Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

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Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

Beitragvon jogiwan » 16. Dez 2009, 15:25

Das Nest - Brutstätte des Grauens – Terence H. Winkless (TC # 59)

Bild

Originaltitel: The Nest

Herstellungsland: USA / 1988

Regie: Terence H. Winkless

Darsteller: Robert Lansing, Lisa Langlois, Franc Luz, Terri Treas, u.a.

Story:

Ein genetisches Experiment der INTEC Korporation schlägt fehl und verursacht bei den Kakerlaken und Käfern rings um das Labor eine unstillbare Gier auf Fleisch. Kurz darauf wird die Bevölkerung der nahe gelegenen Kleinstadt North Port von den gefräßigen Viechern überrannt, und jedes Lebewesen, das ihnen vor die Zangen gerät, wird bei lebendigem Leib bis auf die Knochen abgenagt. Doch es kommt noch schlimmer: jedes der bedauernswerten Opfer mutiert in Folge selbst zu einem unersättlichen Monster.
Nur die Vernichtung des Nestes kann noch die erhoffte Rettung bringen. Doch ein Erfolg ist ungewiss, denn die teuflische Brut breitet sich immer schneller aus…

Ein wahrhaft widerwärtiger Tierhorror-Streifen mit allerlei Krabbeltierchen und garantiertem Ekelfaktor!
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

Beitragvon Blap » 12. Sep 2010, 23:03

Das Nest - Brutstätte des Grauens (USA 1988, Originaltitel: The Nest)

Eigentlich hat Richard Tarbell (Frank Luz) einen angenehmen Job. Als Sheriff einer kleinen Insel vor der US-Küste, ist sein Arbeitsleben recht beschaulich, lediglich kleine, harmlose Problemchen sind zu lösen oder auszusitzen. Nur mit Bürgermeister Johnson (Robert Lansing) kommt der junge Sheriff nicht besonders gut aus, was immer wieder zu kleinen Reibereien führt. Elizabeth (Lisa Langlois) war Richards Jugendliebe, sie kehrt nach einigen Jahren auf ihre Heimatinsel zurück, besucht Bürgmeister Johnson, der ihr Vater ist. Bei Richard weckt die Ankunft seiner Ex-Freundin viele Erinnerungen, der Hormonhaushalt gerät in Wallung. Für die Neuaflauge der Romanze ist der Moment jedoch denkbar ungünstig, denn mutierte Schaben haben sich auf der Insel eingenistet. Vermutlich weil eine Firma namens INTEC, dort extrem bedenkliche Versuche an den Tieren vorgenommen hat. Bügermeister Johnson weiss mehr als er zugibt, wenig später trifft die fischkalte Dr. Hubbard (Terri Treas) auf dem Eiland ein, die einst für die Experimente verantwortlich war. Die tatsächlichen Ausmaße der Bedrohung sprengen die grausigsten Vorstellungen! Gibt es noch Rettung für die Bewohner der Insel? Steht vielleicht noch viel mehr auf dem Spiel, als lediglich das Schicksal der Insel und ihrer Einwohner...???

Mit "The Nest" lieferte Regisseur Terence H. Winkless sein Erstlingswerk ab. Ihm gelingt auf Anhieb ein reichlich ekliger Insektenhorror Streifen, der den Zuschauer mit äusserst unappetitlichen Krabblern drangsaliert. Die Macher drehen dabei sehr gekonnt an der Ekelschraube. Während zunächst nur hier und da eine Schabe zu sehen ist, ab und an beunruhigende Geräusche und unbestimmtes Gewusel im Gras vorherrschen, schüttet man später gleich Kübel von Kriechgetier über dem Treiben aus. Es kommt noch dicker, denn die mutierten Insekten, mutieren und mutieren und mutieren, bis sie sogar... *Zensur wegen Spoilergefahr*! Naja, schaut es euch selbst an. Aber wundert euch bitte nicht, wenn Haut und Haare während (und auch nach dem Film) jucken, und im Grenzbereich des Blickwinkels, kleine Schatten über den Fußboden und die Wände huschen. Brrrrr... Wuuuaaaaah...

