Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Moderator: jogiwan

Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 15:42

Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

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Originaltitel: The Worm Eaters

Herstellungsland: USA / 1977

Regie: Herb Robins

Darsteller: Lindsay Armstrong Black, Mike Garrison, Robert Garrison, u.a.

Story:

Der verschrobene Einsiedler Herman Umgar lebt in einer alten Windmühle in der Nähe einer kalifornischen Kleinstadt. Dort hält, pflegt und vermehrt er liebevoll seine "Haustiere": Regenwürmer, denen er Namen gegeben und sogar ein kleines Terrarium samt Wohnungen gebaut hat. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit zahlenden Touristen, die auf seinem Grund und Boden campen. Doch den Behörden ist Umgar ein Dorn im Auge. Sie würden die Fläche lieber für Neubesiedlungen oder Gewerbeflächen nutzen. Doch Umgar stellt sich quer. Als aus Versehen einer seiner Regenwürmer in das Essen eines Touristen gelangt, mutiert dieser zu einer Art Riesenwurm. Umgar sieht eine Chance, sein Eigentum zu retten…
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon horror1966 » 5. Okt 2010, 20:19

Ob man einen Film als Trash ansieht, liegt ziemlich oft auch in der Sichtweise des Betrachters, aber es gibt auch genügend Werke, denen man von der ersten Minute an den vorhandenen "Müll-Faktor" förmlich ansieht. "Die Wurmfresser" fällt ganz eindeutig in die zweite Kategorie, denn das hier gezeigte Szenario ist so strunzdoof, das man es selbst als eingefleischter Trash-Fan nur schwerlich ertragen kann. Regisseur und Hauptdarsteller Herb Robins müssen damals wirklich die wirrsten Gedankengänge durch den Kopf geschoßen sein als er dieses Werk kreierte, denn anders ist das vorliegende Ergebnis kaum erklärbar. So kann man beispielsweise noch nicht einmal von einer echten Geschichte sprechen, von einer gewissen Story-Struktur ganz zu schweigen. Vielmehr handelt es sich um eine äusserst absurde Rahmenhandlung, die fast schon zwangsläufig ebenso in Szene gesetzt wurde. Hier passt im Endeffekt eigentlich gar nichts zusammen, was anderseits den ganz besonderen reiz von "Die Wurmfresser" ausmacht.

Angefangen mit der vollkommen hanebüchenen Story erlebt man als Zuschauer die skurrilsten Situationen, in die die hier extrem schlecht agierenden Darsteller hineinschlittern. Dabei entsteht nicht gerade selten eine solch groteske Situationskomik, das man vor lachen kaum an sich halten kann. Natürlich sollte man dabei schon eine ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack haben, denn ansonsten wird man mit dem vorhandenen Humor nicht besonders viel anfangen können. Und in vorliegendem Film ist nun mit absoluter Sicherheit alles dem schlechten Geschmack untergeordnet, was in erster Linie schon an den grenzdebilen Charakteren zu erkennen ist, die absolut überzeichnet dargestellt werden. Hierzu hat man anscheinend auch die perfekte Darsteller-Riege verpflichten können, handelt es sich doch ausnahmslos um extrem talentfreie Zonen, denen der Begriff Schauspiel wohl unter ganz anderen Kriterien bekannt ist, als wie man sie ansonsten gewöhnt ist. So sind die Darbietungen an Skurrilität und Dümmlichkeit schwerlich zu überbieten, hinzu kommt noch ein wohl äusserst starker Hang zur Theatralik, der sich in vielen Passagen stark bemerkbar macht.

Wenn man jetzt denkt, das die mangelnde Story und die dämmlichen Charaktere schon alles gewesen wären, der hat nicht mit den absolut sinnbefreiten Dialogen gerechnet, die auf den Betrachter einprasseln, denn es wird dermaßen viel Unfug geredet, das einem phasenweise schon die Ohren schmerzen können. Man merkt also, das man bei diesem Film schon äusserst hart im Nehmen sein muss, um die Laufzeit von knapp 86 Minuten möglichst unbeschadet und schmerzfrei zu überstehen, wobei Letzteres eigentlich so gut wie unmöglich ist. Um das skurrile Treiben dann noch perfekt abzurunden, ist auch die musikalische Untermalung des Geschehens dem gewonnenen Gesamtbild sehr zuträglich, erinnert sie doch ziemlich stark an den Score ehemaliger Slapstick-Serien wie beispielsweise "Väter der Klamotte", an die sich insbesondere etwas ältere Semester noch erinnern dürften. Wie man sieht, wurde wirklich alles getan, um eine echte Trash-Granate zu zünden und in Fan-Kreisen zählt dieses Werk bestimmt zu den Klassikern des schlechten Geschmackes.

