Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

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Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon jogiwan » 16. Dez 2009, 09:01

Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

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Originaltitel: Kiss of the Tarantula

Herstellungsland: USA / 1972

Regie: Chris Munger

Darsteller: Suzanna Ling, Eric Mason, Herman Waller, Patricia Landon, u.a.

Story:

Schon als kleines Mädchen ist Susan von Spinnen fasziniert. Als sie herausfindet, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit ihrem Onkel Walter hat, setzt sie ihr kurzerhand eine Tarantel ins Bett, da sie nicht ertragen kann, dass die beiden ihren heiß geliebten Vater hintergehen. Daraufhin stirbt die Mutter.
Jahre später ist aus der kleinen Susan eine attraktive junge Frau geworden. Noch immer widmet sie sich ihren achtbeinigen Lieblingen und lebt mit ihrem Vater zusammen, der als Pathologe arbeitet. Als eines Tages drei Halbstarke in die Leichenhalle ihres Vaters eindringen und dabei eine ihre Spinnen töten, greift sie erneut zu ihren tödlichen Waffen. Zu allem Überfluss hat auch noch ihr Onkel Walter ein Auge auf sie geworfen, was für diesen jedoch nicht ohne Folgen bleiben wird …

„Der Kuss der Tarantel“ ist wahrlich kein Film für Menschen mit Arachnophobie!
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Re: Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon jogiwan » 20. Jan 2011, 18:02

Älterer Text aus der Abteilung für haarige Krabbeltiere:

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Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Spinnen eigentlich nicht leiden kann und in jungen Jahren mal ein traumatisches Erlebnis mit diesen nützlichen Tieren hatte? Naja, eigentlich auch egal. Das Trauma ist ja mittlerweile halbwegs überstanden, allerdings hab ich den Respekt vor diesen Viechern doch nie ganz verloren. Somit gehöre ich auch eindeutig zum Zielpublikum dieses netten Low-Budget-Filmchens aus dem Jahre 1976 (IMDB), 1972 (OFDB) bzw. 1974 (DVD-Cover) – so genau wusste man das wohl nicht. Aber wiederum auch egal, „Kiss of the Tarantula“ ist ein eigentlich solider, kleiner Film über eine weibliche Außenseiterin mit einem noch außergewöhnlicherem Hobby und seltsamen Vorliebe für Spinnen. Also so eine Art Carry für Arme, jedoch ohne telekinetische Fähigkeiten, dafür aber mit einem umfangreichen Spinnenstreichelzoo, der auch mehrfach zum Einsatz kommt. Und im Gegensatz zu einem bekannten Film, eines noch bekannteren italienischen Regisseurs, handelt es sich dabei nicht um Nachbildungen, sondern auch um richtige Spinnen.

Ich bin jetzt zwar kein Arachnologe, aber bei „Kuss der Tarantel“ ist ja eigentlich schon der deutsche Titel Betrug am geneigten Filmkonsumenten. Bei den im Film gezeigten Tierchen handelt es sich nämlich nicht um giftige Taranteln, sondern um herkömmliche Vogelspinnen. Die fallen im Englischen nämlich ebenfalls unter die Artenbezeichnung „tarantula“, welches dann oft fälschlicherweise mit „Tarantel“ wieder ins Deutsche übersetzt wird. Aber wenn wir gerade bei Irrtümern der Menschheit sind: der sagenumwobene Biss einer Tarantel ist entgegen der weitläufigen Meinung nicht tödlich, sondern „nur“ außerordentlich schmerzhaft. Es kommt zudem eher selten vor, dass sich die Tierchen auf diese Weise wehren.

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Aber zurück zum Film: Regisseur Chris Munger ist ein nettes B-Movie mit einigen lustigen, einigen gruseligen und zahlreichen Stirnrunzel-Momenten. Zugegeben, Spinnen sind halt nun mal keine großartigen Sympathieträger und eignen sich so auch ohne Küsse oder Beißereien für so manche Gänsehaut und wohligen Schauer am Rücken des geneigten Rezipienten. Irgendwelche Szenen, die eine Freigabe ab 18 rechtfertigen würden, hab ich ja leider nicht gefunden. Wenn der Daddy schon Leichenbestatter ist, so hätte man zumindest eine kleine Autopsie- oder Leichenwäsche-Szene einbauen können. Im amerikanischen Raum hat der Film laut mitgelieferten Trailer auch ein „PG“, also die Empfehlung eines elterlichen Beistandes.

Die Vogelspinnen bzw. die Tarantulla-Tierersatzdarsteller im Film küssen dann natürlich auch nicht, sondern krabbeln nur ganz munter auf ihren Opfern herum. Allerdings ist es doch etwas fragwürdig, warum Personen bei vollem Bewusstsein es nicht zu merken scheinen, wenn zahlreiche Vogelspinnen auf deren Körpern herumspazieren. Ich krieg ja schon eine Krise, wenn nur ein Käfer am Bein entlang krabbelt. Weiters scheint es komisch, dass mehrere Personen dann auch noch wegen ein paar Spinnen einem Herzinfarkt erlegen. Aber egal, so logisch muss die Geschichte in einem B-Movie dann ja auch wieder nicht sein, sonst würde es ja keinen Spaß machen. Allerdings muss gesagt werden, dass der „Kuss der Tarantel“ in einigen Szenen doch viel zu langatmig ausgefallen ist, sodass sich trotz kurzer Laufzeit von 81 Minuten mehrfach Langeweile androht. Vor allem die finale Szene ist für mein Empfinden viel zu langatmig aufgefallen. Eine flottere Inszenierung hätte ebenso wie eine tiefer gehende Charakterisierung von Susan sicherlich nicht geschadet. So ist das ganze Ergebnis halt auch nur befriedigend ausgefallen.