Die Darsteller agieren zuverlässig und solide, wobei die Charaktere erwatungsgemäß bekannten Vorgaben entsprechen. Der Sheriff fungiert als Held, sein Love Interest ist recht sympathisch, der Lokalpolitiker hat Dreck am Stecken. Nicht zu vergessen der schrullige Typ, welcher hier in Form eines Kammerjägers auftaucht. Die Gesichter einiger Darsteller werden "Vielglotzern" bekannt sein, die Besetzung wirkt insgesamt frisch, agil und bietet keinen ernsthaften Anlass zur Kritik. Ausufernde Härten sollte man nicht erwarten. Der "Ekelfaktor" fällt bedeutend höher aus, als der recht kleine "Mettgutfaktor". Die Effekte sind ansprechend ausgeführt, die fortschreitenden Mutationen sorgen für Freude. Welche Mengen an Schaben man für den Film benötigte, will ich lieber gar nicht so genau wissen, mir sitzt das Grausen noch immer im Nacken.

Fazit: Unterhaltsamer Insektenschocker mit Ekelauswüchsen. Solide besetzt und ausgeführt, ansprechende B-Ware für Fans. Mir liegt der Film als DVD aus der Trash Collection (#59) von CMV vor. Die Bildqualität ist zweckmäßig, aber für Technikfreaks sicher nicht befriedigend. Der Ton liegt in deutscher und englischer Sprache vor, die deutsche Synchronisation ist ordentlich. In der Bonusabteilung findet man ein paar Trailer vor, dazu eine Bildergalerie. Wie es für die Trash Collection üblich ist, kommt die DVD in einer kleinen Hartbox daher. Die CMV Scheibe ist ungekürzt, ferner gibt es ein Repack von ´84 Entertainment. Die ältere Auflage von Marketing Film ist ebenfalls uncut. Die "Wühltischvarianten" von Carol Media/Best Entertainment sind gekürzt, Finger weg!

Unterhaltsam und angenehm ekelhaft. Für den Tierhorror-Freak eindeutig Pflichtprogramm. 6/10

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Re: Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

Beitragvon untot » 2. Feb 2011, 00:08

Sehr geiler trashiger, ekliger Tierhorrorstreifen, hat mir nen riesen Spaß gemacht!!
Katzenkakerlaken, waren mir bis zu diesem Filmchen unbekannt, wirklich originell!

7/10
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Re: Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

Beitragvon dr. freudstein » 30. Dez 2012, 17:25

Beginnt zunächst als Tierhorror und steigert sich dann in den Horrorbereich Marke THE FLY. Hätte nicht unbedingt sein müssen, obwohl es natürlich geil aussah, eine Katze oder ein Mensch als Riesenkakerlake. Hätte aber imho auch so funktioniert, die Kakerlaken als gefräßige Kampfkakerlaken spielten auch so schon einem übel mit. Hat man allerdings etwas die Bremse gezogen, hätte ruhig noch fieser ausfallen können. Jetzt kein großer Reisser, aber für zwischendurch mal was ganz geiles und man sollte ihn nicht mit THEY NEST verwechseln.

6/10
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Re: Das Nest-Brutstätte des Grauens–Terence Winkless (TC #59)

Beitragvon buxtebrawler » 10. Nov 2014, 18:22

„Beinahe wie Soldaten, die einen Befehl befolgen!“

Im Jahre 1988 debütierte US-Regisseur Terence H. Winkless („Die Berlin-Verschwörung“) mit dem von Low-Budget-Filmer Roger Cormans Ehefrau Julie Corman produzierten Tier-/Öko-Horror-Streifen „Das Nest – Brutstätte des Grauens“ um genmanipulierte Kakerlaken. Der Film basiert auf einem Roman Eli Cantors.

