Die Blutorgie der Satanstöchter - Ted V. Mikels (TC # 04)

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Die Blutorgie der Satanstöchter - Ted V. Mikels (TC # 04)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 11:26

Die Blutorgie der Satanstöchter - Ted V. Mikels (Trash Collection # 04)

Bild

Originaltitel: Blood Orgy of the She Devils

Herstellungsland: USA / 1972

Regie: Ted V. Mikels

Darsteller: Lila, Zaborin, Victor Izay, Tom Pace, Leslie McRae, u.a.

Story:

Die geheimnisvolle Mara, die "Königin der schwarzen Hexen" ist ein todbringendes Bündnis mit den bösen Mächten eingegangen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie beherrscht die Kunst, über weite Entfernung hinweg töten zu können - und sie versteht es, ihre Macht über Leben und Tod für harte Dollar einzusetzen. Ihre Auftraggeber kommen aus allen wohlhabenden Schichten, sogar Vertreter aus den Vereinten Nationen, die unliebsame diplomatische Gegner von ihr beseitigen lassen. Die junge Lorraine und ihr Freund Mark geraten in den Bann ihres Zauberzirkels. Nach und nach kommen sie hinter das Geheimnis der spirituellen Sitzungen mit ihrem grausamen, todbringenden Okkultismus und dem Voodoozauber. Nicht wissend, dass es für manche Dinge dieses Lebens keine Erklärungen gibt, keine Erklärungen geben darf…
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Re: Die Blutorgie der Satanstöchter - Ted V. Mikels (TC # 04)

Beitragvon Blap » 26. Mai 2010, 10:26

Zu diesem "Meisterstück" des grandiosen Herrn Mikels habe ich einen älteren (leicht überarbeiteten) Ultrakurzkommentar gefunden. Was solls, der Film sorgt sowieso für Sprachlosigkeit! :D

***

Die Blutorgie der Satanstöchter

Die mächtige Hexe Mara hat sich der schwarzen Magie verschrieben. Im Auftrag eines zwielichtigen Geldgebers tötet sie einen Diplomaten. Nun will sich der hinterhältige Ganove der Hexe entledigen. Ergo schickt er seinen Schergen los, damit er Mara und deren Vasallen um die Ecke bringt. Doch so einfach kann man Mara nicht vernichten. Puff, Peng, Puff, schon ist Mara als schwarze Katze zurückgekehrt. Selbstverständlich mit ihrem treuen Diener im Schlepptau, schliesslich wurde er Mara vom Deibel persönlich zur Verfügung gestellt und kann nicht sterben. Puff, Peng, Puff, schon hat die Hexe ihre alte Gestalt wieder, vernichtet ihre Feinde gnadenlos per Voodoozauber. "Eigentlich" müsste nun Sense sein. Aber die fiese Hexe feiert eine fette Orgie, bei der man dem Herrscher der Hölle Blutopfer erbringen will. Vier Gelehrte der weissen Magie sind fest entschlossen dem satanischen Treiben ein Ende zu bereiten...

Ooooof... "Blood Orgy of the She Devils" ist ein unglaublich mieses Machwerk von Trash-O-Loge Ted V. Mikels. Hexe Mara zieht eine Fratze als wären ihr die Monatsblutungen der letzten Jahre im Ablauf steckengeblieben. Sämtliche "Schauspieler" vollbringen unglaubliche, unfassbare, unerreichbare Leistungen. Unverschämt beknackte Dialoge, sinnfreier "Soundtrack", miserabel ausgeleuchtete Sets. Völliger Murks.

Da ich bekanntlich nicht mehr alle Dosen im Sixpack habe fand ich den Film recht angenehm. Wer auf absurden Trash aus den Siebzigern steht darf hier ein paar Lacher erwarten! Aber heult mir anschliessend nicht die Ohren voll, dass ich euch nicht gewarnt hätte. "Trash" ist in diesem Fall kein geflügeltes Modewort, Trash ist hier Programm! Die DVD aus der CMV Trash Collection wird dem sinnfreien Spektakel gerecht, kann gar mit einem Audiokommentar von Meister Mikels wuchern! Wie üblich kommt die Scheibe in einer kleinen Hartbox daher. Noch ist sie für kleines Geld zu haben, meist zu Kursen deutlich unterhalb 10€ (Z.B. für 5.98€ im OFDB-Shop). Ferner wurden von '84 Entertainment und X-Cess Repacks auf den Markt geworfen.

Im gesamten Universum ist keine Positronik verfügbar, die diesen unfassbaren Film in ein Zahlenraster pressen könnte. Wäre es trotzdem möglich, würde sich eine entsprechende Bewertung vermutlich im Bereich 6/10 bewegen, sofern man groben Unfug schätzt!
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Re: Die Blutorgie der Satanstöchter - Ted V. Mikels (TC # 04)

Beitragvon jogiwan » 18. Jan 2011, 17:57

Uralt-Text aus längst vergangenen Tagen:

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Im Jahre 1972 drehte Ted V. Mikels neben seinem Klassiker "Die Leichenmühle" einen weiteren Film, der seinen Ruf als absoluten Trashfilmer unveränderlich in Stein meißelte. "Blood orgy of the she-devils" a.k.a. "die Blutorgie der Satanstöchter" steht dem erstgenannten Film ja eigentlich auch um nichts nach und bietet von konfuser Story und weitgehend schlechten Schauspielern über ein niedriges Budget auch noch jede Menge unkonventioneller und lustiger Ideen, die Mikels Werke so besonders machen.