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Zu den Darstellern kann leider auch nicht viel gesagt werden. Die sympathische Hauptdarstellerin Suzanna Ling hat leider in keinen weiteren Film mitgespielt. Ein Schicksal, dass sie – trotz passabler Leistung - mit zahlreichen Kollegen aus dem Spinnenfilmchen teilt. Einzig Eric Mason, der den schmierigen Polizisten Walter abgibt, kann auf weitere Film- und Serien-Engagements, wie „3 Engel für Charly“ oder auch „Cobra, übernehmen sie...“ zurückblicken. Regisseur Chris Munger hat vor dem „Kuss der Tarantel“ einen weiteren Film namens „black starlet“, sowie eine Dokumentation mit dem Titel „the year of the communes“ gedreht, über die sich allerdings auch nicht viel herausfinden lies.

Und wie üblich kommt dieses kleine Lehrstück in Sachen schlechten Geschmacks natürlich von unserem Lieblings-Trash-Resteverwerter CMV-Laservision. Und zwar als Nr. 49 der allseits beliebten Trash-Collection - da fühlt sich der Film sicherlich in bester Gesellschaft pudelwohl. Die Bild- und Tonqualität sind mittelmäßig und vor allem bei den dunkleren Szenen sind zahlreiche Verschmutzungen zu sehen. Aber wieder einmal würden nur Puristen dieses bemängeln. Neben der englischen Originalversion gibt es noch die deutsch-synchronisierte Variante, an der es auch nichts Gröberes zu bemängeln gibt. Ganz im Gegenteil zum Bonusmaterial. Leider gibt es außer dem amerikanischen Original-Trailer und einer Bildergalerie keine weiteren Features zum Film. Vermutlich ist es aber auch unmöglich, zu einem 30 Jahre alten und relativ unbekannten B-Movie auch diesbezügliches Material aufzutreiben. Neben den weiteren obligatorischen Trailern der Trash-Collection gibt es somit nichts für das geneigte Auge.

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Und so bleibt unterm Strich ein doch sehr mittelmäßiger Tierhorror-Trashfilm ohne nennenswerter Gewalt oder Gore, bei der sich die lustigen und langweiligen Szenen hübsch die Waage halten. Sicherlich nichts Aufregendes, Besonderes oder gar Innovatives, aber für einen netten Abend mit krabbeliger Grusel-Unterhaltung für den Arachnophobiker reicht es allemal. Ich hab jedenfalls danach das Bettchen auf ungebetene Gäste kontrolliert - sicher ist sicher! Ein bisserl mehr Brutalität, Gore oder Spinneneinsatz hätten dem Film zwar sicher gut getan, aber man kann halt nicht alles haben. Somit gibt es für den „Kuss der Tarantel“ von mir 5 von 10 Mülltonnen und eine Extra-Ehrentonne für die haarsträubende Spinnen-Action, Joans theatralischer Nervenzusammenbruch und das schicke Jeanshemd von Bo mit den Blumenstickereien. Prädikat: besonders tierisch!

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Re: Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon untot » 20. Jan 2011, 18:19

Au ja, den hab ich als ziemlich "schnarchig" im Gedächtnis, hab mir den wegen dem Titel in der Videothek meines Vertrauens ausgeliehen und zum Glück nicht gleich gekauft.
Ist nach meinem Ermessen ne ziemliche Gurke, wenns denn wenigstens noch liebenswert trashig gewesen wäre.

4,5/10
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Re: Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon dr. freudstein » 20. Jan 2011, 19:53

Schade, obwohl da ja wunderschöne Spinnen zu sehen sind (lechz). Wenn die zahlreich in dem Film vertreten sind und echt, ist alleine das ein Anschaffungsgrund.
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Re: Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon untot » 20. Jan 2011, 20:40

Ob die so zahlreich waren in dem Filmchen weiß ich jetzt gar nicht mehr. :?
Spinnen sind wirklich faszinierende Tiere und schön sind die auch, würde mich mal interessieren, ob ich eine anfassen würde, denn ein bissi fürcht ich mich auch vor, aber weniger vor den großen haarigen, eher vor den kleinen die so flink sind. :oops:
Aber mit meinen Hausspinnen versteh ich mich ganz gut, wir pflegen einen respektvollen Umgang, ich tu ihnen nix und die mir! :mrgreen:
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Re: Der Kuss der Tarantel – Chris Munger (Trash Collection # 49)

Beitragvon Die Kroete » 30. Mai 2013, 15:02

Also ich habe bei einer Einstellung mal 7 lebende Spinnen zählen können. :kicher:

Und liebenswert trashig ist der Film sehr wohl, schließlich begeht das nette Mädel (Suzanna Ling) einige nicht gerade realitätsbezogene Morde, bei denen ihr, trotz Autopsie bei welcher man die Gifte hätte eigentlich feststellen müßen, nichts nachzuweisen war. Nein, nicht einmal die Todesursache wurde festgestellt, obwohl solche Spinnenbisse bestimmt nicht unsichtbar bleiben.

Einige Gore-Szenen hätten dem Film sicher gut zu Gesicht gestanden, daher ist meine Begeisterung auch eher verhalten.

...aber ne dicke 6/10 hätte das Filmchen schon verdient! :thup:
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