Warum "Die Wurmfresser" allerdings eine so hohe Alterseinstufung zuteil wurde, ist für absolut nicht nachvollziehbar, denn in Sachen Härtegrad ist Schmalhans Küchenmeister und dieser bringt einmal rein gar nichts in den Kochtopf, was die Freigabe auch nur annähernd rechtfertigen würde. Man bekommt lediglich einige eklige Szenen geboten, in denen Würmer gegessen werden und einige vollkommen dilletantische Ansätze von Verwandlungsszenen, die allerdings einen herrlich kindlich naiven Eindruck hinterlassen und zum lachen animieren. Letztendlich handelt es sich also um einen Film, den man keinesfalls mit normalen Maßstäben messen darf, sondern nur aus der Sichtweise eines Trash-Liebhabers begutachten sollte, denn nur dann kann man auf seine Kosten kommen, da rein filmisch gesehen lediglich der absolute Bodensatz geboten wird.


Fazit:


Vollkommen zu Recht ist "Die Wurmfresser" in der CMV Trash Collection erschienen, denn nirgendwo anders würde diese groteske Inszenierung ihren gerechtfertigten Platz finden. So kann man dann auch lediglich den ganz hartgesottenen Liebhabern solcher Filme eine Empfehlung aussprechen, denn wer extrem schlechten Geschmack zu schätzen weiss, der wird hier allerbestens bedient und wird auf seine Kosten kommen.


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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon jogiwan » 6. Mär 2011, 15:31

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Haha, keine Ahnung, welches Kraut Herb Robins im Vorfeld geraucht bzw. welche sonstigen Substanzen er sich eingeworfen hat, als er zu der Idee seines Streifens „Die Wurmfresser“ gekommen ist bzw. das Drehbuch verfasste. Was dem Zuschauer hier in knapp 90 Minuten zugemutet wird, spottet wirklich jeglicher Beschreibung, ist einfach unglaublich und erinnert mich in seinem bitterbösen Seitenhieben auf die amerikanische Gesellschaft und seiner trashigen Inszenierung ohne Rücksicht auf Verluste sogar ein bisschen an den legendären „Pink Flamingos“ von John Waters aus dem Jahre 1972.

Auf so eine Geschichte muss man ja auch erst einmal kommen und jedes Mal, wenn man als aufgeschlossener Trashologe vermutet, dass es nicht mehr ärger kommen kann, setzt Robins sogar noch einen drauf und überrascht den Zuschauer mit einer weiteren Idee, die reihenweise die Kinnladen runterklappen lassen. Dabei ist „Die Wurmfresser“ vor allem eines: abgrundtief ekelhaft! Bei dem ganzen Anblick der Würmer und wie diese sogar noch verzehrt werden, kann einem schon leicht übel werden. Und leicht ist man während der Sichtung auch geneigt, die kritischeren Untertöne zu übersehen, die Herb Robins nebenher auch noch in seinen Film gepackt hat.

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In „Die Wurmfresser“ bekommen dann aber in einer Art Rundumschlag eigentlich alle ihr Fett ab. Egal ob korrupte Politiker oder gewinnmaximierende Industrielle, Umweltschützer, Plantagenbesitzer, geldgeile Weibsbilder, moralisch bankrotte Stadtbewohner oder konsumgeile Urlauber, alle werden in dem Streifen wenig dezent aufs Korn genommen und es gibt in dem Streifen nahezu keine sympathischen Personen und selbst die werden am Ende noch von der Lynchjustiz der tobenden Bevölkerung bedroht. Das Ende ist ja natürlich komplett over-the-Top und so ein würdiger Abschluss für das desaströsen Filmchen.

Neben der vollkommen skurrilen Handlung voller noch seltsameren Entwicklungen gibt es zudem noch reihenweise schlechte Darsteller, die sich in Overacting dann auch noch permanent zu überbieten versuchen. Ich kenne ja wenig Streifen, in denen die mitwirkenden Schauspieler, diese Bezeichnung so derart wenig verdienen wie in „Die Wurmfresser“. Die einzige Anforderung an die Darsteller war dann wohl auch die Bereitwilligkeit, sich die ekeligen Würmer in den Mund zu stecken und eine Zeit lang darauf herumzukauen bzw. auch hinunterzuschlucken.