„Ich bewundere diese weiblichen Küchenschaben! Sie sind fähig, sich zu vermehren, ohne dass sie dazu ihre männlichen Artgenossen brauchen!“

Die Insel-Idylle North Port: Um die örtliche Jugend zu halten und den Tourismus zu fördern, hat Bürgermeister Elias Johnson (Robert Lansing, „Der 4D-Mann“) ein Geschäft mit der Firma Intec abgeschlossen: Intec investiert auf der Insel und baut Ferienhäuser, führt im Gegenzug jedoch geheime Gen-Experimente durch. Zunächst sieht alles gut aus, doch scheinen sich die Kakerlaken plötzlich sprunghaft zu vermehren. Zeitgleich findet Sheriff Richard Tarbell (Franc Luz, „Harry & Sally“) mit seiner Jugendfreundin Beth (Lisa Langlois, „Ab in die Ewigkeit“) einen zerfressenen Hundekadaver. Bürgermeister und Intec berufen die Wissenschaftlerin Dr. Morgan Hubbard (Terri Treas, „House IV“) auf die Insel, um die Ereignisse zu untersuchen. Dr. Hubbard wird Zeugin, wie die gentechnisch manipulierten Kakerlaken statt sich selbst gegenseitig auszumerzen die übrige Fauna angreifen. Hubbard ist fasziniert und opfert der Plage eine Katze, muss aber kurz darauf mitansehen, wie die Schaben auch auf Menschen losgehen und bis auf die Knochen abnagen. Intec zieht in Betracht, die Insel mit dem hochgiftigen Rhetinom zu verseuchen, um dem Ungeziefer Herr zu werden…

„Es hat sich mit der toten Katze gekreuzt!“

Zunächst setzt Winkless auf den Ekel vor Kakerlaken und anderen Schaben, den viele Menschen bereits dann empfinden, wenn die Insekten nur vereinzelt auftreten. Zugegeben, im Kaffeebecher, wie in diesem Film zu Beginn geschehen, möchte man sie auch wirklich nicht haben. Für welch bizarre Auswirkungen die Tierchen im Rahmen dieses Films verantwortlich sind, wird deutlich, als die örtliche Bibliothek verlautbaren muss, dass über Nacht der Leim aus allen Büchern gefressen wurde und somit nun alle Seiten lose sind. Der Zuschauer weiß natürlich längst, dass dies noch die harmlosesten Auswüchse der Plage sind und so dauert es auch nicht lange, bis die ersten Lebewesen und schließlich Menschen dran glauben müssen. Die Schabenattacken finden dabei lange Zeit episodenhaft und losgelöst vom Rest der Handlung statt, die die üblichen Tier-/Öko-Horror-Genre-Charakteristika bedient: Das verschlafene Touristennest ist ebenso exemplarisch wie der klassische Konflikt zwischen monetären Interessen auf der einen und ethischen Grundsätzen auf der anderen Seite. Die personifizierte Skrupellosigkeit mimt hier Terri Treas als Dr. Hubbard, die im Stile eines weiblichen Mad Scientist gezeichnet wird. Die Rolle desjenigen, der eigentlich nichts Böses im Schilde führt, sich aber Sachzwängen ausgesetzt sieht und sich übers Ohr hauen lässt, wird Robert Lansing als Bürgermeister Johnson zuteil. Die ständig relativ laut in die Tonspur gemischten Schabengeräusche sollen ein Gefühl der Bedrohung vermitteln, auch wenn gerade keine Krabbelviecher durch die Kulissen huschen.

Soweit, so gewohnt – und so durchschnittlich, insbesondere, wenn man gar keine Phobie gegen derlei Krabbelzeug ausgebildet hat. Womit man als unbedarfter Zuschauer allerdings nicht unbedingt rechnet: „Das Nest – Brutstätte des Grauens“ mutiert im wahrsten Sinne des Wortes vom Tierhorror zum splatterigen Kreaturenspektakel mithilfe herrlicher handgemachter, glitschiger Spezialeffekte des Teams um James M. Navarra, wenn die Kakerlaken beginnen, sich mit ihren weitaus größeren Opfern zu kreuzen und monsterhafte Hybridwesen zu erschaffen. Da wird jegliche wissenschaftliche Ernsthaftigkeit der weitestgehend ironiefreien Handlung über Bord geworfen und sich ausgetobt, dass das Herz des ‘80er-Körper-/Mutations-Horrorfreunds lacht und der Film ungeahnte Unterhaltungsqualitäten entwickelt, die ihn über den Durchschnitt retten. Den gut ausgewählten Schauspielern gelingt es sogar, ihre recht eindimensionalen Rollen vernünftig auszufüllen und unfreiwilligen Trash-Gehalt zu vermeiden. Fazit: Schabig, nicht schäbig!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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