), sowie Trailer zu weiteren Titeln aus dem Programm von CMV. Noch ist die DVD für kleines Geld zu bekommen, also bitte zugreifen! Von '84 Entertainment gibt es ein Repack der CMV Scheibe. Die ältere Ausgabe von Laser Paradise kann man vergessen, da das Bildformat nicht korrekt ist.

Am liebsten möchte ich einen ungebremsten Punktereigen über "Heart Beat" ausschütten. Dies verbietet aber der Vergleich mit anderen Naschy Streifen, die mir noch besser gefallen, noch mehr am Herzen liegen. Daher setzt es dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut), verbunden mit dem Hinweis auf das Wort "Fanpunkte". Ergänzend bleibt zu sagen, dass der "Wohlfühlfaktor" erneut die Skala sprengt!

Lieblingszitat:

"Du dreckiges Weibstück! Du wirst sterben, auch wenn der Tod viel zu milde für deine Schandtat ist!"
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Onkel Joe » 20. Sep 2010, 10:37

Wir mögen zu 99% die selben Filme, bei diesem aber hier liegen wir ganz weit außeinander.
Hier würde ich mit viel Glück 3/10 geben, das ist so ziemlich der schlechteste Naschy den ich je gesehen habe.
Auch würde ich niemanden den Film empfehlen, niemanden !!
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Blap » 20. Sep 2010, 10:49

Was stört dich an dieser Prachtperle? Ein typischer Paule Knaller, mit viel Irrsinn, Titten, Ritterrüstung und ein bißchen Mettgut. Ich finde den Streifen extrem knuffig!
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Onkel Joe » 20. Sep 2010, 10:55

Das bißchen Irrsinn wie auch der rest hat man in anderen Naschy Filme nach 20 minuten schon durch.
Hier wird alles so in die länge gezogen das einem mehr als die Füße einschlafen ;) .Das Filmchen rockt in meinen augen so gar nicht :thdown: .
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Reinifilm » 20. Sep 2010, 11:16

Bei der älteren Laser-Paradise-DVD ist außerdem auch noch 'nen Mastering-Fehler vorhanden, so dass das letzte Kapitel auf vielen Playern nicht abgespielt wird... ich hatte mich damals auch erstmal über das abrupte Ende gewundert. :D
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Blap » 20. Sep 2010, 11:28

Onkel Joe hat geschrieben:Hier wird alles so in die länge gezogen das einem mehr als die Füße einschlafen ;) .Das Filmchen rockt in meinen augen so gar nicht :thdown: .


Du hektisches MTV-Kiddie! :P

;)

Der Film ist in einem sehr angenehmen Tempo erzählt. Schon allein diese unzähligen Momentchen voller Knuffigkeit, die absurden Dialoge, die markante Fratze von Julia Saly. Ich fühlte mich unendlich wohl bei der Sichtung, nach dem Genuss ging es mir ebenso.

Naja, es muss auch Kontroversen geben. Sonst kehrt Langeweile ein.
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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Sep 2010, 11:34

Auch ich kann diesem Film nichts abgewinnen.

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon Blap » 20. Sep 2010, 11:39

Das spricht dann eindeutig für die Qualität der Naschy Sause! :mrgreen:

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Re: Heartbeat – Paul Naschy (Trash Collection # 32)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Sep 2010, 13:22

Blap hat geschrieben:Das spricht dann eindeutig für die Qualität der Naschy Sause! :mrgreen:

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In meinen Alpträumen verfolgen mich schon wütende Deliria-Italiener beim Forentreff mit solchen Protestplakaten :?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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