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Auch die kostengünstige Machart sieht man dem Streifen natürlich zu jeder Sekunde an, obwohl man neidlos zugestehen muss, dass die Wurmwesen doch recht lustig ausgefallen sind. Doch außer echten und gefakten Würmern und etwas ekeligem Make-up sieht man eigentlich keinerlei explizite Szenen. Die bizarre und unterschätzte Trash-Komödie hat im amerikanischen Raum dann auch ein „PG“-Rating erhalten, was auch wesentlich eher der Realität entspricht, als die deutsche Freigabe, die den blutarmen Film schon in eine etwas falsche Ecke rückt.

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Unterm Strich ist „Die Wurmfresser“ aber eine herrlich überdrehte und vollkommen groteske Komödie mit viel schlechten Geschmack, bei der sich Spaß und Ekel die Waage halten und die nebenher auch noch ordentlich in alle Richtungen austeilt. Geschmacklosigkeiten am laufenden Band, gepaart mit subversivem Humor und technischen Dilettantismus. Auf der Trash-Skala punktet „Die Wurmfresser“ dann natürlich vollends und wird Freunde des schlechten Geschmacks auch nicht enttäuschen - Otto Normalzuschauer hingegen wird naturgemäß eher weniger seine Freude haben. Robins Werk ist dann wohl auch nur für die Abgebrühtesten unter uns geeignet, aber wenn Ted V. Mikels seine Finger im Spiel hat, muss man schließlich auch wissen, auf was man sich einlässt! Filthy, trashy, Fun!

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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon buxtebrawler » 6. Mär 2011, 20:03

jogiwan hat geschrieben:Die einzige Anforderung an die Darsteller war dann wohl auch die Bereitwilligkeit, sich die ekeligen Würmer in den Mund zu stecken und eine Zeit lang darauf herumzukauen bzw. auch hinunterzuschlucken.


Tiersnuff?! :o
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon jogiwan » 6. Mär 2011, 21:08

Ähm...nein! Das wurde natürlich mit aufwendigen CGI realisiert!!! ;)
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon untot » 6. Mär 2011, 23:53

Ich hab den ja schon länger im Augenwinkel, aber nach Jogis Lobhudelei MUSS ich den sehen, klingt so scheiße das nur gut sein kann!! :popcorn:
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon Blap » 7. Mär 2011, 00:47

Ich habe die DVD schon eine gefühlte Ewigkeit, aber bereits der Trailer macht mir Angst. Auf Würmen zu kauen... mir wird übel...

:o
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon jogiwan » 7. Mär 2011, 07:59

Blap hat geschrieben:Ich habe die DVD schon eine gefühlte Ewigkeit, aber bereits der Trailer macht mir Angst. Auf Würmen zu kauen... mir wird übel...

:o


Ich habe mich ja auch lange davor gedrückt, weil es mir vor solchen Dingen eigentlich extrem graust... Aber so schlimm wars zum Glück nicht und nur am Ende hab ich dann einmal gerne in die andere Richtung geguckt - sonst gings eigentlich...
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon Blap » 7. Mär 2011, 15:45

Banaler Mainstream brachte mich vor einiger Zeit an den Rand der Schüssel. Es war der dritte Teil der "American Pie" Reihe. Stifler kaute auf einem Stück Hundekot, die braune Masse war gut erkennbar. Ehrlich, mir wird jetzt noch übel...

AAARRGH... nun muss ich ständig daran denken... :kotz:
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Re: Die Wurmfresser – Herb Robins (Trash Collection # 07)

Beitragvon untot » 21. Mai 2011, 02:38

Was für ein liebenswertes Stück "Grobmüll"!!! :lol: :lol:
Hier ist von Anfang bis Ende alles grottig, schlechte Schauspieler, blöde Dialoge, lächerliche Synchro, total diletanttische Wurmwesen, wenn auch sehr knuffige.
Trotzdem, ich liebe so nen Scheiß und schon erst recht, wenn sich der Film selbst nicht ernst nimmt, so wie hier.
Zu erwähnen wäre noch die Musik, die aber wirklich Ohrwurmcharakter hat.
Für alle, die schon immer einen etwas schlechteren Geschmack hatten, ein Fest. :mrgreen:

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