Hier liegt es größtenteils an der dümmlichen Geschichte, die rücksichtslos so ziemlich alles verwurstet, was nur annähernd mit schwarzer Magie, Hexerei, Reinkarnation und Exorzismus zu tun haben könnte. Ted V. Mikels hat für sein Drehbuch zwei Jahre Forschung in spirituellen Dingen betrieben und dafür selbst auch an zahlreichen Seancen teilgenommen. Danach hat er sich für eine Woche eingesperrt und die Geschichte geschrieben, die dann auch 1 zu 1 umgesetzt wurde. Vielleicht hätte er es ja eher umgekehrt machen sollen, aber auch egal. Die Dialoge, die aus der Feder von Herrn Mikel stammen sind ja ziemlich grandios. Absolutes Highlight ist natürlich die Seance, in der Mara von einem indianischen Geist Besitz ergriffen wird. Was die in der englischen Originalversion von sich gibt, ist schon der wahre Brüller.

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Wie auch schon in "Die Leichenmühle" wurde aus Kostengründen auf großartige Settings und gelungene Effekte weitgehend verzichtet. Bis auf die Beginn- und Schluss-Szenen, die in den Hollywood-Studios am Santa Monica Boulevard realisiert wurden, musste größtenteils auf private Locations zurückgegriffen werden. Maras mysteriöses Heim war gleichzeitig das kleine 26-Zimmer-Schlösschen von Regisseur Mikels, welches er auch 14 Jahre bewohnt hat und worauf er laut Audiokommentar auch sichtlich stolz ist. Weiters wurde im Garten des luxuriösen Anwesens von Produzenten-Legende Cecille B. Demille gedreht, sowie in den Wohnungen von Freunden und im Büro von weiteren Finanzgebern, die dann auch gleich für einen Auftritt als Partygäste verpflichtet wurden.

Trotzdem ist das Endergebnis durchaus passabel geworden und auf gröbere Patzer wie die berüchtigte Keller-Firmenzentrale von "die Leichenmühle" wurde dankenswerterweise verzichtet. Auch bei den Darstellern ist wieder einmal die ganze Bandbreite künstlerischen Könnens vertreten. Grandios ist eindeutig Lila Zaborin als Oberhexe Mara, die sich mit drastischen Make-Up und noch drastischeren Blicken und Worten ordentliche Präsenz verschafft. Der guten Dame möchte man wohl nicht im Dunkeln begegnen. Schade, dass Frau Zaborin keine weiteren Filme mehr gedreht hat. Die ist wirklich ziemlich gut. Auch die Satanstöchter , insbesondere Schönheitskönigin Lorraine mit ihren knappen Outfits sind allesamt ziemlich knusprig anzusehen. Vor allem die knappen Outfits (wurden übrigens von einer Bademoden-Firma zur Verfügung gestellt) bei den beiden Blutorgien dürften das männliche Publikum zu begeistern wissen. Die Tanzdarbietungen dann hingegen eher weniger. Die rauben nämlich den beiden Szenen ordentlich an Seriosität und sorgen für enorme Heiterkeit.

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Am anderen Ende der Skala ist dann William Bagdad vertreten, der als Maras Assistent dem geneigten Publikum dann zeigt, wie man es eigentlich nicht machen sollte. Sein erster Abgang ist so ziemlich das Mieseste, dass jemals auf Zelluloid gebannt wurde und auch seine wenigen Textzeilen ("kill - kill") sind nicht sonderlich überzeugend. Warum der gute Herr außerdem die ganze Zeit mit einer Waschbär-Mütze samt Hörner durchs Geschehen taumelt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Die weiteren männlichen Darsteller sind auch ok und machen ihre Sache gut, auch wenn Mark für einen Studenten doch etwas zu alt erscheint. Auch Multitalent Mikels (Produzent, Regisseur, Drehbuch) hat es sich nicht nehmen lassen, auch noch einen kleinen Auftritt als Hexenjäger hinzulegen.

Besonderes Augenmerk sollte aber auch eindeutig auf den Soundtrack gelenkt werden. Ted V Mikels hat bei der Musik zum Film erstmalig auf synthetische Klänge zurückgegriffen. Carl Zittrer hat mittels Synthesizer einen unglaublich nervigen Soundtrack aus dem Ärmel geschüttelt, der auch ohne weiteres als Hörtest beim örtlichen HNO-Arzt durchgehen würde. Die experimentellen Klänge in Verbindung mit außergewöhnlichen, visuellen Effekten, die zu Beginn und am Ende des Films verwendet, sind schon eine Klasse für sich. Die ebenfalls mehrfach zum Einsatz kommenden Bongo-Klänge wurden allerdings nicht künstlich generiert, sondern von Herrn Mikels persönlich eingespielt.

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Auch wenn der Film nur eine Laufzeit von knapp 76 Minuten hat, so hat er doch einige Längen aufzuweisen. Der Trashfan kann darüber natürlich ohne weiteres hinwegsehen, normale Mainstream-Gucker könnten sich mitunter aber doch etwas langweilen. Trotzdem macht der Film vor allem aufgrund der formidable-überzogenen Leistungen der Hauptdarstellerin, den billigen Effekten und den hübschen Mädels mit auftoupierten Haaren in ihren knappen 70er-Jahre-Outfits schon tierischen Spaß. Über die Story sollte man natürlich nicht zu viel nachdenken. Die ist nämlich genauso fragwürdig wie die Altersfreigabe bzw. Indizierung. Von mir gibt es natürlich eine klare Empfehlung. Am besten gleich mit den richtigen Leuten, im Retro-Outfit und Cola-Rum im Doppelpack mit „die Leichenmühle“ anschauen – dann ist auch die Partystimmung garantiert!

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